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Besuchte Sehenswürdigkeiten (Highlights und Insidertipps): Clifton & Camps Bay │ Twelve Apostles │ Hout Bay│ Chapman’s Peak Drive │  Ostrich viewing │ Cape of Good Hope │ Penguin Colony │ Simon’s Town │ Cape Point │ Table Montain │ Robben Island │ Hai-Tauchen mit Shark Lady (Hermanus, Gaansbaai Harbour) │Waterfront │ Hop-on-hop-off-Tour in Kapstadt │ Table Bay Hotel mit High Tea │Cape Town Stadion

Tag 9: Transfer von Nelspruit nach Kapstadt

Am neunten Tag mussten wir von der Bongani Mountain Lodge und ihren Mitarbeitern Abschied nehmen, was uns nicht gerade leicht fiel. Denn wir haben Damian, Skigh, Simon, Buffalo und die gesamte Umgebung sehr ins Herz geschlossen. Wir freuten uns zwar auf Kapstadt, die Wehmut war dennoch vorhanden. Unsere Gruppe ist am Welcome Center abgeholt und mit einem Kleinbus nach Nelspruit zum Flughafen gebracht worden. Nach zweieinhalb Stunden aufregendem Flug über die wunderschöne Landschaft Südafrikas sind wir dann endlich in Kapstadt gelandet. Die Anderen gingen alle gemeinsam in ein Hotel und wurden im Kleinbus abgeholt. Für M und mich stand ein gesondertes Taxi bereit, das uns zu unserem 5-Sterne-Hotel an der Waterfront, The Table Bay Hotel, bringen sollte. Der Taxifahrer erzählte uns, dass wir ins nobelste Hotel Kapstadts kämen, wo viele Politiker (z.B. Bill Clinton) oder Stars schon waren. Das, was wir dann im Hotel erlebten, überstieg unsere Erwartungen vollkommen. Wir hatten frische Blumen sowie eine Flasche Wein als Geschenk des Hauses auf dem Zimmer. Die Armaturen im Bad waren extravagant, die Vorrichtung war aus Marmor. Im Eingangsbereich des Hotels lief klassische Musik. Der Blick aufs Meer von unserem Zimmer aus war atemberaubend. Das Wetter in Kapstadt war grandios. Unsere erste Tat war der Gang zur Apotheke, denn M hatte die ganze Packung Lutschbonbons und Halstabletten sowie alle Taschentücher aus der Reiseapotheke schon in der Bongani Mountain Lodge aufgebraucht. Durch den ganzen Wetterumschwung von heiß auf kalt und die Klimaanlage hatte er sich eine Erkältung eingefangen. Lustig war, dass derjenige, der sich am meisten über die üppige Reiseapotheke lustig machte, von dieser am meisten profitierte. (Zitat von M: “Die Reiseapotheke ist ja ein vollausgestattetes Premiumkrankenhaus, es fehlt nur noch der Hubschrauber.”)

Am Abend genossen wir den herrlichen Blick auf das Meer, wo gerade die Sonne unterging. Wir haben noch nie zuvor einen so wunderschönen Sonnenuntergang gesehen. Anschließend waren wir noch im Einkaufscenter Victoria Wharf unterwegs, um uns Essen und Getränke zu kaufen. Am meisten freute es M, dass unser Hotel direkt neben dem Stadion lag, welches für die zurückliegende Fußballweltmeisterschaft gebaut worden war. Im Hotelzimmer zurückgekehrt, lagen lauter Rosenblätter akkurat auf unseren Betten und auf dem Fußboden, daneben standen ein paar Badelatschen. Die Vorhänge waren auch schon zugezogen. M war so sehr über den gehobenen Service verwundert, dass er mich fragte: “Schatz, wo sind wir hier nur gelandet?!”


Tag 10: Ausflug zum Kap der guten Hoffnung und zum Tafelberg

Der zehnte Tag in Südafrika begann mit einem ausgiebigen Frühstück in unserem 5-Sterne-Hotel. Es ist unbeschreiblich, wie groß die Speisen- und Getränkeauswahl dort waren. Eine Kellnerin begleitete uns an unseren Tisch, faltete die Serviette und legte sie mir sogar über die Oberschenkel. Es gab ein ganzes Buffet nur für Obst, mindestens zehn unterschiedliche Brotsorten, ein ausgiebiges amerikanisches Frühstück mit warmen Speisen, für Asiaten Sushi und Austern. Mindestens zehn verschiedene frischgepresste Säfte standen in einem extra dafür eingerichteten Raum zur Verfügung, die von einer Kellnerin eingegossen wurden. An einem anderen Stand wurden Waffeln und Crêpes frisch zubereitet, die man mit Schokoladen-, Vanille-, Honig- oder Karamellsoße, Zimt und Zucker usw. genießen konnte. Auch Erdbeeren, Vanilleeis, Smarties, gehackte und ganze Mandeln, Fruchtgummi und viele weitere Zutaten standen zur Auswahl. Ein Pianist spielte live Klavier, an jedem Tisch stand die südafrikanische Nationalblume, eine Protea. Wir konnten beim Frühstück direkt zum Tafelberg sehen.

An dem Tag machten wir gemeinsam mit Melani (Argentinierin) und ihrem Freund Andoni (Spanier), mit denen wir schon unsere erste Urlaubswoche in der Bongani Mountain Lodge verbracht hatten, eine Cape Point Tour. Hierfür holte uns unserer Fahrer im Hotel ab und fuhr mit uns im Chevrolet die Küste Kapstadts ab. Wir machten Halt an der Clifton und Camps Bay, einer reichen Gegend, wo man eher für die Lage statt für die Häuser an sich bezahlt. Von dort aus fotografierten wir die Twelve Apostles, eine Gebirgskette. Dann fuhren wir zur Hout Bay, zur Straußenfarm und zum Cape of good Hope (Kap der guten Hoffnung). Ein besonderes Highlight war jedoch die Penguin Colony, wo hunderte Pinguine am Strand in freier Natur leben. Auch Simon’s Town und das Lighthouse am Cape Point haben wir gesehen.

Tafelberg

Um das schöne Wetter in vollen Zügen zu nutzen, beschlossen wir, uns von unserem Fahrer Eremy nicht zum Hotel, sondern zum Tafelberg bringen zu lassen. Wir fuhren zu viert mit der Gondel nach oben und hatten von dort aus einen herrlichen Blick auf Kapstadt und den Atlantik. Der Himmel war wolkenlos, die Sonne schien und es war nicht windig – der Tag war perfekt für den Tafelberg. Wir machten von oben viele Fotos und genossen den wunderschönen Sonnenuntergang. Anschließend ließen wir uns gemeinsam von einem nicht autorisierten “Taxifahrer” zurück zu unseren Hotels bringen, was mir nicht ganz geheuer war. Da er nur sein Privatauto nutzte und er auf seiner unprofessionell gestalteten Visitenkarte private Touren anbot, gingen wir davon aus, dass er schwarzarbeitet, um keine Steuern bezahlen zu müssen. Den Abend verbrachten wir am Puls der Stadt, der Waterfront. Dort aß M einen Classic Burger, ich nahm Krokodil mit Pommes. Anschließend trank ich noch einen südafrikanischen Whiskey namens “Three Ships”, der sehr lecker schmeckte. Wir schauten uns bei Nacht das Treiben am Hafen an, machten viele Fotos und gingen dann zurück zu unserem nahegelegenen Hotel.


Tag 11: Gefängnisinsel Robben Island und Waterfront

Der elfte Tag startete erst um 9:00 Uhr mit einem ausgiebigen Frühstück, das insgesamt eine ganze Stunde dauerte. M aß unter anderem eine frisch zubereitete Waffel, ich einen frischen Crêpe. Er hatte dazu Vanilleeis, Erdbeeren und Schokoladensoße; ich nahm Erdbeeren, Schokoladensoße und Mandeln.

Anschließend wollten wir mit dem Hop-on-hop-off-Bus die Stadt abfahren. Wir gingen davon aus, dass ein Ticket genau 24 Stunden gültig sei und wir deshalb jederzeit mit der Tour starten könnten. Zunächst liefen wir an der Waterfront entlang, die wir schon am Tag zuvor bei Nacht gesehen hatten. Dabei erkundigten wir uns über einen privaten Helikopterflug über Kapstadt, der für uns nicht ausgeschlossen war. Da es schon zu spät war und das Ticket doch nur für einen Tag (Datum) galt, wollten wir nicht mehr mit der Hop-on- hop-off-Tour starten. Also entschieden wir uns, ins Robben-Island-Museum zu gehen und anschließend auf die gleichnamige Insel zu fahren. Dort saß Nelson Mandela 18 Jahre lang als politischer Gefangener im Gefängnis.

Nach der Sicherheitskontrolle, die mit der am Flughafen vergleichbar ist, verabschiedete man uns mit den Worten: “Enjoy your stay in jail”, (dt.: “Genießt euren Aufenthalt im Gefängnis.”). Mit dem Boot fuhren wir zunächst zur Insel, die zwölf Kilometer vor Kapstadt im Atlantik liegt. Während der Fahrt bekamen wir eine ziemlich unterhaltsame Sicherheitseinweisung von einem Mann, der wie Bill Cosby aussah. Nachdem wir dort angekommen waren, wurden wir in einem Bus über die ganze Insel gefahren, vorbei an einer Kirche, einer Schule, einem Dorf usw. Dabei erklärte uns ein Guide etwas zu dieser historisch geprägten Insel.

Der letzte Halt führte uns in das Gefängnis, wo schon ein etwas älterer Ex-Häftling auf uns wartete, der uns durch die Räumlichkeiten begleitete. Es war für uns eine sehr große Ehre, von ihm aus erster Hand etwas über seine Gefangenschaft auf Robben Island zu erfahren. Leider war sein Englisch so undeutlich, dass wir es nicht verstanden haben, was uns sehr enttäuscht hat. Auch trug der permanente Lärm einer afrikanischen Touristenfamilie dazu bei, dass wir den Ex-Inhaftierten kaum hörten. Aufgrund dieser Gesamtumstände werden wir uns im Nachhinein noch zu Robben Island belesen müssen. Ein besonderes Erlebnis war es für uns, die Gefängniszelle von Nelson Mandela zu sehen. Im Sonnenuntergang fuhren wir dann zurück an Land.

Zum Abendessen gingen wir wieder zur Waterfront, wo M sich für Beef Spare Ribs und ich mich für ein Straußensteak entschieden.

Die Auswirkungen der Rassentrennung auf die heutige Gesellschaft – 21 Jahre nach der Apartheid

Während Jessica in der ersten Safari-Woche die Panorama-Tour mit uns machte, erzählte sie uns viel über die heutige Gesellschaft Südafrikas. Hier möchten wir ihre Erfahrungen zusammentragen, die sie in den letzten zehn Jahren in Südafrika gesammelt hat.

Während der Apartheid gab es große Unterschiede zwischen black und white, weil die Weißen die Schwarzen unterdrückten. Obwohl zu dieser Zeit Hochzeiten zwischen Schwarzen und Weißen illegal waren, entstanden viele Mischlingsbabys, die abwertend als “coloured” bezeichnet wurden. Da diese “coloured”-Kinder weder von den Weißen noch von den Schwarzen akzeptiert wurden, haben sie ihre eigene Kultur entwickelt und sich bewusst vom Rest abgegrenzt.

Im Jahr 2014 durfte die erste Generation nach der Apartheidszeit das erste Mal wählen, diese Kinder von damals werden heute als “freedom babies” bezeichnet. Es ist davon auszugehen, dass diese Generation viel toleranter aufgewachsen ist und liberalere Ansichten vertritt. Der ANC (African National Congress), dem auch Nelson Mandela bis zu seinem Tod angehörte, gewann 2014 erneut die Parlamentswahlen mit einer Mehrheit von 62%. Der Vorsitzende des ANC ist der schwarze Jacob Zumba, der gleichzeitig auch das Staatsoberhaupt Südafrikas ist. Die Hautfarbe spielt heute in Südafrika offensichtlich keine Rolle mehr.

Schwarze und Weiße haben noch immer ihre eigenen Sprachen. Englisch und Afrikaans sind die Sprachen der Weißen. Die Schwarzen haben neun afrikanische Sprachen: isiZulu, Siswati, Süd-Ndebele, Sesotho, Sepedi, Xitsonga, Setswana, Tshivenda und isiXhosa – viele von ihnen haben Klicklaute, die man als Deutscher nicht nachahmen kann.

Zudem gehen Schwarze und Weiße in unterschiedliche Kirchen, auch heute noch.

Die Fußballweltmeisterschaft, die 2010 in Südafrika stattfand, hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Schwarze und Weiße noch näher zusammengerückt sind. Es gab während der WM einen “football friday”, an dem alle Südafrikaner aufgerufen waren, gelbe T-Shirts zu tragen. Erstaunlich viele Menschen, auch die Uniformträger, haben sich an dieser Aktion beteiligt. Schwarze und Weiße haben gemeinsam in den Stadien, Städten und Dörfern gefeiert – ihre Hautfarbe spielte dabei absolut keine Rolle.

Mittlerweile ist es erlaubt, wenn ein Schwarzer eine Weiße heiratet. Die Bezeichnung “coloured” gibt es heute nicht mehr.

Die Unterscheidung zwischen den Schwarzen und Weißen kann man sich wie die Trennung Ossi/Wessi vorstellen. Auch heute noch – 25 Jahre nach dem Mauerfall – gibt es vereinzelt Menschen in Ostdeutschland und Westdeutschland, die noch die Grenze in ihren Köpfen haben. Die Mehrheit der Deutschen verspürt jedoch ein tiefes Wir-Gefühl. Genauso kann man sich das Denken der Schwarzen und Weißen in Südafrika vorstellen.


Tag 12: Hai-Tauchen ohne Haie

Am zwölften Tag sind wir schon 5:00 Uhr aufgestanden, um die Ganztagstour “Shark Diving” zu machen. Unser Fahrer holte uns 6:40 Uhr ab und sammelte zunächst noch andere Touristen in ihren Hotels ein. Dann fuhren wir in das 163 km entfernte Gansbaii, wo die Hai-Tour starten sollte. Da wir zu früh dran waren, machten wir in Hermanus, einem schönen Örtchen am Atlantik, eine kurze Pause. Dort konnten wir lauter Kunstwerke entlang der Küste bestaunen.

Anschließend ging es weiter nach Gansbaii. Nachdem wir dort angekommen waren, gab es für uns ein kleines Frühstück und eine ausführliche Sicherheitseinweisung. Die Gruppe, die vor uns im Meer beim Hai-Tauchen unterwegs war, kam enttäuscht zurück, weil sie keine Weißen Haie gesehen hatte. Also wollten wir mehr Glück haben.

Das waren unsere Erwartungen an das Hai-Tauchen

In unserer Vorstellung fuhren wir raus aufs offene Meer, wo schon die aggressiven Weißen Haie zahlreich auf uns warten sollten. Wir hatten die Erwartung, dass dieser Tag ein absolutes Spektakel und Highlight für uns wird. Wir gingen davon aus, schöne Schnapp-schüsse über und unter Wasser von Weißen Haien und Walen zu machen. In den ganzen Internetvideos der Anbieter sah das Hai-Tauchen immer so abenteuerreich aus. Dieses Ereignis wollten wir also auch erleben. Im Vorfeld wurde schon vereinbart, wer in welcher Gruppe war und welche Gruppe wann abtauchen sollte. Nach der Rückkehr an Land sollten alle mutigen Hai-Taucher eine Urkunde erhalten und wir sollten uns das Video des Tages ansehen. Dementsprechend hoch waren unsere Erwartungen an den Tag.

Und das war die Realität

Auf der Fahrt zu Shark Alley sahen wir nur kurz zwei Wale. Mit den Haien sah es ähnlich aus. Die Crew hat mehrere Stunden versucht, diese mit Fischinnereien anzulocken. Die einzelnen Gruppen hätten erst dann den Hai-Käfig besteigen dürfen, wenn ein Hai um diesen herumgeschwommen wäre. Als dann ein Hai tatsächlich näherkam, gab es die Anweisung, unsere Neopren-anzüge anzuziehen. Das Tauchen stand also kurz bevor. Wir konnten gar nicht so schnell gucken, da war der einzige Weiße Hai nach zwei Sekunden wieder verschwunden. Auch in den weiteren Minuten und Stunden ist es trotz Fischsuppe nicht gelungen, weitere Weiße Haie anzulocken. Die einzigen Tiere, die durch den Geruch angelockt wurden, waren die Möwen. Aus diesem Grund durfte niemand von den 16 Gästen in den Käfig steigen. Unverrichteter Dinge fuhren wir frustriert zurück an Land. Dort aßen wir Linsensuppe und sollten uns das Video des Tages anschauen. Wir sahen uns weder ein Video an noch bekamen wir eine Urkunde überreicht. Im Raum herrschte eine bedrückende Stille. Alle waren frustriert, dass der Hai-Ausflug so ein Reinfall war. Bevor wir zurückfuhren, bot uns die Dame der Agentur als Entschädigung einen Gutschein an, um das Erlebnis kostenlos zu wiederholen.

Fazit

Die Weißen Haie warten im offenen Ozean nicht auf dich, sondern DU wartest stundenlang auf sie. Es ist wie auf einer Safari: Da wir uns in freier Natur befanden, hatte jede Tiersichtung etwas mit Glück zu tun. Niemand kann dir garantieren, tatsächlich Weiße Haie zu sehen. Sie sind überall in der Welt unterwegs. Man erzählte uns von einem Hai, der mit einem Peilsender ausgestattet wurde. Man konnte dann nachweisen, dass dieses Tier in 99 Tagen von Südafrika nach Australien geschwommen war. Jeder, der einen Löwen auf Safari oder einen Weißen Hai im Ozean entdeckt, hat riesengroßes Glück. Wir hatten leider an dem Tag sehr großes Pech, weil wir nur vier volle Tage in Kapstadt waren und dadurch einen ganzen Tag verloren hatten. Daran erkennt man wieder einmal mehr, dass der Mensch die Natur nicht beherrschen kann. Vielleicht haben wir beim nächsten Mal mehr Glück. Zum Abendessen an der Waterfront gab es Coke Zero und einen (brotlosen) Banting Burger für M sowie einen Amarula Colada und eine Straußen-Lasagne für mich.

Übrigens treffen vor Kapstadt der Atlantische und der Indische Ozean aufeinander. Man erkennt den Atlantik an seiner grünen Farbe, der Indische Ozean dagegen ist blau. Wir waren mit unserem Boot im Erstgenannten unterwegs.


Tag 13: Hop-on-hop-off-Tour durch Kapstadt und High Tea im Hotel

Der dreizehnte Tag war in Bezug auf das Wetter der schlechteste für uns in Kapstadt. Dennoch wollten wir unsere wenigen Tage sinnvoll nutzen und machten eine Hop-on-hop-off-Tour, um alle Ecken und Winkel der Stadt noch genauer zu ergründen. Die meiste Zeit des Tages war es so bewölkt, dass man sogar den Tafelberg nicht mehr sehen konnte. Zeitweise hat es auch geregnet, was uns jedoch nicht davon abhielt, im offenen Doppelstockbus oben zu sitzen. Während der gesamten Tour wurden wir wieder einmal mit der Geschichte Südafrikas konfrontiert. So fuhren wir zum Beispiel durch den Stadtteil District Six, in dem früher sowohl schwarze als auch weiße freigelassene Sklaven, Händler, Künstler und Arbeiter gewohnt hatten. Im Zuge der rassistischen Apartheidspolitik wurde der Bezirk gewaltsam geräumt und abgerissen, um ihn in ein Wohnviertel nur für Weiße umzugestalten. Die schwarze Bevölkerung wurde anschließend in die Townships umgesiedelt. Heute sieht man dort neben Häusern viel Brachland, das an die damalige Zeit erinnert. Außerdem fuhren wir die Weinroute ab und waren im Weinanbaugebiet Groot Constantia unterwegs. Der Stadtteil Constatia ist das Grünwald Kapstadts, wo ranghohe Politiker und andere Reiche in ihren abgeschirmten, pompösenVillen wohnen.

Nach der mehrstündigen Bustour lösten wir in unserem Hotel den Gutschein zum High Tea ein und wärmten uns auf. Es gab ein 3-Gänge-Menü, das mit ausgewählten Teesorten gereicht wurde. Am leckersten war das Kuchenbuffet am Ende, wo es zum Beispiel Trüffel oder Küchlein mit Blattgold gab. Während der Zeremonie spielte ein Klavierspieler live moderne Lieder für uns. Den späten Nachmittag und Abend verbrachten wir wieder einmal an der Waterfront und im Shopping-Center Victoria Wharf.

Die hervorragenden Lichtverhältnisse in Kapstadt sind übrigens ein Grund dafür, dass dort viele Filme und Werbeclips gedreht werden.


Tag 14: Stadiontour und Rückflug nach Deutschland

An unserem letzten Tag in Kapstadt wollte uns unser Fahrer 13:30 Uhr im Hotel abholen. Um den Morgen noch sinnvoll zu nutzen, schlug M eine Stadiontour vor, weil das Cape Town Stadium nicht weit von unserem Hotel entfernt war. Dieses war deshalb so interessant für ihn, weil es extra für die Fußballweltmeisterschaft 2010 erbaut worden war. Dort hat Deutschland Argentinien mit 4:0 im Viertelfinale besiegt. Im Halbfinale in Durban verloren wir dann allerdings gegen die Spanier und wurden somit nur Dritter des Wettbewerbs.

Da nur zwei Australier und wir Tickets für eine Führung gekauft hatten, glich diese eher einer VIP-Tour. Ein ziemlich cooler, aufgeschlossener Südafrikaner führte uns anschließend durch die Räumlichkeiten. Das verwendete Material sowie die gesamte Architektur des Stadions erinnerten M die ganze Zeit an die Allianz Arena. Obwohl wir auf unseren Reisen schon viele Fußball-tempel gesehen hatten, waren das Gefängnis und die integrierte Polizeistation im Kapstädter Stadion neu für uns.

Nach der einstündigen Führung waren wir ein letztes Mal an der Waterfront unterwegs, um uns gedanklich von ihr zu verabschieden. Dieser Gang, die anschließende Fahrt zum Flughafen sowie der Rückflug fielen uns allerdings sehr, sehr schwer. Zu gern wären wir in der schönsten Stadt der Welt geblieben.

Leider war die Zeit in Kapstadt viel zu schnell zu Ende, sodass wir nicht alles geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatten. Beim nächsten Mal wollen wir unbedingt eine Township Tour machen und in den Botanischen Garten Kirstenbosch gehen.


Ein Resümee unserer Reise

Seit über einer Woche sind wir nun zurück in Deutschland und wir können nicht aufhören, an unseren wunderschönen, einmaligen Urlaub in Südafrika zu denken und davon in Superlativen zu schwärmen. Wir können einfach nicht in Worte fassen, wie glücklich uns diese Reise gemacht hat. Bezüglich der Safari-Woche kann man sagen, dass sie einfach nur unbeschreiblich und unvergesslich für uns war. Die Menschen, die vielen Tiere, die Natur, die Kinder in der Schule – all dies hat uns sprachlos gemacht. Die Verabschiedung von den Mitarbeitern, insbesondere von Skigh, Simon, Million und Damian ist uns sehr, sehr schwer gefallen. Um ehrlich zu sein, waren wir sogar ziemlich traurig, weil sie uns alle ans Herz gewachsen und wir in der gesamten Woche wie eine kleine Familie waren.

Dann ging es weiter von Nelspruit nach Kapstadt. Dort angekommen, waren unsere Gedanken zunächst immer noch in der Bongani Mountain Lodge. Der Umstieg vom “Busch” in den Luxus war ein absolutes Kontrastprogramm, denn wir wohnten im 5-Sterne-Hotel The Table Bay direkt an der Waterfront. Niemals könnten wir diesen Luxus in Worte fassen, diesen muss man selbst einmal erlebt haben. Wir haben uns dort gefühlt wie Barack und Michelle Obama oder Prince William und seine Frau Kate. Obwohl wir schon eine Nacht mehr in Kapstadt gebucht hatten, war der Aufenthalt dort leider viel zu kurz, sodass wir auf jeden Fall ein zweites Mal dorthin fliegen möchten.

Unser Urlaub war einfach atemberaubend, einzigartig, wundervoll, abenteuerlich, schön etc. Es war der bisher beste Urlaub, den wir erleben durften. Diese Reise wird für uns ein Leben lang unvergesslich bleiben und wir werden uns noch sehr lange daran zurückerinnern.

 

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Unser Reiseanbieter: aufsafari.de

The Table Bay Hotel, Cape Town

Haitauchen mit Sharklady