„Das Leben besteht nicht aus den Momenten, in denen wir atmen, sondern aus denen, die uns den Atem rauben.“ (Will Smith)

Einmal im Leben Polarlichter (Aurora borealis) mit eigenen Augen in der Arktis zu sehen und sich von ihnen den Atem rauben zu lassen, das ist gewiss der Traum vieler Naturliebhaber und Fotografen. Wir wollten uns diesen Wunsch ursprünglich schon im November 2020 erfüllen, mussten die Reise aber dann coronabedingt auf den Herbst 2022 verschieben.

Doch als wir in unserem Hotel in Tromsø ankamen, machte uns der nette Mitarbeiter an der Rezeption wenig Hoffnung: „Ihr habt eine schlechte Woche für eure Polarlichter-Jagd erwischt. Es soll die ganze kommende Woche bewölkt sein und regnen. ABER es gibt viele professionelle Tourenanbieter, die euch zu den meist wolkenlosen Insider-Plätzen bringen können.“ – Na zum Glück hatten wir schon von Deutschland aus zwei solcher Ausflüge online gebucht (,die vor Ort teilweise schon über mehrere Wochen komplett ausgebucht sind). Und zum Glück spielte das Wetter über Tromsø dann doch an zwei Tagen mit.

In diesem Artikel wollen wir euch nun von unseren Nordlichter-Exkursionen in Tromsø berichten und euch noch ein paar wertvolle Fotografentipps mit an die Hand geben.

Tromsø – Der perfekte Ort in der Arktis für Polarlichter-Reisen

Tromsø stellte sich für uns als DER perfekte Ausgangspunkt für die geplanten Nordlichter-Touren heraus: Einerseits liegt die arktische Stadt inmitten des nördlichen Polarlichtovals, das den Nordpol wie einen Ring umkreist. Dadurch sind die Chancen auf Aurora-borealis-Sichtungen hier besonders hoch – nicht umsonst wird Tromsø auch als “Nordlicht-Hauptstadt” bezeichnet. Andererseits hat dieses romantische Fleckchen Erde, das auch als „Paris des Nordens“ bekannt ist, noch so viel mehr zu bieten: Whale-Watching-Bootstouren, eine “Magic Ice Bar”, ein spannendes Polarmuseum sowie Rentier- und Hundeschlitten-Fahrten.  Zudem ist „das Tor zur Arktis“ von einem herrlichen Bergpanorama und unzähligen Fjorden umgeben. Also auf nach Tromsø zu der tanzenden “grünen Lady”.

Weitere Orte im nördlichen Polarlichtoval, die sich hervorragend für eine Nordlicht-Reise eignen, sind die folgenden:

  • Norwegen: Alta, Bodø, Kirkenes, (Tromsø)
  • Schweden: Kiruna, Abisko, Jokkmokk
  • Finnland: Ivalo, Inari, Rovaniemi, Sodankylä
  • Island: Rejkjavik
  • Alaska (USA): Fairbanks
  • Kanada: Churchill (Manitoba), Yellowknife (Northwest Territories)
  • Grönland: Nuuk

Hier sieht man das nördliche Polarlichtoval, Apps zur Polarlicht-Vorhersage sowie den KP-Index.

Quellen: links: NOAA Space Weather Prediction Center | Mitte: App Store| rechts: NOSWE Norwegian Centre for Space Weather

Unser Tipp: Ladet euch die Nordlichter-App “Polarlicht-Vorhersage” (von JRustonApps B.V.) herunter und aktiviert darin den Alarm, um sofort darüber informiert zu werden, wenn die Chancen auf derartige Sichtungen besonders hoch sind. So könnt ihr auch selbst auf eigene Faust auf Polarlichter-Jagd direkt in Tromsø gehen.

Gut zu wissen: Der KP-Index, der in den Aurora-Vorhersagen angegeben wird, spielt für Tromsø keine Rolle, da sich die Stadt so weit oben im Norden befindet. Es handelt sich dabei nicht um die Intensität der Polarlichter (,wie viele glauben), sondern um die nördlichen Breitengrade auf der Karte, für die eine hohe Aktivität vorausgesagt wird. Tromsø hat den Wert 1. Hier ein Beispiel: Bei einem KP-Index von 3 ist das grüne Naturschauspiel an dem besagten Abend in den Zonen 1, 2 und 3 mit hoher Wahrscheinlichkeit sichtbar. Wird ein KP-Wert von 7 angegeben, so könnten sogar die Menschen bis runter nach Nordirland, Schottland und Dänemark Glück bei ihrer Polarlichter-Sichtung haben. Der höchste KP-Index liegt übrigens bei 9: In diesem seltenen Fall könnten sogar Menschen in Nord- und Mitteldeutschland Aurora borealis erspähen. Allerdings gibt der KP-Wert keine Auskunft darüber, ob der Himmel an diesen Orten auch wolkenlos ist. Daher werden in guten Vorhersage-Apps immer auch die Wetterbedingungen berücksichtigt.

Die richtige Reisezeit für Nordlichter-Touren in Tromsø

Wer nur “die grüne Lady” (wie das Polarlicht liebevoll von den Einheimischen genannt wird) bestaunen und fotografieren möchte, der sollte von Mitte September bis Anfang April nach Tromsø reisen. Wer die Nordlicht-Tour aber noch mit einer Walbeobachtung, einer Rentier-  oder Hunde-Schlittenfahrt kombinieren möchte, der ist im Zeitraum von Anfang/Mitte November bis Anfang Februar genau richtig in der arktischen Stadt.

In diese Reisezeit fallen übrigens auch die Polarnächte, in denen die Sonne nicht mehr aufgeht. In den davon betroffenen Monaten von Ende November bis Mitte Januar ist es aber nicht stockfinster, wie man als Laie meinen könnte. Stattdessen ist die Landschaft täglich fünf Stunden lang in ein romantisches, gelblich-oranges und rosafarbiges Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangslicht getaucht. Gerade mit den Fjorden und den bläulich aussehenden Bergen im Hintergrund entsteht dadurch eine traumhaft schöne Kulisse. Die Einheimischen bezeichnen die Zeit der Polarnächte nicht umsonst als “gemütlichste Zeit im ganzen Jahr”.

Interessante Fakten über Aurora borealis

Polarlichter sind nicht immer grün!

Eigentlich hatten wir immer davon geträumt, eines Tages unter einem grün erstrahlten Lichtermeer zu stehen und uns die am Himmel tanzenden Nordlichter anzuschauen. Doch dann kam zunächst alles anders. Denn was wir bisher nicht wussten, war die Tatsache, dass die grüne Farbe der Polarlichter nicht immer mit dem bloßen menschlichen Auge als solche zu erkennen ist. Alles, was wir am ersten Tag sahen, war ein weißlich-grauer, sich auf und ab bewegender Schleier, der eher einer Wolkendecke glich. Nur einmal färbte sich dieser ganz minimal hellgrün-gräulich. Unsere Polarlichtjäger-Anfängeraugen konnten das Hellgrau der Wolken zuerst nicht vom Hellgrau der Polarlichter unterscheiden. Ein Merkmal der Nordlichter ist lediglich ihre tanzende Bewegung, die aber nicht immer zum Vorschein kommt. Aus diesem Grund schaut man auf der Suche nach dem Naturschauspiel am besten durch einen Kamerasucher, der die grüne Farbe besser erkennt. Und weil der Himmel auf unserer ersten Polarlichter-Jagd eben doch nur weiß-gräulich aussah, konnten wir an diesem Tag noch nicht von „Magical Moments“ reden. Aber wenigstens ließ sich das Grün der Aurora borealis gut auf den Fotos erkennen. Na immerhin!

Links sieht man die weiß-gräulichen Polarlichter mit dem bloßen Auge betrachtet. Rechts seht ihr das Bild, das unsere Kamera mit ihren feinen Sensoren daraus gezaubert hat. 

Doch dann, kurz vor unserer zweiten Polarlichter-Jagd, erspähten wir direkt vor unserem Hotel in Tromsø eine einzigartige, grün-pinke Farbenexplosion am Himmel – mit bloßem Auge wohlgemerkt! Unser „Magical Moment“ war gekommen! Die Nordlichter förmlich explodieren zu sehen, war eines unserer Highlights in unserem bisherigen Reiseleben. Und wir sind immer noch sprachlos darüber!

Es dauert übrigens eine ganze Weile, bis sich die Augen an den dunklen Nachthimmel gewöhnt haben. Das ist genauso wie beim Sternschnuppen-Gucken (Stargazing) und Milchstraße-Suchen. Schaut daher in dieser Zeit nicht in das Licht der eventuell vorbeifahrenden Autos oder ins Handylicht. Und: „Streitet euch nicht über die Farben der Polarlichter, jeder hat eine andere Wahrnehmung!“, warnte uns Lucie (Guide des Anbieters “Chasing Lights) gleich zu Beginn vor.

Auch gut zu wissen: Selbst wenn der Himmel wolkenfrei ist, können Polarlichter-Sichtungen nicht garantiert werden, weil hierfür eine entsprechende Aktivität erforderlich ist – was leider nicht an allen Tagen der Fall ist! (Kleiner Funfact: Unser meist ausgesprochener Satz in Tromsø hatte übrigens immer etwas mit “Aktivität” zu tun, z.B.: “Oh, guck mal, da ist wieder Aktivität am Himmel!”)

Polarlichter sind wilde Feuerfüchse oder Seelen der Toten!

Aurora borealis sind wilde Feuerfüchse – das zumindest hatten vor vielen hundert Jahren die Finnen geglaubt, bevor Wissenschaftler den wahren Ursprung der grünen Lichter erforschten. Diese und weitere Mythen rund um das außergewöhnliche Naturspektakel erzählte uns Lucie beim gemeinsamen Zusammensitzen am Lagerfeuer.

Aber mal von vorn: Stellt euch vor, ihr hättet vor hunderten von Jahren mit euren Liebsten am Lagerfeuer gesessen und plötzlich wäre der Himmel in allen möglichen Grüntönen über euch explodiert. Wärt ihr nicht auch verwirrt gewesen? Waren es vielleicht die Lichter von landenden UFOs? – Der Mensch ist dafür bekannt, für alles Unergründliche eine Erklärung zu suchen, und sei diese noch so abstrus. So glaubten die Finnen, die Polarlichter seien leuchtende Füchse mit einem Feuerschwanz. Wer in der Lage war, dieses außergewöhnliche Fabelwesen zu fangen, der sollte reich und berühmt werden. Bei ihrem Streifzug durch den Wald treffen die Feuerfüchse mit ihrem glühenden Schwanz die Baumstämme und die Schneeflocken. Dadurch würde ein Funkeln erzeugt werden, das in den Himmel fliegt und dann als Polarlicht weiterglüht. Dieser Vorgang würde nach Meinung der Finnen auch erklären, warum die Nordlichter nur im Winter bei Schnee aktiv sind.

Und so hatte jedes Land und jede Region vor vielen Jahrhunderten eigene Ideen, wie das Naturschauspiel wohl zustande kommt. Die Vorstellung der Finnen war nur eine von vielen.

Während die Finnen die Aurora borealis als Feuerfüchse verehrten, hatte das indigene samische Volk, das wir während unserer Reise besuchten, Angst vor dem grünen Naturphänomen. Denn sie sehen die Nordlichter als Seelen der Toten an. Sogar heute noch ziehen sich viele ältere Samen (d.h. Menschen des samischen Volkes) bei Polarlicht-Aktivität lieber in ihre Innenräume zurück, weil sie befürchten, dass ihnen bei einer Sichtung der Kopf abgeschlagen werden könnte. Erst durch die zahlreichen Nordlicht-Jäger aus aller Welt wurde ihnen bewusst, dass das grüne Naturspektakel doch nicht so böse ist, wie sie glaub(t)en.

Im Laufe der Jahrhunderte fanden Wissenschaftler dann den wahren Ursprung der Aurora borealis heraus: So sendet die Sonne winzige, elektrisch geladene Partikel aus, die zwei bis drei Tage später auf das Magnetfeld der Erde treffen. Bei diesem Zusammenspiel entstehen die grünen – und teilweise auch rötlichen – Farbnuancen am Himmel.

fotografiert mit dem iPhone 13 Pro

Unsere Erfahrungen mit dem Anbieter Chasing Lights

Das Wichtigste über die Polarlichter-Trips in Kürze

Der Anbieter Chasing Lights bietet zwei verschiedene Nordlicht-Touren an: Den günstigeren Big Bus Chase mit bis zu 50 Leuten im großen Reisebus sowie den Minibus Chase mit maximal 13 Personen im kleinen Bus. Da wir Massentourismus und Massenabfertigungen verabscheuen, entschieden wir uns für die teurere Variante in der Kleingruppe.

Die Minibus-Tour beinhaltete:

  • Ausflug in einer kleinen Gruppe mit maximal 13 Personen (auch in abgelegenere Gebiete, wo der große Reisebus nicht hinkäme)
  • den Transfer im Kleinbus
  • Abholung vom und Zurückbringen zum Hotel in der Innenstadt
  • einen Winteranzug und Schneeschuhe, falls man vorab seine Größen bekannt gegeben hat
  • eine warme Expeditions-Mahlzeit am Lagerfeuer, Kekse und heiße Getränke
  • digital zur Verfügung gestellte Bilder von dem Ausflug
  • Manfrotto-Stative zum Ausleihen (unterstützen bis 1,5 kg)
  • kostenloses WLAN an Bord
  • Preis pro Erwachsenem: 161,82€ (Stand: Mai 2022)

Die Big Bus Tour beinhaltete:

  • Ausflug in einer großen Gruppe mit bis zu 50 Personen
  • eine Toilette im Bus
  • digitale Bilder von der Tour, die man zugeschickt bekommt
  • kostenloses WLAN an Bord
  • kein Abholen und kein Zurückbringen; der zentrale Abfahrtspunkt war in der Straße Grønnegata 65 (DNB Minibank)
  • keine Stative und keine Kleidung zum Ausleihen
  • Snacks und warme Getränke (aber keine vollwertige Mahlzeit wie bei der Minibus-Tour)
  • Preis pro Erwachsenem: 93,17€ (Stand: Mai 2022)

Abhängig von den Wetterbedingungen dauern die Ausflüge sechs bis zehn Stunden. An manchen Abenden hat man Glück und fährt nur bis zur Küste vor Tromsø, in wiederum anderen Nächten geht es sogar bis nach Finnland. Wenn man also 18:00 Uhr in der Tromsøer Innenstadt losfährt, ist man frühestens um 0:00 Uhr und spätestens um 4:00 Uhr nachts zurück im Hotel. Deshalb ist es wichtig, für den nächsten Morgen keinen weiteren Ausflug zu buchen. Das Whale Watching (ab 7:45 Uhr) oder die Rentier-Schlittentour (ab 10:00 Uhr) sollte man am Folgetag daher nicht unbedingt einplanen, das wäre zu stressig.

Und das sollte man vorab unbedingt noch wissen:

  • Auf den Bildern sind die Polarlichter manchmal stärker zu erkennen, als man sie mit dem bloßen Auge wahrnehmen kann. Wenn man das vorher weiß, ist man hinterher nicht so enttäuscht.
  • Toilettenstopps werden bei der Minibus-Tour gemacht, aber manchmal muss man sein Geschäft auch in der Natur verrichten. (Bei der Big Bus Tour befindet sich dagegen eine Toilette im Reisebus.)
  • Auch bei schlechten Wetterbedingungen in Tromsø ist es möglich, einen klaren Himmel zu finden.
  • Es gibt kein Geld zurück, wenn man keine Polarlichter sieht. Diese können nämlich nicht garantiert werden, da die Natur unberechenbar ist. Wenn es ganz schlecht läuft, hat man am Ende sehr viel Geld “verbrannt”.
  • Man ist sechs bis zehn Stunden unterwegs; allein die Busfahrt kann sehr lange dauern.
  • Wenn man die Tour mehr als 24 Stunden vorher cancelt, bekommt man sein gesamtes Geld erstattet. Storniert man den Trip in weniger als 24 Stunden, muss man den vollen Betrag bezahlen.
  • Wenn die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird, wird die Tour von Seiten des Veranstalters storniert und man bekommt seinen vollen Betrag zurück.
  • Da die Polarlichter-Touren bereits um 18:00 Uhr beginnen, solltet ihr unbedingt vorher schon euer Abendessen eingenommen haben für den Fall, dass in eurem gebuchten Ausflugspaket keine Mahlzeit inkludiert ist.
  • Berücksichtigt außerdem, dass das Frühstücksbuffet in den meisten Hotels nur bis 10:00 Uhr oder 11:00 Uhr serviert wird. Das Ausschlafen nach einer Polarlichter-Tour muss daher kurz für das Frühstück unterbrochen werden.

Quelle: vgl. Chasing Lights

Unsere Ausflüge mit dem Anbieter Chasing Lights (inkl. schöne Polarlichter-Spots)

Unsere erste geführte Aurora-Jagd

Pünktlich um 18:00 Uhr wurden wir von einem Kleinbus vor unserem Hotel abgeholt. Neben unserem rumänischen Fahrer Adrian war noch die Französin Lucie von der Agentur mit an Bord, die uns einen unvergesslichen Abend bereiten sollte. Nachdem nacheinander alle elf Touristen vor ihren Hotels abgeholt worden waren, ging es auf der wichtigen „Northern Lights Route“ in Richtung Finnland. Dabei kreuzten zahlreiche Elch-Warnschilder unseren Weg. Nur schade, dass wir keinen echten Elch mit seinem prächtigen Geweih zu Gesicht bekamen.

Während der Fahrt schaute Lucie immer wieder durch ihren Kamera-Sucher, um das grüne Naturspektakel ausfindig zu machen. Nach zwei Stunden Fahrtzeit kamen wir in der Nähe des Ortes Skibotn an, wo sich tatsächlich die erste Nordlicht-Aktivität am Himmel blicken ließ. Schnell die Jacken anziehen, die Kamera mit Stativ bereitmachen und raus ging es zur Polarlicht-Jagd.

Da die Aurora borealis den ganzen Abend am Himmel tanzten, beschloss Lucie, bis zum Ende des Ausflugs dort, zwischen schneebedeckten Bergen und dem Lyngenfjord, zu bleiben. Nach und nach gesellten sich dann auch ein paar weitere Kleinbusse mit Polarlicht-Jägern zu uns. Aber weil das Gelände so großflächig war, störten wir uns nicht gegenseitig. Wir schauten den ganzen Abend erwartungsvoll gen Himmel und fotografierten die tanzenden Grauschleier – immer in der Hoffnung auf mehr grüne Farbe für unsere Augen. Auch ließen wir uns von Lucie in Szene setzen und bekamen Tipps von ihr für die besten Kamera-Einstellungen (siehe unten). Zusätzlich genossen wir noch eine heiße Schokolade mit Keksen und verspeisten schließlich unser warmes, sehr leckeres Expeditions-Abendessen direkt am gemütlichen Lagerfeuer. Zur Auswahl standen Pulled Pork mit Reis oder Pasta des lokalen Herstellers “Real Turmat (Drytech)”. Die internationale Gruppe aus US-Amerikanern, Italienern, Peruanern, Rumänen und Deutschen harmonierte perfekt miteinander und niemand drängte sich in den Vordergrund. Nach zwei Stunden Rückfahrt kamen wir schließlich um 1:15 Uhr nachts zurück ins Hotel. Nach einer ausgiebigen heißen Dusche gingen wir schließlich glücklich ins Bett.

Aber das I-Tüpfelchen fehlte uns trotzdem noch. Denn auch wenn wir mit Chasing Lights und unserer Gruppe sehr zufrieden waren, hätten wir uns richtig knallgrüne Polarlichter am Himmel gewünscht, die auch unsere bloßen Augen erkannt hätten. Hoffen wir auf mehr Glück bei der zweiten gebuchten Tour! Immerhin können wir froh sein, an diesem Abend überhaupt welche zu Gesicht bekommen zu haben.

Dann, am nächsten Morgen nach dem Aufstehen, hatten wir auch schon eine Nachricht mit dem Dropbox-Link zu unseren Fotos inklusive Routenbeschreibung im E-Mail-Postfach. Mehr Service ging nicht!

Unsere zweite Nordlicht-Jagd mit Chasing Lights

Nachdem wir auf unserer ersten Polarlichter-Jagd nur weißlich-graue Schleier am Himmel mit bloßem Auge hatten wahrnehmen können, wollten wir endlich auch richtige, grüne Polarlichter erhaschen. Und dann passierte es! Oh mein Gott, oh mein Gott, oh mein Gott! Als wir um 18:00 Uhr vor unserem Hotel in Tromsø auf den Bus von Chasing Lights warteten, explodierte plötzlich der Himmel direkt über uns inmitten der Stadt. Richtig große, grüne und pinke Polarlichter tanzten da am Himmel und boten ein atemberaubendes Naturspektakel, das dieses Mal mit dem bloßen Auge erkennbar war. Noch vor dem Start unserer zweiten gebuchten Tour war unser persönlicher “Magical Moment” gekommen – direkt vor unserem Hotel und ohne dafür Geld für einen geführten Ausflug ausgegeben zu haben.

Und dann ging es wieder los auf unsere zweite geführte Tour. Nachdem wir wieder nacheinander die internationalen Gäste aus ihren Hotels abgeholt hatten, fuhren Benjamin (Busfahrer) und Lucie (Guide) mit uns in Richtung Sandvika. In der Nähe des Ortes Balsfjord machten wir zunächst Halt für ein paar schöne Fotos des grünen Naturwunders, welches dort leider nur sehr schwach zum Vorschein kam.

Dann ging es schließlich weiter in den Süden von Breivikeidet, wo wir uns den restlichen Abend vor einer traumhaft schönen Bergkulisse mit Seeblick niederließen. Unser Platz, Knutsenskogen, befand sich direkt am Nakkevatnet-See (Nakkajavrre). Dort wurden wir den ganzen Abend über Zeuge der Nordlichter-Tänze am Himmel und nahmen unser Abendessen gemütlich am Lagerfeuer ein. Mehr Bilderbuch-Norwegen ging nicht! Zur Auswahl standen übrigens dieses Mal Rotes Thai-Curry sowie Pasta mit Lachs.

Doch auch wenn die Polarlichter-Aktivität in dieser Nacht besonders hoch war, so sahen wir dort an diesem Ort die Lichter leider nicht mehr so intensiv grün und pink mit bloßem Auge wie vor unserem Hotel in Tromsø. Der „farbenfrohe Knallbonbon“ wurde also in dieser Nacht nur ein einziges Mal gezündet, nämlich schon gegen 18:00 Uhr. Normalerweise seien die Polarlichter zwischen 20:00 Uhr und 0:00 Uhr am besten zu sehen, erzählte uns Lucie. Manchmal tanzt “die grüne Lady” aber auch bis morgens um 6:00 Uhr am Himmel. Dennoch verbrachten wir einen unvergesslich romantischen Abend am See und konnten sogar neben den Nordlichtern noch mehrere Sternschnuppen erspähen. Schöner hätte es nicht mehr werden können. Hinzu kam noch die Begeisterungsfähigkeit von Lucie, die uns allein schon mit ihrer süßen, herzlichen, aufgeschlossenen Art verzauberte. Selbst für sie als Tourguide war der Nakkevatnet-See der bisher schönste Polarlichter-Spot, den sie zu Gesicht bekam. Auch dieses Mal lauschten wir wieder ihren spannenden Geschichten am Lagerfeuer und auch dieses Mal machte sie zahlreiche professionelle Fotos von allen Gästen vor der herrlichen Polarlichter-Kulisse am Bergsee. Hättet ihr gewusst, dass die norwegischen Berge alle versteinerte Trolle sind und dass deshalb viele von ihnen mit dem Präfix “Troll-” (z.B. Trolltunga) beginnen?!

Glücksselig fuhren wir zurück nach Tromsø, wo wir unser Hotel gegen 1:00 Uhr nachts erreichten. Und bereits mitten in der Nacht schickte uns Lucie wieder eine sehr ausführliche E-Mail mit allen Fotos sowie einer Ortsbeschreibung zu den angefahrenen Spots zu.

Unser Fazit zum Anbieter Chasing Lights

Zwei Jahre lang mussten wir unsere Reise nach Tromsø coronabedingt immer wieder verschieben. Das waren zwei Jahre, in denen wir unzählige Male mit Thomas aus dem „Chasing Lights“-Office in Kontakt standen. Trotz unserer mehrfachen Umbuchungen, die problemlos möglich waren, blieb er immer sehr nett. Auch Lucie (Guide) sowie die beiden Busfahrer Adrian und Benjamin, die mit uns auf Polarlichter-Jagd waren, waren sehr freundlich und aufgeschlossen. Von der Buchung bis hin zur Organisation und Durchführung war alles perfekt, sodass wir Chasing Lights uneingeschränkt weiterempfehlen können.

Private Polarlichter-Jagden vs. professionell geführte Exkursionen

Wenn man sich einen Mietwagen leiht und sich eigenständig auf die Jagd nach der tanzenden “grünen Lady” begibt, könnte man sehr viel Geld sparen. Außerdem könnte man flexibel, sprich unabhängig von der Gruppe, seine Zeit einteilen und selbst bestimmen, an welchen Orten man die Polarlichter fotografisch einfangen möchte. Allerdings könnte man dann auch stundenlang planlos umherirren und am Ende der Nacht enttäuscht zurück zu seinem Hotel fahren. Denn nur wenn der Himmel über Tromsø und der näheren Umgebung wolkenlos ist, hat man auf solchen privaten Polarlichter-Jagden Glück.

Wenn es aber über hunderte Kilometer weit bewölkt ist, dann kommen professionelle Polarlichter-Guides wie die des Anbieters “Chasing Lights” ins Spiel. Sie schreiben auf ihrer Homepage, dass sie manchmal sogar bis nach Finnland führen und bis zu zehn Stunden (von 18:00 Uhr bis 4:00 Uhr nachts) unterwegs seien. Da sie auf solche Polarlichter-Jagden spezialisiert sind, kennen sie sich vor Ort bestens aus und wissen, wo die Chancen am höchsten sind, um welche zu erhaschen. Hierzu schreiben sie: “Selbst bei scheinbar schwierigen Wetterbedingungen ist es möglich, einen klaren Himmel zu finden.” Nach eigenen Aussagen auf deren Homepage spiele das Wetter in Tromsø demnach keine Rolle, weil sie in den nahe gelegenen Mikroklimas normalerweise klaren Himmel vorfänden, was Tromsø zum perfekten Ausgangspunkt für solche Nordlicht-Jagden mache. (Quelle: vgl. Chasing Lights)

“Ein Mikroklima ist eine lokale Gruppe von atmosphärischen Bedingungen, die sich von denen in den umliegenden Gebieten unterscheiden, oft mit einem kleinen Unterschied, aber manchmal mit einem erheblichen Unterschied. Der Begriff kann sich auf Flächen beziehen, die so klein wie wenige Quadratmeter oder Quadratfuß (z. B. ein Gartenbeet oder eine Höhle) oder so groß wie viele Quadratkilometer oder Quadratmeilen sind.” (Quelle: Wikipedia)

Wir selbst nahmen an zwei solcher Polarlichter-Exkursionen im Minibus teil und bezahlten dafür zusammen 678,06€. Das ist extrem teuer, aber so etwas macht man ja auch nur einmal im Leben. Um die Chancen auf derartige Sichtungen zu erhöhen, empfiehlt der Anbieter, gleich mehrere Touren zu einem Mengenrabatt zu buchen. Es gibt auch einen 7-Tages-Pass für die Big Bus Tour. 

Hier findet ihr noch einmal die Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten im Überblick:

Private Touren mit eigenem Mietwagen

Pro:

  • geringere Gesamtkosten, da die Natur an sich kostenlos ist
  • hohe Flexibilität und Unabhängigkeit: freie Zeiteinteilung und freie Wahl der zu fotografierenden Orte (z.B. jederzeit Abbruch möglich, wenn man zu doll friert)
  • Ruhe und Zweisamkeit: ohne große Menschenmassen

Contra:

  • bei schlechtem Wetter kaum Chancen auf Polarlichter-Sichtungen (da keine Kenntnisse über die richtigen Orte oder keine Ausdauer, hunderte Kilometer auf eigene Faust zu fahren und zu suchen); evtl. Zeitverschwendung
  • erfordert einen Mietwagen und Ortskenntnisse, d.h. das Navi im Mietwagen ist Pflicht (alternativ kann man hierfür auch das Handy benutzen)
  • abhängig vom Glück

Zwei Tage in Folge sahen wir „die grüne Lady“  direkt vor und über unserem Hotel tanzen. Die Leute standen sogar draußen und haben gespannt in den Himmel geschaut wie zu Silvester. Vermutlich nutzten auch sie die Nordlichter-Benachrichtigungs-App wie wir. 

Geführte Touren mit professionellen Anbietern

Pro:

  • höhere Chancen auf Polarlichter-Sichtungen: Guides kennen die meist wolkenlosen Orte (Stichwort: Mikroklima)
  • keine Ortskenntnisse nötig, da lokale Anbieter die besten Orte anfahren
  • keine Ausleihe eines Mietwagens nötig
  • Guides machen auf Wunsch Fotos von euch (sehr guter Pluspunkt!)
  • kostenlose Ausleihe von Stativen (nur bei Minibus-Tour)
  • gratis Fotografentipps von den Guides für die besten Polarlicht-Bilder
  • kostenlose Ausleihe von Wintersachen, z.B. Schneeschuhe und Winteranzug (nur bei Minibus-Tour)
  • kostenlose Mahlzeit und warme Getränke (bei Big Bus Tour nur Snack, keine vollwertige Mahlzeit)
  • gemeinsames Beieinandersitzen am Lagerfeuer in der internationalen Kleingruppe und spannende Polarlichter-Geschichten von den Guides
  • nur bei der Big Bus Tour: Toilette im Reisebus vorhanden
  • Steckdose im Minibus vorhanden zum Aufladen der Akkus

Contra:

  • sehr hoher Preis
  • keine Flexibilität, keine freie Zeiteinteilung möglich, keine individuelle Auswahl der angesteuerten Orte (da abhängig von der Gruppe und den Guides)
  • keine Ruhe, keine Zweisamkeit und keine Romantik in der Gruppe, bei Big Bus Tour sogar Massenabfertigung mit bis zu 50 Touristen (bei Kleingruppe maximal 13 Personen)
  • kurzfristige Absage des Anbieters möglich, wenn die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird

Polarlichter fotografieren mit den richtigen Kamera-Einstellungen & weitere Tipps für Nordlicht-Fotografen

Wenn man einmal im Leben die Möglichkeit auf Polarlichter-Sichtungen hat, muss man diese natürlich auch fotografisch festhalten. Auf den offiziellen Homepages von visitnorway.com und Hurtigruten werden daher folgende Polarlichter-Tipps für Fotografen gegeben:

Allgemeine Hinweise:

  1. Haltet euch von den Lichtern der Stadt und von anderen Lichtquellen entfernt. Sucht lieber dunklere Orte inmitten der Natur.
  2. Checkt vorher die Wetterprognosen und die Aurora-Vorhersage! Es gibt nämlich spezielle Apps, die die Polarlichter-Wahrscheinlichkeit anzeigen. Wir nutzten die “Polarlicht-Vorhersage” von JRustonApps B.V, mit der wir vollkommen zufrieden waren. Diese sendete uns übrigens bei steigenden Nordlicht-Chancen immer auch Push-Nachrichten aufs Handy.
  3. Zieht euch warm an, solche Polarlichter-Touren können sehr lange dauern und es kann eisig kalt werden. Das Zwiebelschichtsystem hat sich hier gut bewährt. Unser Tipp: Es gibt zudem noch richtig tolle Thermopads zum Aufwärmen der Hände, die bei Sauerstoff reagieren und bis zu zwölf Stunden lang warm halten (siehe Foto unten).
  4. Verwendet ein Stativ. Wenn ihr keins habt, dann legt die Kamera auf einen Stein oder auf die Motorhaube eines Autos. Ein Fernauslöser oder Kabelauslöser bieten sich ebenfalls gut an. Bei dem Anbieter Chasing Lights kann man sich auch eines ausleihen, wenn man sein eigenes nicht mit auf Reisen nehmen möchte.
  5. Benutzt manuelle Kameraeinstellungen! Diese solltet ihr am besten schon vor der Nordlicht-Jagd in eurer Kamera einstellen. (siehe weiter unten)
  6. Nutzt die Polarlichter nur als Teil eures Bildes. Bezieht die Berge, Bäume oder Seen mit in das Bild ein, weil das spektakulärer ausschaut. Auch ein Lagerfeuer, Zelt oder Strand sehen zusammen mit einem Polarlicht sehr schön aus. Besonders gut eignen sich auch Weitwinkelobjektive.
  7. Benutzt keinen Blitz.
  8. Bringt mehrere Akkus für eure Kamera oder eine Powerbank für euer Handy mit. Bei kalten Temperaturen entladen sich die Batterien nämlich schneller. Aber: In dem Minibus unseres Anbieters gab es beispielsweise auch richtige Steckdosen, die ihr zur Not auch nutzen könntet.

Diese Wärmepads erwiesen sich während unserer stundenlangen Nordlichter-Jagden und während der Walbeobachtungstour als absoluter Glückskauf. Die kleinen Säckchen werden bei Sauerstoff aktiviert und senden bis zu zwölf Stunden lang eine wohlige Wärme aus. Mal sind sie nur warm, mal ziemlich heiß. Wenn ihr merkt, dass sie sich abkühlen, solltet ihr sie kurz beiseitelegen. Spätestens 20 Minuten später sind sie wieder richtig heiß. Steckt die Beutelchen rechts und links in eure Jackentaschen und haltet eure Hände herein, dann habt ihr es besonders warm.  (Wir haben keine bezahlte Kooperation mit dem Hersteller, sondern ich empfehle das Produkt aus freien Stücken, weil ich es wirklich super finde.)

Die richtigen Kameraeinstellungen (von Chasing Lights bestätigt):

  • Modus: M
  • Blende: f/2,8 (falls nicht möglich: f/3,5)
  • ISO 1600 (erhöhen, wenn es sehr dunkel ist)
  • Verschlusszeit: abhängig von der Helligkeit der Polarlichter: helle und aktive Lichter 5-10 Sekunden Verschlusszeit / langsame Aurora 12-20 Sekunden / sehr schwache Aurora 20-25 Sekunden (guter Mittelwert: 10-15 Sekunden)
  • Objektschärfe auf “unendlich” ∞ stellen
  • Fokus: MF (manueller Fokus, scharf stellen mit Hilfe eines Sterns)
  • Weißabgleich: 3400 Kelvin

Wir selbst fotografierten die Polarlichter mit einer Canon EOS R10 und mit dem iPhone 13 Pro. Lucies Fotos, von denen wir in diesem Artikel auch welche nutzen, stammen von einer Sony α7S II.

Unser Hotel und weitere Aktivitäten in Tromsø

Für unsere Polarlichter-Reise entschieden wir uns für eine Unterkunft inmitten des Tromsøer Stadtzentrums: das Clarion Hotel The Edge. Mit diesem waren wir sehr zufrieden. An zwei Tagen während unseres Urlaubs tanzten die Nordlichter sogar direkt vor und über unserem Hotel. Außerdem konnte man sich „die grüne Lady“ auch von der hoteleigenen Sky Bar anschauen.

Weitere Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in Tromsø sind die folgenden:

  • Spaziergang durch die idyllische Tromsøer Innenstadt
  • eine Whale Watching Tour (Orcas und Buckelwale)
  • eine Rentier-Schlittenfahrt, inkl. Sami Culture
  • eine Hunde-Schlittenfahrt
  • ein Besuch der Magic Ice Bar
  • Besichtigung der Eismeerkathedrale
  • Tromsø von oben erleben: Fahrt mit der Fjellheisen-Luftseilbahn auf den Hausberg Storsteinen
  • Besuch des Polarmuseums
  • eine Schneemobil-Safari durch Lappland
  • eine Rundreise mit dem Kleinbus durch die arktischen Fjorde
  • eine Schneeschuhwanderung
  • eine Aurora-Dinner-Kreuzfahrt
  • eine Kreuzfahrt durch die arktischen Fjorde

Viele der Touren können bei den Anbietern Chasing Lights und/oder Brim Explorer gebucht werden. Unsere weiteren Artikel zu dieser Reise haben wir weiter unten verlinkt.

Die Kosten für eine Polarlichter-Reise im Überblick

Wie man schon vom Hörensagen weiß, ist Skandinavien grundsätzlich ein sehr teures Reiseziel. Das bemerkten wir bereits während unseres Stockholm-Trips und bekamen es erneut in Norwegen zu spüren.

Hier findet ihr eine kleine Auflistung unserer Kosten für eine Woche in Tromsø:

  • Flüge: 678,24€ inkl. zwei Koffer (Nur Handgepäck reicht unseres Erachtens nicht aus, weil die Wintersachen zu viel Platz wegnehmen und auch das Stativ verstaut werden möchte.)
  • Parken am Flughafen München: 60,80€ für eine Woche
  • Flughafentransfer Ankunft + Abreise mit dem öffentlichen Bus in Tromsø: 15,28€ für beide zusammen
  • Hotel Clarion The Edge: 1111,22€ für das Standard-Doppelzimmer mit Frühstück für 7 Nächte
  • zwei Polarlichter-Touren in der Mini-Gruppe: 678,06€ für beide zusammen
  • eine Silent Whale Watching Tour: 265,86€ für beide zusammen
  • ein vierstündiger Rentier-Ausflug: 323,21€ für beide zusammen
  • Abendessen in verschiedenen Restaurants: für fünf Tage Essen gehen + 1x Bäckerei = 291,99€
  • Getränke und Kekse im Supermarkt: 26,40€
  • Besuch der Magic Ice Bar: 48,90€ für beide zusammen
  • Eintritt Polarmuseum: 19,48€ für beide zusammen
  • Eintritt Eismeerkathedrale: 10,58€ für beide zusammen
  • Fahrt mit der Fjellheisen-Luftseilbahn auf den Hausberg Storsteinen: 66,35€ für beide zusammen
  • 3 Postkarten mit Briefmarken: 15,00€ (2x nach Deutschland, 1x nach Kanada)
  • = 3611,37€ als Paar für eine Woche = 1805,68€ pro Person

Ja, Skandinavien ist extrem teuer, aber einmal im Leben kann man das schon machen. Besonders ärgerlich wird es allerdings dann, wenn man auf einer Polarlichter-Tour keine Polarlichter und auf einer Walbeobachtungstour keine Wale sieht. Denn in diesem Fall muss man die hohen Kosten dennoch tragen. Die Natur ist eben unberechenbar.

Unser Fazit: Lohnen sich professionelle Nordlichter-Ausflüge?

Sicherlich gibt es viele Menschen, die uns wegen unserer geführten Polarlichter-Touren für verrückt erklären und nur den Kopf schütteln, da man sich das Naturspektakel ja eigentlich auch kostenlos ansehen könnte. Und tatsächlich erlebten wir unseren persönlichen Polarlichter-WOW-Effekt direkt vor unserem Hotel in Tromsø, als wir auf den Minibus von Chasing Lights warteten.

Dennoch regnete es in unserem Fall fast die gesamte Woche durch oder der bewölkte Himmel erschwerte die Jagd nach den Nordlichtern. Nur an zwei Tagen hatten wir kurzes Glück mit den Sichtungen in Tromsø – doch auch in diesen Nächten zog sich der Himmel viel zu schnell wieder zu. Gerade bei diesen unerfreulichen Wetteraussichten erwiesen sich unsere professionell geführten Touren daher als absoluter Glücksgriff, weil die Guides über ein breites Spektrum an Insider-Wissen über die besten Plätze verfügten. Und Grauschleier am Himmel hätten wir ohnehin niemals allein als Nordlichter identifiziert. Zudem hätten wir allein auch gar nicht gewusst, wo wir mit einem Mietwagen in der Finsternis hätten umher fahren sollen. Nicht jeder schöne Spot wird schließlich im Internet geteilt bzw. ist bei Google auffindbar. Eine Feuerschale und Holz für ein romantisches Lagerfeuer hätten wir auf einer privaten Mietwagentour auch nicht parat gehabt. Die professionell geschossenen, kostenlosen Fotos von uns vor einem grün explodierenden Himmel sind ebenfalls unbezahlbar.

Am Ende des Tages muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er die Nordlichter “auf gut Glück” selbst mit einem Mietwagen jagen möchte oder ob er seine Chancen mit Hilfe eines professionellen Anbieters erhöhen will. Wir für unseren Teil haben unsere gebuchten Touren mit Chasing Lights keine Sekunde bereut.

Tausend Dank an Lucie, Adrian, Benjamin und Thomas von Chasing Lights!

Routen

Stil-Optionen Stil-Optionen

Links:

Unser Polarlichtertouren-Anbieter: Chasing Lights

Sehr leckeres Expeditions-Essen von Real Turmat (Drytech)

Fototipps von visitnorway.com

Fototipps von Hurtigruten

Anbieter für Rentier-Touren: Tromsø Arctic Reindeer

Anbieter für das Silent Whale Watching: Brim Explorer

Zeiten für den Sonnenuntergang

Magic Ice Bar

App-Store: App “Polarlicht-Vorhersage” von JRustonApps B.V.

Hinweis in eigener Sache: Dieser Artikel ist aus freien Stücken entstanden und wir haben unsere gesamte Tromsø-Reise zu 100% selbst bezahlt, dies inkludiert auch unsere Polarlichter-Touren. Es besteht keine Kooperation mit Chasing Lights oder den anderen hier genannten Touren-Anbietern. Vielen lieben Dank an Lucie von Chasing Lights für die Fotos, von denen wir auch welche in diesem Artikel verwenden.