„Es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen schauen auf einen Ozean und sehen nur Wasser. Wir aber blicken auf den Ozean und erinnern uns an die vielfältige, bunte Unterwasserwelt und die zahlreichen Meeresbewohner, die wir beim Tauchen und Schnorcheln zu Gesicht bekommen. Das Meer ist eine Welt für sich, die man schützen und erhalten muss.“ (M & M Footprints)

Obwohl über 90% des Lebens auf der Erde Wasserorganismen sind, stehen nur weniger als 1% der marinen Lebensräume unter Naturschutz. Jeder kann mit dem richtigen Verhalten dazu beitragen, die Unterwasserwelt zu erhalten. Aus diesem Grund haben wir an dieser Stelle viele wichtige Tipps zum Tauchen und Schnorcheln zusammengefasst, die sowohl der eigenen Sicherheit als auch dem Umweltschutz dienen.

Die richtige Ausrüstung zum Schnorcheln und Tauchen

  • Erkundige dich noch vor deinem Urlaub über die richtige Ausrüstung beim Schnorcheln. Meist bieten die Resorts oder dazugehörigen Tauchcenter die ABC-Ausrüstung gegen eine Gebühr oder zum Kauf an. Mehr dazu gibt es in unserem gesonderten Beitrag.
  • Zur Vermeidung von Sonnenbrand sollte während des Schnorchelns ein Rashguard mit Lichtschutzfaktor getragen werden. Auch die Waden sollte man sich mit rifffreundlicher Sonnencrème einschmieren.
  • Spüle deine gesamte Ausrüstung nach jedem Tauch- oder Schnorchelgang mit Dusch- oder Chlorwasser ab, um das Salzwasser zu beseitigen. Das Salz würde sonst langfristig deine Ausrüstung beschädigen.
  • Um beim Schnorcheln Wasser aus deiner Taucherbrille zu entfernen, musst du stark durch die Nase ausatmen und dabei deine Tauchermaske festhalten. Dann ist sie wieder frei.
  • Damit deine Taucherbrille nicht beschlägt, solltest du die Innengläser vor dem Tauchen oder Schnorcheln mit Spucke, Spülmittel oder Shampoo einschmieren und dann wieder ausspülen. Achte darauf, dass Spülmittel und Shampoo nicht ins Meer gehören. Erledige diesen Schritt entweder auf dem Taucherboot oder kurz vor dem Schnorcheln in deiner Unterkunft.
  • Zur Entfernung des Blaustichs aus deinen Unterwasser-Aufnahmen empfehlen wir die Handy-App Dive+. Gegen eine Gebühr kannst du sogar das Anbieter-Logo entfernen.

Schutz und Sicherheit beim Schwimmen und Schnorcheln

  • Bevor du ins Wasser gehst, solltest du die Richtung und die Stärke der Meeresströmung überprüfen.
  • Es ist leichter, sich mit der Strömung treiben zu lassen oder diagonal über den Strom zu schwimmen, statt gegen eine zu starke Strömung anzukämpfen. Zur eigenen Sicherheit solltest du nicht bei zu starkem Wellengang schnorcheln und schwimmen.
  • Sei dir deiner körperlichen Grenzen bewusst und überschreite diese nicht.
  • Gehe nicht alkoholisiert ins Wasser. Don’t drink and dive.
  • Zu deiner Sicherheit kannst du eine Rettungsweste tragen, die jedes Hotel mit eigenem Hausriff zur Verfügung stellt. (Bei uns befanden sich die Schwimmwesten im Schrank in unserem Hotelzimmer.)
  • Gehe niemals allein im Meer schwimmen oder schnorcheln. Es sollte unbedingt eine Begleitperson mit dabei sein.
  • Bleibe in Sichtweite des Riffs und schnorchele nur in den dafür markierten Bereichen.
  • Falls du im offenen Meer Hilfe benötigen solltest, dann winke, rufe oder benutze eine laute Trillerpfeife, die sich an der Rettungsweste befindet.
  • Schwimme nicht in der Nähe oder zwischen Boots-Anlegestellen. Bleibe weit entfernt von Schiffsschrauben.
  • Schwimme und schnorchle nicht im Dunkeln oder bei sehr schlechtem Wetter. Manche Resorts verbieten das unbegleitete Nachtschnorcheln sogar. Oftmals bieten die Tauchcenter geführte Nachtschnorchelgänge mit erfahrenen Guides an.
  • Beachte, dass in vielen Resorts keine Rettungsschwimmer im Einsatz sind. Du bist auf dich allein gestellt.

Der richtige Abstand zu Tieren und Korallen

  • Benutze nur die zum Schnorcheln und Tauchen vorgesehenen, deutlich markierten Ein- und Ausstiege. An dieser Stelle gibt es kein Riff oder es wurde “plattgemacht”, damit man problemlos herein- und herausgehen kann. (In unserem Malediven-Resort gab es zehn Ein- und Ausstiege am Hausriff, die im Wasser durch Bojen und an Land durch Schilder markiert waren.)
  • Stelle dich nicht auf das Riff, sondern warte auf den nächsten Rettungsreifen im Wasser, an dem du eine Pause einlegen kannst. Fasse auch nichts an, denn an den scharfen Korallen könntest du dich verletzen. Außerdem sind diese auch sehr zerbrechlich.
  • Belästige, jage oder schade keinem Meereslebewesen, nur um ein gutes Bild zu bekommen. Wenn sich ein Tier von dir bedrängt fühlt, könnte es dich eventuell beißen oder stechen.
  • Wenn man die Tiere dennoch vom Nahen filmen oder fotografieren möchte, empfiehlt es sich, den Stab seiner GoPro weit auszufahren oder aus der Ferne mit seiner Kamera heranzuzoomen.

Souvenirs aus dem Wasser

  • Fasse zu deiner eigenen Sicherheit keine Tiere und keine Korallen an. Manche Lebewesen sind gefährlicher und giftiger, als sie auf den ersten Blick aussehen. An den scharfen Korallen kann man sich außerdem verletzen. Das Berühren eines Meereslebewesens entfernt die schützende Schleimschicht, die vor Infektionen schützt.
  • Entferne nichts vom Riff! Anschauen ist erlaubt, aber anfassen und mitnehmen sind strengstens untersagt: “Take nothing but memories and pictures. Leave nothing but footprints.”

Füttern verboten

  • Menschliche Nahrung ist für Meeresbewohner nicht geeignet und kann diesen erheblichen gesundheitlichen Schaden zufügen.
  • Außerdem bringt das Füttern das Ökosystem Meer ins Ungleichgewicht und kann auch zu unerwünscht aggressivem Verhalten der Meerestiere führen.

Ruhige Tauchgänge und neutraler Auftrieb

  • Verhalte dich ruhig und bewege dich wenig. Je mehr du in Aktion bist, desto mehr schreckst du die Tiere auf. Je ruhiger du bist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie dir näherkommen. Halte deine Arme ruhig am Körper.
  • Schnorchle und tauche langsam mit neutralem Auftrieb. Dadurch wirst du weniger Krämpfe bekommen und hinterher nicht so müde sein. Außerdem minimierst du durch sanfte Bewegungen das Risiko, dich an Korallen zu verletzen.

Ohrenentzündungen durch Plankton

  • Plankton sind winzige Tiere und eine der wichtigsten Nahrungsquelle im Meer, beispielsweise auch für Walhaie. Bei Schwimmern, Schnorchlern und Tauchern kann Plankton hingegen Ohrenentzündungen hervorrufen.
  • Zur Vermeidung von Ohrenentzündungen solltest du die Ohren nach dem Schnorcheln oder Tauchen mit klarem Wasser spülen und diese trocken halten. Verwende während deines Tauch- und Schnorchelurlaubs keine Wattestäbchen.
  • Zum Schutz kann man seine Ohren auch einölen: Gib hierzu Öl auf deinen Finger und verteile dieses an den Ohröffnungen.

Umweltverschmutzung und rifffreundliche Sonnencrème

  • Tausende Meeresbewohner sterben jährlich unnötig, da sie den herumschwimmenden Müll für Futter halten oder sich in ihm verfangen. Hinterlasse daher selbst keinen Müll im Meer und nimm die gefundenen Abfälle mit, um den Ozean rein zu halten.
  • Verwende nur rifffreundliche Sonnencrème ohne die Bestandteile Octinoxat und Oxybenzon. Gewöhnlicher Sonnenschutz vergiftet den Ozean und führt zur Korallenbleiche. Achte daher auf das Riff-Symbol auf deiner Sonnenmilch. Auf Hawaii ist man laut Hawaiianischem Riffgesetz sogar verpflichtet, nur auf rifffreundlichen Sonnenschutz zurückzugreifen. Andere Länder könnten künftig mit dieser Regelung nachziehen.

Ungewöhnliche Beobachtungen im Meer

  • Bitte hilf dabei, die Unterwasserwelt zu erhalten. Wenn du frische Schäden an Korallen feststellst oder verletzte Lebewesen im Meer entdeckst, dann informiere umgehend die Hotel-Rezeption oder das Tauchcenter. Wenn du es dir zutraust, kannst du beispielsweise auch selbst eine Schildkröte aus einem Netz befreien. Solltest du andere Schnorchler auf Korallen herumtrampeln sehen, kannst du diese auch direkt im Wasser auf den Umweltschutz hinweisen oder sogar Wiederholungstäter bei deiner Hotelrezeption melden. In unserem Malediven-Resort drohten hierfür Geldstrafen im vierstelligen Bereich.

Der richtige Umgang mit Meeresbewohnern und Korallen – Das solltest du wissen

  • Der Drückerfisch (Triggerfish): Titan-Drückerfische können während der Brütezeit sehr aggressiv werden, da sie ihre Eier beschützen wollen. Sie verteidigen ihre Nester gegen Eindringlinge, so auch gegen Taucher und Schnorchler. Das Territorium der Drückerfische verläuft trichterförmig vom Nest im Riff und erstreckt sich in Richtung der inneren Lagune und der Oberfläche. Wenn man nur nach oben schwimmt, ist man weiterhin im Territorium des Drückerfisches gefangen. Schwimme horizontal in tieferes Gewässer, wenn du einem aggressiven Drückerfisch begegnest.

  •  Steinfisch (Stonefish): Der Steinfisch ist sehr giftig und bewegt sich meist nicht. Um sich zu verteidigen, stellt er 13 giftige Stachel auf, wenn er sich bedroht oder gestört fühlt. Sein Gift kann für Menschen tödlich sein. Stelle dich niemals auf die Korallen am Riff, weil Steinfische durch ihre gute Tarnung oftmals aussehen wie Teile des Riffs und schnell vom Menschen übersehen werden. Auch der ähnlich aussehende Skorpionfisch, mit dem der Steinfisch schnell verwechselt wird, ist giftig.
  • Der Stachelrochen (Stingray): Die meisten Stachelrochen besitzen einen Stachel am Schwanz, der ausschließlich zur Verteidigung eingesetzt wird. Sie greifen keine Menschen an, wenn man sie in Ruhe lässt. Meistens werden diese gestochen, wenn sie versehentlich auf einen Stachelrochen treten. Häufig bricht der Stachel in der Wunde ab und muss dann operativ entfernt werden. Der australische “Crocodile Hunter” Steve Irwin wurde 2006 im Great Barrier Reef sogar von einem Stachelrochen ins Herz getroffen und dabei tödlich verletzt.

  • Korallen (coral polyp): Korallen bieten ein Zuhause für Millionen von Lebensformen, die über mehrere tausend Jahre durch Polypen geformt wurden. Ihr Wachstum wird durch die Temperatur, den Salzgehalt, die Strömung und den Nahrungsgehalt im Wasser beeinflusst. Durch die Erderwärmung und die damit verbundenen wärmeren Wassertemperaturen kommt es zur Korallenbleiche, die die Korallen nachhaltig schädigt. Aber auch die falsche Sonnencrème kann die zerbrechlichen, sensiblen Lebewesen abtöten. Die geringste Berührung der Korallen kann die Polypen zerstören oder das Heranwachsen der Korallen stoppen. Durch ihr äußerst langsames Wachstum wird es mehrere Jahre (oder sogar Jahrzehnte!) dauern, bis sich das Riff wieder erholt hat.

  • Weichkorallen (coral with polyp): Einige harmlos aussehende Anemonen verfügen über Tentakeln, die bei Berührung Gift freisetzen. Um schmerzhafte Stiche zu vermeiden, solltest du auf keinen Fall Anemonen berühren.
  • Muscheln: Muscheln sind sehr schön und sehen oft sehr harmlos aus, aber bestimmte Arten sind sehr giftig, beispielsweise die Kegelmuschel. Daher sollte man grundsätzlich keine berühren, auch wenn sie noch so schön ausschauen.
  • Haie: Haie sind ungefährlicher als ihr Ruf. Bleibe ruhig, wenn du einem Hai begegnest und wehre dich, falls er dich attackieren sollte. Normalerweise stehen Menschen nicht auf deren Speiseplan und normalerweise schwimmen die Haie unbeeindruckt an dir im Wasser vorbei. Zu deiner eigenen Sicherheit kannst du auch Sharkbanz, Haiabwehr-Armbänder, tragen. Den gesonderten Artikel zu unseren Sharkbanz gibt es <hier>.

In dem Souvenirshop der Resorts gibt es häufig Übersichtskarten mit den dort lebenden Meeresbewohnern. Gefährliche Tiere sind mit einem roten Punkt markiert. Für die Malediven gibt es noch die Handy-App “Fishes of the Maldives”.


Hier: Beispielkarte “Sealife auf den Malediven” von www.mondomaldive.com (gekauft für 12 USD im Vilamendhoo Island Resort & Spa auf den Malediven)

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Unter Berücksichtung dieser vielen Regeln und Tipps wirst du garantiert ein tolles Schnorchel- und Taucherlebnis haben. Wir wünschen dir viel Spaß dabei!


Links:

Übersicht über die Meeresbewohner auf den Malediven (mondomaldive.com)

App “Fishes of the Maldives”

Taucher-App “Dive+” zum Entfernen des Blaustichs auf Unterwasserfotos und in -videos

Euro-Divers Vilamendhoo

Das Vilamendhoo Island Resort & Spa im Süd-Ari-Atoll: Der beste Ort zum Tauchen auf den Malediven


Quellen:

Hotel-Informationsbroschüre vom Vilamendhoo Island Resort & Spa (Malediven)

Heft “Reef Care Guide – Instructions for swimmers, snorkelers and divers” aus dem Vilamendhoo Island Resort & Spa (Informationen wurden übernommen und teilweise ergänzt)