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« Ajoutez deux lettres à Paris. C’est le paradis. » (Jules Renard, 1895)

Besuchte Sehenswürdigkeiten (Highlights und Insidertipps): Eiffelturm und Trocadéro │ Louvre │ Catacombes │ Notre Dame mit Glocke │ Champs-Élysées │ La Défense mit cnit und Les 4temps │ Centre George Pompidou │ Les Halles │ Tour Montparnasse │ Cité des sciences et de l’industrie │ Conciergerie │ Musée Rodin │ Pont Alexandre III │ Invalides mit Grab von Napoléon │Marché aux Puces in Saint-Ouen │  Freiheitsstatue │ Fontaine Stravinsky │ Musée d’Orsay │ Parc floral │ Jardin des Tuileries │ Moulin Rouge │ Cimetière du Père Lachaise │ Musée Cluny │ Operá Garnier │ Jardin des Plantes │ Montmartre mit Place du Tertre│ Jardin du Luxembourg │ Disneyland │ Triumphbogen │ Mur des je t’aime │ Ice Magic Paris │ Stade de France mit Führung │ Dinner auf dem Eiffelturm im Restaurant 58 Tour Eiffel

Sieben Monate als assistant teacher in einem Pariser Vorort

Ich wollte schon immer für längere Zeit nach Frankreich gehen, nur wusste ich nicht, in welcher Form. Irgendwann im Laufe meines Studiums stieß ich dann auf das Fremdsprachenassistentenprogramm des Pädagogischen Austauschdienstes. Die Anforderung, in Frankreich an zwei Schulen Deutsch zu unterrichten, war perfekt auf mich zugeschnitten – und so bewarb ich mich Ende 2008 um eine Stelle. Es folgte ein Auswahlgespräch, welches meines Empfindens eher schlecht lief. Doch nichtsdestotrotz erhielt ich im Frühling 2009 die Information, dass ich eine Stelle in der Académie Versailles bekommen hätte. Überglücklich und völlig euphorisch, konnte ich es kaum erwarten, dass das Abenteuer endlich losgeht. Ich wurde einem collège und einem lycée in einem Pariser Vorort zugeteilt, wo ich 12h pro Woche Deutsch unterrichten sollte. Davon habe ich 9 Stunden eigenständig und die restlichen 3 Stunden gemeinsam mit einem Lehrer unterrichtet. Ich übernahm am collège und am lycée kleinere und größere Gruppen aller Altersstufen (6-18 Schüler). Die Lehrer gaben mir sogar die wichtige Aufgabe, die Schüler der Terminale auf das Abitur vorzubereiten.

Da das lycée ihren Assistenten eine kostenlose Unterkunft direkt auf dem Schulgelände anbot, war ich sehr froh, mir keine teure Wohnung in Paris suchen zu müssen. So nahm ich dieses Angebot gemeinsam mit der chinesischen Assistentin Jing in Anspruch. Aus diesem Grund konnte ich natürlich sehr viel Geld sparen, welches ich in unzählig viele Reisen investiert habe. Da ich so viele schöne Momente in Frankreich erlebt habe, ist es für mich ein Muss, diese Ereignisse in Fotos festzuhalten, um sie später einmal mit vielen Menschen teilen zu können. So konnte das Abenteuer am 27.September 2009 beginnen…

Meine Unterkunft, meine Schüler und meine Schulen

Wie bereits erwähnt, hat das lycée seinen Assistenten eine kostenlose Unterkunft direkt auf dem Schulgelände zur Verfügung gestellt. Jeder der Assistenten hatte ein eigenes Zimmer mit Bett, Regal, Schreibtisch und Kleiderschrank. Außerdem hatte jeder sein eigenes kleines Bad. Die Küche im Flur mussten alle Assistenten zusammen nutzen. Dort gab es einen Kühlschrank mit Gefrierfach, eine Spüle, eine Mikrowelle, einen Wasserkocher und eine Kaffeemaschine.
Ich habe mir noch einen Mini-Ofen dazugekauft. Geschirr, Besteck und Töpfe waren auch schon vorhanden. Ich unterrichtete Schüler aller Altersstufen. Manche Klassen davon waren brav und leise, andere dagegen eher rebellisch und laut. Dementsprechend musste es dann auch Strafen geben. Mit vielen Schülern und Schülerinnen habe ich auch nach meiner Assistentenzeit noch Kontakt über Facebook. Meine beiden Schulen befanden sich direkt gegenüber, sodass mein Weg dorthin nur auf zwei Minuten begrenzt war.
Bis zur Schulkantine, in der ich immer gegessen habe, waren es nur fünf Minuten.

Wir drei bzw. vier Assistenten

Mit der chinesischen Assistentin Jing habe ich die ganzen sieben Monate zusammengewohnt. Erik, der englische Assistent aus Kanada, ist erst Ende März bei uns eingezogen. Er war mein Retter in letzter Not, denn er gab mir sein Passwort fürs Internet. Wir haben wirklich so viel zusammen gelacht und bleiben auch nach unserer Paris-Zeit in Kontakt. Vielleicht sehen wir uns auch eines Tages wieder. Nachtrag: Sieben Jahre später kann man sagen, dass zwischen uns eine echte, intensive Freundschaft entstanden ist. Er hat uns schon in Deutschland besucht und wir waren bei ihm in Kanada.Dann gab es noch eine spanische Assistentin, die aber nicht mit uns zusammengewohnt hat und die mit uns allen nichts zu tun haben wollte.

Sehenswertes in Paris

Wer SO nah bei Paris wohnt, der muss die Hauptstadt einfach kennen. Deshalb war ich ständig dort und habe mir wirklich ausnahmslos alles angesehen, was mich interessiert hat. Die Liste ist viel zu lang, als dass man die Dinge hier aufzählen könnte. Erwähnenswert ist dennoch, dass ich Paris mehrfach von oben und aus vielen verschiedenen Perspektiven gesehen habe. Ich war schon viermal auf dem Eiffelturm, davon zweimal am Tag und zweimal bei Nacht (zweimal davon aber vor meinem Auslandsjahr). Ich war zweimal auf dem Triumphbogen und auf dem Tour Montparnasse, davon jeweils einmal am Tag und einmal bei Nacht. Auch war ich ganz oben im Centre G. Pompidou und ganz oben auf der Notre Dame – beides jeweils am Tag. Nicht zu vergessen ist auch der Blick vom Montmartre über die Stadt, die einem von dort oben zu Füßen liegt. Diesen Blick konnte ich mehrfach bei Tag und bei Nacht genießen. Mein Lieblingsviertel in Paris ist das Montmartre und meine Lieblingsbrücke die Pont Alexandre III. Da mir das künstlerische Ambiente im Montmartre so sehr gefällt, habe ich mir auf dem Place du Tertre ein Original-Gemälde eines Künstlers gekauft, der den Place du Tertre und die Sacré Coeur gemalt hatte. Am schönsten finde ich Paris im Dunkeln, wenn alle Gebäude beleuchtet sind. Ich war vor meinem Auslandsaufenthalt schon zweimal in Paris als Touristin und fand die Stadt so einmalig traumhaft und wunderschön – so wie alle Touristen die Stadt finden. Doch als ich dort wohnte, sah ich Paris plötzlich aus einem ganz anderen, negativeren Licht: Die Stadt ist mir zu groß, zu unübersichtlich, zu touristen- und menschenüberfüllt, zu teuer, zu dreckig, zu chaotisch und zu hektisch. Sie ist ein wahres Paradies für Betrüger und Kriminelle, was ich oft mit eigenen Augen gesehen habe. Außerdem gibt es zu wenig Natur und zu viel Beton, was mir auch nicht gefallen hat. Dennoch ist Paris in jeder Hinsicht einmalig und ich bin sicher, ich werde die Stadt sehr vermissen und eines Tages dorthin zurückkommen, wo ich sieben Monate gelebt habe.

Ms erster Besuch

Tagelang und wochenlang haben wir uns auf diesen großen Tag des Wiedersehens gefreut, doch dann passierte etwas völlig Unerwartetes: M verpasste seinen Flug. Wir waren beide zunächst fix und fertig, doch dann hatte er Glück und buchte kurzfristig einen neuen Flug für den gleichen Tag. So konnten wir uns dennoch – eine Stunde später als geplant – sehen und waren überglücklich. M das erste Mal nach unserem emotionalen Abschied wiederzusehen, war für mich etwas ganz Besonderes und deshalb habe ich auch ganz viele Freudentränen vergossen. Es war so schön, ihn endlich wieder sehen, hören, küssen, umarmen und mit ihm kuscheln zu können.
Bei seinem ersten Besuch haben wir Paris jeden Tag mehr als 12h erkundet und hatten danach immer platte Füße. Wir haben wirklich fast jede Ecke von Paris gesehen und das am Tag, bei Nacht, zu Fuß, mit dem Bus und mit dem Bateaubus auf der Seine. Da M vorher noch nie in Paris war, war für ihn alles neu und deshalb war er auch ganz begeistert. Neben unseren ganzen Erkundungstouren waren wir auch im Louvre und im Disneyland. Das Highlight war aber der Besuch auf dem Eiffelturm bei Nacht. Gegessen haben wir jeden Abend in einem anderen Pariser Restaurant. Ich kann mich noch an die erste Nacht erinnern: Das Bett war zu klein und wir konnten nicht gemeinsam darin schlafen. Deshalb beschloss M mitten in der Nacht, auf dem Fußboden zu schlafen. Am nächsten Tag kauften wir im Carrefour eine Luftmatratze für zwei Personen, auf der wir dann immer gemeinsam übernachteten.

Ms zweiter Besuch

Da wir uns fest vorgenommen hatten, uns alle drei bis vier Wochen zu sehen, war M drei Wochen nach unserem ersten Treffen wieder bei mir in Paris. Sein zweiter Besuch war leider kürzer als der erste, denn er war diesmal nur übers Wochenende da. Wir waren bei Nacht auf dem Triumphbogen und haben den Weihnachtsmarkt auf den Champs-Élysées besucht. Es war wirklich faszinierend, Paris von oben aus einer völlig anderen Perspektive zu sehen.

Ms dritter Besuch zu Weihnachten

Über Weihnachten und Silvester war M die längste Zeit bei mir. Wir haben nicht nur Paris erneut erkundet, sondern waren auch in Lille, Lyon und Grenoble. Das Highlight war natürlich Ms 29.Geburtstag ein paar Tage vor Weihnachten, den wir im Nobel-Restaurant auf dem Eiffelturm gefeiert haben – dies war sein Geburtstagsgeschenk von mir. Da es für uns etwas ganz Besonderes war, haben wir uns extra für diesen Anlass ein neues Outfit gekauft. Für uns war es das erste Mal, dass wir Weihnachten nur zu zweit verbracht haben. Leider hat es an diesem Tag geregnet, sodass wir in meiner Unterkunft blieben und nichts Spezielles machten. So fiel auch der Restaurantbesuch ins Wasser. Außerdem waren wir auf den Champs-Élysées bei einer Eis-Ausstellung, wo man alle Pariser Bauwerke aus Eis sehen konnte. Nicht zu vergessen ist, dass wir Silvester im Montmartre in einem Restaurant auf dem Place du Tertre gefeiert haben… und mit uns viele andere Deutsche. Zur Feier des Tages gab es Champagner und um 24.00 Uhr waren wir dann vor der Sacré Coeur und hatten einen Blick über Paris – doch leider gab es kein Feuerwerk der Pariser, weil das Ausrichten durch Privatpersonen verboten ist. Das einzig offizielle Feuerwerk der Stadt fand am Eiffelturm statt. Aufgrund des starken Nebels konnten wir dieses vom Montmartre aus allerdings nicht sehen.

Ms vierter und fünfter Besuch

Als M mich zum vierten und fünften Mal besuchte, waren wir auf Reisen innerhalb Frankreichs sowie in Brüssel.

Ms sechster Besuch

Als feststand, dass ich doch schon früher zurück nach Deutschland komme, beschlossen M und ich kurzfristig, ein weiteres und somit letztes Treffen in Paris zu organisieren. So konnten wir uns gemeinsam von der Stadt der Liebe verabschieden. Erstaunlich war, dass wir bei diesem Treffen so viel Neues gesehen haben, was wir zuvor noch nicht kannten … obwohl wir eigentlich dachten, Paris schon bestens zu kennen. Wir sahen uns die „Mur des Je t’aime“ an und ließen uns auf dem Place du Tertre von einem Künstler, Rafael, zeichnen, den wir uns schon beim ersten Treffen im November 2009 ausgesucht hatten. Es stellte sich heraus, dass er uns noch von damals kannte, als er uns seine Handynummer gab. Wir sahen uns von außen den Parc des Princes an und machten am letzten Tag eine Stadiontour im Stade de France…. denn darauf hat M bestanden. Außerdem waren wir beim Palais de l‘Élysée, dem Sitz von Nicolas Sarkozy. Was M gar nicht gefiel, war ein Fest namens “Foire de Paris”, auf das ich ihn einfach “mitschleppte”. Neben den ganzen neuen Dingen haben wir uns auch ein letztes Mal die ganzen uns bekannten Sehenswürdigkeiten angesehen, um „au revoir“ zu sagen.

Meine Bilanz nach sieben Monaten

Im Großen und Ganzen hatte ich eine sehr schöne Zeit in Frankreich, auch wenn es nicht immer einfach war. Dass ich mich nicht um eine Unterkunft kümmern musste und diese direkt auf dem Schulgelände war, hat mir Vieles erleichtert. Ebenso positiv waren die Nähe zu Paris und die Tatsache, dass mein Vorort an das Pariser Verkehrsnetz gebunden ist. Ich habe so viele positive und negative Erfahrungen an beiden Schulen gesammelt, dass ich mich bereit fühle, in Deutschland Lehrerin zu werden. Selbst die französischen Problemschüler sehe ich teilweise als Vorteil, da ich mich gut auf den „Härtefall“ in Deutschland vorbereiten konnte und ich keine Illusionen mehr über den Lehrerberuf habe. Erst in Frankreich habe ich begonnen, mein eigenes Land zu lieben, denn oft sieht man das Gute in einer Sache erst, wenn man auf diese verzichten muss. Da ich keine Miete zahlen musste, blieb mir am Ende des Monats sehr viel Geld übrig, um durch Frankreich zu reisen und Paris zu besichtigen. Diese optimalen Bedingungen führten zu einem enormen Zuwachs meines landeskundlichen Wissens. Auch konnte ich meine Sprachkenntnisse verbessern und ausbauen, wobei ich mir gewünscht hätte, noch mehr Anlässe gehabt zu haben, um Französisch zu sprechen. Es fällt mir nicht einfach, zurück in meinem alten “neuen” Leben zu sein. Ich vermisse Paris, meine Lehrer und meine Schüler wirklich sehr. Doch zum Glück bleibe ich mit Julie, Raymond und mit meinen Schülern weiterhin in Kontakt. À bientôt, Paris. Danke an alle, die mir diesen Aufenthalt ermöglicht und ihn sooo schön gemacht haben. Es war die Chance meines Lebens.

 


Unsere Empfehlungen:

Restaurant 58 Tour Eiffel (Haute Cuisine auf dem Eiffelturm)

once in a lifetime│für besondere Anlässe │Restaurant in der 1. Etage auf dem Eiffelturm│sehr leckeres Essen und freundliches Personal │Alain Soulard │gehobene Küche │ vorher unbedingt reservieren


Salon de thé Angelina

ein Muss für jeden, der in Paris ist│Klassiker: die heiße Schokolade │Pâtisseries │ vorher unbedingt reservieren


The Moose: Kanadische Bar

bodenständig │ unbedingt die Poutine probieren │Sportbar zum Fußballschauen


La Bauhinia: Haute-Cuisine-Restaurant

für besondere Anlässe │gehobene, exquisite französische und asiatische Küche │Michelin│Gault & Millau │ Christophe Moret │unbedingt vorher reservieren


Pastapapa, 1 bis Rue Jean Mermoz

gutes Preis-Leistungs-Verhältnis │ üppige Pasta-Portionen │ in der Nähe der Champs-Élysées │