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Die Einnahmen für uns Reiseblogger während der weltweiten Corona-Krise

Zum Glück sind wir nur Hobby-Reiseblogger. Zum Glück sind wir finanziell nicht vom Bloggen, von Einnahmen aus Affiliate-Verlinkungen oder von irgendwelchen Kooperationspartnern abhängig. Zum Glück haben wir beide krisenfeste Jobs und ein sicheres Einkommen. Derzeit arbeiten wir fleißig im Home Office weiter. Jetzt finden wir auch endlich mal die Zeit, um ältere Blogbeiträge zu überarbeiten oder noch offene Artikel zu verfassen.

Aber so geht es nicht allen Reisebloggern. Péricles von https://www.7continents1passport.com/ hat beispielsweise in seiner Instagram-Story sehr offen darüber gesprochen, dass ihm für die nächsten Monate die gesamten Einnahmen wegbrechen würden.  Er berichtet auch über weniger Traffic, d.h. weniger Zugriffszahlen auf seinen Reiseblog. Wir können das für uns ebenfalls bestätigen. Die ganze Tourismusbranche ist eingefroren und das, was die Menschen jetzt am wenigsten interessiert, sind Reisen. Nun bleibt zu hoffen, dass die Leute jetzt während ihrer Ausgangssperre so sehr in Reiselust verfallen, dass sie nach der Corona-Pandemie erst recht die Welt entdecken wollen und es einen richtigen Reiseboom geben wird.

Annulierungen über Annulierungen: Marokko wird verschoben – Erfahrungen mit expedia.de / ebookers.de und booking.com

Eigentlich wollten wir in den anstehenden Osterferien für zwei Wochen nach Marokko reisen: zuerst nach Marrakesch, weiter in die Wüste, danach nach Fès und Mèknes, dann nach Chefchaouen und zuletzt nach Casablanca. Die Reiseroute hatten wir individuell geplant, sieben verschiedene Hotels, die Flüge sowie eine dreitägige Sahara-Tour waren bereits gebucht. Nun haben wir mit jedem einzelnen Hotel bzw. Anbieter Kontakt aufgenommen, um die Reise zu verschieben, nämlich auf 2021. Aufgrund der ganzen Arbeit, die in der gesamten Reiseplanung steckt, wollen wir den Trip genauso durchführen, nur eben erst im nächsten Jahr.

Das bisherige Ergebnis unserer Umbuchungsanfragen:

  • Unser Riad in Marrakesch akzeptierte eine Umbuchung auf 2021 problemlos. Das Zimmer hatten wir direkt über deren Homepage reserviert. Die Buchungsbedingungen bleiben gleich, es gibt keine zusätzlichen Gebühren.
  • Der Wüstentour-Anbieter https://www.authentic-tours-marrakech.com ist ebenfalls mit einer Umbuchung auf 2021 einverstanden, das neue Datum wurde noch nicht vereinbart, allerdings werden auch hier keine Zusatzkosten anfallen.
  • Unser Riad in Fès hatten wir über ebookers.de, einem Ableger von expedia.de, gebucht. Das Hotel ist mit einer Umbuchung einverstanden und hat bereits das neue Reisedatum bestätigt. Die Angestellten werden das Finanzielle direkt mit ebookers.de abklären. Zusatzkosten gibt es keine.
  • Das Riad in Mèknes, das wir ebenfalls über ebookers.de gebucht hatten, möchte unsere Umbuchung nicht direkt akzeptieren und schreibt, wir sollten die Angelegenheit mit dem Reiseportal klären. Alternativ könnten wir stornieren und neu buchen. Inzwischen haben wir über den Ebookers-Link Reisen verwalten – Reisepläne storniert und den offenen Betrag vollständig zurückbekommen, ohne Zusatzkosten. Die Nächte in diesem Hotel müssen also neu gebucht werden.
  • Unser Riad in Chefchaouen buchten wir über booking.com. Hier gibt es derzeit noch Probleme, da die Stornierungsfrist angeblich abgelaufen sei. Uns wird nun angezeigt, dass wir den vollen Betrag zahlen müssten. Eine direkte Anfrage an das Hotel, die wir schon vor mindestens einer Woche getätigt hatten, blieb bisher unbeantwortet. Klärung offen!
  • Die Unterkunft in Casablanca hatten wir ebenfalls über ebookers.de gebucht und auch dieses wollte uns nicht auf das nächste Jahr umbuchen. Hier hieß es – genauso wie beim Riad in Mèknes-, wir sollten kostenfrei stornieren und das Hotelzimmer neu buchen. Die Stornierung ist inzwischen kostenfrei erfolgt und wir bekamen das Geld zurückpFingst20R0sepFingst20R0se. Eine Neubuchung steht noch aus.
  • Was die Flüge betrifft, hatten wir einen “Airline”-Mix über expedia.de gebucht. D.h. wir wären mit Air Europa und Tap Air geflogen. Für die Hinflüge wurde uns der Gesamtbetrag problemlos erstattet, für den Rückflug noch nicht. Allerdings können sie ja nicht von uns verlangen, dass wir den Rückflug antreten, ohne überhaupt hingeflogen zu sein.

Wenn sich die Reiseportale jetzt in der Krise von ihrer besten Seite zeigen und Umbuchungen oder Stornierungen problemlos durchführen, ist man als Kunde gewillt, immer wieder über diese Anbieter zu buchen – schließlich hat man ja gute Erfahrungen mit ihnen gesammelt. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen und womöglich gehen die servicestarken, kulanten Reiseportale als Sieger aus der Krise hervor. In unseren Augen ist die gesamte Tourismusbranche nicht am Boden, sondern nur eingefroren. Sobald die Corona-Seuche überstanden ist, wird es wieder bergauf für sie gehen. Und vielleicht gibt es ja dann den von uns prophezeiten Reiseboom.

Unsere für Ende Mai geplante Reise nach Bologna steht nun leider auch in den Sternen, weil niemand weiß, wie lange der weltweite Ausnahmezustand noch anhält. Wir werden berichten….

Außerdem wurde das James-Blunt-Konzert auf Oktober verschoben, die Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Und sonst so? – Unser Leben mit der Ausgangssperre in Bayern

Was macht man als Reiseblogger, wenn man zu Hause in seinem Käfig gefangen ist? Wie oben bereits erwähnt, arbeiten wir derzeit beide im Home Office, was schon sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Außerdem gehen wir hier draußen bei uns spazieren (das ist zum Glück noch erlaubt), überarbeiten unseren Blog, schauen die “Wir-bleiben-zu-Hause-Festivals” auf Instagram, batteln uns gegenseitig im Darts oder organisieren die Umbuchungen unserer anstehenden Marokko-Rundreise. Ein bisschen Gartenarbeit (Rosen schneiden, Zimmerpflanzen umtopfen, Beeren anpflanzen, neue Erde aufschütten) gehört ebenfalls zu unseren Ausgangssperre-Aktivitäten.  Und nicht vergessen darf man natürlich die Sehnsucht nach dem Reisen, die besonders dann aufkommt, wenn wir wieder in irgendwelchen Reiseblogs oder -portalen unterwegs sind. So ganz ohne Reisen geht es dann nämlich irgendwie doch nicht.

Zum Glück sind wir kürzlich von der Millionenmetropole München aufs Land gezogen und haben das Alpenpanorama immer direkt vor unserer Nase. Hier kann man auch mal herausgehen, ohne Menschenmassen zu begegnen.

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