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Unsere Stationen: Kruger Nationalpark │ Bongani Mountain Lodge im Mthethomusha Game Reserve (Bushwalks, Morning Game Drives, Sunset Game Drives, legale Nashorn-Enthornung)

Tag 1: Flugreise nach Südafrika

Mit South African Airways flogen wir am Mittwochabend, 26.08.2015, von München direkt nach Johannesburg. Aufgrund eines technischen Defekts am Flugzeug standen wir drei Stunden auf dem Rollfeld und warteten darauf, dass Ingenieure den Fehler finden und wir endlich abheben konnten. Nach einem kompletten Neustart des Flugzeugs hat es dann endlich geklappt. Unser Flug dauerte daher nicht zehneinhalb, sondern dreizehneinhalb Stunden.


Tag 2: Ankunft in der Bongani Mountain Lodge

Die Fahrt zur Lodge: Am Donnerstagvormittag landeten wir in Johannesburg, wo uns unser Fahrer und die anderen sechs Gäste am Flughafen mit einem Aufsafari-Schild empfingen. Aufgrund der erheblichen Verspätung unseres Flugzeugs mussten sie dreieinhalb Stunden auf uns warten. Auf der etwa vierstündigen Fahrt brachte uns der Fahrer im klimatisierten Minibus zur 380 km entfernten Bongani Mountain Lodge, in der wir sieben Nächte übernachten wollten.

Auf dem Trip fiel uns besonders der große Unterschied zwischen Arm und Reich auf: Während die Einen mit ihrem BMW oder Mercedes durch Johannesburg fuhren, lebten die Anderen in ihren heruntergekommenen Wellblechhütten etwas abgeschieden von der Zivilisation. Viele Südafrikaner trampten auf der Autobahn und liefen am Rande der vielbefahrenen, gefährlichen Straße entlang.

Zudem sahen wir viele abgebrannte Felder und einen in Flammen stehenden Acker. Wir machten an einer Raststätte Halt, wo wir schon die ersten Nashörner, Zebras, Büffel, Strauße und Antilopen sahen. Besonders überrascht waren wir aber davon, dass wir auf der gesamten Fahrt auch zahlreiche Rehe, Rinder und Pferde sichteten, die wir in Südafrika gar nicht erwartet hätten, sondern eher bei uns in Deutschland. Auf dem zweiten Teil der Strecke fuhren wir an Macadamia-Plantagen, Orangen-Bäumen und dem Crocodile River vorbei. Auch sahen wir viele Hinweisschilder, die auf Nilpferde aufmerksam machten. Die letzte halbe Stunde der Reise waren wir auf einer sehr holprigen, sandigen Straße unterwegs, die uns zum Bongani-Reservat führte. Doch die vielen winkenden und süß lächelnden Kinder entschädigten uns für die schlechten Straßenverhältnisse vor Ort. Wir fühlten uns sofort herzlich willkommen.

Von dem Welcome Center im Bongani-Reservat aus ging es im offenen Jeep noch eine dreiviertel Stunde weiter durch die Berge, wobei dieser Trip eher einer Achterbahnfahrt glich. Dort sahen wir dann schon die ersten Giraffen direkt vor unserem Fahrzeug. Unser Ranger Skigh hielt immer wieder für uns an, damit wir die Tiere und die herrliche Landschaft noch länger bestaunen konnten.

Als wir dann endlich unser Ziel erreichten, empfing uns Damian, unser deutschsprachiger Reiseleiter, schon gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Lodge. Sie gaben uns feuchte Erfrischungstücher und luden uns auf einen Willkommensdrink ein. Die Affen und Nyalas (Antilopen) begrüßten uns auch schon auf dem Gelände. Nachdem uns Damian mit ein paar wichtigen Sicherheitsregelungen vertraut gemacht hatte, bezogen wir unser kleines Häuschen. Anschließend gab es ein sehr leckeres Abendessen.

Unsere Lodge

Die Bongani Mountain Lodge liegt im Mthethomusha Gamereserve in dem Malelane-Gebirge und grenzt an den Kruger- Nationalpark. Wir hatten das Glück, ohne Aufpreis die Honeymoon-Suite mit einem riesigen Bett und einem herrlichen Ausblick bekommen zu haben. Da wir uns mitten in einem Big-5-Naturreservat befanden, durften wir nach Einbruch der Dunkelheit unsere Lodge nur noch mit einem Security-Mann verlassen. Diesen forderten wir dann immer vor und nach dem Abendessen bei der Rezeption an. Mit einem Lächeln holten uns die absolut freundlichen Security-Leute, der große oder der kleine Buffalo, dann jeden Abend ab und sammelten dabei noch andere Gäste mit ein. Nur wenige Meter neben unserem kleinen Häuschen befand sich das Nelson-Mandela-Haus, eine Lounge des Hotels. Diese wurde nach ihrem berühmten Namensgeber benannt, weil sich Nelson Mandela direkt nach seiner Gefangenschaft auf Robben Island eine Zeit lang genau in diesem Haus aufhielt.

Das Mthethomusha Gamereserve

Unser Gamereserve befindet sich in der Mpumalanga, was “Ort der aufgehenden Sonne” bedeutet. Sie ist eine der neun Provinzen in Südafrika und 79.400 km2 groß, fast ein Fünftel von Deutschland. Die Hauptstadt von Mpumalanga ist Nelspruit.


Tag 3: Bush Walk und Sunset Game Drive

Bush Walk

Noch vor dem Frühstück begaben wir uns in unserer Gruppe gemeinsam mit Damian, Skigh und Simon auf eine Safari zu Fuß. Sie zeigten uns die unterschiedlichen Hinterlassenschaften der Tiere (Nashorn, Zebra, Leopard, Elefant) und erklärten uns, wie man diese voneinander unterscheiden kann. Auf der Erkundungstour sahen wir auch diverse Fußabdrücke und Tiere, zum Beispiel Elefanten, einen Skorpion, Giraffen sowie verschiedene Antilopenarten. Skigh kennt das Naturreservat wie seine Westentasche und erzählte uns anhand der Gegebenheiten (Spuren, Kot etc.), was in der Nacht zuvor alles dort passiert war. Er liest die Natur wie wir die Zeitung. So zeigte er uns zum Beispiel tierische Überreste von einer Antilope, die zuvor an der gesehenen Stelle von einem Leoparden aufgefressen worden war. Außerdem erklärte er uns die ausgeklügelte Funktionsweise einer Pflanze, die immer von Elefanten gefressen wird. Er gab uns hierfür jeweils ein Blatt zum Kosten, welches angenehm schmeckte. Dann simulierte er durch Schlagen auf die Pflanze einen Elefanten, der mit seinem Rüssel die Blätter abschüttelt, um diese zu fressen. Sobald der Busch merkt, dass er gerade von den Tieren “attackiert” wird, bildet er pflanzliche Gerbstoffe (Tannine), die dafür sorgen, dass die Blätter bitter werden und der Elefant weiter zum nächsten Busch zieht. Nur mit Hilfe dieser Funktionsweise schafft es die Pflanze zu überleben. Nach Skighs Simulation gab er uns ein weiteres Blatt zum Kosten, das tatsächlich viel bitterer schmeckte als das erste. Als wir zurückkehrten, wurden wir schon mit Erfrischungstüchern freundlich empfangen. Später gab es eine Infoveranstaltung, auf der Damian mit uns das Programm für die anstehenden Tage durchsprach. Anschließend zeigte er uns die Felsmalerei (Rock art), die sich auf dem Bongani-Gelände befindet.

Sunset Game Drive

Nach Kaffee und Kuchen ging es am Nachmittag des dritten Tages mit dem Jeep auf einen Sunset Game Drive. Dort sahen wir vor allem Nashörner und Elefanten. Unser Ranger Skigh wollte uns unbedingt noch Löwen zeigen, doch die haben sich wohl zu gut versteckt. Er ist sogar über Steine und Büsche gefahren und extra aus dem Auto ausgestiegen, um die Löwen für uns zu suchen. Doch auch das brachte keinen Erfolg. Also trafen wir uns mit Simon und den Gästen des anderen Jeeps, um Getränke und Snacks zu uns zu nehmen. Anschließend fuhren wir im Dunkeln weiter und suchten die nachtaktiven Tiere. Doch bis auf ein paar Vögel, Mangusten (vergleichbar mit Eichhörnchen), Antilopen sowie ein Buschbaby (kleiner Affe) und ein Nashorn haben sie sich alle zu gut vor uns versteckt. Skigh ist sogar noch ausgestiegen, um im Dunkeln mit seinem Safari-Hut einen Vogel zu fangen und uns diesen zu zeigen. Man hatte den Eindruck, dass er sich am Ende wirklich geärgert hat, weil er uns nicht noch mehr Tiere – vor allem keine Löwen – zeigen konnte. Doch die Tiere sind nicht im Zoo, sondern bewegen sich in der freien Natur. Um sie vor die Linse zu bekommen, muss man wirklich sehr viel Glück haben. Besonders beeindruckt hat uns an Skigh, dass er wirklich jede Fußspur, sogar die eines Löwen, und die noch so weit entfernteste Elefantenfamilie mit einem Elefantenbaby entdeckt und uns gezeigt hat. Bei vielen großen, grauen Felsen dachte man oft, es seien lauter Elefanten oder Nashörner, was sich jedoch als falsch herausstellte.

Nashörner

Auf der Fahrt erzählten uns Skigh und Lisa, dass selbst im Kruger-Nationalpark zwei Nashörner pro Tag von Wilderern getötet werden, nur um an das wertvolle Horn zu gelangen. Die Hornsubstanz sei sogar viermal mehr Wert als Gold, obwohl es das gleiche Material ist wie in menschlichen Fingernägeln. Wenn man das Horn abschneidet, kann es jederzeit wieder nachwachsen – im Jahr 2,5 cm. In Botswana dagegen wurde im vergangenen Jahr nur ein einziges Nashorn wegen des Horns getötet, weil man dort den Wilderer erschießen darf, der ein Nashorn getötet hat. Da es ein solches Gesetz in Südafrika leider nicht gibt, müssen dort viel mehr Nashörner pro Jahr sterben. In unserem Mthethomusha Gamereserve kürzt man die Hörner der Tiere deshalb bewusst, um Wilderern keine Chance zu geben, an das wertvolle Horn zu gelangen. Am Kot der Nashörner kann man erkennen, ob ein Männchen oder Weibchen diesen hinterlassen hat. Denn nach dem Ausscheiden zertrampelt ein männliches Nashorn seinen Kot bewusst und stampft ihn in die Erde, um sein Revier möglichst großflächig zu markieren. Weibchen hingegen scheiden den Kot aus und lassen ihn in einem großen, ganzen Stück zurück. Zudem hat uns Skigh darauf aufmerksam gemacht, dass man Breitmaulnashörner (white rhinos) und Spitzmaulnashörner (black rhinos) unterscheidet. Die englischen Bezeichnungen stehen jedoch nicht für die Farbe der Tiere, weil bekanntlich alle Nashörner grau sind. Es handelt sich dabei um einen Übersetzungsfehler vom Niederländischen ins Englische. Das Breitmaulnashorn frisst Gras vom Boden, weil es einen Buckel hat und den Kopf deshalb nicht so weit heben kann. Das Spitzmaulnashorn frisst hingegen von Bäumen und Sträuchern, da es den Kopf anheben kann und keinen Buckel hat. An deren Kot (Gräser oder Blätter) kann man erkennen, um welche Art es sich jeweils handelt.


Tag 4: Ganztagsausflug in den Kruger-Nationalpark

Am vierten Tag unserer Reise mussten wir schon 4:00 Uhr morgens aufstehen, weil es um 5:00 Uhr in den 39 km entfernten Kruger-Nationalpark ging. Morgens war es noch sehr kalt und stockfinster, selbst die Sterne der Nacht waren noch am Himmel zu sehen. Auf der Fahrt zum Welcome Center, die wieder einmal einer Achterbahn-fahrt glich, sahen wir eine ganze Herde Büffel. Unsere Fahrerin Jessica und der Guide der anderen Gruppe holten uns dort ab und begleiteten uns auf diesem Ausflug. Unsere Reisegruppe fuhr insgesamt mit zwei Jeeps durch den Kruger-Nationalpark. Beeindruckend war für uns, dass die Fahrer untereinander im permanenten Funkkontakt standen, um sich gegenseitig über die gefundenen Tiere zu informieren. Nur so konnte man sicherstellen, dass möglichst viele Touristen möglichst viele Tiere sehen konnten. Lustig war, dass Jessica sogar mit einigen anderen Fahrern in einer WhatsApp-Gruppe ist und sie sich während der gesamten Fahrt per WhatsApp über Tierentdeckungen austauschten.

Im Kruger-Nationalpark machten wir insgesamt drei Touren, zwischendurch gab es jeweils Essenspausen. Zum Frühstück hatte uns unser Hotel ein reichhaltiges Lunchpaket mitgegeben.

Auch an diesem Tag lernten wir so viel Neues über die Umgebung und die Tiere kennen. Alle interessanten Informationen, die wir uns merken konnten, haben wir auf den folgenden Seiten zusammengestellt.

Nach der Rückkehr zum Hotel erwartete uns schon der eindrucksvolle Sonnenuntergang direkt vor unserer Lodge. M setzte sich an seine neue Lieblingsstelle und beobachtete dabei drei Giraffen.

Wissenswertes über den Kruger-Nationalpark

Da der Park sehr groß ist – 350 km lang und 60 km breit–, waren wir nur im südlichen Teil unterwegs. In dem eingezäunten Reservat leben ca. 10.820 Nashörner, 37.130 Büffel, 28.000 Zebras, 13.750 Elefanten, 120 Geparden, 8.300 Giraffen, 4.420 Krokodile und 1.000 Leoparden. Außerdem gibt es dort ca. 1.700 Löwen, 3.100 Nilpferde sowie viele weitere Tiere (Vögel, Antilopen, Schlangen, Fische, Schmetterlinge).

Homo Sapiens

Im Kruger-Nationalpark sind täglich tausende Homo Sapiens (also Menschen) unterwegs, um die ganzen Tiere zu beobachten. Doch wir trafen auf ein besonders sexuell aktives Homo Sapiens-Pärchen, das auf einer Hauptstraße im Park auf dem Beifahrersitz besonders großen Spaß hatte. Unsere Fahrerin Jessica macht ihren Job seit zehn Jahren und hat so etwas im Kruger-Nationalpark noch nie zuvor gesehen.

Der Name „Big 5“

Dieser Name kommt aus der Jagdsprache und bezieht sich nicht auf die Größe eines Tieres, sondern darauf, wie schwer es sich erlegen lässt. Zu den Big 5 gehören der Elefant, das Spitzmaulnashorn, der Büffel sowie der Löwe und der Leopard.

Leopard

Unter Rangern und Guides im Kruger-Nationalpark wird der Leopard als „Halluzination des Buschs“ bezeichnet. Kaum entdeckt man ihn, ist er auch schon wieder verschwunden. Man sieht ihn dann einfach nicht mehr, weil er sich mit seinem Fell so gut tarnen kann. Jessica erzählte uns, dass die Leoparden in Südafrika auch in Städten wie Johannesburg leben und sich dort wie normale Katzen verhalten. Sie haben sich den Menschen angepasst, greifen diese nicht an und werden kaum von ihnen wahrgenommen. Man kann die Leoparden in Johannesburg mit den Füchsen in deutschen Wäldern vergleichen.

Soziale Spinnen

In Europa sehen wir Spinnen nur als Einzelgänger an den Wänden hängen oder umherkrabbeln. Doch in Südafrika sahen wir viele Spinnwebenknäuel, die wir zunächst nicht als solche identifizieren konnten. Jessica berichtete uns dann, dass es sich dabei um soziale Spinnen (social spiders) handelt, die in Kolonien zusammenleben, gemeinsam ihre Beute fangen und den Nachwuchs zusammen großziehen. Der Vorteil an diesen Kolonien ist, dass die Spinnen gemeinsam ihre Beute überwältigen können, für die sie allein viel zu klein wären. Die Spinnen teilen sich ein großes Gemeinschaftsnetz.

Termitenhügel

Obwohl Termiten ihre Hügel nur aus Speichel und Sand bauen, sind diese so hart wie Beton. Ein Drittel des Hügels befindet sich oberhalb des Bodens, zwei Drittel unterhalb. Wenn man nur die riesengroßen sichtbaren Hügel sieht, kann man sich vorstellen, wie groß der ganze Termitenbau sein muss. Interessant ist, dass darin ganzjährlich zu jeder Tageszeit konstante 28°C vorherrschen. Der Mensch hat versucht, diese Funktionsweise auf Häuser zu übertragen, um Energiekosten zu sparen. Dies ist bisher jedoch nicht gelungen. Tiere sind eben doch manchmal schlauer als wir.

Mthethomusha Gamereserve (Bongani) vs. Kruger-Nationalpark

Insgesamt fanden wir die Umstände in unserem Gamereserve sogar besser als die im Kruger-Nationalpark, weil man dort den Tieren so nah wie möglich sein und überall langfahren konnte. Im Kruger-Nationalpark dagegen musste man auf den vorgegebenen Straßen bleiben. Wenn man einen Löwen in hundert Metern Entfernung sah, konnte man sich ihm nicht mit dem Jeep nähern, was in unserem Gamereserve jederzeit mit Skigh möglich gewesen wäre.

Ellipsen-Wasserböcke

Der Ellipsen-Wasserbock zählt zu den afrikanischen Antilopen. Am Gesäß trägt er eine weiße Ellipse, die Jessica als “Klobrille” bezeichnet hat. Sie erzählte uns dazu folgende Geschichte: Noah wollte damals ein Schiff – die Arche – bauen, um einer anstehenden Flut zu entkommen. Damit wollte er seine Familie und alle Landtiere retten. Der Ellipsen-Wasserbock betrat das Schiff viel zu früh, nämlich dann, als die Toilette gerade frisch mit weißer Farbe gestrichen worden war. Er musste unbedingt aufs Klo, setzte sich in die nasse Farbe und hat deshalb bis heute den Klobrillenabdruck an seinem Hintern.

Impalas

Das Impala ist eine Antilopenart, das am Hintern ein schwarzes „M“ im Fell trägt. Bei Busch-Insidern steht dieses „M“ für McDonald’s, weil Impalas das Fast Food des Buschs sind. Diese Antilopen sind nämlich zahlreich vorhanden und sehr leicht zu erlegen. Sie sind für die großen Raubtiere Futter für „mal eben zwischendurch“. Um Nyalas von Impalas unterscheiden zu können, muss man nur auf deren Hintern schauen. Anhand dieser Geschichten lassen sich auf nicht ganz so ernstzunehmende Weise einzelne Gegebenheiten in der Tierwelt erklären. Wir haben während unserer Safari-Woche noch viele weitere Antilopenarten gesehen: Nyala, Kudu, Gnu, Klippspringer und Steinbock.


Tag 5: Ganztagsausflug zu den Drakensbergen und Bourke’s Luck Potholes


Tag 6: Freier Tag bzw. Village Tour in Luphisi


Tag 7: Game Drive (morgens und abends) sowie Nashorn-Enthornung

Der siebte Tag begann mit einem Morning Game Drive bei Sonnenaufgang. Wir sahen diesmal aus der Nähe eine Büffelherde, die unten an der Wasserstelle war, welche man von Ms Lieblingsplatz aus sehen konnte. Nicht weit entfernt von der Herde stiegen wir aus und nahmen Tee und Kaffee zu uns. Da mir die ganze Sache mit den Büffeln nicht geheuer war, weil sie zu den gefährlichen Big 5 gehören, blieb ich als Einzige im Jeep sitzen. Schon am Morgen versprachen die Ranger, dass wir unseren Bongani-Safari-Tag erst beenden, wenn wir den Löwen gesehen haben. Auf dem Morning Game Drive sichteten wir dann aber nur eine tote Giraffe, die fünf Monate zuvor von einem solchen erlegt worden war.

Nashorn-Enthornung

Den gesonderten Beitrag dazu gibt es hier.

Sunset Game Drive

Da wir den Löwen beim Morning Game Drive noch nicht entdeckt hatten, war es das größte Ziel der Ranger, ihn uns am Abend beim Sunset Game Drive zu zeigen. Bei Sonnenuntergang machten wir Halt am fast höchsten Punkt des Naturreservats, wo wir schon bei Sonnenaufgang waren. Skigh hat der Ehrgeiz so sehr gepackt, dass er wieder mit uns über Büsche, Steine und kleine Bäume fuhr. Als es schon dunkel war, entdeckte Simon dann das stolze Tier und gab uns Bescheid über Funk. Leider kamen wir zu spät dort an, sodass nur die andere Gruppe von uns das laute Löwengebrüll hören und sehen konnte. Wir entdeckten dann gemeinsam, dass der Löwe humpelte, weil er wahrscheinlich in einen Dorn getreten war. Am Ende des Tages waren wir völlig platt, weil wir ca. neun Stunden auf “Ferrari-Safari” waren. Ich habe mir dabei sogar blaue Flecken zugezogen.


Tag 8: Zweiter Ganztagsausflug in den Kruger-Nationalpark

Am darauffolgenden Tag fuhren wir zum zweiten Mal mit Jessica in den Kruger-Nationalpark. Leider war es an dem Tag extrem windig und kalt, sodass die Safari eher unangenehm für uns war. Da halfen auch keine Decken, die uns Jessica zuvor gegeben hatte. Ein besonderes Highlight an dem Tag waren die Elefantenherden. Die eine Herde sahen wir während einer Pause, als sie im Entenmarsch hintereinander durch ein Flussbett des Sabie lief. Fast am Ende unserer Safari entdeckten wir eine andere Herde, die ganz nah an uns vorbei über die Straße marschierte. Besonders süß fanden wir die ganz kleinen Elefantenbabys. Die Löwen und einen Leoparden haben wir zwar auch gesehen, aber diese waren sehr weit von uns entfernt. Nach dem Ausflug waren wir komplett eingestaubt, weil es aufgrund des fehlenden Regens so trocken war.

Giraffen

Auch Giraffen kann man an ihrem Aussehen erkennen. Die männlichen Tiere haben eine Glatze auf ihren Hörnern, die weiblichen besitzen Haare. Sie schlafen normalerweise im Stehen, außer es ist ihnen zu windig. Dann knicken sie ihre Beine ein, legen sich auf ihren Körper und strecken den Hals in die Luft. Wenn sie sich komplett hinlegen würden, fielen sie in Ohnmacht, weil das Herz dann das Blut nicht mehr durch den langen Hals in den Kopf pumpen könnte. Forscher vermuten derzeit, dass die dunkleren Giraffen mehr Testosteron in sich tragen, was jedoch noch nicht offiziell belegt werden kann. Dies teilte uns Jessica mit, die selbst in der Verhaltensforschung tätig ist.

Verkehr

In Südafrika herrscht Linksverkehr. Auf den Autobahnen gibt es Mautstellen, wo man jeweils pro Streckenabschnitt anhalten und bezahlen muss.

Affen

Affen haben eine bestimmte Hierarchie, die vorschreibt, welcher Affe am mächtigsten ist. Kommt ein niedriggestellter Affe zu einem ranghöheren, so lässt dieser sofort sein Fressen für den „Boss“ fallen und überlässt es ihm als Zeichen der Unterlegenheit. Wenn wir Menschen jedoch Affen füttern, zeigen wir ihnen damit, dass sie in der Rangordnung über uns stehen. Die Folge könnten Angriffe von Affen auf Menschen sein. Aus diesem Grund sollte man auf gar keinen Fall Affen füttern.

Brennende Felder

Sieht man in Deutschland gelbliches Gras, so weiß man, dass dieses komplett vertrocknet und tot ist. In Südafrika ist das nicht der Fall. In der Zeit, während das Gras gelblich ist, speichert es seine gesamten Nährstoffe in der Wurzel. Um sie zu „aktivieren“, braucht man entweder Wasser oder Feuer. Wenn es wochenlang nicht regnet, ist man daher gezwungen, das Gras gezielt abzubrennen, um es “wiederzubeleben”. Schon wenige Tage nach dem Flächenbrand ist es dann wieder knackig grün. Diese Methode sollte man jedoch in Deutschland nicht nachahmen. Übrigens hat uns Jessica erzählt, dass man die Felder gezielt abfackelt, um ungewollte Brände zu verhindern. In der Trockenzeit reicht eine Zigarette aus, um große Flächen zum Brennen zu bringen. Brennt man aber gezielt die Felder ab, sind sie in wenigen Tagen wieder grün und saftig, sodass es nicht zum ungewollten Brand kommt. Zebras fressen die Asche sehr gern und halten sich oft auf solchen zuvor abgebrannten Feldern auf.

Unterirdische Flussbetten

Manchmal sieht man tiefere Flächen, die komplett grün und mit Sand bedeckt sind. Wir haben von Jessica gelernt, dass es sich dabei um Flüsse handelt, die sich unter der Erde, (d.h. unterirdisch) befinden. Elefanten graben manchmal Stellen frei, um an das Wasser zu gelangen.

Elefanten

Schon am Aussehen der Elefanten kann man erkennen, ob es sich um ein Männchen oder Weibchen handelt. So haben männliche Elefanten eine runde Stirn, weibliche dagegen haben eine Stirn im 90°-Winkel, wenn man sie sich Profil ansieht.

In diversen Tierlexika kann man nachlesen, dass Elefanten Einzelgänger seien, weil sie oft allein unterwegs sind. Diese Forschungsergebnisse sind inzwischen laut Jessica überholt, denn heute weiß man, dass Elefanten via Schallwellen kommunizieren, die das menschliche Ohr gar nicht wahrnehmen kann. Selbst wenn ein Elefant für uns sichtbar allein ist, kommuniziert er mit seinem Kumpanen, der einen halben oder ganzen Kilometer von ihm entfernt ist.

Die Elefantenpopulation ist in Südafrika so enorm hoch, dass einige aufgrund der Überbevölkerung schon getötet werden mussten. Touristen können das nie verstehen und schlagen vor, die überschüssigen Elefanten nach Kenia umzusiedeln. Da sie jedoch ihr Leben lang Verhaltensweisen entwickelt haben, die nur auf den Kruger-Nationalpark “angewandt” werden können, würden sie in Kenia sofort sterben, wenn man sie dorthin schicken würde.

Außerdem kann man am Kot der Elefanten erkennen, ob es sich dabei um einen jungen oder alten Elefanten handelt. Ist der Dung sehr fein, so handelt es sich um einen jungen Elefanten. Denn seine Zähne sind noch vollständig vorhanden, sodass er sein Futter gut kauen und zerkleinern kann. Alle zehn Jahre verliert ein Elefant ein paar Zähne, sodass ältere Elefanten nur noch wenige zum Kauen haben. Deshalb ist der Kot von älteren Elefanten eher grob, das Futter sieht ziemlich unzerkaut aus.

Afrikanische Elefanten kann man übrigens anhand ihrer Ohren von Asiatischen Elefanten unterscheiden. Hier gibt es eine Eselsbrücke: Die Ohren des Afrikanischen Elefanten haben die Form des afrikanischen Kontinents.

Buffalo berichtete uns, dass er die Elefanten sogar schon hinter unserer Lodge gesehen habe, wie sie die Marula-Früchte vom Baum fraßen. Elefanten fressen gern die Marula-Frucht des gleichnamigen Baumes. Da die Verdauung von Elefanten grundsätzlich nicht gut funktioniert, scheiden diese die gesamte Marula-Frucht im Stück wieder aus. Anschließend holen sich die Affen den Kot der Elefanten, suchen darin die Marula-Frucht und fressen diese.

Und dann ging es per Inlandsflug weiter nach Kapstadt.

Fotos

Unsere Fotos aus dem privaten Mthethomusha Game Reserve (Bongani Mountain Lodge)

Unsere Fotos aus dem Kruger Nationalpark

Links:

Unser Reiseanbieter: aufsafari.de

Bongani Mountain Lodge