Mauritius ist bekannt für seine mit Palmen gesäumten, herrlichen, langen Sandstrände und sein türkisblau schimmerndes Meer. Doch wer nur zum Strandurlaub auf die tropische Insel im Indischen Ozean reist, der verpasst eine ganze Menge: spektakuläre Wasserfälle, einen Regenwald, Rumbrennereien, hunderte bunte Hindu-Tempel, einzigartige Vulkangesteinsformationen und eine intakte Unterwasserwelt. Aber seht selbst…

Die schönsten Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten auf Mauritius

Die Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten im Überblick

Sehenswürdigkeiten im Norden von Mauritius

  • Botanischer Garten Sir Seewoosagur Ramgoolam (Pamplemousses Garden)
  • Maheswarnath Mandir Tempel
  • Port Louis: Umbrella Square, Caudan Waterfront, Central Market, Fort Adelaide (Citadel bzw. Citadelle), Ozeaneum Odysseo, Blue-Penny-Kunstmuseum, die Alte Windmühle, Aapravasi Ghat World Heritage
  • Château de Labourdonnais
  • Zuckermuseum „L‘aventure du sucre“
  • Kirche St. François d‘Assise
  • viele weitere bunte indische Tempel
  • zahlreiche Tauchplätze

Sehenswürdigkeiten im Süden von Mauritius

  • 7-farbige Erde Chamarel‘s Seven Coloured Earth Geopark & Chamarel-Wasserfall
  • La Vallée des Couleurs Nature Park (23-farbige Erde)
  • Rumbrennerei Rhumerie de Chamarel
  • Baie du Cap mit Maconde-Aussichtspunkt
  • La Vanille Nature Park (Zoo mit Riesenschildkröten)
  • Ganga Talao bzw. Grand Bassin mit Hindu-Statuen
  • Bois-Chéri-Teeplantage
  • Vulkan Trou aux Cerfs
  • Regenwald Black River Gorges National Park & Tamarin-Wasserfälle
  • Flic en Flac: Startpunkt der Delfintour & Crystal Rock
  • St. Aubin
  • Blue Bay Marine Park zum Schnorcheln und Tauchen

Weitere schöne Sehenswürdigkeiten auf Mauritius (Inseln)

  • Île aux Cerfs
  • Île aux Aigrettes
  • Île Rodrigues (sehr weit weg von der Hauptinsel)

Die besten Strände auf Mauritius

Die schönsten Strände auf Mauritius im Überblick

  • im Norden: Trou aux Biches | Mont Choisy | Grand Baie Public Beach
  • an der Westküste: Flic en Flac | Le Morne Beach | Tamarin Beach
  • im Süden: Gris Gris | St. Félix
  • im Osten der Insel: Belle Mare | Île aux Cerfs | Blue Bay

Unsere persönliche Top 3 der besten Strände

1. Trou aux Biches Beach und Le Morne Beach
2. Belle Mare Beach
3. Mont Choisy Beach

Unseren gesonderten Artikel zu den schönsten Stränden und Strandhotels auf Mauritius gibt es <hier>.

Eine Wanderung auf den Berg Le Morne Brabant

Wer gern wandert, kann den 556m hohen Berg Le Morne Brabant auf der Le-Morne-Halbinsel erklimmen, der seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Eine Tour auf dem 3,5km langen Wanderweg (einfache Strecke, bzw. 7km langen Rundweg) soll laut unserer Recherche drei bis vier Stunden in Anspruch nehmen. Wichtig zu wissen: Die Besteigung des oberen Teils des Bergs ist nur mit autorisierten und zertifizierten Bergführern möglich.

Doch so idyllisch, wie es heute auf der Le-Morne-Halbinsel zugeht, war es nicht immer. Denn hinter “Le Morne” (dt. der Trübsinnige, Bedrückte, Freudlose) steckt eine traurige Geschichte. Nachdem die Niederländer die Insel um 1710 verlassen hatten, führten die Franzosen die Kolonialherrschaft ab 1715 fort und rekrutierten weitere Sklaven vom afrikanischen Festland und aus Madagaskar. Diese sollten überall auf der Insel Zuckerrohrplantagen anlegen und bewirtschaften. Um den harten Arbeits- und Lebensbedingungen zu entkommen, flohen sie auf den Berg Le Morne Brabant und versteckten sich dort in Basalthöhlen. Nach einem erbitterten Seekampf zwischen Franzosen und Briten übernahmen die Briten dann im Jahr 1810 die Herrschaft über Mauritius und schafften auf der gesamten Insel die Sklaverei ab. Um den Sklaven ihre Freiheit zu verkünden, entsandten die Briten eine Gruppe aus Polizisten und Soldaten auf den Morne Brabant. Da die Sklaven jedoch so verängstigt waren und dachten, erneut versklavt zu werden, sprangen sie voller Panik von den Klippen des Morne Brabant, um sich das Leben zu nehmen. Der Name des Bergs soll heute noch an dieses tragische Ereignis erinnern.

Übrigens nahmen wir selbst nicht an einer solchen Hiking-Tour teil.

Eine Delfintour an der Westküste inkl. Ausflug zum Crystal Rock

An der Westküste von Mauritius ist es außerdem möglich, mit wilden Delfinen im offenen Meer zu schwimmen, was nicht ganz so einfach ist. Unseren ehrlichen Erfahrungsbericht gibt es <hier>.

Tauchen und Schnorcheln auf Mauritius

Auch wenn M auf Mauritius keinen großen Tieren beim Tauchen begegnet ist, fand er es dennoch lohnenswert.

Einen gesonderten Artikel über seine acht Tauchgänge in Grand Baie und am Tauchspot Coin de Mire findet man <hier>.

Der Regenwald Black River Gorges National Park

Mit seinen 67,54km² ist der Black River Gorges National Park der größte Nationalpark auf Mauritius. In dem Regenwald, der sich im Südwesten der Insel befindet, leben keine gefährlichen Tiere, wie beispielsweise Schlangen oder Krokodile. Lediglich Affen (Makaken), die rosa Taube, der Mauritius-Turmfalke, der Echosittich und der Mauritius-Flughund fühlen sich hier heimisch. Aber auch den Mauritiusbülbül (Vogel), das Mauritius-Oliven-Weißauge (Vogel) sowie Wildschweine und Hirsche kann man hier mit ein bisschen Glück sichten. Dadurch ist eine Wanderung auf den 60km langen Rundwegen durch den Nationalpark auch gut ohne Guide möglich. Wer nicht nur Fotos auf der Aussichtsplattform schießen möchte, sondern eine Tour durch den Wald bevorzugt, sollte unbedingt Wanderschuhe, Mückenschutz und Sonnencrème mitbringen.

Übrigens befindet sich der höchste Berg der gesamten Insel, der 828m hohe namensgebende Piton de la Petite Rivière Noire, hier im Black River Gorges National Park. Außerdem entspringt hier im Regenwald der Black River, der dann in den Indischen Ozean mündet.

Jährlich zählt der Nationalpark mehr als 250.000 Besucher. Neben imposanten Wasserfällen, Flüssen, Schluchten und Bergen gibt es hier für die Touristen auch Picknickplätze, Informationszentren und einen Kiosk.

Die 7-farbige Erde: Chamarel’s Seven Coloured Earth Geopark und der Chamarel-Wasserfall

In dem 8,5 Hektar großen Chamarel-Geopark kann man ein geologisches Naturschauspiel bewundern, das auf eine drei Millionen Jahre alte Geschichte zurückblickt und das es in dieser Form nur auf Mauritius gibt: die 7-farbige Erde. Die bis zu 15m dicken Sanddünen in den Farben Rot, Braun, Violett, Grün, Blau, Lila und Gelb sind das Ergebnis eines Vulkanausbruchs und der Witterungsverhältnisse, die in den vergangenen tausend Jahren vorherrschten. Aus dem ausgetretenen Magma entstand im Laufe der Millionen Jahre Basalt, der sich schließlich aufgrund der Feuchtigkeit und der Hitze zu durchlässigem Ton verwandelte. Dieser Zersetzungsprozess hinterließ dort im Geopark Eisen- und Aluminiumoxide. Dabei hat das Eisenoxid den Sand rot bis braun gefärbt, während das Aluminiumoxid Farbschichten von Blau bis Violettblau erzeugt hat. Die gut sichtbare Trennung der unterschiedlichen Farben lässt sich damit erklären, dass die Eisen- und Aluminiumpartikel eine natürliche Abstoßungsreaktion aufeinander ausüben. Zudem wurden die wirbelnden Muster der Dünen durch den Regen der letzten tausend Jahre geformt. Je nach Tageszeit, Lichteinfällen und aktueller Wetterlage sehen die Farben stundenweise mal heller und mal dunkler aus.

Von einer Aussichtsplattform aus kann man außerdem noch den Chamarel-Wasserfall bestaunen, der knapp 100m in die Tiefe stürzt. Neben den Naturschauspielen gibt es hier noch einen Coffee-Shop, einen Souvenir-Shop und ein Gehege mit Riesenschildkröten.

La Vallée des Couleurs (Das Tal der Farben bzw. die 23-farbige Erde)

Auf Mauritius gibt es nicht nur die 7-farbige Erde in Chamarel, sondern auch noch die 23-farbige Erde im Tal der Farben (La Vallée des Couleurs). Beide sollten also nicht miteinander verwechselt werden. In diesem kommerziellen Bespaßungsparadies landeten wir nur, weil uns unser privater Taxifahrer-Guide hierhin brachte. Die Hauptattraktionen waren das Quadfahren, die Ziplines, eine Nepalesische Hängebrücke und das Bergrodel-Kartfahren. Neben der 23-farbigen Erde, die genauso entstanden war wie die 7-farbige Erde, gibt es hier noch vier Wasserfälle sowie frei lebende Riesenschildkröten zu entdecken.

Unser persönliches Fazit: Das Vallée des Couleurs ist unseres Erachtens ein guter Vergnügungsort für abenteuerlustige Familien mit Kindern, aber weniger etwas für Naturliebhaber. Da die bunt gefärbten Sanddünen in Chamarel viel schöner aussehen als die im Tal der Farben, hätten wir auch auf einen Besuch verzichten können.

Die Rumbrennerei Rhumerie de Chamarel (inkl. Rumverkostung)

Inmitten zahlreicher Zuckerrohrplantagen befindet sich die Rumbrennerei Rhumerie de Chamarel, die auch 30- bis 40-minütige Touren auf Englisch und Französisch anbietet. Diese enden immer mit einer Verkostung von sieben verschiedenen Rumsorten. Ich probierte den Vanille-Rum, Kaffee-Rum, Kokosnuss-Rum, Mandarinen-Rum sowie den Classic-, den Exotic-Spices- und den Gold-Rum. Gegen einen relativ hohen Aufpreis konnte man auch noch die teureren Sorten verkosten.

Nach der Verkostung sollte man auch mal ein Auge auf den knallgrünen Gecko werfen, der immer die Schnapsreste aus den Gläsern aufleckt und dann halb betrunken und regungslos am Baumstamm klebt, so als würde er gerade seinen Rausch ausschlafen. Dieser erinnerte uns an eine lustige Doku über Tiere, die sich in der Natur ganz gezielt Früchte mit Alkoholgehalt suchen und dann sturzbetrunken in der Natur herumliegen. Unser kleiner grüner Freund scheint auch ganz genau zu wissen, was schmeckt.

Kommen wir nun zum Kerngeschäft der Rumbrennerei: Diese kauft das Zuckerrohr nicht bei den mauritischen Bauern ein, sondern baut ihn selbst auf ihren Feldern an. Anschließend erfolgt die Ernte von Hand im Zeitraum von Juli bis Dezember. Innerhalb der ersten vier Stunden nach der Ernte wird das Zuckerrohr zur Weiterverarbeitung in die Fabrik gebracht. Im Gegensatz zum traditionellen Rum, der durch die Destillation von Melasse produziert wird, wird der landwirtschaftliche Rum in der Chamarel-Fabrik durch die Destillation von reinem Zuckerrohrsaft gewonnen. Dabei wird dieser gewonnene Saft zunächst gefiltert und danach in Edelstahltanks aufgefangen, wo die alkoholische Gärung eingeleitet wird. Später werden noch diverse Hefen hinzugefügt. In den folgenden sechs Monaten muss der destillierte Rum weiterhin in den Edelstahltanks verweilen, um den Alkoholgehalt zu reduzieren und um ein schmackhaftes Aroma zu erzeugen.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz stehen in der Chamarel-Rumbrennerei an erster Stelle, denn hier gibt es keine echten Abfallprodukte. So werden die faserigen Reste, die nach der Saftgewinnung übrig bleiben (=Bagasse), für die Stromerzeugung genutzt. Zudem wird die angefallene Asche als Dünger auf den Feldern verstreut. Und der aus dem Herstellungsprozess gewonnene Dampf wird zur Bewässerung der Gärten verwendet.

Wer mit leerem Magen in der Chamarel-Rumbrennerei ankommt, kann im Übrigen auch im hauseigenen Restaurant ein leckeres Mittagessen genießen.

Die Baie du Cap mit Aussichtspunkt: Der Maconde Viewpoint

An der Küstenstraße zwischen Bel Omre und Le Morne befindet sich der Maconde-Aussichtspunkt. Hier lohnt es sich, mal kurz für fünf Minuten eine Pause einzulegen.

Der Ganga Talao (Grand Bassin) mit den Hindu-Statuen

67% der mauritischen Bevölkerung stammen ursprünglich aus Indien, der Großteil unter ihnen sind Hinduisten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass ganz Mauritius sehr indisch bzw. hinduistisch geprägt ist. Die wichtigste und heiligste Pilgerstätte der Hindus auf Mauritius ist der Ganga Talao bzw. das Grand Bassin. Neben der 33m hohen Shiva-Statue und der ebenfalls 33m hohen Durga-Maa-Bhavani-Statue findet man rund um den Kratersee noch viele weitere kleinere hinduistische Götter verteilt.

Wichtiger Sicherheitshinweis: Fotografiert auf keinen Fall die Affen (Makaken), diese werden nämlich extrem aggressiv, sobald man eine Kamera auf sie richtet. Als eines der Tiere mitbekam, wie ich gerade zum Foto ansetzen wollte, schaute es mich mit feuerrot blitzenden Augen an, fauchte und kam in Angriffspose auf mich zu. Mit seiner Wut scheuchte der Affe auch die vielen anderen Makaken auf, die uns umzingelten und uns alle gleichzeitig attackieren wollten. Wir stellten uns dann schnell zu einer Reisegruppe und einem Guide hinzu, um auf die Affen als größere Masse zu wirken. Das Beste ist, sich möglichst weit von den Affen entfernt aufzuhalten, sie nicht zu fotografieren und ihnen nichts zu fressen zu geben.

Die Bois-Chéri-Teeplantage und -fabrik

Bois Chéri, deren Geschichte bis in das Jahr 1892 zurückreicht, war die größte Teeplantage auf ganz Mauritius. Auch heute noch ist Bois Chéri der größte Teeproduzent der ganzen Insel. In der Fabrik erhält man einen Einblick in die Herstellungsprozesse vom Anbau über die Ernte bis hin zur Verpackung.

Gut zu wissen: Nicht nur die Fabrik selbst, sondern das gesamte Gebiet der Teeplantagen heißt “Bois Chéri”. Unser Guide wollte uns nur zu den Feldern fahren und riet uns von einem Besuch der Fabrik ab, weil die Geräte zur Teeproduktion seiner Meinung nach nicht mehr in Betrieb seien. (Wir selbst waren nicht dort und können das nicht beurteilen.)

Dennoch haben wir auf unserem Zwischenstopp an der Teeplantage etwas Interessantes gelernt: Wusstet ihr, dass man aus ein und derselben Pflanze Schwarztee und Grüntee herstellen kann? Wir gingen bisher immer davon aus, dass das zwei verschiedene Pflanzen seien.

Der Maheswarnath-Mandir-Tempel

Wie bereits erwähnt, ist die mauritische Bevölkerung sehr indisch bzw. hinduistisch geprägt, da 67% der Bevölkerung indischen Ursprungs sind. Neben den hunderten kleinen Hindu-Tempeln gab es noch einen größeren auf der Insel: den Maheswarnath-Mandir in Triolet im Nordwesten von Mauritius.

Wir selbst fuhren von unserem Hotel, dem Trou aux Biches Beachcomber Golf Resort, mit dem öffentlichen Bus dorthin. Die Kassiererin im Bus sagte uns dann freundlicherweise noch, wo wir aussteigen sollen und der Busfahrer hielt für uns extra vor dem Tempel an. (Man hätte aber auch von unserem Hotel aus hinlaufen können. Wir waren vorher noch am Mont Choisy Beach und fuhren deshalb gleich mit dem Bus durch.)

Der Botanische Garten Sir Seewoosagur Ramgoolam (Pamplemousses Garden)

Eine weitere Hauptattraktion im Norden von Mauritius ist auch der Botanische Garten Sir Seewoosagur Ramgoolam Botanical Garden (kurz: SSR Botanical Garden), der auch als Pamplemousses Botanical Garden bezeichnet wird. Er befindet sich acht Kilometer nördlich von der Hauptstadt Port Louis in der Nähe des Ortes Pamplemousses.

Er beherbergt über 650 Pflanzenarten, darunter auch 85 verschiedene Palmenarten, aus der ganzen Welt. Bekannt wurde er aber aufgrund der einzigartigen Riesenseerosen, vor denen sich zahlreiche Instagrammer in Szene setzen. Aber auch die berühmten Baobabs, Dutzende von Heilpflanzen und einen großen Gewürzgarten findet man hier vor.

Besonders beeindruckend fanden wir, dass sogar Nelson Mandela dort am 11.09.1998 einen Baum pflanzte, wie wir einem Gedenkstein entnehmen konnten. Und auch der ehemalige französische Staatspräsident François Mitterand durfte gleich daneben einen Baum einsetzen.

Das Zuckermuseum „L‘aventure du sucre“ (inkl. Zucker- und Rumverkostung)

Neben dem Tourismus war auch die Zuckerproduktion eine wichtige Einnahmequelle der Mauritier, wie man schon an den vielen Zuckerrohrplantagen erkennen kann, die auf der gesamten Insel verteilt sind. Das Zuckermuseum “L’aventure du sucre” in einer alten Fabrik namens Beau Plan gibt einen interaktiven Einblick über die Geschichte des Zuckerrohrs von der Kolonialzeit bis hin zur heutigen Bedeutung des Zuckerrohrs auf Mauritius. Am Ende wartet noch eine Zucker- und Rumverkostung auf die Besucher.

Zuckerrohr war die erste Nutzpflanze auf Mauritius, die die Niederländer dort zwischen 1598 und 1710 einführten, um daraus ein alkoholhaltiges Getränk namens “Arrak” zu brauen. Als die Franzosen dann 1715 auf die Insel kamen, rekrutierten sie Sklaven vom afrikanischen Festland und aus Madagaskar, die unter harten Bedingungen auf den Zuckerrohrplantagen arbeiten mussten. In dieser Zeit wurden auch neue Technologien zum Bau neuer Mühlen eingeführt. Während der Zeit der britischen Herrschaftsübernahme ab 1810 waren 90% der mauritischen Bevölkerung in der Zuckerindustrie tätig, wobei gleichzeitig auch die Sklaverei abgeschafft wurde. Im Jahr 1859 gab es 259 Zuckerrohrmühlen auf der Insel. Seit der mauritischen Unabhängigkeit im Jahr 1968 ging die Zahl der Zuckerfabriken aber dann stetig zurück. Im Jahr 2018 waren schließlich nur noch vier der ursprünglich 259 Zuckerrohrmühlen in Betrieb. Aber auch all die anderen ungenutzten Mühlen und Kamine sind heute noch überall auf der Insel sichtbar und erinnern an vergangene Zeiten. Gründe für den stetigen Rückgang der Zuckerproduktion sind die hohen Betriebskosten und die gesunkenen Weltmarktpreise für Zucker, was sich für viele Kleinbauern nicht mehr rechnete. Summa summarum trägt die Zuckerherstellung heute nur noch 2% zum nationalen Bruttoinlandsprodukt bei. Dabei stellen die vier noch intakten Fabriken jährlich 450.000 Tonnen des weißen Goldes her. Damit nicht noch mehr Kleinbauern ihre Tätigkeit aufgeben, hat die mauritische Regierung mit Hilfe der Europäischen Union Programme ins Leben gerufen, um die Zuckerrohr-Bauern finanziell zu unterstützen. Dabei haben sich auch viele Kleinbauern Fair-Trade-zertifizierten Genossenschaften angeschlossen, um von den Fair-Trade-Zuschüssen zu profitieren.

Die Landwirte verdienen aber nicht nur Geld durch den Verkauf ihres Zuckers, sondern auch mit den zwei wichtigsten Abfallprodukten. So wird Bagasse von Wärmekraftwerken zur Stromerzeugung aufgekauft und Melasse wird zu Ethanol verarbeitet.

Wusstet ihr, dass man viele verschiedene Sorten aus dem Zuckerrohr herstellen kann? All diese könnt ihr dort im Museum probieren!

Die Kirche St. François d‘Assise

Die katholische Kirche St. François d‘Assise ist die drittälteste Kirche auf ganz Mauritius. Sie befindet sich in Pamplemousses gegenüber des Haupteingangs des Botanischen Gartens.

Hunderte kleine, bunte Hindu-Tempel

Wie bereits erwähnt, sind knapp 67% der mauritischen Bevölkerung indischer Abstammung. Zudem sind ca. die Hälfte der Inselbewohner Hinduisten, was auch die Hauptreligion in Indien ist. Deshalb war es nicht so verwunderlich, dass überall auf Mauritius hunderte kleine Hindu-Tempel verteilt waren.

Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Port Louis

Das Fort Adelaide (Citadel bzw. Citadelle)

Das Fort Adelaide auf dem “Kleinen Berg” der Hauptstadt Port Louis ist auch als “La Citadelle” (frz.) bzw. “Citadel” (engl.) bekannt und wurde nach der Ehefrau des englischen Königs Wilhelm IV benannt. Es geht auf die britische Herrschaftszeit (1810-1969) zurück und wurde ursprünglich erbaut, um den Hafen vor möglichen Angriffen zu schützen. Gleichzeitig wollte man von dort oben aus den Überblick über die eigene heimische Bevölkerung behalten, die aufgrund der damaligen Rassentrennung jederzeit einen Aufstand hätten verüben können. Aus heutiger Sicht kann man jedoch festhalten, dass die 1840 fertiggestellte Festung nie für militärische oder polizeiliche Zwecke genutzt wurde.

Was wir besonders spannend finden, ist die Tatsache, dass der Bau des Forts auch den Beginn der indischen Einwanderungszeit markiert. Denn nach der Abschaffung der Sklaverei gab es auf Mauritius einen großen Arbeitskräftemangel, sodass die Briten im Jahr 1837 qualifizierte Steinmetze, Maurer, Bauarbeiter und andere Handwerker aus Indien anwerben mussten, um das Fort Adelaide überhaupt erst errichten lassen zu können. Nun wissen wir auch, warum 67% der heutigen Bevölkerung auf Mauritius indischer Abstammung sind. (Das Anwerben ausländischer Arbeitskräfte kann man so ungefähr mit Deutschland vergleichen, das damals auch Arbeiter aus Italien und der Türkei rekrutierte.)

Der Zentralmarkt (Central Market)

Auf dem Zentralmarkt in Port Louis herrscht die ganze Woche über reges Treiben, denn dieser zieht sowohl Einheimische als auch interessierte Touristen an. Abhängig von seinen angepriesenen Produkten wird er in unterschiedliche Bereiche unterteilt, wobei der Obst- und Gemüseverkauf den Großteil ausmacht. Im ersten Stock findet man den berühmten Handwerksmarkt, wo man eine breite Auswahl an lokal hergestellten Souvenirs und regionalem Kunsthandwerk vorfindet.

Außerdem gibt es verschiedene Street-Food-Stände, wo man u.a. die Dhall Puri (aus Kichererbsen und Mehl) oder den Aloude (Milchshake mit Basilikumsamen und geriebenem Gelee) probieren kann. Auch Samoussas (mit Kartoffeln gefüllte Teigtaschen), Bajas (Teigtaschen aus Kichererbsenmehl) oder Gato Piment (Teigtaschen aus gelben Spalterbsen und Chili) kann man hier verkosten.

Der Umbrella Square

Bei dem Umbrella Square handelt es sich um eine Shoppingstraße an der Caudan Waterfront, die mit zahlreichen bunten Regenschirmen überdacht ist und die viele Instagrammer anzieht. Bei der Sichtung alter Fotos aus dem Internet fiel uns auf, dass die Regenschirme immer unterschiedliche Farben haben. Deshalb gehen wir davon aus, dass diese von Zeit zu Zeit immer wieder erneuert werden. Auf dem Umbrella Square gibt es viele Verkaufsstände für Kleidung und Souvenirs.

Die Caudan Waterfront

Die Caudan Waterfront ist ein beliebtes Shoppingziel bei Einheimischen und Touristen. Hier findet man verschiedene Geschäfte, Banken, Casinos, Kinos, Restaurants sowie einen Jachthafen und ein 5-Sterne-Hotel (Le Labourdonnais) vor.

Das Ozeaneum Odysseo

Auf einer Besucherfläche von 5500m² beherbergt das Ozeaneum insgesamt 3500 Tiere aus 200 Arten, die in 45 Aquarien untergebracht sind. Hier leben u.a. Stachelrochen, Haie, Aale und eine Vielzahl bunter Fische. Zusätzlich zum Eintrittspreis kann man noch zwei weitere Aktivitäten hinzubuchen, eine Haibegegnung (shark encounter) und das Füttern von Rochen (“Feed the rays”).

Weitere Impressionen aus der Hauptstadt Port Louis

Das Blue-Penny-Kunstmuseum | Die Alte Windmühle (vieux moulin) | Das Port Louis Waterfront Astrolabe Building


Die beste Reisezeit für Mauritius

Die zwei wichtigsten Dinge über das mauritische Wetter lernten wir direkt nach unserer Ankunft von unserem Taxifahrer, der uns vom Flughafen abholte:

1. „C‘est une île tropicale.“ (Es ist eine tropische Insel. Von Bilderbuch-Sonnenschein über Dauerregen und Zyklone ist alles möglich.)

2. „Never trust the weather app.“ (Vertraue niemals der Wetter-App, denn das Wetter ist sehr wechselhaft und stimmt nie mit den Vorhersagen überein. D.h. an einem einzigen Tag kann man sämtliche Wetterphänomene gleich mehrfach erleben.)

Grundsätzlich gilt: Für uns Europäer ist der mauritische Winter von Mai bis Oktober die beste Reisezeit, da es trockener, weniger windig und nicht ganz so heiß ist. Der August gilt mit 13°C bis 25°C als der kälteste Monat. Von Juni bis August sollte man sich daher auch noch lange Kleidungsstücke einpacken, besonders auch für die Abende. Doch auch im mauritischen Winter, der trockeneren Zeit, kann es mehrfach täglich regnen, wie wir auch mehrfach zu spüren bekamen. Ungefähr zwei Tage lang goss es bei uns im Juni sogar durchgehend in Strömen.

Die Einheimischen nannten uns als beste Reisezeit mehrfach übereinstimmend die Monate von September bis Dezember, wobei es dann für uns Europäer schon wieder zu warm sein könnte.

Unbedingt meiden sollte man den Januar und Februar, weil zu dieser Zeit mehrtägige Zyklone die Insel beherrschen, die dafür sorgen, dass Hotelgäste laut unseren Taxifahrer teilweise bis zu fünf Tage am Stück ihr Hotelzimmer nicht verlassen dürfen.

Die besten Bedingungen zum Kitesurfen gibt es von Juni bis August. Hier bietet sich der Süden der Insel, beispielsweise die Le-Morne-Halbinsel, besonders gut an.

Mauritius erkunden: Mit dem Mietwagen, dem Taxi, einer Reiseagentur oder dem öffentlichen Bus?

Die Anreise nach Mauritius mit Air France

Wir selbst reisten mit Air France nach Mauritius und hatten noch einen Zwischenstopp in Paris. Der Flughafen Charles-de-Gaulle, den wir noch vor einigen Jahren ziemlich ätzend fanden, hat sich im Laufe der Jahre ganz schön herausgeputzt und wurde inzwischen auch modernisiert. Mit Air France waren wir eher weniger zufrieden, was an der erheblich eingeschränkten Essensauswahl und dem fehlenden Nachtservice (Getränkeausgabe) lag.

Wichtig zu wissen: Oftmals wird im Internet angegeben, dass sich der internationale Flughafen von Mauritius in der Hauptstadt Port Louis befindet. Das ist absolut falsch. Port Louis liegt im Nordwesten der Insel und der Flughafen dagegen im Südosten an der Blue Bay, also genau entgegengesetzt. Beide sind 47,5km voneinander entfernt, was einer Fahrtzeit von einer dreiviertel Stunde entspricht.

 

Unser Flughafentransfer

Unseren privaten Flughafentransfer für die An- und Abreise buchten wir vorab via booking.com. Hierfür zahlten wir zusammen als Paar 36€ pro Strecke. Bei unserem Taxifahrer-Guide Yoga hätten wir deutlich mehr dafür bezahlt, wie er uns auf unserer Sightseeing-Tour in seiner Preisliste zeigte. Kurzum: Bucht euren Flughafentransfer lieber via booking.com und nicht über euer Hotel oder bei einem Taxifahrer vor Ort. Qualitativ gab es nämlich zu den teureren Taxis keine Unterschiede. Denn sowohl auf der Fahrt zum Hotel als auch auf der Rückfahrt zum Flughafen agierten unsere Taxifahrer als Reiseführer und erzählten uns ununterbrochen etwas über die Insel. Diesen kostenlosen Zusatzservice schätzten wir sehr.

Sightseeing auf Mauritius mit einem Mietwagen

Darüber, ob man Mauritius mit einem Mietwagen oder mit einem Taxifahrer-Guide erkunden soll, scheiden sich im Internet die Geister. Daher probierten wir beides aus. Bei Check24 buchten wir vorab für einen Tag einen Mietwagen des bekannten Anbieters Hertz. Hierfür zahlten wir eine Leihgebühr von 55€ + 12€ für das Navi + 28,68€ für das Tanken. Am Ende kamen wir auf einen Tagespreis von 95,68€ und mussten uns auch noch durch den Linksverkehr kämpfen, was für uns Neulinge sehr ungewohnt war. Außerdem mussten wir unsere Sightseeing-Route selbst koordinieren und erhielten keinerlei Hintergrund-Informationen. Mit einem Mietwagen ist man also komplett auf sich allein gestellt und unabhängig.

Im Übrigen trafen wir uns mit der Dame von Hertz in unserem Hotel an der Rezeption, wo wir noch ein paar Formulare unterschreiben mussten. Hier darf man nicht unerwähnt lassen, dass sie erst eine dreiviertel Stunde nach der vereinbarten Uhrzeit auftauchte und wir so lange verärgert auf sie warten mussten. Die Mitarbeiter des Housekeeping riefen für uns sogar noch mehrfach bei Hertz an, um nachzufragen, wo sie denn blieben. Am Ende hieß es, die Dame sei bereits um 9:00 Uhr im Hotel gewesen, aber hätte uns nirgendwo vorgefunden (11:00 Uhr war die gebuchte und bestätigte Uhrzeit, sodass wir ab 10:50 Uhr an der Rezeption warteten; von 9:00 Uhr war nie die Rede). Unser Auto fuhr sie uns direkt auf den Hotelparkplatz des Trou aux Biches Beachcomber Resorts. Die Schlüsselrückgabe am Abend erfolgte dann über den Housekeeping-Schalter an unserer Rezeption, sodass wir das Auto einfach auf dem Hotelparkplatz stehen lassen konnten.

Sightseeing auf Mauritius mit der Ausflugs-Agentur Mautourco

Nach unserer Mietwagentour entdeckten wir ein Büro der Ausflugs-Agentur Mautourco in unserem Hotel, bei der wir einen Trip in die Hauptstadt Port Louis buchten. Dieser beinhaltete auch den Besuch des Zuckermuseums (L’aventure du sucre) und des Botanischen Gartens in Pamplemousses. Im Nachhinein können wir nur von diesem Anbieter abraten, da wir selbst schlechte Erfahrungen mit diesem machten. Allein der Gruppenausflug mit 14 Personen kostete uns pro Person(!!) überteuerte 110€ (=220€ zu zweit). (Eigentlich würde man meinen, dass Gruppenausflüge billiger als Privattouren seien.) Unser deutschsprachiger Guide B. verhielt sich absolut unprofessionell und unverschämt. Er war sowohl fachlich hochgradig inkompetent als auch zwischenmenschlich eine Vollkatastrophe. Nach einer sehr langen schriftlichen Beschwerde bekamen wir sogar 50% des Preises erstattet. Auch andere Touristen, die mit uns auf dem Gruppenausflug unterwegs waren, wollten sich im Nachhinein über den Guide beschweren (ob sie es durchgezogen haben, wissen wir nicht). Das Preis-Leistungsverhältnis bei Mautourco war absolut schlecht.

Unsere Empfehlung: Sightseeing auf Mauritius mit einem privaten Taxifahrer-Guide

Nach dem absoluten Reinfall mit der Ausflugs-Agentur Mautourco wollten wir noch die privaten Taxifahrer-Guides testen. Vorab lasen wir nämlich im Internet, dass die Taxifahrer auf Mauritius auch Sightseeing-Touren anböten und dabei sogar als Reiseführer agierten. In unserem zweiten Hotel, dem Paradis Beachcomber Golf Resort & Spa sahen wir auf dem Hotelparkplatz einen Taxifahrer stehen, den wir noch vor dem Frühstück ansprachen. Ganz kurzfristig buchten wir dann für denselben Tag eine maßgeschneiderte Sightseeingtour für 4800 Rupien (102,58€) bei ihm. Wir überreichten ihm eine Liste an Sehenswürdigkeiten, die wir sehen wollten, und er koordinierte dann die Reiseroute. Den gesamten Tag über stand uns Yoga nicht nur als Fahrer, sondern auch als kompetenter Reiseführer zur Verfügung. Sein umfangreiches Hintergrundwissen machte uns so sprachlos, dass wir ihm sogar 5000 (statt 4800) Rupien gaben. Da Yoga im Zentrum von Mauritius wohnt, bietet er seine Touren sogar auf der gesamten Insel an, wenn man dies vorher mit ihm vereinbart. Seinen festen Stellplatz hat er im Paradis Beachcomber Golf Resort & Spa.

Seine Kontaktdaten: Yoga: Car No Y633/ yogboodadoo@gmail.com/ Mobil: 002352504345

Achtung: Für den darauffolgenden Tag benötigten wir einen Transfer von unserem Hotel nach Black River, weil von dort aus die Delfintour starten sollte. Die jeweils 15-minütige Fahrt hätte uns bei Yoga 70€ gekostet, was uns viel zu teuer erschien. Kurzum: Taxifahrten von A nach B sind verhältnismäßig wesentlich teurer als ganztägige private Sightseeing-Touren. So beschlossen wir also, unseren Taxi-Guide auch für den zweiten Tag fest für einen Ganztagestrip zu buchen und gaben ihm weitere 4800 Rupien. Nach der Delfintour zeigte er uns dann nämlich noch wunschgemäß den Westen der Insel.

Die Fortbewegung mit dem öffentlichen Bus

Und dann gab es da noch die öffentlichen Busse, die wir ebenfalls nutzten. M fuhr damit mehrfach zur Tauchbasis nach Grand Baie und bezahlte dafür umgerechnet pro Strecke nur 65 Cents. Außerdem brachte uns der öffentliche Bus noch zum Mont Choisy Beach und zum Hindu-Tempel Maheswarnath Mandir. In jedem Bus gab es einen Fahrer und eine Kassiererin, bei der man bezahlen musste. Direkt vor unserem Hotel, dem Trou aux Biches Beachcomber Resort & Spa, befand sich sogar eine Bushaltestelle.

Da die Fahrten mit dem öffentlichen Bus aber sehr lange dauern, raten wir davon ab, auf diese Weise die gesamte Insel erkunden zu wollen. Allein schon die 7km lange Fahrt von unserem Hotel bis zur Tauchbasis in Grand Baie dauerte zwischen 20 und 30 Minuten.

Im Übrigen gab es bei uns in Triolet zwei unterschiedliche Busse: die rot-weißen und die ganz bunten, in denen indische Musik gespielt wurde. Die Fahrer waren jedoch allesamt ziemlich rabiat unterwegs.

Für einzelne kurze Strecken empfehlen wir aus Kostengründen den öffentlichen Bus.

Unser Fazit: Das beste Fortbewegungsmittel auf Mauritius zur Insel-Erkundung

Übersicht über die Preise für einen Tagesausflug

  • Sightseeing-Tour (Gruppenausflug mit 14 Leuten) mit Mautourco: 220€ für uns beide zusammen
  • Mietwagen von Hertz für einen Tag: 95,68€
  • Privater Taxifahrer-Guide (der die Ausflugsroute nach deinen Wünschen erstellt): 102,58€ für uns beide zusammen

Nachdem wir alle Sightseeing-Möglichkeiten auf der Insel ausprobierten, können wir eine ganz klare Empfehlung aussprechen: Nehmt euch einen privaten Taxifahrer-Guide auf der Insel. Wenn ihr nur ganz kurze Strecken fahren wollt, eignet sich auch der öffentliche Bus.

Unsere Hotels auf Mauritius

Wir verweilten zehn Nächte im Trou aux Biches Beachcomber Resort & Spa in einer Junior Suite mit Vollpension. Drei weitere Nächte verbrachten wir im Paradis Beachcomber Golf Resort & Spa in einem Tropical Room mit All Inclusive (ohne Getränke). Aufgrund unserer Erfahrungen empfehlen wir allen Mauritius-Urlaubern ebenfalls das Hotel-Hopping auf der Insel.

Unseren gesonderten Artikel zu beiden 5-Sterne-Hotels gibt es <hier>.

Das Trou aux Biches Beachcomber Resort & Spa

Das Paradis Beachcomber Golf Resort & Spa (Le Morne)

Exkurs: Mark Twain und sein angebliches Zitat über Mauritius

Eigentlich wollten wir unseren Blogartikel über Mauritius mit den folgenden Worten von Mark Twain einleiten, die man überall im Internet finden kann:

“Mauritius was created first, then heaven and that heaven was copied after Mauritius.”

Doch unsere Recherche brachte uns auf eine mauritische Internetseite, die darüber aufklärt, dass dieses Zitat vollkommen aus dem Kontext gerissen wurde und Mark Twain diese Worte in dieser Form niemals äußerte. Im Original schrieb er am 18. April 1896:

“Dies ist das einzige Land der Welt, in dem der Fremde nicht gefragt wird: ‘Wie gefällt es Ihnen hier?’ Dies ist in der Tat ein großer Unterschied. Hier spricht der Bürger selbst über das Land; der Fremde wird nicht um Hilfe gebeten. Sie erhalten alle möglichen Informationen. Von einem Bürger erfährt man, dass zuerst Mauritius entstanden ist und dann der Himmel; und dass der Himmel nach Mauritius kopiert wurde. Ein anderer sagt Ihnen, dass dies eine Übertreibung sei, dass die beiden wichtigsten Dörfer, Port Louis und Curepipe, nicht an die himmlische Perfektion herankämen, dass niemand in Port Louis wohne, es sei denn unter Zwang, und dass Curepipe der feuchteste und regenreichste Ort der Welt sei.”

Quelle: mauritiuslyyours.com

Beim Lesen des Originalwortlautes wird schnell deutlich, dass Mark Twain Mauritius niemals selbst mit dem Paradies verglich. Kurzum: Augen auf bei der Informationsbeschaffung im Internet!

Lohnt sich eine Reise auf die exotische Insel? – Unsere Erkenntnisse und Reisetipps

Mauritius war für uns (nach unserem Malediven-Urlaub) erst Liebe auf den zweiten Blick, weil wir anfangs den Fehler machten, die beiden Inseln miteinander zu vergleichen. Aber dann mussten wir nach unserer Rückkehr noch viele Wochen an Mauritius zurückdenken und hätten am liebsten wieder unsere Koffer gepackt.

Unsere Erkenntnisse und Tipps wollen wir im Folgenden zusammenfassen:

1. Wer nur Strandurlaub machen möchte, ist hier auf Mauritius falsch, weil es so viel zu entdecken gibt. Die hier genannten Sehenswürdigkeiten nicht anzuschauen, wäre ein großer Fehler.

2. Der Süden der Insel ist landschaftlich schöner und von den Touristen her weniger belebt. Wer nur Strandurlaub im überfüllten Flic en Flac machen möchte, der wird am Ende von Mauritius enttäuscht sein.

3. Die Servicequalität auf der Insel ist extrem schwankend von sehr gut bis sehr schlecht, was uns zweimal dazu veranlasste, uns über die Mitarbeiter zweier Agenturen zu beschweren. Das haben wir in keinem anderen bisher bereisten Land dieser Welt so erlebt. Außerdem legten manche Mauritier einen gewissen (ungerechtfertigten) Stolz an den Tag und ließen sich tatsächlich nichts sagen, wie bereits Mark Twain erkannt hatte. Auch blieben mehrere E-Mail-Anfragen an verschiedene Einrichtungen, die wir vor der Reise kontaktiert hatten, unbeantwortet. Die Insel, die überwiegend vom Tourismus lebt, schien offenbar an uns Touristen kein Interesse zu haben. Aber zum Glück gab es auch genügend aufmerksame, aufgeschlossene, höfliche und hilfsbereite Mauritier.

4. Um möglichst viel von dieser vielfältigen Insel entdecken zu können, empfehlen wir das Hotel-Hopping, da die Insel größer ist als erwartet und die Fahrten relativ lang dauern.

5. Die beste Möglichkeit zum Sightseeing auf der Insel ist eine Tour mit einem Taxifahrer-Guide. Hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis am ehesten.

6. Vertraue niemals der Wetter-App, denn das Wetter ändert sich täglich mehrfach. Mauritius ist eben eine tropische Insel! Außerdem ist der August ist der kälteste Monat, doch auch im Juni und Juli kann es frisch werden. Daher sollte man sich unbedingt in diesen Monaten lange, wärmere Kleidung mitbringen.

7. Im Meer sollte man unbedingt Badeschuhe tragen, da man sich ansonsten an Seeigeln und Steinfischen verletzen könnte.

8. Das Tauchen auf Mauritius war besser als erwartet, aber bei Weitem nicht so hervorragend wie auf den Malediven. Von einem reinen Tauchurlaub auf der Insel raten wir allerdings ab.

Summa summarum fanden wir Mauritius wunderschön und sehr vielfältig, auch wenn wir uns mehrfach über diverse Mitarbeiter ärgern mussten.


Links:

Unser erstes Hotel: Das Trou aux Biches Beachcomber Resort & Spa

Unser zweites Hotel: Das Paradis Beachcomber Golf Resort & Spa

Unser Tauchcenter Sunset Diving

Rhumerie de Chamarel

Zuckermuseum L’aventure du sucre

Unser Taxifahrer & Guide für geführte Sightseeing-Touren namens Yoga: Car No Y633/ yogboodadoo@gmail.com/ Mobil: 002352504345

Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel ist aus freien Stücken entstanden und es bestehen keinerlei Kooperationen mit den hier genannten Hotels, mit der Airline, dem Tauchcenter oder den Reiseagenturen. D.h. wir haben unseren Urlaub selbst bezahlt. Ausnahmen: Aufgrund zweier Beschwerden über die Mitarbeiter haben wir vom Delfintouren-Anbieter Vitamin Sea die vollen Kosten (bis auf die Gebühren) und vom Ausflugsanbieter Mautourco 50% des Preises zurückerstattet bekommen.