Doka, Poás, La Paz Wasserfallgärten / 2. Tag

Wissenswertes

Kaffee: Kaffee wird von den Einheimischen, den Ticos, als „goldene Bohne“ bezeichnet, da dieser in den 1850er Jahren 90% des Exports Costa Ricas ausmachte. Heute erstrecken sich die Kaffeeplantagen auf über 93 000 Hektar. Da Costa Rica flächenmäßig zu klein ist, um zu den weltweit größten Kaffeeanbaugebieten zu gehören, setzen die Kaffeebauern auf Qualität statt auf Quantität. So wird im gesamten Land nur eine einzige Kaffeesorte angebaut: Kaffee Arabica. Während der Kaffeeernte von Dezember bis März werden die Bohnen auch heute noch mit den Händen abgepflückt. In der vorindustriellen Zeit wurde die Kaffee-Ernte in bemalten Ochsenkarren zu den umliegenden Häfen transportiert, um von dort aus in die Welt verschifft zu werden.

Poás: Der Vulkankrater und der umgebende Nebelwald bilden den geschützten „Poas Volcano National Park“, der sich 45 km nördlich von der Hauptstadt San José befindet. Der Vulkan liegt 2708 m über dem Meeresspiegel. Morgens hat man die besten Chancen, den 1320 m breiten und 300 m tiefen Krater in seinem vollen Umfang zu bestaunen, der die meiste Zeit des Tages von Wolken umgeben ist. Die letzte wirklich große Eruption war im Jahr 1959, 2009 war der Vulkan nur minimal aktiv. Neben dem Hauptkrater befindet sich eine Lagune, d.h. ein See.

La Paz Wasserfallgärten: Nur 30 Autominuten vom Poás entfernt, befinden sich die Wasserfallgärten von La Paz. Auf einem 3,5 km langen Rundweg trifft man auf insgesamt fünf verschiedene Wasserfälle und über 100 verschiedene Arten, z.B.: Affen, Faultiere, Tukane, Kolibris, Frösche, Schmetterlinge und Jaguare – allerdings nicht in freier Wildbahn. Der Park ist wie ein Zoo angelegt.

Unser Tag

Ein langer erster Tag in Costa Rica neigt sich dem Ende. Wir wurden heute Morgen um 6 Uhr vom Hotel abgeholt und machten uns auf den Weg zum Poás-Vulkan. Auf dem Weg ins Hochland dorthin hielten wir bei der Doka-Kaffeeplantage an, wo wir erst einmal frühstückten. Danach machten wir dort direkt eine Führung und bekamen erklärt, wie man den Kaffee dort anbaut, wie er geerntet und verarbeitet wird. Das war sehr interessant. Natürlich durfte eine Verkostung verschiedener Sorgen nicht fehlen. M fand den Kaffee sehr lecker. Frischer geht‘s nicht. Wir kauften dort zwei Packungen Kaffeebohnen: eine für M sowie eine für I und H.

Danach ging es weiter zum Vulkan Poás, der das letzte Mal im Jahr 2009 aktiv war. Dort hatten wir leider das Pech, dass es komplett bewölkt war und wir nichts sehen konnten, da die Wolken direkt am Vulkan hingen. Man konnte richtig die Wolkenschwaden vor den Augen langziehen sehen. Die Haare waren richtig nass davon. Auch wenn wir nicht in den Krater und auf den Vulkan-See, die Lagune, schauen konnten, waren wir die ganze Zeit dem extrem starken Schwefelgeruch ausgesetzt. Sogar ein Krankenwagen stand zu diesem Zeitpunkt schon bereit, weil die austretenden Gase Augenreizungen verursachen können.

Später erfuhren wir von einem der Fahrer, die uns auf der Rundreise von einem Ort zum nächsten brachten, dass das Gebiet um den Krater nur eine Stunde nach unserer Abfahrt aufgrund erhöhter austretender Gifte geschlossen und eine große Touristengruppe evakuiert werden musste.

Nachtrag: Jetzt im Nachhinein wissen wir, dass dieser Tag der Beginn des nächsten großen Vulkanausbruchs war. Wie wir dem Internet entnehmen konnten, gab es während unserer Rundreise durch Costa Rica fast jeden Tag ein neues Vorkommnis am Poás-Vulkan.

Anschließend fuhren wir über eine Gebirgsstraße, wo es auf der einen Seite zur Karibik und zur anderen zum Atlantik ging. Auf beiden Seiten gibt es durch das verschiedene Klima unterschiedliche Pflanzen-und Tierarten. Aber egal, wohin man auch schaute, es war überall komplett grün. Teilweise war das ein Blick, wie man ihn aus dem Dschungelcamp kennt, wenn sie über den Dschungel fliegen. Auf den Fahrten von einer Station zur nächsten sahen wir auch sehr viele freilaufende Hunde sowie Verkaufsstände, wo Erdbeeren vom Vulkan verkauft wurden. Auch an vielen Mangobäumen und an zahlreichen Kaffeeplantagen fuhren wir vorbei.

Als letzte Station standen die Wasserfallgärten von La Paz auf dem Programm. In dem naturbelassenen Park gab es neben mehreren Wasserfällen auch verschiedene Tierhäuser wie im Zoo; einige davon konnte man betreten, um den Tieren noch näher zu sein. Dort sahen wir eingesperrte Tukane, Papageien, Schmetterlinge, Faultiere, Schlangen, Frösche, Kolibris, Affen und Leoparden. Aber das war noch nicht wirklich in der freien Wildbahn, das kommt erst noch.

Der erste Eindruck von Costa Rica ist wirklich toll. Alles ist grün.

Das häufigste Wort des Tages war „listos“ (dt.: fertig, bereit), das unser Guide Olivier an dem einen einzigen Tag gefühlte einhundert Mal sagte, nachdem er unsere internationale Kleingruppe durchgezählt hatte und alle anwesend waren.

Als wir zurück in San José waren, bummelten wir durch die belebte Innenstadt, wo sich auch unser Hotel befand. Die Hauptstadt Costa Ricas ist sehr laut, überfüllt und architektonisch hässlich. An jeder Ecke wurden irgendwelche billigen Spielsachen auf offener Straße verkauft und die Lotterie-Händler schrien irgendwelche Gewinnzahlen so laut sie konnten in die Menschenmassen. Zudem gab es außerhalb der Innenstadt sehr viel Verkehr, die Straßen waren richtig verstopft.


Update zum Poás

Während unserer Rundreise erfuhren wir von unseren Fahrern und aus der Presse von der Aktivität des Poás:

– 9. April, nur eine Stunde nach unserer Abfahrt: Evakuierung einer Touristengruppe wegen erhöhter Giftgaswerte

– 12. April: Schließung des Areals nach Explosion

– 14. April: Zwei Eruptionen, Aufsteigen einer 3 km langen Aschewolke

– 16. April: weitere Explosionen

– 22. April: Heftige Explosion, Ausspeien von Lavabrocken mit einem Durchmesser von bis zu 2 m im Umkreis von 1000 m

– 24. April: Erdbeben der Stärke 3,6

– 3. Juni: erneute Eruption, Ausspeien von Dampf und Vulkanasche, Aufsteigen einer 600 m hohen Wolke, Teilung des Sees in zwei Kraterseen