“Zuhause ist da, wo man die Alpen sehen kann.” (M & M)

Bayern ist einfach das schönste Bundesland in ganz Deutschland – das ist unsere Erkenntnis aus den vergangenen 14 Jahren, die wir inzwischen hier leben dürfen. Nach 13 Jahren in einer Zweiraumwohnung in München (Trudering) zog es uns schließlich 2019 endgültig in das Alpenvorland an einen der Seen, die wir in diesem Beitrag präsentieren möchten. Seitdem wir nun hier unten leben und jeden Tag das atemberaubende Alpenpanorama sehen können, ist Banff in Kanada weit nach unten in unserer Bucketlist gerutscht.

Die Schönheit Bayerns hat sich inzwischen leider so sehr in Deutschland und der ganzen Welt herumgesprochen, dass wir hier unten massiv unter dem Massentourismus leiden. Um die Touristenströme besser lenken zu können, gibt es seit dem Corona-Jahr 2020 einen Ausflugsticker für Oberbayern. Dieser zeigt immer tagesaktuell an, welche Regionen und Parkplätze bereits überfüllt sind.

Das bayerische Alpenvorland zu erkunden, ist ein laufender Prozess, weil wir immer wieder neue Orte und Seen entdecken, die uns verzaubern. Aus diesem Grund wird dieser Beitrag auch laufend aktualisiert.

Sehenswürdigkeiten in Garmisch-Partenkirchen und der näheren Umgebung

Die Aussichtsplattform AlpspiX neben der Alpspitze

Wem die Gondelfahrt hoch zur Zugspitze zu teuer ist, der kann sich alternativ auch für die Alpspitze entscheiden, die nicht weniger faszinierend ist. Der Gipfel der Alpspitze liegt in einer Höhe von 2628 Metern und ist damit 334 Meter kleiner als die Zugspitze. Die Alpspitzbahn führt allerdings nicht direkt zur Alpspitze, sondern auf ein kleines Plateau neben dem Gipfel, das sich in einer Höhe von 2033 Metern befindet. Besonders beeindruckend ist hier auch die Aussichtsplattform AlpspiX am Osterfelderkopf.

Achtung Verwechslungsgefahr: Es gibt noch eine weitere Alpspitzbahn in Nesselwang im Allgäu. Beide sollten also nicht miteinander verwechselt werden.

Parken: Bergstation Alpspitzbahn oder alternativ Kreuzeckbahn (An der Kandahar 13, 82491 Grainau)

Die Zugspitze – Deutschlands höchster Berg

Unser Insider-Tipp für die Zugspitze: Nehmt euch euren Reisepass mit, denn oben auf der Zugspitze gibt es einen Zugspitz-Stempel, mit dem man sich selbst bedienen kann. Witzig ist, dass sich Tirol (Österreich) und Bayern (Deutschland) die Zugspitze teilen, wie man oben anhand der Schilder unschwer erkennen kann.

Zugang zur Zugspitze und zum Eibsee: Seilbahn Zugspitze (Am Eibsee 6, 82491 Grainau

Der Eibsee – Eine Bergkulisse wie in Kanada

Den Besuch der Zugspitze kann man sehr gut mit einer Wanderung um den Eibsee herum kombinieren, weil sich die Zugspitz-Seilbahn direkt neben dem See befindet und man dort gleich den ganzen Tag parken kann. Im Sommer ist es dort allerdings extrem voll, sodass man lieber auf die Nebensaison ausweichen sollte. Die sieben Kilometer lange Seewanderung dauert ungefähr zwei Stunden.

Zugang zur Zugspitze und zum Eibsee: Seilbahn Zugspitze (Am Eibsee 6, 82491 Grainau

Die Garmischer Altstadt (u.a. Ludwigstraße)

Wer im Großraum Garmisch-Partenkirchen unterwegs ist, sollte auch die malerische Innenstadt von Garmisch besuchen. Beim Schlendern durch die Ludwigstraße trifft man unter anderem auf viele bunt bemalte Häuser, wie sie im Alpenvorland typisch sind. Auch ein Abstecher zur Großen Olympiaschanze lohnt sich, weil dort das alljährliche Neujahrsspringen stattfindet.

Die Olympiaschanze und unsere Tipps für das Neujahrsspringen in Garmisch

Reist unbedingt mit der Bahn an, damit ihr nicht stundenlang im Stau stehen müsst. Dort an der Sprungschanze gibt es eine Sonderhaltestelle (Kainzenbad), die nur für das Neujahrsspringen genutzt und normalerweise nicht angefahren wird. Zieht euch außerdem warme Kleidung an und nehmt euch eine Thermoskanne mit heißem Tee oder Kaffee mit. Außerdem empfehlen wir warme Decken. Deutschland-Flaggen und Sitzkissen muss man dagegen nicht mitbringen, weil diese vor Ort kostenlos verteilt werden.

Der Rießersee bei Garmisch

Der Rießersee bei Garmisch-Partenkirchen scheint wohl noch ein Geheimtipp zu sein, denn viel war dort an einem sonnigen Juli-Wochenende nicht los. Völlig überlaufen war zur gleichen Zeit der Eibsee am Fuße der Zugspitze.

Um den Rießersee herum führt ein ca. ein Kilometer langer Rundwanderweg, von dem aus man einen herrlichen Blick auf den Waxenstein hat. Zum Schutz der Ufer darf man allerdings nur vom “Strandbad Rießersee” aus ins Wasser gehen, woran sich an unserem Besuchstag nicht alle Touristen hielten. Da wir selbst die Wasserqualität nicht so einladend fanden, verzichteten wir trotz mitgebrachter Badesachen auf das Schwimmen in dem See. Außerdem kann man mit seinem mitgebrachten SUP auf dem idyllischen Rießersee entlang paddeln oder sich ein Boot ausleihen. Auch die heute noch sichtbaren Reste der ehemaligen Olympia-Bobbahn von den Olympischen Spielen 1936 kann man am dort ablaufen bzw. mehr dazu im Bobmuseum erfahren. Für das leibliche Wohl sorgt das “Seehaus Restaurant & Café Riessersee”, das sich direkt am Ufer befindet.

Parken: Navi-Adresse: Rieß 5, Garmisch-Partenkirchen. 2€ für 1h / 3€ für 2h / 7€ für den ganzen Tag. Wer kein Kleingeld für den Parkautomaten zur Verfügung hat, kann sich im Seehaus Restaurant oder an der Rezeption des Riessersee-Hotels Geld wechseln lassen. (Stand: Juli 2022)

 

Eine Drei-Seen-Wanderung um den Grubsee, Geroldsee (Wagenbrüchsee) und Barmsee

Den Grubsee, den Geroldsee sowie den Barmsee kann man auf einer 15 Kilometer langen Wanderung von Klais nach Krün hervorragend miteinander verbinden. Während die ganzen Menschenmassen am Pfingstmontag zur Zugspitze und zum Eibsee fuhren, ging es für uns nur wenige Kilometer weiter zu den drei Seen, an denen vergleichsweise wenig los war. Den Grubsee fanden wir aufgrund der Stille am romantischsten, dort machten wir auch unser Picknick auf einem Steg. Der Geroldsee, der derzeit einen richtigen Instagram-Hype erlebt, war von den drei Seen am fotogensten. Und der Barmsee hat sich am wenigsten gelohnt, da man während der Wanderung meistens nur Bäume zu Gesicht bekam. An den sehr wenigen Stellen, an denen man den Barmsee in seiner vollen Pracht vor einem herrlichen Bergpanorama erspähen konnte, sah dieser aber auch sehr ansehnlich aus.

Parken: Am Barmsee 9, 82494 Krün

Der Grubsee

Der Geroldsee (Wagenbrüchsee)

Der Barmsee

Der Isarstausee bei Krün (Isar-Natur-Erlebnisweg/ Alpenwelt Karwendel/ Winterwanderung)

Zu unseren bisher schönsten Rundwanderungen gehört auch unser Winterspaziergang auf dem Isar-Natur-Erlebnisweg. Los ging es auf dem Wanderparkplatz in Krün. Wenn man von dort aus geradeaus auf die Berge zuläuft, trifft man schon auf die ersten grünen Schilder, die die Richtung vorgeben. Um sich an die vorgeschriebene Nummerierung der Info-Tafeln zu halten, läuft man zunächst den etwas steilen Weg auf der linken Seite im Uhrzeigersinn entlang. Aufgrund der sehr guten Beschilderung auf dem 7,8 Kilometer langen Rundweg kann man sich auch nicht verlaufen. Gerade der Blick auf das Karwendelgebirge und auf die sanft dahinplätschernde Isar, die dort in der Nähe entspringt, machen den Rundweg so einzigartig. Bei guten Wetterkonditionen erstrahlt die Isar sogar an manchen Tagen in einem herrlichen Türkiston, den man sonst nur vom Mittelmeer oder von der Südsee kennt.

Außerdem führt der Isar-Natur-Erlebnisweg auch am Isarstausee entlang, wo man das Treiben zahlreicher Schwanfamilien beobachten kann. Dort in Krün wird der Großteil des Wassers aus der Isar über die Isarüberleitung zum Walchenseekraftwerk umgeleitet.

Besonders gut bietet sich der Rundweg auch für eine Winterwanderung an, weil das Farbenspiel aus dem weißen Schnee, der türkis erstrahlenden Isar sowie dem blauen Himmel und dem eingeschneiten Karwendelgebirge so wunderschön anzusehen ist. Wir trugen nur unsere Winterstiefel mit Profil, aber Profi-Winterwanderer nutzen auch häufig Grödel – sogenannte “Schneeketten für die Schuhe”.

Verschiedene interaktive Rate-Stationen, Wasserspiele, ein Kneippbecken, aber auch ein Balancierbaum und ein Vogel-Beobachtungsturm machen diesen Weg zu einem Erlebnis für Groß und Klein.

Parken: Auf dem Wanderparkplatz am Griesweg 4 in 82494 Krün (Tageskarte: 5 €)

Sehenswürdigkeiten in Mittenwald und der näheren Umgebung

Parken in Mittenwald

Da Mittenwald sowohl im Sommer als auch im Winter zahlreiche Touristen aus aller Welt in seinen Bann zieht, sind in der Stadt ausreichend Parkplätze vorhanden. Direkt in der Altstadt ist das Parken auf eine Maximaldauer von drei Stunden mit Parkschein begrenzt. Wer sein Auto länger abstellen möchte, dem seien die Parkplätze am Bahnhof, an der Karwendelbahn oder am Waudl (P3) zu empfehlen. Diese sind kostenpflichtig, wobei die Gebühren bei allen unterschiedlich hoch ausfallen. Bei manchen kann man auch mit einer Park-App bezahlen, wenn man kein Kleingeld dabei haben sollte. Dies ist aber nicht bei allen möglich, wie wir feststellen mussten. Wir stellten unser Auto auf dem Parkplatz am Waudl (P3) ab und zahlten hierfür 1 € pro Stunde. Direkt an der Karwendelbahn zahlt man für ein Tagesticket über 7 € (Stand: Februar 2021). Beide genannten Parkplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander.

Es ist nicht möglich, direkt am Lautersee oder Ferchensee zu parken.

Die Altstadt von Mittenwald

Mit seinen vielen bunt bemalten Fassaden und seinen Häusern im typisch bayerischen Baustil gehört Mittenwald zu den schönsten Städten inmitten der Bayerischen Alpen. Dieses idyllische Fleckchen Erde ist umgeben vom Karwendel- und vom Wettersteingebirge. Sehenswert sind auch die Kirche St. Peter und Paul sowie das Geigenbaummuseum in der Altstadt. Da Mittenwald 911 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist es der höchstgelegene Luftkurort von ganz Deutschland. Außerdem handelt es sich bei der Karwendelbahn, die sich in Mittenwald befindet, um die zweithöchste Bergbahn Deutschlands. Der Ort, der nur ca. 7500 Einwohner beheimatet, ist nur einen Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt.

Mit der Karwendelbahn hoch zur Karwendelspitze

Mit ihren 2244 Metern ü. M. ist die Karwendelbahn die zweithöchste Bergbahn Deutschlands. Hoch oben in den Bergen führt auch die deutsch-österreichische Grenze entlang, genauer gesagt die Grenze zwischen Bayern (Deutschland) und Tirol (Österreich). Innerhalb einer 7-minütigen Bergfahrt überwindet man hier mit der Karwendelbahn 1311 Höhenmeter (von 933m auf 2244m). Im Sommer kann man auf der Karwendelspitze wandern gehen oder Mountainbiken. Und im Winter verwandelt sie sich in ein Skigebiet. Als wir die Karwendelspitze Ende Oktober erklommen, lagen dort schon Schnee und Eis, die die Wege relativ glatt machten. Rutschfeste Winterschuhe oder Grödel sind hier ein Muss; von Sneakers raten wir zu dieser Jahreszeit ausdrücklich ab. Die Berg- und Talfahrt kostet pro Person 29,50€. (Stand: Juli 2022)

Parken: Alpenkorpsstraße 1, 82481 Mittenwald

Der Lautersee und Ferchensee

Wer in Garmisch-Partenkirchen oder Mittenwald Urlaub macht, dem sei auch die Wanderung von der Mittenwalder Innenstadt zum Lautersee und zum Ferchensee zu empfehlen. Zunächst läuft man am Gästehaus Alpenglanz vorbei und passiert dann eine Schlucht (Laintalschrofen), bei der es ganz schön steil in die Höhe geht. Hier trifft man unter anderem auf den Lainbach-Wasserfall und auf die Madonna im Laintalschrofen. Auf der gesamten Wanderung muss man insgesamt 180 Höhenmeter überwinden, das entspricht laut iPhone-App genau 49 Stockwerken. Wir starteten unsere Tour am Wanderparkplatz P3 und benötigten – inklusive Abstecher in die Altstadt – dreieinhalb Stunden für 14 Kilometer. Nach einem ordentlichen Höhenanstieg, vorbei an mehreren kleineren Wasserfällen, kamen wir dann endlich bei der wunderschönen Kapelle Maria Königin heraus, die sich nördlich des Lautersees befindet.

Anschließend ging es ca. noch eine halbe Stunde weiter steil nach oben Richtung Ferchensee.

Diese Tour bietet sich auch hervorragend als Winterwanderung an, weil Hänsel und Gretel (vermutlich Mitarbeiter der Gemeinde Mittenwald) auf einem Großteil des Weges Holzmehl ausgestreut haben, damit man auf dem gefährlichen Glatteis nicht ausrutscht. Ohne dieses verteilte Sägemehl wäre die Wanderung im Winter gar nicht möglich gewesen.

Im Sommer ziehen der Lautersee und der Ferchensee viele Badegäste aus Mittenwald an, die größtenteils vom Badebus zu den beiden Seen gebracht werden. Außerdem gibt es am Lautersee noch einen Bootsverleih.

Der Luttensee

Laut Aussagen der Einheimischen, die mit uns am Ufer des Luttensees verweilten, sei dieser Ort selbst bei den Mittenwaldern noch nicht so bekannt. Diese bevorzugten wohl lieber den Lautersee und den Ferchensee. Und so freuten wir uns an einem sonnigen Juli-Wochenende darüber, diesen Hidden Place mit nur wenigen Menschen teilen zu müssen. Da sich dieses Idyll inmitten eines militärischen Sperrgebiets befindet, kann es schon mal vorkommen, dass man während des Badens zeitweise Schüsse der Schießübungsstände hört. Auch bei uns war dies der Fall. Fußgänger und Badende im Bereich des Gewässers sind erlaubt, Autos und Motorräder jedoch nicht. Und während wir insgeheim die Abgeschiedenheit des Luttensees zelebrierten und die ansonsten vorhandene Ruhe genossen, kamen plötzlich mindestens 20 Soldaten aus dem Wald, die auch baden gehen wollten. Dahin war es mit der Ruhe!

Parken: Parkplatz Wander- und Skigebiet Kranzberg am Luttengraben in Mittenwald. 2€ für 2h, nur Kartenzahlung möglich. (Stand: Juli 2022)

Das Schloss Linderhof in Ettal

Das Schloss Linderhof in Ettal ist das einzige Schloss, dessen Bau König Ludwig II. noch zu Lebzeiten vollenden ließ. Linderhof galt als absolutes Lieblingsschloss von König Ludwig II., in dem er sich auch am meisten aufhielt.

Unseren gesonderten Beitrag zum Schloss Linderhof gibt es <hier>.

Das Benediktinerkloster in Ettal

Nur elf Kilometer von Schloss Linderhof entfernt befindet sich das imposante Kloster Ettal, dessen Hauptattraktion die Klosterkirche Mariä Himmelfahrt ist. Auf dem Klostergelände der Benediktinerabtei gibt es zudem noch eine Likörmanufaktur und eine Brauerei, ein Gymnasium mit angeschlossenem Internat, landwirtschaftliche Betriebe, mehrere Gasthöfe und ein Hotel. Aber auch ein Klosterladen und eine Schaukäserei sind hier ansässig. Das Kloster bietet regelmäßig Führungen durch die Basilika, die Likörmanufaktur und die Brauerei an, wobei eine Likör- oder Bierprobe dabei nicht fehlen darf. Die Besichtigung der Klosterkirche auf eigene Faust ist dagegen kostenlos. Wer einmal in dem Kloster in das Leben eines Mönchs schlüpfen oder sogar längere Zeit dort leben möchte, findet nähere Informationen auf der offiziellen Homepage der Benediktinerabtei (<hier>).

Oberammergau: Die Wiege der Lüftlmalerei und der Passionsspiele

Als wir Oberammergau zum ersten Mal besuchten, waren wir ganz überrascht davon, dass dieses idyllische Örtchen in den Ammergauer Alpen viel kleiner und schöner war als erwartet. Wer sich für prächtige, bunt bemalte Hauswände interessiert, ist hier genau richtig. Gerade in der Ettaler Straße, der Dorfstraße, der Ludwig-Thoma-Straße sowie in der Theaterstraße und Am Rainenbichl kommt man beim Anblick der hier entstandenen Lüftlmalerei nicht mehr aus dem Staunen heraus. Wer sich für die Holzschnitzerei interessiert, ist im Pilatushaus genau richtig, wo man regelmäßig verschiedenen ortsansässigen Kunsthandwerkern bei Ihrer Arbeit zuschauen kann.

Die bekannteste Attraktion in Oberammergau sind jedoch die Passionsspiele, die alle zehn Jahre von den Dorfbewohnern im Passionsspielhaus aufgeführt werden. Ganze 2000 Mitwirkende sind an den Vorführungen beteiligt, wobei jede Rolle doppelt besetzt wird. Damit die Schauspieler, die die letzten fünf Tage im Leben Jesu nacherzählen, möglichst authentisch aussehen, gibt es immer ein Jahr vor den Passionsspielen am Aschermittwoch einen Haar- und Barterlass. Von diesem Tag an müssen sie sich ihre Haare und Bärte für die Passionsspiele wachsen lassen. Dabei müssen sich die Schauspieler, die bei der Polizei und der Bundeswehr tätig sind und für die es normalerweise strenge Haartracht-Vorschriften gibt, sogar Ausnahmegenehmigungen einholen. Um sich die Bedeutung der weltweit bekanntesten Passionsspiele einmal vor Augen zu führen, lohnt sich ein Blick auf die bisherige Gästeliste. So besuchten seit dem Jahr 1634 internationale und nationale Persönlichkeiten wie Richard Wagner, Gustave Eiffel, John D. Rockefeller, Günther Jauch, Thomas Gottschalk und Angela Merkel die Passionsspiele im kleinen Oberammergau. Im Jahre 2010 kamen bei über 100 Aufführungen eine halbe Million Besucher aus aller Welt zusammen. Zudem zählen die Oberammergauer Passionsspiele seit 2014 zum immateriellen Weltkulturerbe der UNESCO. Das Passionsspielhaus öffnet seine Pforten allerdings nicht nur in den Aufführungsjahren für Besucher, sondern auch in all den anderen Jahren. Wir selbst besichtigten die Räumlichkeiten auf eigene Faust, jedoch werden auch Gruppenführungen angeboten.

Der Staffelsee (inkl. Minigolf am See)

Am Staffelsee gibt es unzählig viele Einstiegspunkte zum Wandern, zum Beispiel in Uffing, Murnau oder Seehausen. Die Wanderrouten unterscheiden sich alle in ihrem Schwierigkeitsgrad und ihrer Länge. Der Ausgangspunkt unserer Wanderung war das Seerestaurant Alpenblick in Uffing am Staffelsee, wo Parkplätze in ausreichender Menge zur Verfügung standen. Wir haben uns für die einfache, kürzere “Kleine Staffelsee-Schleife” entschieden, die eine Länge von 5,5 Kilometern hatte. Sämtliche Wanderrouten sind sogar ausgeschildert.

Besonders empfehlenswert ist auch das “Minigolf am See” in Murnau (Seestraße 8). Dort gibt es sogar zwei Minigolf-Anlagen: eine aus Beton und eine aus Eternit. Auch Fußball-Billard und Boule werden dort angeboten. Genügend Parkplätze stehen vor Ort gegen eine Gebühr zur Verfügung. Für zwei Stunden zahlten wir 2 € (Stand: Oktober 2021). Nur wenige Meter vom Minigolf-Areal entfernt befindet sich eine Bootsanlegestelle und eine Badestelle. Außerdem eignet sich das Südufer des Staffelsees auch gut für Spaziergänge, wobei man dort leider keinen Alpenblick genießen kann. Wer lieber auf die Berge schauen möchte, ist in Uffing besser aufgehoben.

Mitteleuropas größtes Moorgebiet: Das Murnauer Moos

Nicht weit vom Staffelsee entfernt befindet sich das größte zusammenhängende Moorgebiet Mitteleuropas: das Murnauer Moos. Hier erstrecken sich die Moore, Feuchtwiesen und angrenzenden Wälder über eine Fläche von 4200 Hektar. Wer im Murnauer Moos wandern geht, sollte unbedingt auf den vorgeschriebenen Wegen bleiben, weil die Vögel im Frühjahr in den ausgewiesenen Wiesenbrütergebieten nicht gestört werden wollen. In dem Naturschutzgebiet kann man zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten entdecken, unter anderem die Schwarze Kreuzotter, die Sibirische Schwertlilie, das Wanzen-Knabenkraut und das Karlszepter. Außerdem befindet sich im Murnauer Moos noch ein Moorsee, der Moosbergsee, an dem sich die Einheimischen im Sommer zum Baden treffen.

Wer sich auf die 12 Kilometer lange, leichte Wanderung durch das Murnauer Moos begeben möchte, kann sein Auto auf dem Wanderparkplatz am Ramsach-Kircherl abstellen. Von dort aus ist der Moos-Rundweg ausgeschrieben. Durch das Murnauer Moos verläuft übrigens auch der insgesamt 242 Kilometer lange Römerradweg, der von Passau nach Enns (Oberösterreich) führt.