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Unsere Route: Moshi │ Karatu │ Tarangire-Nationalpark │ Ngorongoro Conservation Area │ Serengeti-Nationalpark │ Massai-Ortschaft │ Lake-Manyara-Nationalpark │ Sansibar

Vorbereitungen vor der Reise

Unsere Ausführungen über unsere Reisevorbereitungen sind leider so lang geworden, dass wir einen gesonderten Artikel daraus machen mussten.

An dieser Stelle möchten wir nur erwähnen, dass wir mit dem Anbieter aufsafari.de bzw. mit dem lokalen Kooperationspartner Zara Tours unterwegs waren.

Unser Reiseverlauf und unsere Hotels im kurzen Überblick

Unsere Route durch Tansania

Hier gibt es unsere Reiseroute durch Tansania.

Grundsätzliches zu den Unterkünften

Von Beginn an fiel uns auf, dass sämtliche Unterkünfte während unserer Safari-Woche irgendwie von der Innenausstattung her gleich eingerichtet waren und dass es in den Hotel-Restaurants fast immer das gleiche Essen gab. Später fanden wir heraus, dass sämtliche Unterbringungen zur Reiseagentur Zara Tours gehören. Ein Blick auf die Homepage der lokalen Agentur bestätigt das sogar. Die Qualität der Unterkünfte, des Essens, der täglichen Lunchboxen, der Fahrer und des Reiseablaufes lag also in den Händen einer einzigen Agentur: Zara Tours. Und das stellte sich schnell als Nachteil heraus, denn Zara Tours hat für seine Gäste nicht die besten Hotels ausgewählt, sondern immer nur die eigenen. Die Unterkünfte konnten noch so schlecht sein, voll waren sie doch trotzdem immer, weil Zara Tours ein Stück weit konkurrenzlos war. Das viele Geld, das Zara Tours einnimmt, fliest zumindest nicht primär in die Camps (zumindest nicht ins Springlands und ins Highview Hotel), wie wir den Eindruck hatten: Die Bäder im Springlands Hotel und im Highview Hotel waren heruntergekommen und verschimmelt, die Moskitonetze waren zerrissen und die Ausstattung war noch einfacher als die in einem europäischen Ibis-Budget-Hotel. Für eine zweiwöchige Reise im Gesamtwert von 8500 € für zwei Personen sollte es erlaubt sein, dann auch mal über heruntergekommene Hotels zu schimpfen, die man ja mitbezahlt hat. Man fragte sich die ganze Zeit nur, wohin das ganze Geld der Touristen floss, wenn schon nicht in die Hotels. Zu unserer Freude konnte es nach dem Highview Hotel aber nur besser werden: Hier ging es weiter ins Ikoma Wild Camp, das direkt in der Pufferzone der Serengeti liegt. Auch das Ngorongoro Wild Camp in der Ngorongoro Conservation Area war ein absoluter Traum für Giraffen-Liebhaber. Uns gefielen im Großen und Ganzen die beiden letztgenannten Camps am besten, weil wir dort unser eigenes großes, fest installiertes Stoffzelt auf Stelzen hatten – man befand sich also mitten in der Wildnis. Die einfacheren Lodges irgendwo im Nirgendwo waren also besser hergerichtet als die Unterkünfte in den größeren Orten inmitten der Zivilisation.

Übrigens heißt es seitens aufsafari.de, dass man in seinen Unterkünften nachts keinen Strom auf seinem Zimmer zur Verfügung hätte und man deshalb seine Kamera-Akkus im Restaurant des Hotels laden solle. Wir selbst hatten rund um die Uhr Strom auf dem Zimmer, allerdings berichteten manche Mitreisende von Gegenteiligem. Diese ganze Angelegenheit erwies sich eher als Glücksspiel.

An dieser Stelle möchten wir noch darauf hinweisen, dass erstaunlich viele Guides und Hotelangestellte in Tansania Deutsch sprechen und alles verstehen, worüber man sich unterhält. Deshalb sollte man davon absehen, in deren Beisein etwas Schlechtes über das Hotel, das Essen oder einzelne Personen zu sagen – sie verstehen fast alles. (Wir hatten uns bei unseren Mitreisenden über unseren Guide Iddy beschwert, weil er uns unter anderem anfänglich zu wenig über das Verhalten der Tiere erzählte und uns nur von A nach B chauffierte. Aus Südafrika waren wir es gewohnt, ganz viel über die einzelnen Tiere und deren Verhaltensweisen zu lernen. Wir wünschten uns einen echten Ranger, Iddy war aber nur der Fahrer und Guide in einem. Am nächsten Morgen kam es uns dann so vor, als habe Iddy alles erfahren, was wir über ihn geäußert hatten. Plötzlich gab er sich mehr Mühe und erklärte mehr – na gut, wir baten ihn dann auch selbst noch einmal darum.)

Näheres zu den Hotels und Camps gibt es weiter unten in diesem Reisebericht.

Unser ausführlicher Reisebericht zu unserer Tansania-Rundreise

Tag 1: Die Anreise nach Tansania und erste Übernachtung im Springlands Hotel

Überbuchte Flugzeuge, verloren gegangenes Gepäck der Mitreisenden und die Suche nach dem Kilimanjaro

An einem Morgen um 9:25 Uhr hob unsere KLM-Maschine von München in Richtung Amsterdam ab. Da unser Flug maßlos überbucht war, erhielten wir ein Upgrade in die Business Class und saßen in der ersten Reihe vorn. Ein spezielles Business-Class-Essen wurde uns aber selbstverständlich nicht angeboten.  Von dort aus ging es mit Kenya Airways weiter in die kenianische Hauptstadt Nairobi, von wo aus wir mit einer Propellermaschine von Precisionair zu unserem Endziel, Tansania, weiterflogen. Nach insgesamt 14 1/2 Stunden und zweimaligem Umsteigen landeten wir dann endlich um kurz vor Mitternacht auf dem Kilimanjaro Airport, wo wir von Mitarbeitern von Zara Tours in Empfang genommen wurden und die ersten Mitreisenden kennenlernten. Durch reinen Zufall trafen wir dabei auf einen ehemaligen Arbeitskollegen und seine Freundin, die beide an der selben Rundreise teilnehmen wollten wie wir. Aufgrund der späten Ankunft und der damit verbundenen Dunkelheit konnten wir den Kilimanjaro leider nicht aus der Luft bestaunen. Weil der Himmel auch während der darauffolgenden Tage weiterhin so trüb blieb, bekamen wir den Berg leider kein einziges Mal in seiner vollen Statur zu Gesicht, was ein wenig ärgerlich war.

Nicht wenige unserer Mitreisenden, die in Stuttgart, Frankfurt oder München losflogen, berichteten uns von überbuchten Flügen. Während wir noch von München nach Amsterdam ein Upgrade in die Business Class erhielten, mussten einzelne Flüge der anderen umgebucht werden. Dieses ganzes Chaos war dann auch der Grund dafür, weshalb die Koffer der Betroffenen nicht in Tansania ankamen. Sie mussten noch mehrere Tage darauf warten und in der Zwischenzeit unzählig viele Telefonate mit aufsafari.de und der Airline führen, wodurch die Stimmung bei denen natürlich erst einmal auf dem Tiefpunkt war. Wie wir später erfuhren, hatten diese Betroffenen nicht schon 30 Stunden vor dem Abflug online eingecheckt, wie wir es immer machen. Der Check-in direkt am Flughafen kam dann nämlich viel zu spät (“Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”).  Unsere Empfehlung: Checkt euch, sobald der online Check-in 30 Stunden vorher geöffnet wird, sofort ein, um weiteren Ärger zu vermeiden.

Die Kontrolle der Impfpässe am Kilimanjaro-Airport (Gelbfieberimpfung)

Mitten in der Nacht nach unserer Ankunft wurden wir direkt von Mitarbeitern des Flughafens noch auf dem Rollfeld abgefangen, die unsere Impfpässe kontrollieren und die Gelbfieberimpfung sehen wollten. Dank vorheriger ausführlicher Recherchen im Internet hatten wir uns jedoch nicht gegen Gelbfieber impfen lassen, sondern legten stattdessen ein Schreiben der tansanischen Regierung vor, aus dem hervorging, dass wir diese Impfung nicht benötigten. Damit durften wir dann das Innere des Flughafens problemlos betreten und weiterziehen. Mehr zur Gelbfieberimpfung gibt es hier.

Das Springlands Hotel in Moshi  am Fuße des Kilimanjaro

Gleich nach unserer Landung um Mitternacht brachten uns Mitarbeiter von Zara Tours zu unserer ersten Unterkunft, dem Springlands Hotel in Moshi, wo wir um 2:00 Uhr nachts eintrafen. Nach der Schlüsselausgabe konnten wir dann erst um 2:30 Uhr unser Zimmer beziehen und fielen auch schon todmüde ins Bett. Allerdings mussten wir zuvor noch unsere Haut, Schlafanzüge und den ganzen Raum mit Anti-Mückenspray einsprühen, weil das ganze Zimmer voller Insekten war (Mehr zum Mückenspray gibt es hier). Am nächsten Morgen sollten wir bereits um 8:30 Uhr auf der Matte stehen, weil wir dann nach Karatu weiterfahren sollten. Von dort aus startete dann erst die eigentlich geplante Reise. Unser Fahrer und Guide Iddy, der während der gesamten Safari-Woche für uns zuständig sein sollte, stieß allerdings erst nach der zweiten Nacht in Karatu mit dazu, während alle anderen Gruppen von Anfang an mit ihren Gästebetreuern unterwegs waren. Eine Erklärung für sein späteres Eintreffen erhielten wir nicht.

Alle aufsafari.de-Gäste, die schon am Abend ankommen, schlafen grundsätzlich in der ersten Nacht kostenlos im Springlands Hotel. In dem regulären Reiseverlauf ist diese Nacht nämlich bei dem Anbieter gar nicht aufgeführt, weil man laut Planung erst am nächsten Morgen ankommen soll und dann direkt zum Highview Hotel nach Karatu gebracht wird.

Da wir uns nur sehr wenige Stunden im Springlands Hotel aufhielten und vollkommen übermüdet waren, haben wir es vergessen, Fotos von der Unterkunft zu schießen. Dass das Hotel Preise von 374 € pro Nacht aufruft, ist eine absolute Unverschämtheit, da sogar jedes Ibis Budget für 50 € pro Nacht einen besseren Standard aufweist. Insbesondere das Bad entpuppte sich als reinste Schimmel-Katastrophe. Grund für die hohen Beträge ist die exponierte Lage der Unterkunft, die auch Ausgangspunkt vieler Kilimanjaro-Besteiger ist. Anlass zur Beschwerde gab es am Ende jedoch nicht, weil die erste Nacht ja für uns kostenlos war – und einem geschenkten Gaul schaut man schließlich nicht ins Maul.

Tag 2: Fahrt zum Highview Hotel nach Karatu und Führung durch den Obst-und Gemüsegarten des Hotels

Unsere Fahrt von Moshi nach Karatu

Unsere vierstündige Fahrt von Moshi nach Karatu führte uns vorbei an den Dörfern Chini, Kisongo, Makuyuni und nicht zuletzt an Mto Wa Mbu. Dort sahen wir oft Märkte, u.a. auch welche, wo die Massai ihre Tiere zum Kauf anboten. Auch die vielen süßen Kinder, die uns manchmal zuwinkten oder die sogar ihre eigene Viehherde antrieben, eroberten unsere Herzen im Sturm. Besonders putzig war auch ein kleiner Junge, der uns einen Handkuss herüberpustete. Am liebsten hätten wir die Kinder alle mitgenommen. Ein Fahrradfahrer hielt sich während der Fahrt sogar an einem LKW fest, um sich den Berg hochziehen zu lassen. Und ein weiteres Kind, das wir selbst auf erst 12 Jahre schätzten, trug ein kleines Baby im Wickeltuch auf dem Rücken. Es war eine komplett andere Welt, in der wir uns da plötzlich befanden. Aber diese Welt gefiel uns sehr und wir wollten in den folgenden Tagen noch mehr davon sehen.

Wir passierten außerdem den Afrikanischen Grabenbruch und den Lake-Manyara-Nationalpark. Akazienbäume und Affenbrotbäume kreuzten ebenfalls unseren Weg.

An einem Souvenirshop, an dem sämtliche Touristenjeeps Halt machten, stiegen auch wir aus, um das Essen aus unserer Lunchbox zu verputzen. In den täglichen Lunchboxen befanden sich manchmal Kuchen, kaltes Hähnchenfleisch, eine Orange, Popcorn, ein Trinkpäckchen und vieles mehr. Die Reste, die wir nicht mehr essen wollten oder einfach nicht geschafft hatten, weil es viel zu viel war, hatten wir in einer separaten Box gesammelt. Diese verschenkten wir dann immer an die Mitarbeiter in den Hotels oder an die Kinder, an denen wir vorbeifuhren. Alle Empfänger zeigten sich glücklich und dankbar darüber, während wir mit dem guten Gefühl am Abend einschliefen, wieder einen oder mehrere Menschen satt gemacht zu haben.

Erste Eindrücke vom Highview Hotel

Eigentlich hatten wir schon gehofft, im Highview Hotel, der ersten regulären Unterkunft, erstmalig auf lauter Tiere zu treffen, wie wir es bereits aus Südafrika in der Bongani Mountain Lodge gewohnt waren. Das war aber nicht der Fall. Stattdessen wurden wir gleich von ein paar geschäftstüchtigen, grimmig schauenden Massai-Kriegern abgefangen, die für ein Trinkgeld unsere Koffer aufs Zimmer tragen wollten. Uns wurde mitgeteilt, dass die Massai das Hotel bewachten und dafür von den Gästen Geld bekämen. Wollte man sein Gepäck selbst den kurzen Weg aufs Zimmer tragen, schauten sie noch grimmiger als ohnehin schon.

Auch unser Bad im Highview Hotel war heruntergekommen und verschimmelt. Als Kleiderablage im Zimmer stand nur ein schmales Regal zur Verfügung. Zumal war es dort nachts ungemütlich kalt, weil das Zimmer auch nicht über eine Heizung verfügte (auch die Nächte im sonst so warmen Afrika können sehr kalt ausfallen).

Besonders toll fanden wir dagegen, dass das Hotel seinen eigenen Bio-Gemüse-und Obstgarten besaß, in dem es die ganzen Lebensmittel für die Gäste anbaute. Auch eine eigene Kaffeeplantage konnte man dort vorfinden. Mehr über unsere Führung durch den Garten findet man weiter unten in diesem Beitrag.

Außerdem fanden wir auch die Hotelangestellten im Highview Hotel sehr nett und freundlich, wenngleich nicht alle gut Englisch sprachen und es deshalb bei den abendlichen Bestellungen im Restaurant immer wieder zu kleineren Missverständnissen kam. Der tollste Mitarbeiter, der sich um die Belange der deutschsprachigen Gäste kümmerte, war Innocent. Er zeigte uns noch den Obstgarten oder besuchte mit uns das nahegelegene Kinderheim Shalom – beides war im Reiseprogramm eigentlich nicht vorgesehen. Er lernt erst seit Kurzem Deutsch, kann es aber schon richtig gut. Ihm hilft man am besten damit, wenn man sich einfach mit ihm auf Deutsch unterhält, damit er seine Sprachkenntnisse verbessern kann, wie er es selbst unbedingt möchte.

Unsere Führung durch den Obst- und Gemüsegarten des Highview Hotels mit Innocent

Der restliche Tag stand uns dann nach der Ankunft zur freien Verfügung. Nach einer kurzen Einführung ins Programm der kommenden Tage wollten wir uns ein bisschen auf dem Hotelgelände umschauen und wurden dabei von Innocent, einem deutschsprachigen Gästebetreuer, sehr herzlich und freundlich angesprochen. Er schlug vor, uns den Obst- und Gemüsegarten der Unterkunft zu zeigen, wo sämtliche Nahrungsmittel zum Eigenbedarf für die Hotelgäste angebaut werden. Neugierig wie wir waren, willigten wir natürlich ein. Innocent präsentierte uns dann die zwei Hektar große Fläche, auf der Papayas, Wassermelonen und Bananen, aber auch Karotten, Süßkartoffeln, Mais, Bohnen sowie Kohlrabi und Spinat angebaut werden. Des Weiteren lagen uns weitere 14 Hektar Land zu Füßen, auf denen der Arabica-Kaffee angepflanzt wurde. Die Mitarbeiter des Hotels trocknen und rösten den Kaffee für die Gäste selbst, wie uns Innocent ausführlich erklärte. Er berichtete uns von den zwei Anbauarten in Tansania: Für die Nahrungsernte werden beispielsweise Kaffee und Kartoffeln für den eigenen Verzehr angebaut. Mit der Geldernte macht man Gewinn, hierfür werden zum Verkauf Papayas oder Bananen angebaut.

Tag 3: Safari im Tarangire-Nationalpark und Besuch des Waisenhauses Shalom am Abend

Unsere erste Safari in Tansania: Ein Besuch des Tarangire-Nationalparks

An unserem ersten richtigen Safari-Tag in Tansania trafen wir uns um 8:30 Uhr zur Abfahrt. Zu unserer Verwunderung kamen wir dann erst um 12:00 Uhr im Tarangire-Nationalpark an, wo wir auch gleich unsere Safari begannen. Bereits von unserer Südafrika-Rundreise wussten wir, dass sich die Mittagszeit für eine Tier-Erkundungstour überhaupt nicht eignet, weil sich die Tiere in der Mittagshitze irgendwo im Schatten verstecken und man sie dann nicht zu Gesicht bekommt. Schließlich erspähten wir zu unserer Freude aber dann doch zahlreiche Tiere: Giraffen, tausende Gnus, viele Zebras, über 100 Elefanten, Warzenschweine, Geier, bunte Vögel, zwei Löwenweibchen, Strauße, Impalas, Wasserböcke und Eichhörnchen. Auch Leberwurstbäume, Akazienbäume und Affenbrotbäume bekamen wir in ausreichender Menge zu Gesicht.

Der Tarangire-Nationalpark trägt seinen Namen wegen des Flusses Tarangire, der durch den Nationalpark fließt. In der Trockenzeit ist er die einzige Wasserquelle für die Tiere in der gesamten Umgebung, weshalb sie sich alle von Juli bis Oktober dort zu Tausenden versammeln. Der sechstgrößte Park Tansanias ist besonders aufgrund seiner zahlreichen Elefantenherden bekannt, denn dort findet man die größte Konzentration an Elefanten auf der ganzen Welt.

Wir sahen tausende Gnus und Zebras, die sich oft zusammen irgendwo aufhielten. Unser Guide Iddy berichtete uns, dass die Zebras schlauer seien als die Gnus, weil sie immer die Gnus zuerst durch die Flüsse laufen ließen, bevor sie ihnen anschließend durch das Wasser folgten. Dann würden nämlich zuerst die Gnus von den Krokodilen gefressen, sodass die Zebras unbeschadet davonkämen. Außerdem beobachteten wir, wie die Zebras meist zu zweit eng beieinander, in entgegengesetzte Richtungen, standen, damit sie einen Rundumblick hatten und sich bei Gefahr gegenseitig warnen und gemeinsam wegrennen konnten.  Was wir noch nicht wussten, war, dass es zwei verschiedene Zebra-Arten gibt, Steppenzebras mit breiteren Streifen und Bergzebras.

Dass man auch Elefanten in zwei verschiedene Arten, den Afrikanischen und den Indischen Elefanten, einteilt, war uns bereits bekannt. Dass man aber den Afrikanischen Elefanten noch einmal in Steppenelefanten und Waldelefanten unterteilt, war uns dagegen neu. Die erstgenannten sind größer und leben beispielsweise in Tansania, die kleineren Waldelefanten findet man eher im Kongo vor.

Lustig war die Information von Iddy, dass Impalas mit dem M auf dem Popo als “Mc Donald’s für die Raubkatzen” bezeichnet werden. Denn diesen Ausdruck nutzen die Südafrikaner auch für diese Antilopen.

Besonders spektakulär war dann unser Essensstopp bei einer Wasserstelle, an der sich Unmengen an Elefanten aufhielten. Ausgerechnet an diesem Tag hatten wir Popcorn in unserer Lunchbox, sodass wir uns vorkamen wie im Safari-Kino.

Der spontane Besuch des Waisenhauses Shalom in Karatu am Abend

Den Bericht über unseren Besuch im Waisenhaus gibt es unter “Menschen in Tansania”.

Tag 4 und 5: Über die Ngorongoro Conservation Area zum Serengeti-Nationalpark

Die Fahrt und Safari in Einem: Unsere Erlebnisse in der Ngorongoro Conservation Arena und in der Serengeti am 4. Tag

Vom Highview Hotel aus fuhren wir zunächst durch das hügelige Hochland des Ngorongoros-Kraters, das eher einem kalten Regen-oder Nebelwald glich, wie wir ihn bereits aus Costa Rica kannten. Mit so einer Vegetation hätten wir in Tansania überhaupt gar nicht gerechnet. Aufgrund des Nebels und des schlechten Wetters bekamen wir dort aber keine Tiere zu Gesicht.

Was wir jedoch entdeckten, war das Denkmal bzw. Grab von Michael Grzimek. Der Zoologe hatte die Tierwanderungen in der Serengeti erforscht und  den Dokumentarfilm “Die Serengeti darf nicht sterben” gedreht, bevor er im Januar 1959 mit seinem Kleinflugzeug in der Serengeti abstürzte und dabei ums Leben kam.

Nach der Fahrt durch den Regenwald gab es einen plötzlichen Umschwung im Hinblick auf die Vegetation: Auf einmal war die Landschaft wieder trocken, staubig und beinahe pflanzenlos. Wir befanden uns mittendrin im Nirgendwo, fernab der Zivilisation. Nur ein paar Massai-Dörfer und Tierherden kreuzten unseren Weg.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem dieser Massai-Dörfer fuhren wir weiter in die Serengeti, die von den Massai so bezeichnet genannt wird. Wortwörtlich heißt “Serengeti” nämlich “weites Land”.

Als wir das erste Schild mit der Aufschrift “You are now entering Serengeti National Park” lasen, waren wir absolut enttäuscht: Keine Tiere, keine Pflanzen, nur Staub und flaches Land sahen wir überall um uns herum. Und das sollte also die Serengeti sein, auf die ich mich all die Jahre zuvor gefreut hatte. Aber das konnte noch nicht alles gewesen sein. Erst viel später kamen wir nämlich zum richtigen Eingang, wo sich alle Jeeps zur Toilettenpause und zum Bezahlen trafen. Erst dahiner ging es plötzlich los mit den ersten richtigen Tiersichtungen. Obwohl es zwischen der Pufferzone, die wir zuerst durchquerten, und dem Hauptgebiet keine Zäune gibt, hielten sich die Tiere kurioserweise erst hinter dem Eingang auf. Gleich hinter dem Tor erspähten wir einen Serval, den unser Fahrer Iddy schon zwei Jahre nicht mehr gesehen hatte. Wir hatten also Glück, dieses Tier überhaupt zu Gesicht bekommen zu haben.

In einem rasanten Tempo ging es dann immer weiter durch eine vollkommenen verlassene, verstaubte Landschaft, wo kaum Pflanzen wuchsen oder Tiere lebten. Iddy war mit seinem Funkgerät mit den anderen Fahrern verbunden und erhielt von diesen immer Informationen über deren Tiersichtungen. Auf die Anweisungen seiner Kollegen hin steuerte er also immer gezielt auf größere Felsen zu, wo sich normalerweise immer ein paar Löwen aufhalten. Und wir hatten Glück: Die erste große Sichtung waren zwei Löwenmännchen, die vollgefressen, träge und absolut harmlos hinter einem Felsen schliefen. Wir fuhren relativ dicht an sie heran und machten direkt neben ihnen unsere Lunchpause.

Anschließend ging es weiter durch die leere, endlose Landschaft, bis wir schließlich gezielt zu einem weiteren Felsen fuhren: Dort versteckten sich zwei Löwenweibchen mit ihren jeweils zwei unendlich süßen Löwenbabys im Schatten. Und dann war es auch schon um mich geschehen: Die ersten Freudentränen kullerten nur so herunter, weil wir doch tatsächlich in der freien Wildbahn in Afrika solch putzige Babylöwen erspähten. In Südafrika hatten wir immer nur vereinzelt Löwen in weiter Ferne zu Gesicht bekommen – und nun lagen da vier kuschelige Löwenbabys mit ihren Müttern direkt vor uns. Das sind solch unglaublich intensive Momente, die sich nicht in Worte fassen lassen.

Und als wäre das noch nicht alles an diesem Tag gewesen, trafen wir etwas später auch noch auf zwei “jugendliche” Geparden mit ihrer Geparden-Mutter, die sich faul unter einem Baum entspannten. Eigentlich sah man in der ganzen Serengeti weit und breit kaum andere Jeeps, aber bei den drei Geparden sammelten sich dann ca. sieben Autos auf einmal. An diesem Tag hatten wir das absolute Glückslos gezogen, denn wir sichteten außerdem noch weitere Geparden, darunter auch drei knuffig süße Babys, noch viel mehr Löwen sowie einen Leoparden an einem anderen Felsen. Sämtliche Raubkatzen beanspruchten immer ein relativ großes Territorium für sich. Unsere Raubkatzensichtungen lagen allein an diesem Tag schon bei einem höheren zweistelligen Wert. Iddy teilte uns mit, dass unser Jeep extra mehr Geld am Eingang für die teurere Löwenroute bezahlt hätte, um die Chance zu erhöhen, möglichst viele Wildkatzen zu Gesicht zu bekommen.

Je tiefer wir in die Serengeti vordrangen, desto mehr veränderte sich auch die Vegetation. Dort, wo es feuchter und grüner wurde, trafen wir auch auf Hippos, Krokodile, verschiedene Antilopen (Impalas, Thompson-Gazellen, Leierantilopen) sowie auf Zebras, Giraffen, Wasserbüffel, Gnus, Elefanten, Vögel (Sekretär-Vögel, Strauße, Geier), Warzenschweine, Schakale und Hyänen.

Der Tag war ein voller Erfolg!

Ein Besuch im Massai-Dorf am 4. Tag

Über unseren Besuch im Massai-Dorf findet man hier einen ausführlichen Bericht.

Die Ganztages-Safari in der Serengeti am 5. Tag

Eigentlich hatten wir schon am vierten Tag mit den ganzen Raubkatzenbabys in der Serengeti das absolute Nonplusultra erlebt, aber wir wollten noch mehr Tiere entdecken. Wir waren richtig heiß darauf, wieder am Morgen mit unserem Jeep vom Ikoma Wild Camp aus tief hinein in die Serengeti zu fahren.

Nach der Sichtung von unzählig vielen Löwen steuerten wir den Hippo-Pool an, wo hunderte Flusspferde aneinandergequetscht im Wasser lagen, meist schliefen, mal kurz die Augen öffneten, herumfurzten und den Tag genossen. An dieser Stelle war es sogar zu diesem Zeitpunkt erlaubt auszusteigen, weil zuvor lange nichts passiert war. Irgendwann einmal waren an dieser Stelle mehrere Touristen von einem Hippo getötet worden, die das Tier nicht gesehen hatten und von ihm überrascht worden waren. Direkt nach dem Unglück hatte man das Aussteigen am Hippo-Pool verboten, aber wir durften dann wieder unsere Jeeps verlassen. Etwas mulmig war uns dennoch zumute, da die Hippos weltweit zu den Tieren zählen, die die meisten Menschen auf dem Gewissen haben. Sie sind sogar gefährlicher als Löwen, weil man sie aufgrund ihres Körperbaus und ihrer Schwerfälligkeit oftmals unterschätzt. Nur die wenigsten Menschen wissen, dass Flusspferde eine Beißkraft von 500 Kilo besitzen und dass jährlich mehr als 100 Menschen durch diese territorialen Wassersäuger getötet werden. Außerdem sind Hippos nachtaktiv: Erst in der Dunkelheit verlässt die ganze Herde das Wasser, um Gras zu fressen. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie sie mit ihren schweren Körpern den steilen Berg hochlaufen können.

Wenn man in die Serengeti reist, muss man sich bewusst sein, dass man viele schöne, aber auch sehr traurige Tiergeschichten miterleben wird. So sind nun einmal die Gesetze der Natur. Wir stießen beispielsweise auf ein Löwenweibchen, das mit seinem Jungen unterwegs war. Das andere Löwenbaby der Mutter war kurz zuvor von einem Löwenmännchen getötet worden, das sich in weiter Ferne im tiefen Gras versteckte. Grund für die Tötung soll wohl die Tatsache gewesen sein, dass das Löwenbaby nicht von dem Männchen stammte. Ununterbrochen jaulte das Löwenweibchen etwas zu dem Männchen herüber. Man sah dem noch überlebenden zweiten Löwenbaby und der Mutter den Schmerz über den Verlust des ersten Kindes bzw. Geschwisterchens richtig an. Sie schmiegten sich eng aneinander, kuschelten vertraut und trauerten gemeinsam. Iddy erzählte uns, dass es sich wohl andeute, dass das Löwenmännchen wohl auch noch das zweite Baby und anschließend die Mutter umbringen würde. Zum Glück bekamen wir das aber nicht mehr mit, das wäre zu herzzerreißend gewesen. All diese Informationen erhielten wir von unserem Guide, der über sein Walkie-Talkie im ständigen Kontakt zu seinen Kollegen stand und uns an den Neuigkeiten teilhaben ließ.

Des Weiteren wurden wir Zeuge einen aggressiven Elefantenkampfes von zwei Elefantenlagern, die sich direkt gegenüberstanden. Unser Jeep befand sich mittendrin in der Szene, sodass wir diesen Fight hautnah miterlebten und irgendwie auch ein bisschen Angst hatten. Am Ende wurde der eine Elefant von dem anderen ins Nirvana vertrieben, was sehr lustig anzusehen war. (Und wenn sie nicht gestorben sind, dann verjagen sie sich noch heute.)

Leider – oder zum Glück – wurden wir nicht Zeuge eines “Kills”, sprich einer Jagd- und Tötungsszene. Allerdings erlebten wir die Phasen davor und danach: Beispielsweise entdeckten wir eine Gruppe von Weibchen, die gerade auf dem Weg zur Jagd waren, während ein anderes Weibchen auf die Löwenbabys aller Mütter aufpasste. An einer anderen Stelle sahen wir einen pumpenden Löwen, der noch völlig aus der Puste neben einem frisch erlegten Warzenschwein saß. Er musste sich nach der Jagd erst einmal ausruhen, bevor er über die Beute herfallen konnte. Der überlebende Warzenschwein-Kumpel schlich noch mit einem größeren Abstand um die Stelle herum und trauerte um seinen getöteten Weggefährten. Ähnliches erlebten wir auch mit einer Antilopenmama, die miterleben musste, wie ihr Baby von einem Löwen gefressen worden war. Auch das Antilopenweibchen verhielt sich so wie das Warzenschwein: Es trauerte mit etwas Abstand um sein Antilopenkind. Diese Trauerszenen waren wirklich erschütternd. Bei diesen ganzen “After-kill”-Situationen erkannte man auch immer sehr schnell die Fress-Rangordnung im Tierreich: Zuerst durfte sich die Raubkatze, die ihr Tier erlegt hatte, an der Beute bedienen. Anschließend durften die Hyänen fressen, später kamen die Schakale hinzu. Die Geier bekamen dann immer die Reste ab, die übrig geblieben waren. Einmal konnten wir einen Machtkampf zwischen Hyänen, Schakalen und Geiern beobachten, die sich um die Reste einer Antilope stritten. Leoparden sind bei der Lagerung der erlegten Beute etwas cleverer, denn sie zerren die toten Antilopen mit ihren Mäulern bis hoch in die Baumkronen, damit auch bloß keine anderen Tiere sich des Essens bemächtigen. Wir entdeckten zwei tote Gazellen in der Baumkrone neben einem Felsen, dem Revier einer Leopardenfamilie. Dort bedienten sich auch die zwei kleineren Leopardenkinder an dem Futter.

Besonders schlau sind auch die Antilopen, die sich immer wie richtige Wachmänner auf den höher gelegenen Termitenhügeln positionieren, um nach Gefahren Ausschau zu halten. Wenn die Raubkatzen sich anschleichen, können sie von ihren Wachposten aus die Killer schon aus weiter Ferne erkennen, sich gegenseitig warnen und schließlich rechtzeitig wegrennen. Sie standen auch alle in unterschiedliche Himmelsrichtungen ausgerichtet da, weil die Gefahr von überall kommen konnte.

Obwohl uns die Sichtungen von hunderten Raubkatzen und tausenden anderen Tieren schon glücklich stimmten, fehlte uns noch das Nashorn, um die Big 5 zu komplettieren. Leider bekamen wir in der Serengeti kein einziges davon zu Gesicht. Die Chance auf Rhinos sei wohl im Ngorongoro-Krater höher als in der Serengeti, beruhigte uns Iddy.

 

Der M & M Footprints Pärchentipp
Einen besonders magischen Moment können Paare auf einer Sonnenaufgangs-Ballonfahrt in der Serengeti erleben. Um an einer solchen teilnehmen zu können, muss man allerdings eine Unterkunft direkt in der Serengeti buchen – die Randzone ist dafür schon zu weit weg. Wichtig ist, die Ballonfahrt schon weit im Voraus zu buchen.

Unsere Unterkunft für die folgenden zwei Nächte: Das Ikoma Wild Camp (inkl. Walking Safari)

Zwei weitere Nächte verbrachten wir im Ikoma Wild Camp, das sich im Grumeti Game Reserve befindet. Dieses Reservat gehört mit zur Puffer- bzw. Randzone der Serengeti, und in der Regenzeit kann man vom Camp aus die große Tierwanderung beobachten. Dann ziehen dort tausende Zebras, Gnus, Elefanten, Flusspferde, Giraffen  und Büffel vorbei, von einem Reservat zum nächsten. Wir waren in der Trockenzeit dort und erlebten nicht ganz so viel Action in Bezug auf die Tiere. Nachts kamen jedoch ganze Zebraherden zu uns zum Fressen ins Camp, diese grasten direkt neben unserem Zelt, was wir als sehr eindrucksvoll und einmalig empfanden. Sogar beim Fressen mitten in der Nacht stehen die Zebras in Zweierteams in entgegengesetzte Richtungen da, um zusammen den Rundumblick zu behalten und bei Gefahr zusammen flüchten zu können. Für dieses Naturschauspiel lohnte sich sogar das Aufstehen mitten in der Nacht. Andere Mitreisende, die ihr Zelt auf der entgegengesetzten Seite hatten, berichteten uns von mehreren Wasserbüffel-Sichtungen.
Das Ikoma Wild Camp bietet auch einen Bush Walk (Walking Safari) mit Sundowner an, an dem wir teilnahmen und den wir jedem empfehlen können. Wir sahen zwar während des Fußmarsches nicht viele Tiere, aber der Sundownder war wirklich einmalig und unbeschreiblich romantisch. Auch der herrliche Sonnenaufgang ist das frühe Aufstehen wert.
Unser Stoffzelt auf Stelzen war sehr groß und geräumig, im “Vorzimmer” gab es noch eine Sofaecke und ganz draußen befanden sich mehrere Stühle auf der “Terrasse”, wo man es sich gutgehen lassen konnte. Dank der Fliegengitter, die als Fenster dienten, konnten wir rund um die Uhr die Naturgeräusche ungefiltert wahrnehmen. Da wir uns mitten in der Pufferzone der Serengeti befanden und die Tiere uneingeschränkt und frei von Reservat zu Reservat wandern, durften wir unser Zelt nachts nicht allein verlassen. Um ehrlich zu sein, hätten wir auch viel zu große Angst davor gehabt, denn auch Löwen machen vor ein paar Stoffzelten nicht Halt. Im Dunkeln hielten wir durch die Fliegengitterabsperrung des Zeltes s