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Besuchte Sehenswürdigkeiten (Highlights und Insidertipps): Grachten │ City Sightseeing per Bus und Boot │Van Gogh Museum │ Anne-Frank-Haus │ Heineken Experience │ Jordaan │ 9 Straatjes │ De Gooyer Windmühle │ Amsterdam Tulip Museum │ Amsterdam Cheese Museum │ Bloemenmarkt │ Stadiontour in der Amsterdam Arena │ De Wallen │ I amsterdam Zeichen und Rijksmuseum

Nur eine Woche nach unserem Städtetrip nach Paris flogen wir für vier Tage nach Amsterdam, wo wir im Hotel V Frederiksplein nächtigten. Gerade mal zehn Minuten von uns entfernt befand sich die Brauerei Heineken.

Eine Bootsfahrt in den Amsterdamer Grachten

Bei herrlichstem Sommerwetter unternahmen wir zunächst eine Hop-on-hop-off-Tour mit dem Boot durch die Amsterdamer Grachten. Vom Wasser aus konnten wir Seiten der Stadt entdecken, die wir mit dem Bus womöglich viel schwieriger erreicht hätten. Dabei kamen wir unter anderem am Hardrock Café, am Wissenschaftsmuseum NEMO, am Schifffahrtsmuseum sowie an der Magere Brug (bekannt aus dem James-Bond-Film “Diamantenfieber”) vorbei.

Besuch des kostenlosen Cheese-Museums

Außerdem besichtigten wir im Stadtviertel Jordaan das kostenlose, aber sehr kleine Cheese-Museum, wo es auch alle möglichen Käsesorten in Massen zum Probieren gab. Zu meinem Erstaunen hat mir der Käse mit Kokosnuss am besten geschmeckt. In ganz Amsterdam gibt es unzählig viele Käseläden, wo es meist die gleichen Sorten gibt und man eher die ganzen Touristen antreffen kann. Wer wirklich qualitativ hochwertigen Käse verkosten möchte, sollte sich diesen nicht in den Souvenir-Shops kaufen.

Ein kurzer Abstecher in den Shop des Tulpenmuseums

Außerdem machten wir einen Abstecher in den Verkaufsladen des Tulpenmuseums, wo wir diese Frühblüher in sämtlichen Farben, Mustern und Größen auf Fotos bestaunen konnten. Denn zu allen angebotenen Zwiebeln gab es ein Bild, damit man sehen konnte, wie die Pflanzen einmal in ihrer vollen Blütenpracht aussehen würden. Bei unserem zweiten Besuch in diesem Laden kauften wir sogar Tulpen zweier Sorten für unsere Familie.

Besuch des Jordaan und Konzert des bunt gekleideten Trompeten-Mannes Reinier Sijpkens

Ebenfalls dort im Jordaan, dem Viertel, sahen wir Reinier Sijpkens, einen bunt gekleideten Mann mit einem selbstgebauten Miniboot, der im Einklang mit der Musik der Westerkerk musizierte. Die vom Glockenturm schallenden Klänge kann man mit dem Münchner Glockenspiel vergleichen. Immer, wenn diese aufhörten, spielte Reinier Sijpkens in seinem Miniboot auf einem seiner Instrumente. Wenn man ein bisschen bei Google nach ihm recherchiert, stellt man schnell fest, dass es kein Zufall ist, diesen Mann im Jordaan anzutreffen. Vielmehr ist er schon seit vielen Jahren eine feste Größe auf der Liste der Amsterdamer “Sehenswürdigkeiten”.

Schlendern über den Bloemenmarkt und Anprobe der typisch holländischen Holzschuhe

An einem Tag besuchten wir auch den Bloemenmarkt, dessen Stände auf dem Wasser installiert waren. Dort boten die Händler an jeder Ecke sämtliche Tulpen, Kakteen, Hanfsamen und Knollen für Obstbäume an. Außerdem konnte man dort auch Holzschuhe in allen möglichen Farben und Größen erwerben. Wir würden allerdings eher davon abraten, irgendwelche billigen Tulpenzwiebeln auf diesem Markt zu kaufen, die vermutlich niemals blühen werden. Qualitativ bessere Tulpen gibt es dagegen im Shop des Tulpenmuseums.

Spaziergang durch die 9 Straatjes

Eine weitere Runde drehten wir durch die 9 Straatjes (Oude Spiegelstraat, Berenstraat, Hartenstraat, Wolvenstraat etc.). Diese liegen in der Innenstadt und sind Seitenstraßen von der Prinsengracht, Keizersgracht, Herengracht und Singel, die den Amsterdamer Grachtengürtel bilden. Dort kann man in den vielen kleinen, exklusiven Boutiquen shoppen oder in den gemütlichen Restaurants speisen.

Besuch der De Gooyer Windmühle

Neben Tulpen, Holzschuhen und Käse gehören auch die Windmühlen zu den Niederlanden, wobei es in Amsterdam nur noch eine übriggebliebene davon gibt, nämlich die De Gooyer Windmühle. Diese haben wir uns ebenfalls angeschaut.

Ein nächtlicher Ausflug in Amsterdams Rotlichtviertel De Wallen

Eines Abends waren wir im Amsterdamer Rotlichtviertel De Wallen unterwegs, wo die leicht bekleideten Prostituierten in rot beleuchteten Schaufenstern standen und ihre Dienste anboten. Die wenigsten von ihnen sahen glücklich und zufrieden mit ihrem Job aus. Eigentlich ist das Fotografieren dort am Abend verboten –  vermutlich auch deshalb, weil viele Damen diese Tätigkeit heimlich ausüben und nicht wollen, dass ihre Familienangehörigen und Freunde sie auf irgendwelchen Instagram-Fotos wiedererkennen.  Ab und zu sahen wir auch Männer, die gerade zu den Frauen hereingingen oder in der Preisverhandlung mit selbigen waren. Im Großen und Ganzen wirkte diese Seite Amsterdams eher erschreckend auf uns kleine Spießer.

Besuch des Van Gogh Museums

An einem eher verregneten Tag beschlossen wir dann, ins Van Gogh Museum zu gehen, das die weltgrößte Van-Gogh-Sammlung beherbergt. Die Werke “Vincents Schlafzimmer”, sämtliche Selbstportraits sowie die berühmten Sonnenblumen sind dort im Original ausgestellt. Das Fotografieren ist im Großteil des Museums leider nicht erlaubt.

Die Heineken Experience – ein etwas anderer Brauereibesuch

Nach dem Museumsbesuch ging es weiter zur nicht weit entfernten Brauerei, wo wir an der Heineken Experience teilnahmen. Wie der Name schon verrät, handelte es sich dabei nicht um eine trockene, langweilige Führung, sondern um ein echtes interaktives Abenteuer rund um die Heineken-Geschichte und die Kunst des Brauens. Am Ende landeten wir auf dem Dach im Partyraum, wo laute Musik gespielt und Bier in Massen ausgeschenkt wurde. Dieses war im Preis der Tour mit inbegriffen. Sogar M, der gar keinen Alkohol trinkt, fand schnell Gefallen an der Tour. Besonders lustig war auch, wie wir in einem kleinen 3D-Kino selbst zu Bier verarbeitet wurden und uns die Maschine durchrüttelte und mit Wasser bespritzte.

Die emotionalste Aktivität in ganz Amsterdam: Der Besuch des Anne-Frank-Hauses (Tipp!)

Besonders emotional wurde es dann im Anne-Frank-Haus, in dem die Geschichte der Jüdin eindrucksvoll anhand ihrer Tagebucheinträge nacherzählt wurde. Man bekam in dem Haus einen erschreckenden, aber bleibenden Eindruck vom Leben der untergetauchten Familien Frank und van Pels. Um nicht aufzufallen, durften die Personen oft weder die Toilettenspülung noch die Dusche benutzen. Schon während die 13-jährige Anne ihr Tagebuch geschrieben hatte, hörte sie eines Tages den Aufruf eines britischen Radiosenders, dass sämtliche schriftliche Aufzeichnungen von Opfern nach dem Krieg veröffentlicht werden sollten. Mit diesem Wissen überarbeitete Anne ihr Tagebuch im Versteck mehrfach, um es der Weltöffentlichkeit später zugänglich zu machen. Nach Annes Tod im Konzentrationslager Bergen-Belsen fand ihr überlebender Vater bei der Rückkehr in das Hinterhaus Annes Tagebücher und sorgte für die Veröffentlichung dieser. Besonders beeindruckend empfanden wir auch die Bücherregal-Attrappe, hinter der sich die Tür zum geheimen Hinterhaus befand. Leider durfte man in dem gesamten Anne-Frank-Haus nicht fotografieren, sodass wir davon nur die Erinnerungen in unseren Gedanken mit nach Hause trugen.

Eine Stadiontour durch die Amsterdam Arena

Am letzten Tag ging es zu Ms ganzer Freude in die Amsterdam Arena, wo der Fußballclub Ajax zu Hause ist. Dort nahmen wir an einer geführten Stadiontour teil, wie wir sie schon in unzähligen anderen Fußballstadien gemacht hatten.

Das Rijksmuseum, das “I amsterdam”-Zeichen sowie Rembrandts Skulptur “Nachtwache”

Aus Zeitmangel haben wir es leider nicht mehr geschafft, uns die künstlerischen Werke von Rembrandt und Co. im Rijksmuseum anzusehen. Einen kurzen Blick von außen konnten wir uns dann aber doch nicht nehmen lassen – zumal sich dort auch das völlig überbewertete “I amsterdam”-Zeichen befindet.

Rembrandts “Nachtwache” kann man nicht nur als Gemälde im Rijksmuseum bestaunen, sondern auch als Skulptur auf dem Rembrandtplein, einem großen Platz in Amsterdam.

Amsterdam kulinarisch erleben: Von Poffertjes bis Bitterballen

Aus kulinarischer Sicht hatte Amsterdam leider nicht viele Schmankerl zu bieten. Es gab verschiedenen holländischen Käse, Pommes frites, sehr leckere Poffertjes (kleine Pancakes mit Puderzucker) und Hagelslag (Schokostreusel als Brotbelag). Außerdem quälte sich M in einem Restaurant Bitterballen und andere frittierte Fleischstücken herein. Letztgenanntes sah weder lecker aus noch schmeckte es gut.

Immer wieder lustig: Die niederländische Sprache

Wer als Deutscher in Amsterdam unterwegs ist, hat natürlich auch großen Spaß an der niederländischen Sprache, die sich ein wenig so anhört, als würde ein betrunkener Deutscher etwas vor sich hin brabbeln. Mit Sicherheit  versteht jeder Deutsche Sätze wie “Je had nog 20 Minuten langer in je Bed kunnen liggen” oder “Roken is dodelijk”.

Die nervigen Dinge an Amsterdam: Penetranter Cannabis-Geruch und abertausende Fahrräder

Nun kommen wir noch zu den eher unschönen und nervigen Dingen an Amsterdam, die dafür sorgen, dass die Stadt nicht zu unseren Lieblingsstädten Europas zählt.

In Amsterdam gibt es ca. 882.000 Fahrräder, das sind mehr Drahtesel als Menschen (834.000) in der Stadt. Ca. 15.000 davon werden jedes Jahr aus den Grachten gezogen. Außerdem ist der Fahrraddiebstahl auf der Liste der städtischen Kriminaldelikte auf Platz 1. Zudem fahren 58% der Amsterdamer täglich Fahrrad. So weit zu den Fakten. Es war also Sommer. Es war heiß. Und es war die Hauptsaison der Fahrradfahrer, die in Amsterdam wohl mehr Rechte haben als Autofahrer, Fußgänger und Tiere zusammengenommen. Überall gab es Fahrradstreifen auf den Fahrbahnen, die breiter waren als die Fußwege. Allerdings waren die Fußwege dann mit lauter Fahrrädern zugestellt, sodass man oft nur wenig Platz zum Laufen hatte. Je mehr Fahrräder mir begegnet waren – und das waren gefühlt Tausende am Tag – desto wütender wurde ich auf die ganzen aggressiv fahrenden, rücksichtslosen, ignoranten Fahrradfahrer, die oftmals nur mit einer Hand den Lenker festhielten und in der anderen Hand auf ihrem Smartphone herumtippten. Wer diesem Problem aus dem Weg gehen möchte, sollte seine Reise nach Amsterdam lieber in den kalten Wintermonaten antreten.

Die zweite sehr nervige Sache war der penetrante, süßliche Geruch von Gras, den man zu jeder Tageszeit überall wahrnehmen konnte, auch außerhalb der Coffee Shops. Einmal waren wir morgens um 10:00 Uhr nach dem Frühstück auf unser Hotelzimmer zurückgekommen, lüfteten und nahmen da schon wieder den Grasgeruch von unten wahr, der von Jugendlichen stammte, die sich in der Seitenstraße aufhielten. Doch man nimmt nicht nur den ständigen Cannabis-Duft wahr, sondern es gibt auch an jeder Ecke sämtliche Produkte aus Hanf: Lollis, Käse, Eis, Kekse etc. Auch Hanfsamen und Bongs gab es an jeder Ecke zu kaufen. Normalerweise dürfen nur Inländer in den niederländischen Coffee Shops kiffen. Nur in Amsterdam gibt es die behördliche Ausnahme, dass auch Ausländer dort Gras rauchen dürfen. Das ist womöglich auch der Grund, weshalb so viele Schulklassen ihre Abschlussfahrt dorthin machen.

Unser Fazit zu Amsterdam

Amsterdam ist eine wundervolle Stadt und hat sehr viel zu bieten. Die Architektur, eingebettet in die Grachten, ist absolut einzigartig. Diese Gegebenheiten sprächen dafür, Amsterdam mit zu den schönsten Städten Europas zu zählen. Doch leider zerstören die rücksichtslosen Fahrradfahrer und der permanente, abartige Grasgeruch den Gesamteindruck, den ich von der Stadt im Sommer gewinnen konnte. M fand die niederländische Hauptstadt dennoch überwältigend, ganz im Gegensatz zu mir.