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Unsere Highlights auf Santorin: Oia │ Firá │  Akrotiri │ Perissa │ Megalochori

Route der semi-privaten Bootstour: Ammoudi Bay │ Caldera │ Hot Springs │ Indian Rock │ Mesa Pigadia │ Red Beach │ White Beach

Wissenswertes über Santorin  – Die Entstehungsgeschichte und der heutige “Caldera-Blick”

Die Insel Santorin (häufig auch als Santorini oder Thera bezeichnet) ist das Ergebnis mehrerer Vulkanausbrüche: Vor etwa drei Millionen Jahren trafen die Afrikanische Platte und die Ägäische Platte aufeinander, wodurch es zu mehreren Vulkanausbrüchen in Form eines Bogens kam. Dabei sind die Kykladeninseln Andros, Milos, Mykonos, Paros, Santorin und viele weitere entstanden. Santorin sowie die umliegenden kleineren Inseln Therasia und Apronisi bildeten zunächst eine feste Masse, nämlich eine zusammenhängende Vulkaninsel. Erst eine weitere Eruption im Jahre 1640 v. Chr. sprengte einen Vulkankegel in die ursprünglich zusammenhängende Landmasse. Dadurch versank der innere Boden im Meer und nur der äußere Kraterrand, der einen Durchmesser von 16 Kilometern aufweist, konnte sich noch über Wasser halten. Was wir also heute sehen, sind mehrere kleine Inseln –  Thera (=Santorin), Therasia, Apronisi sowie Nea Kameni und Palea Kameni-, die ursprünglich alle Teile des Kraterrandes dieser einen Vulkaninsel waren. Auch heute noch kann man den Schwefel des Vulkans riechen und in den heißen Vulkanquellen baden. Santorin (Thera), die größte übriggebliebene Insel, hat übrigens die Form eines Halbmondes. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es auch in Zukunft zu weiteren Eruptionen kommen kann.

Wenn die Hotels ihre Suiten mit einem “Caldera-Blick” anpreisen, dann bedeutet das, dass man auf den Kessel, also auf das Vulkaninnere, in den Halbkreis hinein, schaut. Diese Aussicht ist auf der ganzen Insel die allerbeste und muss deshalb von den Touristen teuer bezahlt werden.

Santorin: Die beste Reisezeit, Anreise und Fortbewegung auf der Insel

Die beste Reisezeit für einen Kurztrip nach Santorin, um dem Massentourismus zu entkommen

Santorin ist der Inbegriff von Overtourism. Bereits vor unserer Reise stießen wir im Internet auf  erschreckende Fotos von Menschenmassen, die tagtäglich zu der Kykladeninsel im Ägäischen Meer pilgern. Was tut man also, wenn man sich als Reiseziel einen Instagram-Hotspot und Honeymoon-Lieblingsort der Amerikaner ausgesucht hat, man aber die Menschenmassen meiden möchte? Ganz einfach: Man besucht die Vulkaninsel in der Nebensaison, in der letzten Woche im Oktober, bevor die meisten Hotels, Restaurants, Shops und Bankautomaten am 01.11. in die Winterpause gehen. Viele einzigartige Hotels an der Caldera in Imerovigli und Firostefani waren jedoch schon in der letzten Oktoberwoche nicht mehr geöffnet. Im Vergleich zu den Fotos, die im Internet kursieren, empfanden wir die Insel Ende Oktober als recht leergefegt. Voll wurde es immer nur in den Zeitfenstern, in denen die Passagiere von riesengroßen Kreuzfahrtschiffen eine geführte Landtour unternahmen. Doch die Guides brachten diese Touristen nur gezielt zu den absoluten Foto-Highlights, sodass man überall sonst seine Ruhe genießen konnte.

Das Ende der Nebensaison lohnt sich auch deshalb, weil die begehrten Hotels dann günstiger sind, man auf jeden Fall einen Platz in seinem auserkorenen Restaurant bekommt und man auch mal eine normalerweise extrem teure, luxuriöse, semi-private Bootstour zum halben Preis buchen kann.

Und was das Wetter betrifft, hatten wir auch immer Tagestemperaturen zwischen 20°C und 25°C sowie einen strahlend blauen Himmel. Nur zum Abend hin fegte häufig ein sehr kalter Wind über die Insel. Sobald die Sonne hinterm Horizont verschwand, brauchte man seine Jacke.

Die Anreise nach Santorin: Flugzeug vs. Fähre

Eigentlich sind Direktflüge nach Santorin sehr kostspielig, weil auch die Airlines von dem Hype um die griechische Insel profitieren wollen. Deshalb gilt es umso mehr, Flüge in der Nebensaison auszuwählen, weil zu dieser Zeit die Nachfrage sinkt und die Preise moderater ausfallen. Wir haben mehrere Wochen an Zeit investiert, um immer wieder die Preise für Lufthansa-Direktflüge von München nach Santorin zu checken. Als uns der Betrag dann endlich angemessen erschien, schlugen wir zu.

Jeder, der mit dem Flugzeug (statt mit der Fähre) anreist, wird auf dem Flughafen in der Hauptstadt Firá landen. Hier kann man bei der Buchung also nicht den falschen Flughafen auswählen.

Alle, die eine größere Griechenland-Rundreise planen, könnten beispielsweise auch von Athen mit der Fähre nach Santorin fahren, wobei die Anreise wesentlich länger ausfällt. Unser kanadischer Freund Erik beschrieb diesen Transportweg jedoch als “katastrophal”, weil er nicht wusste, ob seine Fähre an dem Tag überhaupt ablegen und ob sie pünktlich ankommen würde. Im Internet findet man mehrere unabhängige Seiten, die Fährentickets von sämtlichen Anbietern im Angebot haben, beispielsweise https://www.directferries.de. Über goferry.de liest man bei Trustpilot dagegen sehr viel über vollkommen überzogene, wesentlich höhere Preise.

Die Fortbewegung auf Santorin: öffentliche Busse, Mietwagen oder Buggy

Für den Transfer vom Flughafen in Firá zum Hotel in Oia und umgekehrt buchten wir über unser Hotel einen Shuttle-Service, der für uns zusammen pro Strecke 35 € kostete. Bedenkt man den kurzen Fahrtweg von nur 15 Kilometern, so erscheint dieser Betrag doch recht hoch. Sechsmal täglich fahren auch öffentliche “Local Busses” zwischen dem Flughafen und der Ortsmitte in Firá, hier bezahlt man 1,80 € pro Person und Strecke. Man kann dann auch in einen anderen lokalen Reisebus nach Oia umsteigen, was weitere 1,80 € pro Strecke ausmachen würde. Wir wollen uns nicht ausmalen, wie begehrt und überfüllt die Busse während der Hauptsaison sind. Hier muss jeder selbst wissen, ob er zu zweit 35 € für die komfortable, schnellere Variante oder 7,20 € für die umständlichere, längere Alternative ausgeben möchte. Gerade wenn man – wie wir – erst am späten Abend ankommt oder nicht viel Zeit verschenken möchte, sollte man sich für einen privaten Transfer entscheiden. Einen derzeit gültigen Abfahrtsplan findet man unten stehend (Stand: 25.02.2020). Und hier gibt es immer die aktuellen Informationen.

Wie bereits erwähnt, kann man auch mit einem kleinen Geldbeutel auf Santorin von A nach B reisen. Die öffentlichen Busse verkehren unter anderem zwischen Firá, dem Flughafen, Akrotiri, Perissa, Kamari oder Oia, genauere Zeitpläne gibt es hier. Eine einfache Fahrt zwischen Firá und Oia kostet, wie bereits oben erwähnt, nur 1,80 € (Stand: 25.02.2020).

Wer unabhängig und flexibel bleiben möchte, kann sich vor Ort einen Mietwagen leihen. Am Ende der Nebensaison ging das recht spontan: Wir stießen beim Vorbeigehen auf den Anbieter “VIP Car Rental Santorini”, sprachen gleich vor und erhielten nur 30 Minuten später ganz unbürokratisch unseren Nissan für nur 30 €. Diese stylischen Buggys, die man überall über die Insel düsen sieht, liegen dagegen preislich zwischen 90 € und 120 € pro Tag. Da wir uns für ein Hotel in Oia, dem schönsten Ort Santorins, entschieden, verbrachten wir auch die meiste Zeit dort. Den Mietwagen brauchten wir daher nur für einen Tag von morgens bis abends.

Unsere Unterkunft in Oia, das Anemomilos Hotel

Als unser kanadischer Freund Erik, der auf Santorin seinen Honeymoon verbrachte, von unseren Reiseplänen erfuhr, gab er uns sofort folgenden Tipp: “Ihr müsst unbedingt ein Hotel in Oia auswählen, weil das der schönste Ort auf ganz Santorin ist und ihr dort die meiste Zeit verbringen solltet.” Nun, nach unserer Reise, können wir ihm nur beipflichten und sind sehr dankbar für diesen nützlichen Ratschlag.

Wunderschöne und luxuriöse Hotels mit privaten Whirlpools gibt es an der Caldera entlang wie Sand am Meer. Leider treibt der Massentourismus die Preise derart in die Höhe, dass man sich ein solches Hotel eigentlich nicht leisten kann. Wir entschieden uns daher für ein Superior Studio mit privatem Outdoor-Whirlpool im Anemomilos-Hotel, das entgegengesetzt zur Caldera liegt. Statt sich an der Caldera in seinem privaten Pool von den Menschenmassen beobachten und fotografieren zu lassen, zogen wir die Privatsphäre auf der anderen Straßenseite mit Blick aufs Meer und zum Flachland vor. Am Ende der Nebensaison waren sämtliche Hotels auch nicht mehr ausgebucht, sodass man beispielsweise beim Frühstücksbuffet nicht anstehen musste. Trotz Raumgröße, Sitzecke, eigener Küche mit Kühlschrank und unseres privaten Whirlpools wird das Anemomilos-Hotel aus unerklärlichen Gründen als 1-Stern-Hotel eingestuft. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen, viel mehr hat man dadurch Vorteile bei den günstigeren Preisen trotz gehobenen Standards. Der einzige Nachteil an dem Hotel war, dass dort überall Katzen herumliefen, beim Check-in saß sogar eine in unserem Zimmer. Jeden Abend kamen sie zu unserer Tür und miauten, damit wir sie hereinließen, was wir nicht taten. Hier sei noch zu erwähnen, dass ganz Santorin ein Problem mit (oftmals kranken, abgemagerten) herumstreunenden Katzen und Hunden hat.

Das familiengeführte Boutique-Hotel ist nicht zuletzt wegen seines herzlichen, äußerst freundlichen Personals eine gute Adresse in Oia. Dimitris, der an der Rezeption alle E-Mails beantwortet, sich um die Flughafentransfers kümmert, die Gäste beim Check-in begrüßt oder immer wieder hilfreiche Tipps für Santorin auf Lager hat, versüßt einem den Aufenthalt im Anemomilos-Hotel von Anfang an.

Unser Fazit zum Anemomilos-Hotel: Immer wieder gerne!

Unsere Restaurant-Empfehlungen für Oia

Das Anemomilos Restaurant (zugehörig zum Anemomilos Hotel)

Unser Anemomilos-Hotel verfügte auch über ein sehr einladendes Restaurant mit einer gemütlichen Terrasse. Dass das griechische Essen ein absoluter Gaumenschmaus war, soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

Pito Gyros Traditional Grill House

Zu Pito Gyros verschlug es uns insgesamt drei- oder viermal, weil das griechische Essen dort einfach unschlagbar lecker und günstig war. Gerade zwischen dem Frühstück und dem Abendessen war der Laden eine sehr gute Wahl, wie es auch die Google-Bewertungen bestätigen.

Das Laokasti

Das Laokasti-Restaurant, ganz in der Nähe unseres Anemomilos-Hotels, sieht nicht nur von außen äußerst vielversprechend aus, sondern bietet darüber hinaus auch noch sehr schmackhaftes griechisches Essen in einer romantischen Atmosphäre an. Die Google-Bewertungen sprechen für sich.

Solo Gelato – Leckeres Eis und Frozen Yogurt

Wenn man von der Busstation in Oia den touristisch geprägten Weg hoch zur Hauptstraße läuft, stoßt man automatisch auch auf Solo Gelato, wo es sehr leckeren Frozen Yogurt gibt. Hier sollte man allerdings Vorsicht walten lassen, da man nach Gewicht bezahlt – und das fällt schnell sehr hoch aus. Erdbeeren sind beispielsweise aufgrund des Wassergehaltes relativ schwer, wohingegen ein paar Streusel nicht so sehr ins Gewicht fallen. Am Ende erschraken wir uns dann über den Gesamtpreis von 15 € (!!!) für beide Becher.

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Sehenswürdigkeiten und Ausflüge auf Santorin

Um die Kykladeninsel erkunden und stressfrei genießen zu können, empfehlen wir eine Aufenthaltsdauer von fünf Nächten – wir selbst haben sechs Nächte dort verbracht und hätten auch keine weitere Zeit mehr dort benötigt.

Die Erkundung von Oia: u.a. Ammoudi Bay, Kirchen, Byzantine Castle Ruins, Windmühlen sowie Bücherladen Atlantis

Wie oben bereits erwähnt, können wir nur jedem ans Herz legen, ein Hotel in Oia (gesprochen: Ia, ohne das O) auszusuchen, weil dies der sehenswerteste Ort auf der ganzen Insel ist. Dort gibt es eine einzige große Hauptstraße, die durch den kleinen Ort führt. In Oia sollte man keine Liste an Sehenswürdigkeiten abarbeiten, sondern sich einfach treiben lassen. Am Ende wird man ohnehin überall vorbeikommen, wenn man der Hauptstraße folgt. Dort gibt es nicht so viele Sehenswürdigkeiten, weil der ganze Ort an sich eine reine Sehenswürdigkeit ist, die man in ihrer Gesamtheit betrachten sollte. Besonders spannend ist es aber auch, vom Hauptweg abzukommen und die kleinen Nebengässchen zu entdecken. Oftmals führen die Wege nämlich ins Nirgendwo und plötzlich steht man vor der nächsten Hotelabsperrung. Trotz unseres Entdeckungsdrangs kamen wir daher nicht immer sehr weit. Besonders empfehlenswert neben den ganzen weißen Kirchen mit blauen Kuppeln sind auch die Ammoudi Bay, die Byzantine Castle Ruins, die Windmühlen oder der Bücherladen Atlantis.

Unser Geheimtipp: Kauft euch ein Buch im Bücherladen Atlantis und lasst den einmaligen Atlantis-Stempel in eure Errungenschaft stempeln.

Wer auf der Suche nach der typischen Santorin-Kulisse ist oder für Instagram posen möchte, der sollte einmal direkt vor und einmal direkt hinter dem Juwelier Alexandros in die engen Seitengassen einbiegen. An dieser Stelle möchten wir darum bitten, das Eigentum der Einheimischen zu respektieren und keine abgesperrten Privatbereiche zu betreten. Diese eine Kulisse, vor der die Instagrammer posen, ist nämlich normalerweise gar nicht legal zugänglich (siehe Foto unten). Außerdem sollte man auch keine Kirchendächer oder -kuppeln nur für das perfekt inszenierte Foto besteigen.

Oia ist übrigens auch bekannt für seine wunderschönen Sonnenuntergänge, die sich die meisten Touristen am Eingang der Byzantine Castle Ruins auf der Aussichtsplattform anschauen. Dieser Ort ist allabendlich allerdings so überlaufen, sodass wir davon abraten möchten. Auch der bei Google eingetragene Punkt “Lookout Oia” ist vorm Sonnenuntergang zu überfüllt. Ein geringerer Andrang herrschte hinten bei den zwei Windmühlen, wobei es dort auch nicht menschenleer war. Den allerschönsten Sonnenuntergang erlebten wir aber von unserem Boot aus, das vor der Ammoudi Bay einen Stopp einlegte.

Und wer sich auf den steilen Weg nach unten zur Ammoudi Bay begibt, sollte auch bedenken, dass man diesen wieder hochlaufen muss. Wir sahen dort noch den Kot der gequälten Esel, die in der Hauptsaison täglich hunderte Menschen hoch und herunter transportieren müssen. Schon mit unseren zwei Beinen fiel uns das Laufen auf dem unebenen, maroden Weg sehr schwer. Für die vierbeinigen Zugtiere muss das eine noch größere Qual sein, sodass wir absolut davon abraten, auf einem solchen Esel zu reiten.

Unser Fazit zu Oia: Wunderschön, wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und man damit den Menschenmassen aus dem Weg gehen kann.

Hiking Trail (Wanderung) von Oia nach Firá: u.a. mit Imerovigli und Firostefani – Ein Erfahrungsbericht

Den gesonderten Beitrag zu unserer Wanderung gibt es hier.

Die Erkundung von Firá: u.a. das Archäologische Museum, das Museum of Prehistoric Thera sowie die orthodoxe Kirche

Firá ist die Hauptstadt von Santorin und dort befindet sich auch der Flughafen. Außerdem legen dort die großen Kreuzfahrtschiffe an, sodass dieser Ort sehr überlaufen und touristisch ist. Wer nicht viel Zeit mitbringt, sollte um Firá einen großen Bogen machen, weil die Stadt im Vergleich zu Oia überhaupt nicht sehenswert ist. Wir waren maßlos enttäuscht, sodass sich unsere Zeit in Firá auf ein Minimun beschränkte. Es wäre aus unserer Sicht ein großer Fehler, sich dort ein Hotel zu nehmen.

Da wir uns in Akrotiri ein Kombiticket für sämtliche prähistorische Ausgrabungsstätten gekauft hatten, besuchten wir auch das Archäologische Museum in Firá. Dabei handelt es sich um einen klitzekleinen Ausstellungsraum, in dem man nicht viel Spektakuläres zu Gesicht bekommt. Nach maximal zehn Minuten endete unser Besuch dort. Unser Fazit: Ein Reinfall! Man könnte die wenigen Gegenstände von dort auch im Museum of Prehistoric Thera unterbringen.

Dann ging es weiter zum wesentlich besseren Museum of Prehistoric Thera, das fußläufig vom Archäologischen Museum aus zu erreichen ist. Dort kann man die kleineren Gegenstände, zum Beispiel Vasen, Teller oder Löffel bestaunen, die man in Akrotiri ausgegraben hatte. Auch die prähistorischen Wandmalereien, die uns am besten gefielen, werden im Museum of Prehistoric Thera ausgestellt.

Ebenfalls sehenswert in Firá ist die orthodoxe Kirche, wenngleich man nicht extra dorthin fahren sollte.

Unser Fazit zu Firá: Zu Touristisch, wenig ursprünglich, insgesamt enttäuschend.

Besichtigung der Insel mit dem Auto: u.a. Alte Ruinen in Akrotiri, Leuchtturm von Akrotiri sowie Black Beach in Perissa

Um nicht die ganzen sechs Nächte bzw. sieben Tage in Oia festzuhängen, nahmen wir uns für einen Tag einen Mietwagen, um die restliche Insel zu erkunden. Unser Handy-Navi leitete uns dabei den Weg. So verschlug es uns zuerst zu den Alten Ruinen von Akrotiri, die man sich in Kombination mit dem Museum of Prehistoric Thera in Firá anschauen sollte. Denn nur wenn man diese Museen, für die es ein Kombiticket gibt, verknüpft, bekommt man ein richtiges Bild vom früheren Leben der Menschen auf Santorin.

Die prähistorische Siedlung von Akrotiri ist eine der bedeutendsten Siedlungen auf der ganzen Welt. Jeder kennt die Geschichte von dem Vulkanausbruch des Vesuv, der die italienische Stadt Pompeji mit seiner Asche begraben hatte. Wie es bereits in Pompeji der Fall war, hat auch in Akrotiri die Vulkanasche für die Konservierung der Gebäude und Haushaltsutensilien gesorgt. Erst 3500 Jahre nach der Eruption entdeckte ein Archäologe im Jahr 1967 die immer noch verschüttete, prähistorische, griechische Siedlung. Die anschließenden Ausgrabungen in Akrotiri, die auch bis heute noch andauern, haben ein ungefähr 200 Hektar großes Dorf aus der Spätkupferzeit freigelegt, in dem ca. 30.000 Einwohner gelebt hatten. Auch heute noch findet man dort die Überreste von gefliesten Straßen, zwei- und dreistöckigen Häusern oder Wandmalereien vor. Die kleineren Gegenstände, zum Beispiel Vasen, Teller, Besteck oder Skulpturen, kann man heute im Museum of Prehistoric Thera in Firá bestaunen.

Ebenfalls in Akrotiri befindet sich der Leuchtturm, zu dem man auch einen Abstecher machen sollte. Von dort aus kann man übrigens herrlichen Sonnenuntergängen beiwohnen – und dieser Ort ist in den Abendstunden auch weniger überlaufen als Oia oder Firá.

Nachdem wir uns dann später von dem beschaulichen Örtchen Megalochori hatten verzaubern lassen, ging es weiter an den Black Beach nach Perissa. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass es auf Santorini mehrere “Black Beaches” gibt. Auf dem schwarzen “Sand”, d.h. dem Vulkangestein, lässt es sich jedoch nicht sehr gut entlang laufen oder liegen. Paradiesische Strände sollte man auf der Vulkaninsel Santorin aufgrund seiner Entstehungsgeschichte allerdings nicht erwarten. Da ist der Black Beach in Perissa für Santoriner Verhältnisse schon eine kleine positive Sensation.

Unser Fazit zur Mietwagentour über die Insel: Lohnenswert, wenn man sich die richtigen Orte heraussucht! Wenn man sein Hotel in Oia hat, reicht ein einziger Tag für eine Mietwagentour vollkommen aus.

Unser Geheimtipp für Santorin: Megalochori (Teil unserer Mietwagen-Tour)

Wer sich ein Bild über das traditionelle, authentische, ursprünglich erhaltene Santorin machen möchte, sollte unbedingt mit seinem Mietwagen nach Megalochori fahren. In diesem Dorf ist irgendwie die Zeit stehengeblieben, weil man dort fast nur auf Einheimische trifft. Keine Instagrammer, kein Gepose, keine Hektik, keine Souvenirshops und keine Menschenmassen zerstören bisher diesen ruhigen, schlafenden Ort. Man hat den Eindruck, dort als Tourist ein Exot zu sein. Einheimische Kinder spielen in den engen Gassen, Verkäufer führen vor ihren Läden ausgelassene Gespräche und Kellner versuchen, die wenigen Touristen in ihre Lokale zu locken. Wer durch dieses Dörfchen schlendert, sollte seinen Blick unbedingt auch auf die liebevollen Details richten, mit denen die Einheimischen ihre Häuser dekorieren. Jede geschnitzte Tür, jede Verschnörkelung an den Fenstern oder jede herumstehende bemalte Vase sind es Wert, auf einem Foto festgehalten zu werden. So sehr wir von diesem Ort schwärmen und so sehr wir diesen hier in unserem Reiseblog anpreisen, so sehr hoffen wir auch, dass wir damit nicht einen Besucher-Hype auslösen, der das alles zerstören würde.

Unser Fazit zu Megalochori: Die Liebeserklärung folgte soeben. Macht euch selbst ein Bild von diesem beschaulichen Dörfchen – aber bitte kommt nicht in Massen.

Eine semi-private Bootstour ab Ammoudi Bay (Hot Springs, Red Beach, White Beach)

Den separaten Beitrag zu unserer Bootstour mit Sunset Oia gibt es hier.

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Schwarz: Vulkangestein │ Rot: hoher Eisengehalt │ Weiß: Kalkstein

Unser Gesamtfazit zu Santorin

Wer sich Santorin ohne Hektik und Menschentrubel ansehen möchte, sollte erst am Ende der Nebensaison dorthin reisen. Man muss nur zur richtigen Zeit (letzte Oktoberwoche) und am richtigen Ort (Oia) sein, um einen wundervollen Urlaub auf Santorin verleben zu können. Wären wir in der absoluten Hochsaison im Juni, Juli oder August auf der Kykladeninsel gewesen, hätte uns Santorin mit Sicherheit viel weniger gefallen. Oia und Megalochori, aber auch die Wanderung von Oia nach Firá entlang der Caldera, haben uns im Großen und Ganzen am besten gefallen, während Firá sich eher als Enttäuschung entpuppte.


Links:

Anemomilos, unser Hotel mit dazugehörigem Restaurant

Unsere Bootstour (Diamond Cruise) mit Sunset Oia

Unsere Autovermietung VIP Cars Santorini

Öffentliche Busse auf Santorini: Abfahrtszeiten und Preise

Restaurant Pito Gyros

Restaurant Laokasti