Unsere Route durch Nordindien

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Die Fahrt zum Jain-Tempel – Impressionen vom indischen Dorfleben

Auf unserer vierstündigen Fahrt von Rohat nach Udaipur legten wir einen Zwischenstopp in Ranakur ein, um uns dort den einzigartigen Adinath-Tempel anzuschauen.

Auf dem Weg dorthin kamen wir an unzählig vielen Dörfern vorbei, in denen wir das echte, authentische Leben der Inder kennenlernten. So fanden wir beispielsweise heraus, dass die Einheimischen vereinzelte Bäume aus Glaubensgründen mit bunter Wolle umwickeln. Die Inder glauben daran, dass die angebeteten und verehrten Bäume ihnen in ihrem Leben ganz viel Glück bescheren. Zur Anbetung der Bäume gibt es sogar ein eigenes Buch, das man bei Amazon erwerben kann. (Hinweis: Der Amazon-Link ist ein Direktlink, also kein Affiliate Link.)

Der Adinath-Tempel (Jain Tempel)

Eine Führung durch den Jain-Tempel mit dem höchsten Jain-Priester

Auch wenn wir nicht gläubig sind, erlebten wir im Adinath-Tempel in Ranakpur einen weiteren magischen Moment während unserer zweiwöchigen Indien-Rundreise. Schon beim Betreten des prachtvollen Tempels wurden wir von dem vielen Marmor und den üppigen, detailreichen Verzierungen völlig erschlagen. Als dann auch noch der höchste Jain-Priester freundlich lächelnd auf uns zukam, uns persönlich durch den Tempel führte und für uns ein Gebet sprach, waren wir völlig baff. Mit seiner herzlichen, warmen Ausstrahlung und seiner angenehm ruhigen Art zog er uns vollkommen in seinen Bann. Die Audioguides, die wir für unseren Tempelbesuch eigentlich bekommen hatten, waren damit mehr als überflüssig.

Während unseres Besuchs waren mehrere Jain-Priester anwesend, die den Touristen private, kostenlose Führungen durch “ihr” Heiligtum anboten.

Was versteht man unter Jainismus?

Der Jainismus ist eine in Indien entstandene Religion, der 4,5 Millionen Jainas angehören. Das macht insgesamt 0,4% der indischen Gesamtbevölkerung aus. Die Angehörigen dieser Glaubensrichtung lehnen das Töten von Tieren ab und ernähren sich daher vegetarisch – manche auch vegan. Durch die starke Verbundenheit der Jainas zur Natur war es den Besuchern des Tempels auch nicht erlaubt, in dem Gotteshaus Lederwaren zu tragen. So musste M seinen Ledergürtel sowie seine Armbanduhr am Eingang abgeben. Manche Mönche fegen sogar den Fußboden um sich herum frei, um beim Gehen nicht aus Versehen kleine Ameisen oder andere Insekten zu zertreten. Es gibt auch Jainas, die ein Tuch vor dem Mund tragen, damit nicht aus Versehen eine Fliege in deren Münder fliegt, die durch ihren Irrflug sterben könnte.

Da die Gläubigen des Jainismus jede Form der Gewalt – sowohl gegenüber Tieren als auch gegenüber Menschen – ablehnen, dürfen sie gewisse Berufe nicht ausüben. Dazu zählen beispielsweise Tätigkeiten als Krieger/Soldat oder in der Landwirtschaft.

Des Weiteren unterbinden Jainas in ihrer Religion Neid und Hass und predigen Vergeben und Verzeihen. Zudem lehnen sie Materialismus ab.

Im Übrigen durften auch Frauen, die am Besuchstag ihre Menstruation hatten, den Tempel nicht betreten. Die Gründe dafür konnten wir aber nicht herausfinden.

Was macht den Adinath-Tempel in Ranakpur so besonders?

Der Adinath-Tempel in Ranakpur zählt zu den bedeutendsten Jain-Tempeln der Südhalbkugel. Bei den Jainas in Indien ist die Tempelanlage aus dem 15. Jahrhundert auch wegen ihrer prunkvollen, detaillierten Verzierungen so beliebt. Ein besonderer Blickfang sind dabei auch die 1444 üppig dekorierten Marmorsäulen im Inneren, die das Dach des Gotteshauses stützen.


Der M & M Footprints Pärchentipp
Lasst eure Liebe von einem Jain-Priester besiegeln. Er betet für euer gemeinsames Pärchenglück, für eure lebenslange Liebe zueinander und für baldigen Familienzuwachs.