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Besuchte Sehenswürdigkeiten (Highlights und Insidertipps): Broken Beach │ Angel’s Billabong │ Manta Bay von oben │ Kelingking Beach │ Schnocheln in der Crystal Bay und bei Toyapakeh │ Tauchen in der Manta Bay, bei PED und Sental

Ein paar Fakten über Nusa Penida

Auf der sehr trockenen Insel Nusa Penida leben laut unserem Fahrer 60.000 Einwohner, die die Sprachen Bahasa (offizielle Amtssprache Indonesiens) sowie die lokalen Sprachen von Bali und von Nusa Penida sprechen. Balis Nachbarinsel ist 20 Kilometer lang und 12 Kilometer breit. Auf der früheren Gefängsnisinsel wachsen heute Bananen, Mangos und Kokosnüsse, aber auch Mais, Sojabohnen, Brotfrüchte, Cashewbäume, Papayas und Jackfruchtbäume. Auf der ganzen Insel soll es wohl nur zwei Geldautomaten (ATMs) geben, bei denen es für Ausländer schwierig sei, mit der Visakarte Geld abzuheben.

Obwohl Nusa Penida immer mehr Zulauf von Touristen – gerade auch von Tagestouristen –  hat, ist sie in Bezug auf den Tourismus noch sehr unterentwickelt: Die Straßen auf der ganzen Insel sind katastrophal und die meisten Hotels genügen noch nicht den hohen touristischen Anforderungen. Unser Hotel Arsa Santhi sei wohl laut unserer Reiseagentur das beste auf der ganzen Insel, wir können dieses uneingeschränkt weiterempfehlen und fanden dieses sogar besser als so manch anderes Hotel auf Bali. Je nach Vorlieben interessieren sich die einzelnen Nationalitäten für unterschiedliche Dinge: Pemuteran ist beispielsweise bei den Franzosen am beliebtesten. Das Touristenranking auf Nusa Penida wird dagegen von den Deutschen angeführt, erzählte uns unser Fahrer Suryana. Die Gründe dafür kennen wir allerdings nicht.

Nusa Penida als Alternative zu Gili Meno

Als wir uns im Vorfeld mit unseren Reisewünschen für Indonesien beschäftigten, ließen wir Balis Nachbarinsel Nusa Penida vollkommen außer Acht; sie tauchte nirgendwo in den Reiselisten verschiedener Blogs auf. Stattdessen wollten wir drei Nächte auf Gili Meno im Avia Villa Resort verbringen. Leider gab es seit Ende Juli 2018 so viele heftige, zerstörerische Erdbeben auf Lombok, die auch die Gili Inseln betrafen bzw. weiterhin betreffen:

29.07.2018: Erdbeben der Stärke 6,4

05.08.2018: Erdbeben der Stärke 6,9

19.08.2018: Erdbeben der Stärke 6,3 (= Zeitraum unserer Indonesien-Reise)

Dazwischen gab es zahlreiche “kleinere” Erdbeben um die Stärke 5.

Über 550 Menschen kamen dabei ums Leben, fast weitere 1500 Menschen wurden verletzt und 390.000 Indonesier verloren dabei ihr Zuhause. Auch über 1200 Touristen wurden von den drei Gili Inseln evakuiert. Die Reise wollten wir dennoch nicht stornieren, denn viel zu groß war die Vorfreude auf die anstehenden drei Wochen.

Nach all den Erdbeben stand für uns schnell fest, dass wir unser Indonesien-Programm schnellstmöglich ändern mussten. Da wir auf den Gilis tauchen wollten, brauchten wir ein neues Tauchziel und entschieden uns schließlich für Nusa Penida, wo gerade Mola-Mola-Hochsaison herrschte. Unsere Reiseagentur hat sich sehr kurzfristig um die Umbuchungen gekümmert und uns Alternativrouten angeboten. Also auf nach Nusa Penida!

Tour zu den schönsten Orten im Westen von Nusa Penida

Transport von Bali nach Nusa Penida mit Crown Fast Cruises

Die drei Nächte, die uns auf Gili Meno gestrichen worden waren, wollten wir also auf Nusa Penida im Hotel Arsa Santhi verbringen. Am frühen Morgen wurden wir von Crown Fast Cruises mit dem Auto von unserem Hotel in Sanur auf Bali abgeholt und zur Bootsanlegestelle gebracht. Diesen Taxi-Service bietet Crown Fast Cruises zusätzlich zur Bootsfahrt an. Anschließend ging es mit dem Schnellboot und unseren Koffern auf die Insel Nusa Penida, von wo aus wir direkt mit dem Shuttle der Agentur zu unserem neuen Hotel gebracht wurden. Leider war der Check-in erst ab 14:00 Uhr möglich, sodass wir noch fünf Stunden totschlagen mussten. Zuerst sind wir 1,2 Kilometer zu Fuß zu unserem Tauchcenter Sanctum Dive gelaufen, um dort die Details für die anstehenden zwei Tage abzusprechen. Wir wurden gleich herzlich empfangen und uns wurde alles ausführlich erklärt. Nach der Besprechung und finalen Reservierung der Tauchgänge ging es dann wieder zurück zum Hotel.

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Da wir an dem Tag ohnehin nichts mehr geplant hatten und wir uns nur wenige Tage vor der Reise über Nusa Penida belesen hatten, wollten wir unbedingt zu dem berühmten Kelingking Beach fahren. Doch wie in zahlreichen Reiseblogs zu lesen ist, sei der Weg dorthin sehr holprig und mit dem Scooter eine reine Katastrophe. Also fragten wir im Hotel, ob sie mit Fahrern zusammen arbeiten würden und wir spontan eine Inseltour für den selben Tag buchen könnten. Ein Anruf bei Suryana hat genügt und schon stand er 20 Minuten später bei uns im Hotel auf der Matte, das war ein absoluter Glücksgriff. Aufgrund der Dauer der einzelnen Touren – es gab eine West- und eine Ostroute – mussten wir uns natürlich für eine entscheiden, mehr Zeit stand uns leider nicht zur Verfügung. Also wurde es die Westroute zum Broken Beach, Angel’s Billabong, zur Manta Bay, zum Kelingking Beach und zur Crystal Bay. Der Ausflug über die schlechten, holprigen Straßen dauerte ungefähr sechs Stunden und kostete für zwei Personen zusammen umgerechnet 40€. Übrigens funktionieren die ATMs auf der Insel nicht für unsere Visa-Karten, sodass uns Suryana netterweise Geld lieh. Die Abrechnung erfolgte über unser Hotel, bei dem wir zuvor schon den Betrag für den Ausflug bezahlt hatten.

Auf der Insel sahen wir so viele ausländische Touristen  – oft ohne Helm – mit ihren Scootern (Rollern), die sich dort die Straßen entlang quälten oder am Straßenrand eine Pause einlegten. Zwei Mädels hatten sogar irgendwo im Nirgendwo einen Platten mitten auf der Straße. Mei, waren wir froh über unseren privaten Fahrer. Wir hatten uns einmal auch einen Scooter im Hotel für einen halben Tag ausgeliehen und dafür nur umgerechnet 2,50€ bezahlt. Damit fuhren wir am ersten Abend im Dunkeln und ohne Helm noch einmal zum Tauchcenter und wollten die erste Anzahlung tätigen. Im Gegensatz zu unseren 40€ mit Privatfahrer waren die 2,50€ für den halben Tag ja ein Schnäppchen, wenn auch mit vielen Unannehmlichkeiten. Indonesien ist eben ein reines Backpacker-Paradies.

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Broken Beach, Angel’s Billabong und Manta Bay

Zu unserer Freude lagen diese drei Naturschauspiele direkt nebeneinander und waren zu Fuß erreichbar. Für uns völlig unbegreiflich, haben die Einheimischen die ganzen Plätze abgesperrt und dafür Eintritt zwischen 5000 und 10.000 Rupiah pro Person verlangt. Eigentlich müsste man auch einmal den ganzen Ostseestrand, den Berliner Alexanderplatz, den Englischen Garten in München, den Starnberger See oder die ganzen Alpen absperren und dafür Eintritt verlangen, das wäre genauso absurd. Nichtsdestotrotz wollten wir also diese wunderschönen, einzigartigen Naturerscheinungen sehen und bezahlten natürlich auch den Preis dafür.

Der Broken Beach ist eine kleine Bucht, um die sich ein Felsbogen schlängelt. Durch diesen fließt das türkisblaue Wasser ins Meer oder wird in hohen Wellen zurück gegen die Bucht geschlagen. Aufgrund der Stärke der Strömung ist das Baden darin leider nicht erlaubt.

 

Gleich daneben ist Angel’s Billabong, eine beeindruckende Felsformation auf den südwestlichen Klippen der Insel Nusa Penida. In der natürlich geformten Felsenlagune, die rechts und links von hohen Felsen umgeben ist, darf man bei Ebbe in dem kristallklaren Wasser sogar baden. Angel’s Billabong sieht aus wie ein von der Natur geschaffener Infinity Pool, der zum Meer zeigt. Hier hat man die Garantie auf spektakuläre Fotos, auch wenn dieser Ort längst kein Geheimtipp mehr ist.

 

Und dann gibt es da noch die Manta Bay, das Restaurant der Mantas, wo sich die Rochen etwas zum Fressen suchen. Diesen Ort sollte man nicht mit dem weiter südlich gelegenen Manta Point, der Putzerstation der Mantas, verwechseln. Trotz der starken Wellen hatten wir das Glück, mehrere Mantas von den Felsen aus im Wasser beobachten zu können. Auch in der Manta Bay ist das Wasser herrlich türkis und geht dann so allmählich ins Blau über.

 

 

Kelingking Beach

Unter den schönsten Stränden weltweit  taucht in diversen Bloggerlisten oft der Kelingking Beach auf, den man nur sehr schwer zu Fuß erreichen kann und der aus diesem Grund nur von relativ wenigen Touristen heimgesucht wird. Wer verrückt genug ist und die passenden Schuhe trägt, der kann sich auf den sehr steilen 400 Meter langen, ungesicherten Weg nach unten begeben. Eine Alternative, also einen besseren zweiten Weg, gibt es leider nicht. Nach unseren zwei Vulkan-Trekking-Touren auf Java haben wir auf dieses Abenteuer jedoch verzichtet. Denn baden kann man dort unten aufgrund der starken Strömung eher weniger, wobei es doch immer wieder Verrückte gibt, die es trotzdem tun. Unser Fahrer brachte uns am Kelingking Beach zu den besten Stellen, wo wir ungestört Fotos von dem einzigartigen, versteckten Strand machen konnten. Da wir uns selbst nicht an den extrem steilen Abstieg wagten und daher nichts darüber schreiben können, lassen wir an dieser Stelle nur die Bilder sprechen, von denen sich jeder selbst seine Meinung dazu bilden kann. Der “Eintritt” beläuft sich übrigens pro Personauf 5000 Rupiah (= 29 Cent).

Crystal Bay

Die Crystal Bay ist ein sehr beliebter Ort bei Tauchern aus aller Welt, die dort den Mondfisch Mola Mola erspähen möchten. Für Anfänger ist das Tauchen in der Crystal Bay allerdings aufgrund der starken Strömung nicht geeignet. Wir waren in der Bucht am völlig überfüllten Strand und wollten uns den Sonnenuntergang anschauen, der dort wohl sehr schön am Horizont zu sehen sei. Aufgrund der zahlreichen Wolken haben wir vom Sonnenuntergang aber nicht viel mitbekommen. Also blieb uns noch das Schnorcheln in der Bucht. Anschließend ging es dann auch schon zurück zu unserem Hotel und direkt hinein in den Pool, wo wir den Tag ausklingen ließen.

Tauchen mit Sanctum Dive in der Manta Bay und in Toyapakeh sowie im Norden bei Sental und PED

Zu unseren Tauch- und Schnorchelerlebnissen in Indonesien gibt es einen gesonderten Beitrag.

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Instagram erobert Bali und Nusa Penida

Da Nusa Penida direkt neben Bali liegt und mit dem Boot schnell zu erreichen ist, machen die instagramsüchtigen Tagestouristen vor dieser Insel auch keinen Halt mehr. Dort auf Nusa Penida gibt es sogar Straßenschilder, die zu beliebten Instagram-Spots auf der Insel führen. Das Instagram-Symbol auf dem Schild mit dem passenden Hashtag darf auch nicht fehlen.  Mehr dazu gibt es hier.

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Links:

Sanctum Dive (sehr empfehlenswert)

Crown Fast Cruises

Unsere Reiseagentur Evaneos, Ansprechpartner Jakob

Suryana, privater Fahrer für Nusa Penida: WhatsApp 006281337573828