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Auf dem Rückweg von Südtirol nach Hause wollten wir den Tag noch füllen, mussten uns aber aufgrund des schlechten Wetters eine trockene Alternative überlegen. Und da uns unsere Strecke ohnehin an Innsbruck vorbeiführte, besuchten wir die Swarovski Kristallwelten in Wattens an einem Nachmittag.

Das Universum Swarovski und seine Beliebtheit bei ausländischen Touristen

Swarovski ist für Wattens genauso wie Volkswagen für Wolfsburg, hatten wir den Eindruck. In dem kleinen Örtchen neben Innsbruck dreht sich alles nur um den Konzern und die Familie Swarovski. Als wir im Juni dort waren, sahen wir überall Plakate für das Manfred & Hilde Swarovski Gedächtnis Turnier. Auch am Haus Marie Swarovski, einem Ort des Zusammenkommens für Konzerte und andere öffentliche Veranstaltungen, kamen wir vorbei.

Schon bei der Ankunft auf dem Parkplatz der Swarovski Kristallwelten waren wir umgeben von Reisebussen, die beispielsweise indische Großgruppen dort nur so in Scharen hinkarren. Die Inder sind dort durchgerannt, als wären sie auf der Flucht gewesen. Vermutlich wollten sie nur alle schnell in den Shop, in dem man automatisch landet, wenn man den Museumsbereich, also die 17 Wunderkammern, verlässt.

Wissenswertes über die Swarovski Kristallwelten

Zum hundertsten Geburtstag der Marke Swarovski erschuf der Künstler André Heller im Jahr 1995 die Swarovski Kristallwelten. Diese wurden zum 120. Jahrestag 2015 um den Außenbereich erweitert und modernisiert.

Die Kristallwelten erstrecken sich auf einer Fläche von mehr als zehn Fußballfeldern und unterteilen sich in einen Indoor- und einen Outdoorbereich. Dabei kann man den Eingang zum Museum, einen großen wasserspuckenden Riesen mit leuchtenden Kristallaugen, nicht verfehlen.

Zum Indoor-Bereich: Die 17 Wunderkammern

Beim Betreten des Kristallmuseums (Chambers of Wonder) wird einem zunächst der größte von Hand geschliffene Kristall der Welt mit seinen 310.000 Karat präsentiert. Ebenfalls im ersten Raum, der Blauen Halle, befindet sich ein Siebdruck von Andy Warhol, der mit Diamantenstaub angefertigt worden ist. Auch Die zerrinnende Zeit, eine ausgestellte Uhr aus Wachs von Salvavor Dalí, enthält einen Kristallanteil.

Besonders eindrucksvoll fanden wir den Kristalldom mit seiner Kuppel aus 595 Spiegeln, die eine gewisse Tiefenwirkung erzeugten.

Außerdem kann man sich in der Wunderkammer Timeless die pompösen BHs, Diademe und andere Schmuckstücke aus Swarovski-Kristallen anschauen. Auch eine Krone von Elton John und ein Kleid von Miss Piggy werden dort ausgestellt.

Nicht zu vergessen ist der bereits erwähnte Shop, wo die wohlhabenden Inder, Chinesen und Araber ein Vermögen lassen. Swarovski passt sich seiner Kundschaft offensichtlich an und hat beispielsweise einen sehr teuren Kristall-Falken, dem Nationaltier der Vereinigten Arabischen Emirate, im Angebot. Für die Chinesen gibt es kristalline Hello-Kitty-Katzen (zwischen 400€ und 8990€) und für die Inder eine Ganesha für 11.900 €. Aber auch Ketten, Ohrringe, Ringe oder Handyhüllen kann man dort für sehr viel Geld erwerben. Auf Nachfrage bei einer Verkäuferin hat uns diese bestätigt, dass die ausländischen Touristen dort sehr viel Geld ließen, weil sich beispielsweise die Inder über Schmuck definierten  – und Schmuck sei in ihrer Kultur nun einmal Status. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle auch das international aufgestellte Personal, das in der jeweiligen Landessprache mit seinen Kunden sprechen kann. Swarovski weiß eben, wie man Geld macht.

Zum Outdoor-Bereich

Wenn man durch den Außenbereich der Kristallwelten spaziert, ist man umgeben von einem beeindruckenden Alpenpanorama, in das sich die Stadt Wattens einbettet.

Draußen auf dem parkähnlich angelegten Areal gibt es unter anderem eine große Kristallwolke aus über 600.000 Kristallen in drei unterschiedlichen Größen. Unter der Wolke befindet sich ein Spiegel aus Wasser, der das Licht der Kristalle in den nächtlichen Himmel reflektiert. Besonders am Abend kommt dieser Bereich durch die Beleuchtung zur Geltung, was wir leider nur auf Fotos sehen konnten.

Zudem gibt es speziell für Kinder einen 20 Meter hohen Spielturm, der zu den höchsten Indoor-Spielplätzen der Welt zählt. Daneben kommen die Kleinen noch in einem weiteren Spielbereich (Playground) auf ihre Kosten.

Mit 72.445 Blumenzwiebeln wurde der Garten des Riesen, sprich der Outdoor-Bereich, bepflanzt, der außerdem noch zahlreiche Werke zeitgenössischer Kunst beherbergt.

Auch einen Irrgarten in Form einer überdimensionalen Hand (Maze) kann man im Außenbereich vorfinden. Leider war dieser bei unserem Besuch wegen Erweiterungsarbeiten gesperrt.

Unser Fazit

Obwohl der Eintritt von 19 € pro Person sehr hoch angesetzt ist, fanden wir die Swarovski Kristallwelten schön und sehenswert. Wir würden dafür aber nicht extra nach Wattens bei Innsbruck fahren.  Wenn die Kristallwelten auf dem Weg zum Endziel liegen oder man seinen Urlaub in Innsbruck verbringt, kann man auch gleich noch einen Abstecher zu Swarovski machen.  Im Shop haben wir übrigens kein Geld gelassen, dieses sparen wir lieber für die nächste Reise.


Quelle: Broschüre der Swarovski Kristallwelten

Nähere Besucherinformationen (aktuelle Eintrittspreise und Öffnungszeiten): Homepage der Swarovski Kristallwelten