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Besuchte Sehenswürdigkeiten (Highlights und Insidertipps): Pemuteran │ Schnorcheln auf Menjangan │ Ubud │ Tempel Pura Melanting │ Pura Ulun Danu Tempel │ Jatiluwih Reisterrassen │ Bergdorf Tenganan │ Tempel Pura Lempuyang │ Tirta Gangga │ Taman Ayun Tempel │ Tempel Tanah Lot │ Turtle Conservation and Education Centre in Serangan │ Sanur (nur Übernachtung) │ Nusa Dua

1. Etappe auf Bali: Schnorcheln auf der Insel Menjangan und relaxen im Adi Assri Beach Resort & Spa in Pemuteran

Nach unserem Vulkan-Trekking am Ijen auf Java ging es mit der Fähre weiter von Ketapang (Java) nach Pemuteran (Bali). Dort erholten wir uns zwei Nächte lang im Adi Assri Beach Resort & Spa und nahmen an einem Schnorchelausflug rund um die unbewohnte Insel Menjangan teil. Im Vergleich zu anderen Ecken Balis ist Pemuteran eher ein verschlafenes Fischerdorf, das noch weitestgehend vom Tourismus verschont geblieben ist.  Unser Hotel, eine reine Franzosenhochburg, war dagegen gut besucht. M meinte, er wäre in Frankreich. Andere Nationalitäten waren da weit in der Unterzahl. Der Ort Pemuteran ist eher für das Schnorcheln und Tauchen bekannt, ansonsten gibt es dort im Norden noch Delfin-Touren in Lovina, an denen wir nicht teilnahmen.

Unser Schnorchel-Anbieter West Bali Exlorer holte uns für unseren Ausflug morgens im Hotel ab und brachte uns zunächst zur Tauch- und Schnorchelbasis, wo wir uns unsere Ausrüstung abholen sollten. Da wir ohnehin viel in Indonesien schnorcheln und tauchen wollten, hatten wir unsere eigene Ausrüstung dabei, die wir anlässlich unseres Tauchkurses schon in Deutschland erworben hatten. Das hatte den Vorteil, das uns alles passte und wir unser Equipment selbst am besten kannten. So wussten wir auch, dass noch niemand unsere Schnorchel vorher im Mund gehabt hatte. In dem Center trafen wir auf unzählig viele andere Touristen, die später mit uns in verschiedenen Kleintransportern zum Strand gekarrt wurden, um dann mit dem Boot zur Insel Menjangan zu fahren. Dort wurden wir an zwei verschiedenen Orten (Eel Garden und Post I) herausgelassen, um eigenständig zu schnorcheln.  Das war das allererste Schnorchelerlebnis in unserem ganzen Leben und dementsprechend groß waren die Vorfreude und hoch die Erwartungen. Leider mussten wir sehr schnell feststellen, dass über 90% des Riffs bereits abgestorben waren, was bei uns eine sehr große Enttäuschung auslöste. Die erhofften Schildkröten gab es weit und breit auch nicht zu sehen. Wer schöne Schnorchelmomente in Indonesien erleben möchte, sollte sich dafür nicht die Insel Menjangan aussuchen. Gute Alternativen wären Nusa Penida und Komodo, wo wir später noch schnorchelten und tauchten.

Von dem Schnorchelanbieter gab es dann noch eine Lunchbox mit Essen, das wir wahlweise auf dem Boot oder am Ufer verzehren konnten. Die idyllische Beschreibung “Picknick am Strand” traf es aufgrund der Beschaffenheit des Ufers nicht ganz auf den Punkt.  Mehr zum Schnorchlen und Tauchen in Indonesien gibt es hier.

2. Etappe auf Bali: Ubud und unsere Ausflüge auf der Insel

Der erste Eindruck von Bali in Pemuteran war sehr positiv, wenngleich der Strand leider schwarz statt weiß oder hellgelb war. In Ubud änderte sich dann schlagartig unsere Meinung über de Insel.

Tempel Pura Melanting und der Hinduismus auf Bali

Auf der Fahrt von Pemuteran nach Ubud kamen wir an dem beeindruckenden Tempel Pura Melanting vorbei, wo wir neben ein paar Einheimischen die einzigen Gäste waren. Umwickelt mit einem Sarong (Tuch), ging es dann die vielen Stufen nach oben auf die Anhöhe. Diese ewige Ruhe in dem Tempel hätten wir uns auch für ganz Bali und unsere anstehenden, weiteren Tempelbesuche gewünscht. Der Pura Melanting Tempel ist zum Gedenken an den Besuch des javanischen Hindu-Priesters Danghyang Nirartha erbaut worden.

Übrigens sind über 90% der Balinesen Hinduisten. Das erkennt man auch daran, dass jede Familie ihren eigenen Haus-Tempel auf ihrem Grundstück hat. Darin werden die Toten der Familie in Urnen aufbewahrt. Außerdem findet dort täglich eine Puja (Verehrung) statt, bei der man ein kleines Schälchen mit Opfergaben an den Tempel legt. Die Größe und die Schönheit des Tempels gibt Auskunft darüber, wie arm oder reich eine Familie ist. Arme Familien haben demnach einen winzigen Tempel, reiche Familien einen riesengroßen. Nach all diesen Erklärungen von unserem privaten Fahrer meinte ich zu ihm, dass ich meinen Reichtum nicht so zur Schau stellen würde aus Angst vor möglichen Einbrechern. Daraufhin entgegnete er, dass die Hinduisten schon aufgrund ihres Glaubens (Stichwort: Karma) ein absolut friedliches Volk seien und mit Kriminalität nichts am Hut hätten. Wir können das nach unseren Besuchen in Indien und Indonesien uneingeschränkt bestätigen. In diesen Ländern muss man absolut gar keine Angst haben, dass man ausgeraubt wird.

Pura Ulun Danu Bratan Tempel

Noch während der Fahrt nach Ubud zu unserem nächsten Hotel machten wir Halt beim zweiten Tempel des Tages, dem Pura Ulun Danu. Dieser befindet sich im Dorf Bedugul auf 1200 Metern über dem Meeresspiegel am Bratan-See und sei wohl laut unserem Reiseführer der zweitwichtigste auf der ganzen Insel. Hoch oben in Bedugul ist es sehr kühl und man bekommt am Straßenrand überall Erdbeeren von den umliegenden Feldern zum Kauf angeboten. Der Pura Ulun Danu Bratan Tempel ist oft auf typischen Bali-Fotos abgebildet, wodurch dort viel mehr Menschenmassen unterwegs waren als am Pura Melanting. Dieser hinduistische Wassertempel ist dem Schöpfer Shiva gewidmet, wobei man darin auch Buddha-Statuen vorfinden kann.

Zwischenstopp im Hidden Garden

Während unserer Zeit auf Bali fuhren wir immer wieder an solchen versteckten Gärten vorbei, in denen sich die Touristen verschiedene Anbauprodukte zeigen lassen konnten, wie beispielsweise Pfeffer, Nelken, Chilischoten, Vanille, Ananas, Kakao oder Reis. Ziel der Betreiber war es immer, den Touristen ihren (Luwak-)Kaffee oder Tee teuer zu verkaufen oder Geld mit den verschiedenen Instagram-Plattformen bzw. Nestern oder Schaukeln zu machen. Ein Einheimischer führte uns durch den Hidden Garden und wollte von uns 2000.000 Rupiah pro Person für das Schaukeln haben, während seine Kollegin in unserem Beisein zu einem anderen Pärchen etwas von 150.000 Rupiah pro Person erzählte. Das war der Zeitpunkt, als wir uns von dem Herrn abgezockt und ungerecht behandelt gefühlt hatten, sodass wir schnellstmöglich den Garten verließen. Die Aussicht für das Schaukeln war dort übrigens auch nicht so toll.  Der Anbieter Celuk Swing, bei dem der Blick in die Natur wesentlich schöner war, sagte uns mit 150.000 Rupiah pro Person mehr zu.

Jatuliwih-Reisterrassen

Auf Bali gibt es überall Reisfelder und -terrassen, wobei die Jatiluwih-Reisterrassen zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Da die anderen Reisterrassen auf der Insel auch schön anzusehen sind, fragen wir uns, warum nur diese – und eben nicht alle – zum Weltkulturerbe zählen. Unserer Meinung nach unterscheiden sich diese nicht von den anderen. Wir fuhren also dorthin und hielten auf einem Parkplatz an, von wo aus man einen herrlichen Blick über dieses wunderschöne Naturschauspiel hatte. Einheimische Bauern kamen auch gleich angelaufen, um uns eine Tour durch diese wundervolle Natur anzubieten. Wir willigten ein und stampften circa eine halbe bis dreiviertel Stunde durch den Matsch. Da der Bauer kein Englisch sprechen konnte, bestand die Tour lediglich darin, ihm durch den Schlamm zu folgen. Erklärungen zum Reisanbau oder zu den landwirtschaftlichen Maschinen blieben leider aus, sodass wir uns dann im Hotel auf dem Tablet eine Folge aus “Die Sendung mit der Maus” anschauten, wo alles dazu erklärt wurde. Die Reisterrassen brauchen permanent viel Wasser und sind so angelegt, dass dieses über kleine Rillen von oben über die verschiedenen Ebenen bis nach unten fließt.  Dadurch werden am Ende alle Bereiche permanent mit Wasser geflutet. Die Reispflanze kann man sich übrigens wie Getreide vorstellen. Wenn der Reis vertrocknet ist, wird er meist von Hand geerntet. Statt Landmaschinen, wie beispielsweise Mähdrescher, haben wir dort auf den Feldern nur Menschen mit ihren bloßen Händen arbeiten sehen. Auf Java erfuhren wir während der Fahrradtour durch Reisfelder, dass man nicht zweimal hintereinander Reis auf ein und demselben Feld anbauen könne. Deshalb wechselt man wohl immer Reis und Soja miteinander ab. Ob diese Regelung auch auf die Reisterrassen auf Bali zutrifft, wissen wir nicht.

Weiterfahrt zu unserem Hotel in Ubud – Wie stellt man Geckos ruhig?

Drei Nächte sollten wir anschließend in Ubud im Green Field Hotel bleiben, da der Ort sehr zentral ist und man von dort aus gut die Sehenswürdigkeiten der Insel erreichen kann. Leider befand sich unser Hotelzimmer (Bale Bunga) in einem ausgelagerten Gebäudekomplex, der mit dem eigentlichen Hotels nichts zu tun hatte. Um dorthin zu gelangen, mussten wir durch ein anderes Hotelgelände und vorbei an einer stinkenden Güllerinne neben dem Reisfeld laufen. Da wir uns dort wie Aussätzige, Abgeschobene fühlten, beschwerten wir uns gleich über die Lage des Zimmers, was ein Hotel-Upgrade nach sich zog, dessen Kosten von unserer Reiseagentur vollumfänglich übernommen wurden. Für eine Nacht bekamen wir also ein sehr luxuriöses Zimmer mit Whirlpool im Bad und mit einer Terrasse, die zum Hotelpool zeigte. Die zwei weiteren Nächte schliefen wir dann in einem Zimmer mit Terrasse am Reisfeld. Leider waren die Fenster und Türen bei allen drei Zimmern undicht, sodass es  zahlreiche Geckos in allen drei Zimmern leicht hatten, von draußen in das Innere zu gelangen und sich hinter Bildern und Deko-Artikeln zu verstecken. In der Nacht ging dann das Gequake los, wobei wir beim ersten Mal noch nicht so richtig wussten, dass die Geräusche von einem Gecko stammten. Erst ein Abgleich mit einem Gecko-Geräusche-Video auf Youtube brachte Gewissheit und führte nach dem mehrfachen Anhören auch gleich dazu, dass die Geckos in unserem Hotelzimmer die restliche Nacht verstummten. An den beiden darauffolgenden Abenden spielten wir vorm Schlafengehen erneut und mehrfach die Gecko-Geräusche von Youtube ab, sodass wir ebenfalls unsere Ruhe hatten. Unsere Theorie ist, dass die Geckos im Zimmer denken, es seien weitere Geckos im Revier, die dieses verteidigen wollen. Deshalb verschwinden oder schweigen sie die ganze Nacht aus Angst vor dem “Youtube-Gecko”. Ob diese Vermutung nun stimmt oder nicht, sei dahingestellt, aber geholfen hat diese Methode trotzdem.

Wie bereits erwähnt, waren die Fenster und Türen unserer drei Hotelzimmer im Green Field Ubud nicht dicht, sodass sämtliche Tiere in unser Zimmer gelangten bzw. hätten gelangen können. Unsere Fahrer während der Reise erzählten uns schon immer von den ganzen giftigen Schlangen – u.a. Pythons und Green Pit Viper -, die in den Reisfeldern nach Mäusen und Ratten suchen.  Ja, wir hatten unser Zimmer direkt zum Reisfeld gerichtet und der Spalt war so groß, dass eine kleine Schlange, wie wir sie zuvor auf Bali entdeckt hatten, dort durchgepasst hätte. Zum Glück blieben wir davon verschont; die Geckos und Kakerlaken waren uns schon genug. Und dort, wo auch Geckos und Kakerlaken sind, muss man nicht lange nach Kot von diesen Tieren suchen. Aus diesem Grund empfanden wir alle drei Hotelzimmer dort als sehr schmutzig und schmuddelig. Andere Hotels bekommen das auch hin mit der Sauberkeit und dem Abdichten der Hotelzimmer, das kennen wir schon von unserer Dschungel-Lodge im Regenwald in Costa Rica.

Touristenfalle SAHADEWA Barong & Kris Dance

Als weiteres Ärgernis erwies sich die Touristenfalle SAHADEWA Barong & Kris Dance, zu der wir von unserem Fahrer gebracht wurden, obwohl diese Aktivität nicht in unserem Programm vorgesehen war. Unsere Agentur wusste wohl schon, warum sie uns das nicht antun wollte.  Wer sich den echten balinesischen Tanz ansehen möchte, sollte diese Touristenfalle meiden, dort werden die Touristen in großen Bussen oder von ihren privaten Fahrern in Scharen abgeladen, vermutlich bekommen diese dafür noch Provision. Wir haben sogar gesehen, wie die Einheimischen durch den Hintereingang bzw. Ausgang hereingekommen sind, vermutlich mussten die gar nichts dafür bezahlen. 100.000 Rupiah kostet der Eintritt pro Person. Uns wurde Balinesischer Tanz versprochen, aber am Ende war es ein reines Herumgeschreie von lauter Darstellern, die einen lustlosen Eindruck bei uns hinterließen. Wir wären am liebsten während der Vorstellung aufgestanden und einfach gegangen. Wer den echten Balinesischen Tanz sehen möchte, sollte dies lieber in seinem Hotel tun, dort gibt es oft Tanzabende mit balinesichen Tanzvorführungen, das Ganze sieht dann auch fröhlicher aus.

Übrigens sind Tanz und Theater in Indonesien allgegenwärtig. So gehören Tänzer, Schamanen, Schauspieler, Puppenspieler, Geschichtenerzähler, Dichter und Musiker zur Gemeinschaft dazu und spielen eine wichtige Rolle bei der Information und Unterhaltung ihrer Mitmenschen. Der balinesische Barong-Tanz ist beispielsweise  ein Wettstreit zwischen den gegnerischen Kräften des Guten und Bösen im Universum, dargestellt von einem guten löwenähnlichen Biest namens Barong und der bösen Hexe Rangda.

Schaukeln auf Bali bei Celuk Swing

Im Internet fanden wir Fotos von einer riesengroßen Schaukel auf Bali, die direkt in den Dschungel zeigte und unsere Träume nach Freiheit großwerden ließ. Was für ein Gefühl musste das sein, dort zu schaukeln und sich frei zu fühlen? Ich habe schon als Kind immer im Garten meiner Oma geschaukelt und an dieser Leidenschaft fürs Schaukeln hat sich auch bis heute nichts geändert. Also wollten auch wir dorthin fahren.

Unsere Recherche ergab, dass es wohl eine angeblich echte Schaukel, die Bali Swing, gibt, die als das Original angesehen wird. Da hat bestimmt wieder irgendein Influencer ein Fotos von genau diesem Ort auf Instagram hochgeladen und nun wollen die ganzen verrückten Instagram-Süchtigen nur noch dorthin. Bali Swing lässt sich das natürlich teuer bezahlen, 35 US Dollar kostet das Swingen pro Person. Größer könnte die Touristenabzocke nicht sein. In Wahrheit gibt es unzählig viele Schaukel-Anbieter, die wesentlich günstiger sind. Wir waren bei Celuk Swing, wo wir 150.000 Rupiah, also umgerechnet 9€ pro Person, bezahlten. Dort war es nicht so überfüllt und wir hatten nicht den Eindruck einer Massenabfertigung. Dadurch, dass bei diesem Anbieter nicht viel los war, konnten wir natürlich besonders lange schaukeln. Außerdem konnte M dort kostenlos verschiedene Tee- und Kaffeesorten probieren. Auch diverse “Instagram-Stroh-Fotoplätze” gab es dort, wie es sie auch überall auf der Insel gibt. Diese waren uns aber nicht wichtig, weil wir einfach nur in die Freiheit schaukeln wollten.

Bergdorf Tenganan – Kommerz statt Authentizität

Besonders enttäuschte uns der Besuch in dem Bergdorf Tenganan, wo wir eigentlich auf authentische Einheimische treffen wollten, genauso wie schon zuvor auf der Fahrradtour in Sentolo. Das Dorf ist die Heimat von Balis ersten Einwohnern, den Bali Aga, die noch vor den javanischen Siedlern auf die Insel gekommen waren. Leider reihten sich dort auf einem größeren Gelände nur Verkaufshäuser aneinander, wo die Einheimischen ihre Schals, Ketten etc. an den Mann bringen wollten und dabei ein wenig aufdringlich vorgingen. Als Touristenattraktion waren sogar die Hähne knallpink und quietschgelb gefärbt –  zum Glück wohl “nur” mit Lebensmittelfarbe. Die Bereiche, wo diese Menschen wohnen, sind für die Touristen gar nicht zugänglich und befinden sich hinter großen Mauern. Als wir mitbekamen, wie kommerziell dieses Dorf eingestellt war, liefen wir dort schnellen Schrittes durch und waren schon nach zehn Minuten wieder draußen. Mit Authentizität hat das nichts zu tun.

Tempel Pura Penataran Lempuyang oder: “Wie Instagram das Reisen zerstört”

Irgendein Influencer muss eines Tages ein Foto von diesem Tempel bei Instagram hochgeladen haben, anders waren die ganzen instagramsüchtigen Touristenscharen dort nicht zu erklären. Die Leute standen sogar stundenlang in einer Schlange, um in dem Eingangstor des Tempels ein Foto zu machen. Die Einheimischen hatten diesen Hype längst erkannt und nahmen dafür sogar Geld, dass sie die Leute darin fotografierten. Mit Megaphon für die lautere Stimme und Schirm gegen die Sonne saßen sie da und schossen ein Foto nach dem anderen. Ihr Hilfsmittel war eine braune Plastikscheibe, die sie vor das Handy hielten, damit das Tor aussah wie eine wirkungsvolle Spiegelung. Ganz Instagram ist voll von solchen Bildern, wie unsere nachträgliche Recherche ergeben hat. Dieser Instagram-Tourismus hatte mich an diesem Tempel so sehr aufgeregt, dass ich darüber einen eigenen Blogbeitrag verfasst habe. Interessant an diesem Tempel waren die Schilder am Eingang, die auf sämtliche Verbote hinwiesen: Seinen Sarong (um die Beine gewickeltes Tuch) darf man nicht ablegen, das Küssen ist verboten etc. Dieser hinduistische Gebetsort befindet sich auf dem Gipfel des Berges Lempuyang in 1175 Metern über dem Meeresspiegel. Um zu dem Tempel zu gelangen, muss man 1700 Stufen hinaufsteigen, wodurch dieser den Beinamen “thousand steps temple” erhielt. Der Tempel lag  so weit oben, dass man schon die Wolken im Tal durch den Eingang, das “Himmelstor”, sehen konnte. Weiter hinten ragte der heute noch aktive Vulkan Mount Agung empor. Auf dem Weg zum Hauptschrein gab es noch sechs kleinere Tempel. Übrigens durfte man nicht direkt mit seinem Auto zu diesem Tempel fahren. Stattdessen musste man auf einem Parkplatz sein Auto abstellen und sich dann mit einem kleinen Gefährt gegen Geld nach oben transportieren lassen.

Wasserpalast Tirta Gangga – Der nächste überlaufene Instagram-Hotspot

Gleich nach dem Besuch des Lempuyang Tempels ging es weiter zum Wasserpalast Tirta Gangga (“Wasser des Ganges”) in Karangasem, der 1946 vom letzten König von Karangasem erbaut worden war. Besonders in Erinnerung bleiben uns von diesem Palast die vielen Kois, Springbrunnen und Wasserbecken sowie der lange elfteilige Brunnen in der Mitte der Anlage. Leider hatte auch von diesem Tempel irgendein Influener ein Foto auf Instagram gespostet, sodass dieser Ort genauso überlaufen war wie der Lempuyang Tempel. Schön war er aber trotzdem anzusehen. Auf den Steinplatten konnte man übrigens über das Wasser laufen.

Meerestempel Pura Tanah Lot

Der letzte Tempel, den wir uns auf Bali vorgenommen hatten, war der Tanah Lot. Dieser lag auf einer kleinen Insel vor der Küste Balis und war nur bei Ebbe zu Fuß zu erreichen. Aufgrund der hohen Wellen konnten wir ihn leider nur vom Ufer aus bestaunen. Im Vergleich zu den anderen Tempeln empfanden wir diesen – abgesehen davon, dass er vom Meer und von Höhlen umgeben war – als sehr unspektakulär. In den Höhlen lebten heilige, giftige Seeschlangen, von denen wir zuvor nichts gewusst hatten und die wir uns nicht ansahen.

Ganz bewusst suchten wir uns viele unterschiedliche Tempel heraus, damit unsere Tempeltour nicht zu monoton verläuft. Da diese so unterschiedlich sind, empfanden wir nie Langeweile oder Überdruss.

Taman Ayun Tempel, der Tempel des schwimmenden Gartens

Und dann ging es auch schon weiter zu einem der eindrucksvollsten Tempel Balis, dem Taman Ayun in Mengwi Badung. Zu unserer Freude war dieser – trotz seiner Schönheit – nicht so überlaufen wie die meisten anderen Gebetsstätten, die wir zuvor besucht hatten. Dieser Tempel mit seinen mehrstöckigen Dächern ist 1634 vom König von Mengwi erbaut worden, damit alle Menschen in seinem Königreich den Wohlstand und die Harmonie der Nation an diesem heiligen Ort teilen konnten. Darüber hinaus wollte der König seinem Volk einen Ort für religiöse Zeremonien zur Verfügung stellen und ihnen ermöglichen, Weihwasser zu erbitten, um die Reisfelder vor Seuchen zu schützen. Der Tempel, der sich auf einem vier Hektar großen Anwesen befindet, ist auch heute noch der Rückzugsort der Königsfamilie von Mengwi. Alle 210 Tage wird der Geburtstag des Taman Ayun Tempels gefeiert.

Schildkröten-Adoption im Turtle Conservation and Education Center

Eines der Highlights auf Bali war für uns die Adoption von zwei Oliv-Bastardschildkröten im Alter von fünf Tagen. Beide hatten wir auf die Namen Hugo und Leonardo getauft und entließen sie anschließend in die Freiheit, d.h. ins offene Meer. Mehr dazu gibt es hier.

3. Etappe auf Bali (erst nach der Rückkehr von Nusa Penida): Relaxen im Ayodya Resort in Nusa Dua

Nachdem wir Bali, Komodo und Nusa Penida hinter uns gelassen hatten, ging es für eine letzte Nacht zurück nach Bali, um am Abreisetag Richtung Europa keinen langen Inlandstransfer mit möglichen Verspätungen riskieren zu müssen. So verbrachten wir also unsere letzten knapp 48 Stunden in dem Touristenort Nusa Dua, wo sich sämtliche Luxushotels aneinanderreihten. Auch wir waren in einem solchen 5-Sterne-Resort zu Gast und genossen dort sämtliche Vorzüge des Hotels. Das Ayodya Resort befand sich auf einem riesengroßen Gelände mit einem sehr großen Gebäudekomplex, das über 500 Hotelzimmer beherbergte. Darin konnte man auch Juweliere, einen Brautmodenladen, eine Souvenir-Shop, zahlreiche gehobene Restaurants sowie eine Privatklinik finden. Das Resort war so angelegt, dass man es nicht hätte verlassen müssen. Einen stündlichen, kostenlosen Shuttlebus zum Shoppingcenter Bali Collection gab es ebenfalls. Außerdem gewann das Resort schon zahlreiche internationale Auszeichnungen. Weniger gefielen uns dagegen der chinesische Heiratstourismus und die Vielzahl an russischen Touristen.

Eigentlich hätten wir damit gerechnet, dass das Hotel und der Strand – genauso wie ganz Bali – komplett überlaufen sind. Der Strand war, abgesehen von den ganzen chinesischen Brautpaaren, die fließbandweise geheiratet haben, sehr leer. Wir hatten inzwischen Anfang September und fragten uns die ganze Zeit, wo denn die ganzen Gäste wären. Vermutlich erwischten wir für diesen Ort genau den richtigen Zeitpunkt zu Beginn der Nebensaison. Wir lagen also viele Stunden am Strand und ließen uns die leckeren Cocktails servieren. Am Abend legte am Strand noch ein vom Hotel engagierter DJ auf, allerdings hatte dieser schon gar kein Publikum mehr, weil das Resort plötzlich wie leergefegt war. Dort ließ es sich wirklich aushalten. Und wer es besonders romantisch haben wollte, der buchte auch gleich ein Candle-Light-Dinner direkt am Strand. Die Preise in den Restaurants waren übrigens sehr europäisch und dementsprechend hoch. Verglichen mit der gesamten Reise, bezahlten wir in Nusa Dua das meiste Geld für das Hotel und das Abendessen. Aus diesem Grund war dort auch von dem auf Bali üblichen Massen- und Backpackertourismus keine Spur.

Unser Eindruck von Bali

Bali fing für uns in Pemuteran sehr positiv an und hörte in Nusa Dua sehr luxuriös auf. Dazwischen, besonders in Ubud, ärgerten wir uns sehr viel über die abgeklärten, unfreundlichen, böse schauenden Einheimischen, über die instagramsüchtigen Selbstdarsteller, über den ganzen Massentourismus und die überfüllten Straßen, über unseren profitgierigen balinesischen Fahrer, über das Kommerzdorf Tenganan und über die Touristenfalle SAHADEWA. Bali war im Großen und Ganzen einfach der dunkle Fleck während der gesamten Reise.

Andererseits möchten wir den Anblick der herrlichen, saftigen Reisterrassen sowie die Besuche der Hindu-Tempel und des Turtle Conservation Centers nicht missen. Nusa Dua zum Abschluss der Reise war dann noch mal eine kleine Entschädigung für alle zuvor erlebten Dinge auf Bali. Sämtliche Enttäuschungen, die wir während der gesamten Indonesien-Rundreise erfahren mussten, spielten sich auf Bali ab. Mehr dazu gibt es in unseren Beiträgen zu den Highlights und Enttäuschungen in Indonesien sowie in dem Text über die Menschen in Indonesien.

Nach Bali folgten eine private Bootstour um die Komodo-Insel herum und ein Aufenthalt auf Nusa Penida.


Quellen:

Insight Guides. Indonesia – insightguides.com

Links:

Unsere Reise-Agentur: Evaneos (Jakob)