15 ½ Jahre gehen wir inzwischen gemeinsam durchs Leben,  7 ½ Jahre davon sogar als Ehepaar. Hinter uns liegen unendlich viele Reisen, die unseren Erfahrungsschatz erweiterten und dafür sorgten, dass wir uns jedes Mal neu kennenlernten und ineinander verliebten. Heute wollen wir unsere Erfahrungen mit euch teilen und allen Paaren ein paar Reisetipps mit auf den Weg geben.

Die Bedeutung gemeinsamer Erlebnisse

Gemeinsam verschiedene Dinge zu erleben, verbindet ein Paar ungemein, und zwar in dreierlei Hinsicht. 1.) Das gemeinsame Glück beginnt bereits bei der Planung der Reise, denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude. Auf ein gemeinsames Ziel hinzuarbeiten, schweißt zusammen und fördert das Wir-Gefühl. 2.) Und dann kommt der tatsächliche Urlaub, bei dem man als Paar gemeinsam einzigartige, unvergessliche Abenteuer erlebt. Solche Ereignisse prägen einen das ganze Leben. 3.) Doch nach dem Urlaub ist die Freude noch nicht vorbei, denn dann beginnt man damit, gemeinsam in Erinnerungen an die damalige Zeit zu schwelgen. Es gibt nichts Schöneres, als später einmal ganz klassisch auf der Parkbank zu sitzen und über seine gemeinsamen Reisen zu philosophieren. Je früher man als Paar zusammenkommt und je länger man zusammenbleibt, desto mehr Erlebnisse kann man miteinander teilen. Gemeinsam eine einzige, sehr lange Geschichte zu schreiben, ist romantischer, als später zueinander zu finden und sich dann gegenseitig von seinem individuellen Leben zu erzählen.

Außerdem ist jede Reise – und sei es nur ein dreitägiger Kurztrip – eine willkommene Abwechslung und ein Ausbruch aus dem Alltagsleben. Jedes gemeinsame Abenteuer sorgt dafür, dass die Beziehung lebendig und “frisch” bleibt.

Unser Tipp: Es muss nicht immer die lange Reise sein, auf die man sich gemeinsam freut. Selbst jeder Kurztrip ist eine Bereicherung für die Beziehung und schweißt zusammen.

Die Wahl des richtigen Reiseziels

Es gibt 195 Länder auf dieser Welt. Bei so einer großen Auswahl sollte es nicht schwerfallen, mindestens zehn oder 20 Länder zu finden, die man gemeinsam bereisen möchte. Aus eigenen Erfahrungen wissen wir auch, dass sich die Reisewünsche des Einzelnen im Laufe der Zeit noch ändern können. M möchte unbedingt nach Japan, was ich immer vehement ablehnte. Im Laufe der Zeit habe ich sogar schon eine dreiwöchige Rundreise durch Japan zusammengestellt, um mich seinem Wunsch anzunähern. So lange es aber noch viele andere gemeinsame Reisewünsche gibt, muss Japan noch eine Weile warten.

Wenn der eine Partner das Meer liebt, aber der andere die Berge, dann könnte man auch im ersten Urlaub den Wunsch des einen und im zweiten Urlaub des Wunsch des anderen erfüllen. Manchmal ist es auch möglich, beide Bedürfnisse miteinander zu verknüpfen. In Indonesien verbrachten wir einerseits viel Zeit am Strand, bestiegen andererseits aber auch zwei Berge bzw. Vulkane.

Unsere Tipps: 1.) Nehmt euch beide eine Liste und schreibt euch unabhängig voneinander 20 Reisewünsche auf. Vergleicht die Listen im Anschluss und findet einen gemeinsamen Nenner. 2.) Kauft euch eine Weltkarte oder einen Korkglobus und haltet eure gemeinsamen Ziele auch visuell fest.

 

Die Wahl der richtigen Unterkunft

Ob Hotel, Hostel, Bungalow, Wohnwagen, Zelt oder Boot – über die gemeinsamen Interessen und Bedürfnisse sollte man sich vorher unbedingt austauschen und die Unterkünfte schon vorm Urlaub buchen. Bei einer Rundreise muss man ohnehin mehrfach die Unterkunft wechseln, sodass man die Wünsche beider Partner miteinander kombinieren könnte: Drei Nächte im Hotel, eine Übernachtung im Zelt und fünf Übernachtungen im Bungalow wären hier beispielsweise eine gute Lösung.

Unser Tipp: Die Mischung macht’s!

Die gemeinsame Reisevorbereitung

Sobald man ein gemeinsames Reiseziel gefunden hat, sollte man sich über die weiteren Aspekte gemeinsam absprechen. Welche Aktivitäten möchte man am Zielort unternehmen? Welche Sehenswürdigkeiten möchte man sich anschauen? Selbst wenn einer von beiden mehr in die gesamte Planung involviert ist, muss er den anderen und dessen Bedürfnisse permanent mit in die Reise einbeziehen. Man könnte auch die Vorbereitung aufteilen. Bei uns suche ich die Ziele, Aktivitäten, Sehenswürdigkeiten und Hotels heraus. M dagegen ist für die gesamten Buchungen zuständig, weil er im Internet immer vorher noch Rabattcodes sucht, um den Trip aus finanzieller Sicht noch zu optimieren. Oftmals traue ich mich dann auch, luxuriösere Hotels herauszusuchen, weil ich weiß, dass er den Preis noch drücken kann.

Grundsätzlich gilt für uns, dass wir den gesamten Reiseverlauf schon vor dem Urlaub festlegen. Somit verlegen wir die Planung, Organisation und mögliche Diskussionen auf die Zeit davor. Auf diese Weise ersparen wir uns größere Meinungsverschiedenheiten im Urlaub.

Unser Tipp: Teilt euch die Arbeit auf und lasst jeweils den anderen am Vorbereitungsprozess teilhaben. Organisiert alles schon im Vorfeld, denn euer Urlaub ist zum Entspannen da.

Die Wahl der passenden Aktivitäten

Wichtig bei der Wahl der passenden Aktivitäten ist, dass die Bedürfnisse beider Partner gleichermaßen gut abgedeckt werden. Dabei sollte man bedenken, dass es keine 100%-ige Übereinstimmung geben muss. Möchte mein Partner tauchen gehen, obwohl ich es selbst nicht mag, sollte ich ihn bei seinem Vorhaben unterstützen, auch wenn ich selbst nicht der große Tauchfreund bin. In dem Fall könnte ich mich ja der Schnorchelgruppe anschließen oder mir für diese Zeit etwas anderes einfallen lassen.

Ich zum Beispiel habe das Gleitschirmfliegen für mich entdeckt, erwarte aber nicht von meinem Partner, dass er jedes Mal mitfliegt. Schließlich sind solche Flüge ganz schön kostspielig und niemand muss Geld für eine Sache ausgeben, die ihm nicht gefällt.

In London wollte M an drei(!!) Stadiontouren teilnehmen, während ich mir unbedingt Shakespeare’s Globe anschauen wollte. Auch wenn uns die Vorhaben des jeweils anderen nicht gefielen, erfüllten wir uns schließlich alle unsere Wünsche gemeinsam.

Außerdem ist es wichtig, dass beide Partner die körperliche Fitness mitbringen, die bei gewissen Aktivitäten vorausgesetzt wird. Wir haben beispielsweise schon zweimal einen Vulkan bestiegen, obwohl ich gefühlt der unfitteste Mensch des Universums bin. M, der regelmäßig ins Fitnessstudio geht und einmal pro Woche joggt, musste sich dann eben meinem sehr langsamen Tempo anpassen und mich zum Weiterlaufen motivieren. Empathie und gegenseitiges Verständnis sind hierbei unerlässlich.

Unser Tipp: Findet einen gemeinsamen Nenner! Habt ihr unterschiedliche Interessen, dann unterstützt euch gegenseitig dabei, diese dennoch auszuüben.

Als Paar auf Gruppenreise – Um Gottes Willen!

Wir sind nicht die großen Fans von Gruppenreisen. Denn hier prallen so viele unterschiedliche Interessen und Charaktere aufeinander, dass es ja fast nur “knallen” kann: Besserwisser, Selbstdarsteller und Prahler, Dauerquatscher, Dauernörgler und Miesepeter, Auf-die-Einheimischen-Herabschauer, Instagrammer, unzufriedene Dauersingles, sich anzickende Ehepartner (wir ab und zu), Heulsusen (ich, wenn ich Babylöwen in der Serengeti sehe), körperlich Fitte vs. Unfitte, Lästerschwestern, Partypeople, überzeugte Veganer vs. Fleischliebhaber, vollkommen falsch gekleidete Etepetete-Tanten, andere Nervensägen und liebenswürdige Normalos. Unser Ranger in Tansania berichtete uns beispielsweise etwas von den ganzen deprimierten Dauersingles, die sich über Weihnachten einer Gruppenreise anschließen, um nicht allein zu Hause vorm Weihnachtsbaum sitzen zu müssen. Dann wird der Guide mal eben unfreiwillig zum Therapeuten oder Mülleimer, der er nie sein wollte.

Ich selbst habe beruflich mit so vielen Menschen zu tun, dass ich im Urlaub auch nicht unbedingt auf “Socializing” setze, sondern eher mit M meine Ruhe haben möchte.

Leider lassen sich solche Gruppenreisen oftmals nicht vermeiden, zum Beispiel bei einer Safari in Afrika. Sich selbst einen Jeep inkl. Ranger zu nehmen, würde die ohnehin schon hohen Kosten noch weiter in die Höhe katapultieren. Deshalb ist man in solchen Fällen gezwungen, sich einer Gruppenreise anzuschließen. Doch nicht die ganze Reise muss in der Gruppe stattfinden, wie wir es selbst schon zweimal in Erfahrung bringen konnten. In Südafrika waren wir eine Woche lang mit 17 anderen Gästen auf Safari. Anschließend ging es nach Kapstadt, wo wir uns ein anderes Hotel buchten, um uns von der Gruppe abzuseilen. Sobald die Gruppenreise ihr Übriges getan hat, sollte man sich davon entfernen, um seine Zweisamkeit besser genießen zu können. Hierbei empfehlen wir, der Reiseagentur mitzuteilen, dass man ein anderes als das Standardhotel buchen möchte (Stichwort: Upgrade-Möglichkeit). In Tansania waren wir ebenfalls in der ersten Woche auf einer Gruppen-Safari unterwegs. Für die zweite Woche auf Sansibar buchten wir dann ein anderes Hotel, in dem die Mitreisenden aus der ersten Wochen nicht standardmäßig untergebracht waren.

Unser Tipp: Wenn man um eine Gruppenreise nicht herumkommt, dann muss man eben in den sauren Apfel beißen, so lange diese erforderlich ist. Aber sobald man sich von der Gruppe entfernen kann, sollte man diese Chance auf jeden Fall ergreifen und beispielsweise andere Hotels buchen. 

Gemeinsame Quality Time im Urlaub

Leider passiert es im Alltag viel zu oft, dass man mit anderen Dingen beschäftigt ist als mit seinem Partner. Entweder man steckt viel zu sehr in seinem Job-Hamsterrad fest oder man verbringt zu viel unnötige Zeit am Handy, PC oder iPad. Gerade aus diesem Grund sollte man die Mediennutzung im gemeinsamen Urlaub möglichst stark herunterfahren, um sich voll und ganz aufeinander konzentrieren zu können. Das Handy sollte im Restaurant ebenfalls tabu sein, genauso wie sonst auch während des gemeinsamen Essens. Wir nennen diese einander zugewandte Zeit immer „Quality Time“.

Uns ist beispielsweise schon an uns selbst aufgefallen, dass wir auf zu stressigen Rundreisen abends nur noch todmüde und kaputt ins Bett fallen. Sich im Urlaub näher zu kommen, ist dann irgendwie schwierig. Um die Chance auf noch mehr Zweisamkeit zu erhöhen, sollte man auch mal „Turteltaubenurlaub“ ohne vollgepackte To-do-Liste machen. Wir waren zum Beispiel eine ganze Woche auf Santorin, obwohl man für die Erkundung der Insel gar nicht so viel Zeit benötigt hätte. Dort nahmen wir uns auch ein Zimmer mit privatem Outdoor-Whirlpool, in dem wir abends viel Zeit verbrachten und die gemeinsame Zeit genossen.  Ein paar Tage am Gardasee eignen sich eher für mehr Zweisamkeit als eine stressige Städtereise.

Unser Tipp: Genießt eure Zeit miteinander nahezu medienlos, statt permanent auf Instagram nachzuschauen, wo gerade eure Freunde Urlaub machen. Packt euch nicht all eure Reisen komplett voll, sondern macht auch bewusst ruhigeren Urlaub, um die echte Turteltaubenzeit zu erhöhen.

Pärchen-Streit im Urlaub

Es gibt genügend Paare, die sich um Teufels Willen schon aus Prinzip nicht im Urlaub streiten. Schließlich möchte man den schönen Schein nach außen hin bewahren. Niemand Außenstehendes soll merken, dass es gerade kriselt. Und doch kommt es vor, dass man sich über den Partner ärgert, aber einfach nichts sagt, nur um die dauerhafte Harmonie zu erzwingen – weil man sich den lange ersehnten Urlaub nicht selbst vermasseln möchte. Und dann kommt die nächste Kleinigkeit hinzu, über die man sich ärgert, aber die man wieder einmal nicht anspricht. Am Ende fliegt man wieder nach Hause und explodiert vor Wut. Nicht umsonst trennen sich sehr viele Paare nach dem Urlaub.

Wir finden: Das muss nicht sein. Streiten sollte auch im Urlaub erlaubt sein. Sofort zu äußern, was einen stört, ist besser, als alles in sich hineinzufressen. M und ich waren 2019 auf einer Safari in Tansania unterwegs, wo wir auch in sehr einfachen Unterkünften ohne eigenen Strom im Zimmer übernachteten. Gerade auf Safaris muss man sein Kamera-Equipment so präparieren, dass man mit den Akkus auch mal zwei oder drei Tage ohne ein Nachladen auskommen kann. Umso wütender war ich jedes Mal, als M meine Kamera im Safari-Jeep ständig eingeschaltet ließ, weil er auf den nächsten vorbeiziehenden Löwen wartete. Zunächst wies ich ihn immer wieder freundlich darauf hin, die Kamera auszuschalten. War dies nicht geschehen, wurden meine Ansagen immer pampiger – auch im Beisein der anderen Mitreisenden. Außerdem kamen wir auf Safari immer wieder in gefährlichere Situationen, als wir sehr dicht neben großen Raubkatzen anhielten und unsere Fenster offen ließen, damit wir in Ruhe fotografieren konnten. Um die Tiere nicht aufzuschrecken, sollten wir laut Ranger komplett ruhig sein. Als M dann aber in solchen Momenten immer weiter laut flüsterte, rutschte mir ein wütendes „Jetzt halt doch mal die Fresse!“ heraus – schließlich hatte ich großen Respekt vor den Raubtieren und wollte nicht von ihnen durchs offene Fenster angegriffen werden. Normalerweise ist das im Alltag gar nicht meine Wortwahl – und zum Glück weiß M das auch. Eine ganze Woche lang waren wir in der Sechsergruppe mit zwei anderen Pärchen im Jeep unterwegs. Eine ganze Woche lang bekamen die anderen Safari-Teilnehmer unsere kleinen Zickereien mit, was nicht gerade angenehm war. In der zweiten Woche entschieden wir uns dann bewusst für ein Hotel auf Sansibar, in dem die anderen Mitreisenden aus der Gruppe nicht dabei waren – diese wurden standardmäßig in einem anderen Resort untergebracht. Als dann plötzlich aus der Gruppenreise ein Pärchenurlaub wurde, klebten wir die ganze Zeit wie zwei Frischverliebte aneinander – schließlich waren die Konfliktthemen aus der ersten Woche längst aufgearbeitet. Natürlich ist es unangenehm, wenn andere Mitreisende solche Szenen mitbekommen. Für uns als Paar ist es aber am nachhaltigsten, seinen Frust sofort abzulassen, statt damit bis zur Rückkehr nach Deutschland zu warten. Fröhlich, überwältigt und völlig ausgeglichen kamen wir von unserer Tansania-Rundreise zurück. Das andere Pärchen, das erst vor einem Jahr gemeinsam mit uns im Safari-Jeep saß und eine ganze Woche lang die Harmonie heraufbeschwor, ist schon gar nicht mehr zusammen.

Auch wenn wir uns im Urlaub ab und zu anzicken und Außenstehende deshalb schlecht über uns denken sollten, so kennen wir uns selbst doch am besten. Unsere Mitreisenden aus Tansania können sich im Leben nicht vorstellen, wie liebevoll und respektvoll wir miteinander im Alltag umgehen. Je länger man zusammen ist, desto besser weiß man auch, wie man den anderen zu nehmen hat.

Unser Tipp: Lasst euren Frust heraus, sobald er da ist. Niemandem ist geholfen, wenn ihr innerlich immer wütender werdet und euch direkt nach dem Urlaub trennt.

Die finanziellen Mittel beim Reisen

Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass man sich von Beginn an einen Partner auf intellektueller und finanzieller Augenhöhe suchen sollte. Denn damit erspart man sich später auftretende Probleme. Wir verdienen ungefähr gleich viel, sodass wir sämtliche Kosten 50/50 aufteilen können – auch auf Reisen. Der Einfachheit halber bezahlt M alles im Urlaub und bekommt es dann im Nachhinein von mir zurück. Hierzu benötigt man natürlich sämtliche Kassenzettel oder muss auf seine Kreditkartenabbuchungen zurückgreifen.

Doch was passiert bei einem finanziellen Ungleichgewicht beider Partner? Wenn der „wohlhabendere“ von beiden gerne nach Hawaii fliegen möchte, sich der andere aber nur eine Woche All Inclusive auf den Kanaren leisten kann, dann könnte es zum unausweichlichen Konflikt kommen. In diesem Fall sollte der finanziell besser Situierte seinen Partner nach Hawaii einladen bzw. den Großteil der Kosten übernehmen. Oder er macht diesen Urlaub eben mit seinen gleichgestellten Freunden. Dauerhaft könnte dieses Ungleichgewicht allerdings zu einem sehr großen Problem führen, was sich auch von vornherein vermeiden lassen würde.

Unser Tipp: Sucht euch Ziele aus, die ihr euch beide gleichermaßen leisten könnt. Ist euer finanzielles Gefälle so groß, dann solltet ihr eine gemeinsame zufriedenstellende Lösung dafür finden.

Streitthema: Das gegenseitige Fotografieren im Urlaub

Vermutlich kennt inzwischen jeder die „Boys of Instagram“, die ihre Mädels immer und überall möglichst „instragrammable“ in Szene setzen wollen  – oder müssen. Mädels, euer Freund oder Mann ist nicht euer Privatfotograf! Natürlich macht man voneinander Fotos, das ist auch ganz normal. Ein gemeinsamer Urlaub sollte aber nicht zum zweiwöchigen Instagram-Fotoshooting mit Privatfotograf ausarten. Und schon gar nicht sollte man permanent irgendwelche Kurzvideos für seine Instagram-Story drehen, wie es leider genügend Reiseblogger-Paare machen. Fokussiert euch auf euch als Paar. Ihr steht im Mittelpunkt eures Urlaubs – und nicht eure Follower, die neuen Content von euch erwarten. Wir selbst posten unsere Fotos und Texte erst immer nach dem Urlaub, wenn wir wieder zu Hause sind.

Wir geraten selbst ab und zu aneinander, weil ich immer alles und jeden fotografieren muss. Mir geht es allerdings um die Fotografie, nicht um die Selbstdarstellung auf Instagram. Wenn ich dann immer zu M sage, er solle sich irgendwo für ein Foto hinstellen, ist er häufig sehr genervt von mir. Ihm gefällt es auch nicht, ständig in die Kamera lächeln zu müssen. Um das Ganze zu umgehen, bleibe ich manchmal abrupt irgendwo stehen, während er weiterläuft. Dann fotografiere ich die Orte, während er mir unfreiwillig ins Bild läuft. Solche Bilder haben auch ihren Reiz, wenn er ungewollt meine Fotos “crasht”.

Unser Tipp: Fotografiert so viel, wie es für beide erträglich ist. Fotografiert aber nur für euch, damit ihr gemeinsame schöne Momente einfrieren könnt. Niemand sollte zum kostenlosen Instagram-Fotograf seines selbstsüchtigen Partners verkommen, dem es eigentlich nur um Likes und Follower geht.

Die gegenseitige Unterstützung im Urlaub

Sicherlich hat jeder von euch unterschiedliche Stärken, die man allesamt im Urlaub nutzen könnte: Der eine spricht besser Englisch, der andere besser Französisch. Der eine ist kommunikativer und kann deshalb den Kontakt zu den Einheimischen besser herstellen. Der andere – in unserem Fall der Mann – hat den wesentlich besseren Orientierungssinn, der regelmäßig auf unseren Reisen zum Einsatz kommt. Während der eine in Stresssituationen mehr Panik macht, kann ihn der andere vielleicht durch seine innere Ausgeglichenheit beruhigen und auf den Boden der Tatsachen zurückholen. Ich selbst bin nicht die Sportlichste und brauche bei Bergbesteigungen immer ganz viel Zuspruch von M. Gleichzeitig ist M ein absoluter Sonnencrème-Hasser, den ich immer wieder daran erinnern muss sich einzucrèmen, damit er nicht am Ende des Urlaubs wie ein komplett verbrannter Krebs aussieht. Und so ein Sonnenbrand kann ganz schön schmerzhaft sein!

Unser Tipp: Bringt beide eure Stärken ein, dann seid ihr ein unschlagbares Team!

Ein paar letzte Worte vor eurem Urlaub

Am Ende des Tages zählt, dass ihr ihr selbst bleibt: ehrlich, echt und authentisch. Sobald man sich für jemanden verstellen muss, ist es nicht der richtige Partner. Urlaube sind sehr gut dafür geeignet, um herauszufinden, ob man gut zueinander passt. Zwingt euch niemals, eine Urlaubsharmonie aufrechtzuerhalten, nur um eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. So etwas wird immer nach hinten losgehen. Sobald ihr euren Frust abgelassen habt, ist die Harmonie wiederhergestellt. Wir wünschen euch ganz viel Liebe und viel Spaß auf Reisen!