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Unsere Erfahrungen im Turtle Conservation and Education Center in Serangan auf Bali (Indonesien)

Seit unserer Indonesien-Rundreise sind wir stolze Adoptiveltern von zwei ganz süßen Geschöpfen, die wir auf die Namen Hugo und Leonardo tauften.

Und so fing alles an:
Wir fuhren nach Serangan zum Turtle Conservation and Education Center, wo Babyschildkröten den Schutz zum Schlüpfen finden, den sie am offenen Strand bei all den Touristenmassen, Wassersportaktivitäten und natürlichen Fressfeinden nicht finden. Auch um verletzte, große Meeresschildkröten kümmert man sich dort, bis diese wieder genügend Kraft haben, um zurück ins Meer schwimmen zu können.

Das Schildkrötenzentrum verfügt über einen speziellen eingezäunten Bereich, wo die Eier vergraben werden und die Schildkröten ungestört gedeihen und anschließend schlüpfen können. Am Tag unseres Besuchs hatten fünf Babyschildkröten das Licht der Welt erblickt, die wenige Stunden später von den Touristen in die Wassertanks gesetzt wurden. Am Vortag kamen sogar über 200 Stück zur Welt. Die Wassertanks, in denen sich die unterschiedlichen Schildkrötenarten befinden, sind mit Meerwasser befüllt und besitzen pro Becken eine Pumpe, die die Meeresströmung imitieren soll. So können sich die Tiere auf ihr zukünftiges Leben im Ozean vorbereiten.

Nachdem wir uns die Arbeit der Tierschützer und das Zentrum mit all den unterschiedlichen Schildkrötenarten angesehen hatten, adoptierten wir zwei Oliv-Bastardschildkröten (Olive Ridley Sea Turtles). Zunächst mussten wir hierzu ein Formular mit unseren Namen, unserer Nationalität und dem Wunschnamen für die Schildkröte ausfüllen. Das Ganze kostete 150.000 Rupiah pro Tier, also umgerechnet 8,84€. Hinzu kam der Eintritt, sozusagen eine kleine Spende. Anschließend bekamen wir beide einen kleinen Eimer und durften uns die zwei erst fünf Tage alten Schildkröten im Becken aussuchen. Dabei war es uns wichtig, dass sie sich besonders viel bewegten und uns den Eindruck vermittelten, stark und lebendig genug für das offene Meer zu sein. Also befüllten wir unsere Eimer mit Wasser sowie unseren auserwählten Schildkröten und warteten auf das „Tierrettungsauto“, das uns direkt zum drei Autominuten entfernten Strand fuhr. Lustigerweise hatte dieses ein Blau- bzw. Rotlicht auf dem Dach wie ein Krankenwagen. Am Strand angekommen, suchten wir uns eine passende Stelle aus und schossen die letzten Fotos mit unseren(!) Schildis. Und dann setzten wir sie nacheinander in den Sand, wo schon die nächste Welle kam und sie mit sich trug. Soweit es ging, versuchten wir sie noch im Wasser zu beobachten, bis wir sie schließlich aus den Augen verloren. Der Moment, als sie in die Freiheit davonschwammen, war für uns absolut emotional und einzigartig. Oliv-Bastardschildkröten haben eine Lebensdauer von bis zu 50 Jahren und können bei einem Maximalgewicht von 50 Kilogramm eine Größe von ungefähr 70 Zentimetern erreichen. Wir wissen nicht, was unsere Zukunft für uns bringt, aber vielleicht werden uns Leonardo und Hugo überdauern. Das setzt voraus, dass sie in keinem Fischernetz landen oder gefressen werden. Alles Gute, ihr süßen Kreaturen. Lebt in Freiheit und Frieden in den Ozeanen dieser Welt. Vielleicht sehen wir uns eines Tages beim Tauchen wieder!

Nachdem wir unsere Schildis in die Freiheit entlassen hatten, fuhr uns das Tierrettungsauto wieder zurück zum Ausgangspunkt, wo wir noch eine offizielle Urkunde erhielten. Für uns war dieses Erlebnis neben den Reisterrassen und Nusa Dua unser absolutes Highlight auf Bali.

Zum Schutz aller Meeresbewohner würden wir uns wünschen, dass die Menschen ihren Müll nicht mehr in den Ozeanen entsorgen und keine Schildkröten, Delfine, Wale, Haie etc.  mehr unnötig jagen, töten, essen oder für andere Zwecke missbrauchen.

Hier noch ein kleiner Hinweis für alle Schildkrötenliebhaber:  Nicht an allen Tagen werden die Babyschildkröten zum Meer gebracht. Man muss einfach Glück haben, dass man einen guten Tag und eine passende Uhrzeit erwischt. Der Schutz der Tiere geht vor.

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Links:

Turtle Conversation and Education Center