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Die Namen der Tiere im Deutschen und Englischen sowie ihre Handzeichen

Wenn man sich im Ausland mit der Unterwasserwelt auseinandersetzt, dann fallen einem sofort die unterschiedlichen Bezeichnungen für die Tiere auf: Der Mondfisch (Mola Mola) heißt im Englischen sunfish, also wörtlich Sonnenfisch. Der Feuerfisch wird im Englischen als lionfish (Löwenfisch) bezeichnet. Da kann man schnell mal durcheinanderkommen.

Außerdem gibt es in der Tauchersprache nicht nur Zeichen für “alles ok”, “lass uns nach oben” oder “ich habe keine Luft mehr”, sondern auch für jedes einzelne Tier. Auf dem Foto sieht man beispielsweise die Schildkröte.

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Schnorcheln auf der Insel Menjangan

Das erste Mal im Leben schnorcheln, das sollte etwas ganz Besonderes werden. In unserer Vorstellung sahen wir schon bunte, intakte Riffe mit wunderschönen Korallen und vielen bunten Fischen oder großen Meeresschildkröten. In Wahrheit können wir sagen, dass 95% des Riffs im Süden der Insel Menjangan leider abgestorben war. Vereinzelt erblickten wir ein paar bunte Fische, Schildis waren weit und breit keine in Sicht. Der Großteil der abgestorbenen Unterwasserwelt war braun oder grau, was für uns eine sehr große Enttäuschung darstellte. Es konnte also nur besser werden. Auch wenn unser Hotel, das Adi Assri Resort in Pemuteran, ein wahres Paradies ist, würden wir auf der Insel Menjangan nicht mehr schnorcheln gehen.

Schnorcheln vor der Insel Komodo (Kelor Island, Menjerite, Manta Point, Pink Beach etc.)

Kelor Island

Im Rahmen unserer privaten Bootstour zu zweit vor der Insel Komodo waren wir an mehreren Stellen schnorcheln, zum Beispiel auch auf Kelor Island. Dort wurden die Riffe dann so langsam bunter als auf der Insel Menjangan, doch abgestorbene Korallen hat man dort leider auch gesehen. Neben ganz vielen Seesternen und schönen Korallen entdeckten wir auch einen hochgiftigen Blaupunktrochen, Clownfische, neugierige unbenennbare andere Fische, giftige Feuerfische sowie bunte Riesenmuscheln. Im Übrigen gibt es allein im Komodo-Nationalpark mindestens 1000 Fischarten und 250 Hartkorallen.

Menjerite

Den zweiten Schnorchelpunkt, den wir auf unserer Komodo-Bootstour ansteuerten, war Menjerite. Auch dort entdeckten wir viele bunte Korallen, wenngleich ein Teil des Riffs ebenfalls abgestorben war. Dennoch war dieses Riff besser erhalten als das vor der Insel Menjangan. An dieser Stelle sahen wir neben bunten Korallen auch viele bunte Fische.

Pink Beach

Morgens 7:30 Uhr ganz allein bei Sonnenaufgang am Pink Beach auf Komodo, davon träumen bestimmt viele Touristen. Da unser Boot schon am Vorabend direkt vor dem Pink Beach geankert hatte, waren wir dort gleich die ersten Menschenseelen am Morgen.  Was für ein Paradies! M konnte es sich nicht nehmen lassen, auch dort seine Schnorchelausrüstung anzulegen und die vielfältige Unterwasserwelt zu erforschen. Dabei entdeckte er unter anderem den zweiten hochgefährlichen Blaupunktrochen auf unserer Reise. Das Riff am Pink Beach war insgesamt sehr gut erhalten. Übrigens hat der Strand seinen Namen von den abgestorbenen roten Korallen. Wenn man den weißen Sand mit den roten Resten der Korallen vermischt, dann denkt das Auge, es sehe einen pinken Strand. Dieses Farbspiel ist je nach Lichteinstrahlung mal mehr oder weniger gut zu erkennen.

Manta Point

Und dann kamen wir auch noch am Manta Point vor der Komodo-Insel vorbei, wo wir auch gleich die vielen Rochen um unser Boot herum entdeckten. Auf Nusa Penida gibt es noch einen anderen, vollkommen touristenüberfüllten Manta Point, aber hier auf Komodo war außer uns zunächst keine Menschenseele da. M zog sich sofort seine Schnorchelausrüstung an und sprang wie ein Irrer mit seiner GoPro in das 15 bis 20 Meter tiefe Wasser, ohne zu wissen, ob dort vielleicht irgendwo Haie sein könnten. Zum Glück blieb es aber dann nur bei den Mantas.

Die Mantarochen waren so riesig und glitten elegant durch das Wasser. Sie sind immer um M herum geschwommen und haben dabei ihre riesigen Mäuler aufgerissen. Dann schwammen sie weg, drehten um und kamen gleich wieder auf M zugeschwommen. Und dann glitten sie – einer rechts und einer links – direkt an M vorbei und berührten ihn sogar. Um diesen Tieren zu begegnen, mussten wir nicht einmal tauchen gehen.

 

Flores

Auf einer kleinen Nachbarinsel neben Flores erspähten wir in Strandnähe im flachen Wasser noch einen harmlosen, ca. 40 Zentimeter großen Babyhai (Black Tip Reef Shark). Die Leute waren dort ganz normal baden, ohne dass sie der Hai gestört hätte.

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Tauchen und Schnorcheln auf Nusa Penida (Manta Bay, Toyapakeh, PED, Sental, Crystal Bay)

Schnorcheln in der Crystal Bay

Im Rahmen unserer West-Nusa-Penida-Tour machten wir auch Halt in der Crystal Bay, wo wir unsere ABC-Ausrüstung anlegten und schnorcheln gingen. Die Badenden schauten uns zwar etwas schräg an, aber das war uns egal. Schließlich ist Crystal Bay ein sehr beliebtes Ziel bei Tauchern und Schnorchlern aufgrund der intakten Riffe und der zahlreichen Großfisch-Sichtungen. Leider haben wir keine Mola Molas (Mondfische) zu Gesicht bekommen, obwohl zu diesem Zeitpunkt Mola-Mola-Hochsaison war.  In der Crystal Bay entdeckten wir neben bunten Korallen auch zwei sehr gefährliche, giftige Seeschlangen. M schwamm furchtlos hinter ihnen her, um sie mit der GoPro zu filmen, während ich unter Wasser durch den Schnorchel anfing zu quieken und zu schreien. Schlangen sind eben trotz unserer Nacht- und Tageswanderungen durch den Dschungel in Costa Rica immer noch mein großer Albtraum – auch wenn ich in freier Wildbahn schon so unendlich viele davon gesehen hatte. Leider wusste ich zuvor nicht, dass das Riff auf der rechten Seite vom Strand aus betrachtet bis vor zum Ufer verläuft. Ich ließ mich mit der Strömung zurück zum Strand treiben und hing dann plötzlich mitten in den Korallen, konnte aber nicht mehr zurückschwimmen. Wer die Korallen nicht gefährden möchte, sollte nicht zu weit rechts in Ufernähe schnorcheln, sonst kratzt man sich den ganzen Bauch oder den Rashguard auf.

Erster Tauchtag: Tauchen in der Manta Bay und bei Toyapakeh – nichts für Anfänger

Und dann ging es mit Sanctum Dive das erste Mal in den Ozean zum Tauchen, nachdem wir in Deutschland die Tauchprüfung zum Open Water Diver in einem See bestanden hatten. Am ersten Tauchtag war die Strömung so heftig und wechselte ständig unvorhersehbar ihre Richtung, sodass diese Tauchgänge absolut nicht für Anfänger geeignet waren. Das war in der Manta Bay und bei Toyapakeh. An dem Tag übergaben sich auf dem Boot direkt nach dem Tauchen mehrere Leute, M auch dreimal. Die anderen auf dem Schnorchlerboot haben auch erzählt, wie mehrere Schnorchler wegen des starken Wellengangs und Schaukelns auf dem Boot gebrochen hätten. Manta Bay ist das Restaurant der Mantas, Manta Point ist die Putzerstation. Wir erblickten vom Boot und vom Ufer aus in der Manta Bay mehrere Mantas, aber nicht mehr beim Tauchen direkt. Manta Point sei nach Aussagen mehrere Taucher und der Tauchschule viel zu überlaufen und zu touristisch mit zu vielen Booten. Außerdem soll die Strömung dort noch schlimmer als bei uns gewesen sein. Deshalb waren wir nicht am Manta Point auf Nusa Penida zum Tauchen.

Da mir der erste Tauchgang zu heftig ausgefallen war und wir nicht viele Tiere zu Gesicht bekommen hatten, wollte ich bei Toyapakeh nur noch schnorcheln und nicht mehr mittauchen. M hat trotz seiner Übelkeit weitergetaucht, aber am Ende auch keine großen Tiere gesehen. Er erzählte, dass die Strömungen unter Wasser bei Toyapakeh sogar noch wesentlich stärker gewesen sein sollen als vorher in der Manta Bay. Ich kann nur von meinen Schnorchelerfahrungen bei Toyapakeh berichten und die waren sehr positiv, denn das Riff war intakt und die Korallen waren sehr bunt, sodass ich mir wie in einem Aquarium vorkam.

Die Strömung war so stark, dass an dem Tag ein Delfin an den Strandabschnitt direkt vor unser Dive Center gespült worden war und dort verendete. Sein ganzer Bauch war aufgekratzt von den Korallen.

Zweiter Tauchtag: Tauchen bei PED und Sental im Norden von Nusa Penida – auch für Anfänger geeignet

Am zweiten Tauchtag wollte ich schon gar nicht mehr mittauchen, weil die ersten Erfahrungen am Vortag so furchtbar gewesen waren. Aber das Wasser war diesmal weiter im Norden der Insel bei PED und Sental sehr ruhig und unser Dive Guide Linda nahm mich aufgrund meiner Angst die ganze Zeit an die Hand. Wir entdeckten an dem Tag nur zwei Schildkröten, Baracudas, eine Moräne, einen Feuerfisch, eine Seegurke und kleinere Sachen. Mola Molas waren weit und breit keine in Sicht. Aber das Tauchen an sich machte mir zum ersten Mal absolut Spaß. Es sah aus wie im Aquarium. Ich will wieder tauchen. Bei meinem letzten Tauchgang bin ich mit 100 bar nach 37 Minuten hochgegangen, weil Ms Luft aufgebraucht war. Dafür, dass ich der totale Deppentaucher bin, ist das ein Fortschritt. Unser längster Tauchgang lag bei 40 Minuten. Der Norden von Nusa Penida ist, insgesamt betrachtet, mehr für Anfänger geeignet.

Tauchen auf Bali – mit oder ohne Tauchschein?

Wir bekamen an mehreren Stellen der Reise mit, dass man für Bali und Nusa Penida keinen Tauchschein benötigt, um tauchen zu gehen. Die Leute hatten stattdessen theoretische Schnelleinweisungen an Land erhalten und gingen dann einfach direkt ins Wasser. Wir waren aber sehr froh, dass wir vorher die Tauchprüfung absolvierten, sonst wäre das mit mir ohne Tauchschein noch schlimmer geworden. Mir hat nämlich einer mit seiner Flosse den Atemregler aus dem Mund getreten, aber ich habe ganz gelassen reagiert und mir diesen einfach wieder hereingesteckt. Ohne die praktischen Übungen in Deutschland hätte ich in dieser Situation bestimmt richtig Panik bekommen. Und es war super, dass wir unsere eigene ABC-Ausrüstung mit dabei hatten. Wir erkannten uns nämlich immer gleich anhand des Blaus und Pinks beim Schnorcheln wieder. Zur eigenen Sicherheit empfehlen wir jeden, doch lieber den Tauchschein vorher zu erwerben. Schon während unserer Ausbildung wurde uns verdeutlicht, wie lebensgefährlich das Tauchen wirklich werden kann, wenn man nicht die nötige Ruhe bewahrt.

Quellen:

Insight Guides. Indonesia – insightguides.com

Links:

Sanctum Dive Nusa Penida

Schnorcheln auf Komodo mit Komodo Marina Tour

Unsere Reise-Agentur: Evaneos (Jakob)

Hinweis:

Um den Blaustich aus den Tauchfotos zu bekommen, benutzen wir die App Dive+, wodurch man auf einigen bearbeiteten Fotos das Logo der App sieht.