“Ihr wart in Stockholm? Oh, wie cool, ich liebe Stockholm!” – Solche und ähnliche Reaktionen riefen wir immer wieder in unserem Bekannten- und Verwandtenkreis hervor, als wir von unserem Osterurlaub berichteten.

Da die Stadt aus insgesamt 14 Ostsee-Inseln besteht, die allesamt durch 53 Brücken miteinander verbunden sind, trägt sie auch den Beinamen “Venedig des Nordens”. Auch uns konnte die schwedische Hauptstadt absolut begeistern, wenngleich wir diese Bezeichnung ein wenig hoch gegriffen finden. Venedig ist Magic, an Venedig kommt für uns nichts heran. Dennoch waren wir sehr glücklich gewesen, als uns Stockholm beim “Lufthansa Surprise Booking” als Überraschungsziel angezeigt worden war.

Im Folgenden wollen wir euch die schönsten Sehenswürdigkeiten in Stockholm und unsere Insidertipps verraten.

Die Anreise nach und Fortbewegung in Stockholm

Vom Stockholmer Flughafen Arlanda in die Innenstadt

Wegen unserer späten Landung nach Mitternacht buchten wir uns schon vorab über booking.com ein Taxi des Anbieters Göta Transport 24 AB für 688 SEK (=66,49€.) Unser Fahrer Mohammed empfing uns pünktlich am Flughafen mit unserem Namensschild und brachte uns sicher ans Ziel. Und weil die Bezahlung bereits über booking.com erfolgte, mussten wir mitten in der Nacht auch nicht mehr mit Geld herumhantieren.

Zurück zum Flughafen ging es dann mit dem Flughafenbus flygbussarna ab dem Busbahnhof Cityterminalen, der sich vor dem Hauptbahnhof befand. Für den Flughafenbus zahlten wir pro Person 119 SEK (= 11,51€) für das Online-Ticket. Erwirbt man die Fahrkarte erst im Bus, sind es 139 SEK (= 13,44€) pro Person. Wichtiger Hinweis: Normalerweise erhält man nach dem Kauf eine E-Mail mit dem Ticket, die in unserem Fall aber nicht ankam. Zum Glück machten wir davon im letzten Buchungsschritt einen Screenshot, sonst hätte uns der Busfahrer nicht mitgenommen. (Stand: April 2022)

Gut zu wissen:

  • Cityterminalen heißt der Busbahnhof, der sich vor dem Hauptbahnhof befindet.
  • Stockholm Central Station heißt der Hauptbahnhof.

Im 15-Minuten-Takt fährt auch ein Zug zum Flughafen, der Arlanda Express. Aber hierfür zahlt man pro Person 299 SEK (=28,92€). Wenn man dafür als Paar 57,84€ entrichten muss, dann kann man sich auch gleich ein Taxi nehmen, das einen direkt vor das  gebuchte Hotel chauffiert.

Die Fortbewegung innerhalb der Stadt Stockholm

Eins vorweg: Wir sind an drei vollen Tagen 50km durch die Stadt gelaufen und haben auf öffentliche Verkehrsmittel verzichtet. Allerdings sind wir nicht der Maßstab!

In Stockholm fahren Busse, U-Bahnen, Straßenbahnen und Boote:

  • Boote: Das Verkehrsunternehmen “Storstockholms Lokaltrafik” (kurz: SL) betreibt verschiedene Bootslinien, die man mit derselben Fahrkarte nutzen kann, die man auch für die Busse und die U-Bahn verwendet. Die Bootslinie 80 bietet sich perfekt zum Sightseeing an.
  • Busse: Es verkehren außerdem die blauen Busse der Linien 1, 2, 3 und 4.
  • U-Bahn (Schwedisch: Tunnelbana): Stockholm verfügt über ein 110km langes U-Bahn-Netz. Selbst wenn man nicht mit der Metro fahren möchte, kann man sich die kreativ gestalteten Stationen anschauen, die man auch in die Liste der Sehenswürdigkeiten aufnehmen könnte. Dank der zahlreichen Skulpturen, Kunstwerke und Ausstellungen bilden die rund 100 U-Bahn-Stationen nämlich die längste Kunstgalerie der Welt.
  • Straßenbahn: Die Tram-Linie 7 eignet sich ebenfalls recht gut zum Sightseeing.

Stockholm zu Ostern (April): Empfehlung oder Reinfall?

Während bei uns in Deutschland über Ostern angenehme 20°C herrschten, zeigte das Thermometer in Stockholm nur 5°C bis 13°C an. Hinzu kamen zeitweise noch der eisige Wind und Nieselregen. Allerdings schien auch an zwei Tagen die Sonne. Die Luftströmungen änderten sich so häufig innerhalb eines Tages, dass wir es ständig als zu warm oder zu kalt empfanden. Es war ein stetiger Wechsel aus Jacke an, Jacke aus, Mütze auf, Mütze ab, Sonnenbrille auf, Sonnenbrille ab. Aufgrund der niedrigen Temperaturen waren auch die Bäume noch kahl, was auf den Fotos leider nicht so hübsch aussieht.

Darüber hinaus starteten einige Bootsfahrten-Anbieter die Saison erst im Mai, sodass man manche Ausflüge und Aktivitäten zu Ostern noch gar nicht machen konnte. Wir hatten mit unserer Bootstour in die Schären nach Vaxholm allerdings Glück, denn andernfalls hätten wir mit dem Bus dorthin fahren müssen.

Zudem war es über Ostern extrem voll. Neben den zahlreichen Einheimischen besuchten auch viele Deutsche und Franzosen die Stadt.

Unser Fazit: Unser Trip war wunderschön und wir hatten großes Glück mit dem Wetter, doch mit Sicherheit ist Stockholm im Juni, Juli und August noch schöner anzusehen. Wir können uns vorstellen, dass es dann aber auch noch überfüllter ist als bei uns. Wer über Ostern in die schwedische Hauptstadt reisen möchte, sollte unbedingt Wintersachen mitnehmen. Kurzum: Es ist also eine Empfehlung mit Abstrichen, aber auf keinen Fall ein Reinfall!

Unser Hotel in Stockholm: Das Radisson Blu Waterfront

Unser Hotel, das Radisson Blu Waterfront, lag sehr zentral direkt neben dem Stockholmer Hauptbahnhof. Somit war es der perfekte Ausgangspunkt für einen Sightseeing-Städtetrip. Unser Zimmer war groß, sauber und sehr gut schallisoliert. Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die bequemen Betten und Kissen – ein Traum!

Auch wenn die Warteschlange beim Frühstücksbuffet über die Osterfeiertage sehr lang war, hat es an nichts gemangelt. Hier gab es verschiedene Brotsorten, diverse Küchlein, Ei, Speck, Kartoffeln, Köttbullar, Müsli-Zutaten zum Selbstmischen, Crêpes sowie Obst, verschiedene Säfte, Wasser und kleine Ostersüßigkeiten zur Auswahl. Zusätzlich konnte man sich noch Kaffee oder belegte Sandwiches servieren lassen.

Dass es im Frühstückssaal über Ostern zuging wie im überfüllten Wiesn-Bierzelt, war aber der einzige Nachteil am Radisson Blu Waterfront. Dieses verfügte im Übrigen über 414 Zimmer. Da kann man sich ausrechnen, wie viele hungrige Touristen und Geschäftsreisende jeden Morgen in dem beliebten Hotel gesättigt werden wollten.

Unser Fazit: Empfehlenswert, allerdings mit Abstrichen über Ostern.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten und Orte in Stockholm

Übersicht der Stockholmer Sehenswürdigkeiten nach Stadtbezirken bzw. Inseln

Da Stockholm aus insgesamt 14 Inseln besteht und die Sehenswürdigkeiten alle weit auseinander liegen, muss man das Sightseeing hier besonders gut planen.

An dieser Stelle haben wir die wichtigsten Touristenattraktionen nach Inseln bzw. Stadtbezirken geordnet aufgelistet. Von den über 160 Museen findet man hier allerdings nur einen kleinen Auszug. Die Sehenswürdigkeiten, die wir selbst besucht haben, sind fett markiert.

Gamla Stan: Die historische Altstadt

  • Stortoget-Platz und enge Gassen, u.a. kleinste Gasse in Stockholm (Mårten Trotzigs gränd)
  • Königliches Schloss mit Museen (u.a. Rüstkammer und Schatzkammer) und Wachwechsel
  • Kirchen Storkyrkan (Nikolaikirche) und Tyska kyrkan (Deutsche Kirche)
  • Jüdisches Museum
  • Nobelmuseum

Djurgården: Die Museumsinsel

  • Vasa-Museum: Kriegsschiff
  • ABBA-Museum
  • Junibacken: Museum der schwedischen Kinderliteratur, u.a. von Astrid Lindgren
  • Wikingermuseum
  • Freizeitpark Gröna Lund
  • Freilichtmuseum Skansen
  • Nordisches Museum
  • Spritmuseum: Geschichte des Alkohols
  • Liljevalchs Kunsthalle: Museum für zeitgenössische Kunst
  • Biologisches Museum: Ausstellung skandinavischer Tiere

Norra Djurgården:

  • Naturhistorisches Reichsmuseum: 9 Millionen Präparate von Tieren, Pflanzen, Pilzen, Fossilien und Mineralien

Kungsholmen:

  • Stockholmer Rathaus Stadshus

Skeppsholmen:

  • Museum für Moderne Kunst mit Skulpturenpark
  • Brücke nach Skeppsholmen (Skeppsholmsbron): schöne Aussicht und goldene Krone
  • Ostasiatisches Museum

Norrmalm:

  • Bootsanlegestelle Strömkajen: Ausgangspunkt für eine Bootsfahrt in den Schärengarten, u.a. nach Vaxholm

Södermalm:

  • Mariaberget/ Monteliusvägen: Die schönste Aussicht über Stockholm
  • Fotografiska: Fotomuseum

Östermalm:

  • Östermalms Saluhall: Markthalle

Das Stadtviertel Gamla Stan mit dem Stortoget-Platz und den engen Gassen

Der Stortoget-Platz in der Altstadt Gamla Stan ist einer der meist fotografierten Orte in ganz Stockholm. Hier befindet sich auch das Nobelmuseum, das einen Einblick in den Nobelpreis und die bisherigen Nobelpreisgewinner gewährt.

In Gamla Stan findet man auch eines der ältesten Gebäude der Stadt: die Kirche Storkyrkan aus dem 13. Jahrhundert. Eine deutsche Kirche, die Tyska kyrka, gibt es hier ebenfalls. Auch die schmalste Gasse, Mårten Trotzigs Gränd, kann man hier bestaunen. Diese misst an der engsten Stelle gerade einmal 90 cm. Wir selbst fanden sie erst später nach mehrmaligem Vorbeilaufen, weil man sie nicht sieht, wenn die Eisentür verschlossen ist.

Die ganzen kleinen Gassen in Rot-, Gelb- und Orange-Tönen, deren Namen wir uns nicht alle gemerkt haben, sind ebenfalls herrlich anzusehen.

Und wer sich über die längste Schlange in Gamla Stan wundern sollte, dem sei gesagt: Die Leute stehen alle vor “Stockholms Gästabud” an, wo es sehr leckere Köttbullar auf der Speisekarte geben soll. Uns selbst war die Schlange zu lang, sodass wir auf das “Restaurant C & C” auswichen, wo die Fleischbällchen ebenfalls vorzüglich schmeckten. Man muss eben nicht jeden TripAdvisor-Trend mitmachen!

Unser Fazit: Wer nicht in Gamla Stan war, der war nicht in Stockholm! Wir empfehlen die Randzeiten, also den Morgen und den frühen Abend, weil es dort immer sehr voll ist. An Tagen, an denen in Stockholm große Kreuzfahrtschiffe anlegen, ist dort die Hölle los.

Das Königliche Schloss mit den Museen und der Wachablösung

Das Königliche Schloss (Kungliga slottet) beherbergt insgesamt fünf Museen: das Antikmuseum Gustavs III., das Museum Tre Kronor, die Schatzkammer sowie die Rüstkammer mit Königsgewändern, Rüstungen und Prachtkutschen aus dem Königlichen Stall. Außerdem können Besucher noch die Gemächer der Königsfamilie besichtigen, darunter auch den Reichssaal und die Ordenssäle.

Zudem findet im Schlossaußenhof noch eine publikumswirksame Wachablösung, die Royal Guards Ceremony, statt. Die 40-minütige eindrucksvolle Show beginnt wochentags um 12:15 Uhr und sonntags um 13:15 Uhr. Manchmal spielt die Militärkapelle sogar ABBA-Songs, was bei uns aber nicht der Fall war. Unser Tipp: Wer gute Plätze in der ersten Reihe ergattern möchte, sollte sich mindestens 30 Minuten vorher am Ort einfinden.

Die genauen Uhrzeiten der Wachablösung gibt es <hier>. Wir selbst waren etwas verwirrt darüber, weil am Karfreitag laut Internet kein Wachwechsel stattfinden sollte. Nur durch Zufall liefen wir dann dort vorbei und sahen die Menschenmassen, die schon darauf warteten. Die Zeremonie ging dann wider Erwarten kurz nach 13:00 Uhr los.

Unser Fazit: Wir fanden die Wachablösung sehr beeindruckend, wenngleich sie mit 40 Minuten sehr lange dauerte. Die Schloss-Museen können wir nicht beurteilen, da wir diese aus Zeitmangel nicht mehr besichtigten.

Das Vasa-Museum

Das Vasa-Museum, in dem das Kriegsschiff Vasa aus dem 17. Jahrhundert ausgestellt wird, ist das meistbesuchte Museum Skandinaviens. Das Holzschiff sank bereits um 1628 auf seiner Jungfernfahrt nach nur 1300 Metern Fahrtstrecke. Von den 150 Menschen an Bord kamen dabei mindestens 30 ums Leben. Erst 333 Jahre nach dem Sinken wurde das Holzschiff geborgen und im Museum ausgestellt.

Warum sank die Vasa eigentlich? Grund dafür war ein Konstruktionsfehler bzw. das zu hohe Gewicht des Schiffes oberhalb des Wassers. Durch das neuartige doppelte (statt einfache) Batteriedeck für schwere Artillerie wurde das Schiff instabil und konnte den starken Seitenwinden nicht standhalten. Schließlich sank es direkt nach dem Auslaufen.

Mehrmals täglich bietet das Museum Führungen auf Englisch an. Audioguides in anderen Sprachen sind ebenfalls verfügbar. Alle aktuellen Preise und die Öffnungszeiten gibt es <hier>.

Unser Fazit: Empfehlenswert! Es war für uns so faszinierend, direkt neben dem Schiff zu stehen und auf mehreren Etagen daran vorbeizulaufen. Erst dadurch bekamen wir einen realen Eindruck über dessen wahre Größe.

Das ABBA-Museum

Zugegebenermaßen sind wir überhaupt keine ABBA-Fans, aber die Musik kennt einfach jeder. Deshalb besichtigten wir auch das Band-Museum, das uns absolut positiv überraschte. In den interaktiv gestalteten Ausstellungsräumen konnte man mit ABBA live auf der Bühne ein Lied performen (natürlich nur mit den projizierten Musikern), Originalmusik am Mischpult mischen, sich die Originalkostüme der Tourneen anschauen und diese virtuell anprobieren. Auch die Goldenen Schallplatten und internationalen Auszeichnungen konnte man dort bestaunen. Spannende Videosequenzen, Bilder und Nachbauten gaben einen interessanten Einblick in das Leben der vier Bandmitglieder Agnetha, Björn, Benny und Anni.

Unser Fazit: Das unterhaltsame Museum eignet sich auch für Nicht-ABBA-Fans. M fand es allerdings zu klein und hätte sich noch mehr Ausstellungsräume gewünscht.

Das Freilichtmuseum Skansen

In Skansen, dem ältesten Freilichtmuseum der Welt, wird ganz Schweden in all seinen Facetten auf kleinem Raum dargestellt. Hier bekommt man u.a. einen Einblick in die Jahrhunderte alten Handwerkskünste und in das Leben von einfachen schwedischen Bauernfamilien.

Das gibt es im Einzelnen bei Skansen zu sehen und zu machen:

  • Nordische Wildtiere: Elche, Rentiere, Luxe, Braunbären
  • ein Streichelzoo für Kinder: u.a. Katzen, Hasen, Meerschweinchen, Schafe
  • ein Aquarium (muss extra bezahlt werden) und “Our Africa”
  • eine Schule von vor hunderten Jahren: ein Haus der Lehrkraft mit Klassenzimmer und dessen privaten Räumen, d.h. die Schüler kamen zum Lernen zum Haus des Lehrers
  • eine Buchbinderei, eine Bäckerei, ein Schmied, ein Goldschmied, eine Apotheke, eine Post etc. aus alten Zeiten; hier trugen die Angestellten sogar die alte Kleidung aus vergangenen Jahrhunderten
  • Workshops zum Mitmachen in der Graveurwerkstatt, Druckerwerkstatt, Polsterwerkstatt, Klempnerwerkstatt, Schuhmacherwerkstatt und Glasbläserei
  • verschiedene Feste und Veranstaltungen finden hier statt, es gibt eine große Bühne
  • typische rote Schwedenhäuser und eine rote Windmühle
  • an Grillstellen kann man sogar sein Essen zubereiten

Unser wichtiger Tipp: Skansen schließt bereits um 16:00 Uhr. Wer spät dran ist, sollte sich zuerst die Handwerksbetriebe und Häuser (zum Beispiel die alte Schule) von innen anschauen, weil die Angestellten pünktlich Feierabend machen und die Gebäude abschließen. Danach kann man sich noch die Tiere und die anderen Bereiche des Outdoor-Museums ansehen. Man kann das Museumsgelände nämlich auch noch nach 16:00 Uhr durch eine Drehtür verlassen und länger dort verweilen. Wir selbst ärgerten uns darüber, dass wir zuerst zu viel Zeit bei den Tieren verbrachten und dann zu wenig Zeit hatten, um den Angestellten in den Handwerkshäusern über die Schultern zu schauen. Wir haben sie größtenteils nur noch ihre Betriebe absperren und nach Hause gehen sehen. Schade!

Unser Fazit: Skansen ist ein absolutes “Must do” in Stockholm und war eines unserer Highlights! Plant mindestens drei Stunden dafür ein und kommt rechtzeitig! An Feiertagen und an den Wochenenden herrscht dort ein großer Andrang.

Östermalms Saluhall: Markthalle

Auch ein Besuch von Östermalms Saluhall, einer Markthalle aus den 1880er-Jahren, lohnt sich. Hier werden an antiken Ständen frisches Obst und Gemüse sowie Fisch und Gourmetwaren angeboten. Die Saluhall ist ein wenig mit dem Viktualienmarkt in München vergleichbar, allerdings mit dem Unterschied, dass es sich hierbei um eine überdachte Halle handelt.

Unser Fazit: Sehenswert, aber kein Highlight bzw. “Must do”.

Das Museum für Moderne Kunst mit dem Skulpturenpark

Im Museum für Moderne Kunst werden unter anderem Werke von Pablo Picasso, Salvador Dalí, Henri Matisse, Andy Warhol und Joan Miró präsentiert. Zu unserer Besuchszeit gab es noch eine temporäre Ausstellung von Björn Lövin. Wer nicht so kunstbegeistert ist wie wir, könnte sich zumindest draußen kostenlos den Skulpturenpark anschauen und anschließend über die Brücke mit der goldenen Krone (Skeppsholmsbron) spazieren.

Unser Fazit: Wer sich für Kunst interessiert, ist hier genau richtig! Auch an Regentagen bietet sich ein Museumsbesuch gut an.

Die Brücke nach Skeppsholmen mit der goldenen Krone

Von der Brücke Skeppsholmsbron, die zur Insel Skeppsholmen führt, kann man die herrliche Aussicht genießen. Außerdem sind auch die gegenüberliegenden goldenen Kronen ganz hübsch anzusehen.

Die schönste Aussicht über Stockholm: Mariaberget/ Monteliusvägen

Wer kennt es nicht, das typische Stockholmbild, auf dem man vorn Wasser und dahinter im Halbkreis angeordnete Häuser mit einer Kirche sieht?! Dieses wurde auf dem Mariaberget/Monteliusvägen aufgenommen. Es handelt sich dabei um zwei Aussichtsplattformen, die wir nur dank Google Maps fanden.

Unser Fazit: Ein “Must do” in Stockholm!

Das Stockholmer Rathaus

Jährlich wird am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, im Stockholmer Konzerthaus (Konserthuset) die Nobelpreisverleihung abgehalten. Hierbei werden die Preisträger in den Kategorien Literatur, Wirtschaftswissenschaften, Physik, Chemie und Medizin ausgezeichnet. Nach der Verleihung ziehen alle Beteiligten weiter ins Rathaus, wo ein großes Dinner im Blauen Saal auf sie wartet.

Das Rathaus (Stadshus) kann auf einer Führung besichtigt werden. Auch der Besuch der Drei-Kronen-Turmglocke ist möglich.

Weitere Impressionen aus Stockholm

Ein Bootsausflug in den Stockholmer Schärengarten

Ein Bootsausflug in die Stockholmer Schären sollte sich niemand entgehen lassen. Hier bieten sich Fjäderholmen, Vaxholm, Sandhamn oder Utö an.

Unseren gesonderten Beitrag über Vaxholm gibt es <hier>.

Kulinarisches aus Schweden: Köttbullar, Kanelbullar, Knäckebrot & mehr

Köttbullar

Vom Hörensagen kennt sie jeder, die schwedischen Köttbullar (gesprochen: Schöttbullar).  Wir aßen die Bällchen aus Elch- und Rentierfleisch (Viltköttbullar) mit Kartoffelbrei, sauren Gurken und Preiselbeeren in zwei unterschiedlichen Restaurants:

  • Restaurant C & C auf Gamla Stan: Skräddargränd 2B, 111 27 Stockholm:  Preis-Leistung besser als im Drottinghof, Qualität des Essens genauso gut
  • Drottninghof Grill & Bar: Drottninggatan 67, 111 36 Stockholm (sehr teuer, Essen lecker)

Auch in Stockholms Gästabud auf Gamla Stan wird das Nationalgericht der Schweden angeboten, wobei dort zu jeder Tageszeit dank TripAdvisor die Schlange vor dem Restaurant viel zu lang ist.

Marabou-Milchschokolade und schwedisches Knäckebrot Wasa

Desserts: Kanelbullar und Punschrulle

Bei den Kanelbullar (links) handelt es sich um schwedische Zimtschnecken aus Hefeteig.

Die Punschrulle (rechts) ist ein extrem süßes Marzipandessert mit Plätzchenstückchen, einer Butter-Kakao-Füllung und Schwedenpunsch-Likör.

Wir kauften uns beides im Café Krans in Gamla Stan.

Unsere ersten Eindrücke von Schweden bzw. Stockholm

Ich, die Frau, war noch nie zuvor in Schweden oder in einem anderen skandinavischen Land. Umso neugieriger war ich dann auf all das Kommende. Schweden schneidet in der Pisa-Studie immer sehr gut ab, viele Flüchtlinge entscheiden sich neben Deutschland auch für Schweden und Schweden geht mit der Corona-Pandemie sehr locker um: Das alles kannte man ja schon aus der deutschen Presse.

Schweden ist genauso seriös wie die Schweiz!

Wir erlebten Schweden als ein sehr sauberes, seriöses und gesittetes Land, ähnlich wie die Schweiz. Die Verkehrsmittel fuhren pünktlich und die Autofahrer hielten ausnahmslos alle am Zebrastreifen an, wenn wir eine Straße überqueren wollten. Die Bedenken, dass unser Hotel direkt neben dem Hauptbahnhof nicht gut und sicher sei, waren völlig umsonst. (Wir haben schon schlechte Erfahrungen mit einem Hotel im Bahnhofsviertel in Neapel gemacht. Hier tummelten sich am Abend Drogendealer, Obdachlose, Kleinkriminelle, Straßenhunde und Prostituierte.) In Schweden dagegen herrschten Zucht und Ordnung!

Flüchtlinge in Schweden: Anscheinend besser integriert als in Deutschland

Bereits bei unserer Ankunft am Flughafen fielen uns die überdurchschnittlich vielen Taxifahrer aus Somalia und anderen afrikanischen Ländern auf. Auch unser sehr liebenswürdiger somalischer Taxifahrer Mohammed kam 2010 als Flüchtling nach Schweden – aufgrund der hohen Lebensqualität, wie er uns erzählte. Seine Frau, ebenfalls eine Somalierin, lernte er erst in Stockholm kennen und bekam mit ihr zwei Kinder. Seine Eltern haben ihn seit 2010 noch nie besucht, allerdings telefonieren sie regelmäßig miteinander. Und seine Freunde wohnen zum Teil in Deutschland, nämlich in Frankfurt. Da schließt sich der Kreis! Deutschland und Schweden scheinen tatsächlich die zwei beliebtesten europäischen Ziele für Geflüchtete zu sein. Während unserer Städtereise begegneten wir immer wieder ehemaligen Flüchtlingen, die sich im Norden Europas anscheinend sehr gut integriert haben. Man hatte den Eindruck, dass die schwedische Politik es besser schafft, sie in die Gesellschaft einzubeziehen, als es hier bei uns in Deutschland der Fall ist.

Schweden ist ein teures Land!

Was uns noch auffiel, waren die enorm hohen Lebenshaltungskosten in dem skandinavischen Land. Schwedische Kronen brauchten wir allerdings während des gesamten Trips nicht, weil man überall mit der Visa-Karte bezahlen konnte, sogar die kleinen Toilettenhäuschen innerhalb der Stadt.

Hier ein paar Beispiele:

  • 2x Köttbullar mit Softdrinks im Restaurant: 43,69€
  • 2x Döner mit Pommes: 22,33€
  • Taxifahrt vom Flughafen zum Hotel: 66,49€
  • Bus-Shuttle vom Hotel zum Flughafen ab Hauptbahnhof: 11,51€ pro Person
  • Zugfahrt vom Flughafen in die Innenstadt: 28,92€ pro Person
  • Vier Nächte im Radisson Blu Waterfront mit Frühstück für zwei Personen: 535,33€

Wir verstehen Schwedisch… zumindest in kleinen Ansätzen!

Und bereits um Mitternacht nach der Landung fiel uns während der Taxifahrt auf, dass die schwedische Sprache ein kleiner Mix aus Englisch und Deutsch ist. Auch sie gehört zur germanischen Sprachfamilie. Wir freuten uns über jedes einzelne Wort, das wir auf den Leuchtplakaten verstanden. Außerdem bemerkten wir schnell die äußerst guten englischen Sprachkenntnisse der Schweden. Sogar ältere Menschen sprachen fließend Englisch, was bei uns in Deutschland eher nicht der Fall ist.

Schweden ist kalt!

Als das Thermometer bei uns in Deutschland über die Osterfeiertage 20°C anzeigte, waren es in Stockholm gerade einmal 5°C bis 13°C. Der zeitweise eisige Wind tat sein Übriges. Vielleicht wäre es im Nachhinein besser gewesen, erst im Juni, Juli oder August nach Schweden zu reisen. Wir hatten während unserer Reise immer wieder das Gefühl, falsch angezogen zu sein. Innerhalb von Minuten waren die Wintermäntel mal zu warm und mal genau richtig. Hat man jetzt noch gefroren, dann hat man schon zehn Minuten später wieder richtig doll geschwitzt. April, April, der weiß in Schweden erst recht nicht, was er will!

In Schweden gibt es kein Corona!

Während Begriffe wie Maskenpflicht, Impfzertifikat, Testpflicht und Mindestabstand noch das tägliche Leben bei uns in Deutschland im April 2022 beherrschten, gab es das alles in Schweden nicht (mehr). Nach unserer Landung am Stockholmer Flughafen Arlanda nahmen wir gleich unsere Masken ab und lebten vier Tage lang so, als gäbe es gar kein Corona.

Als Blondie fühlt man sich heimisch!

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie oft wir auf Schwedisch angesprochen wurden (was in anderen Urlaubsländern bisher nicht der Fall war). Die Schweden stuften uns doch tatsächlich wegen meiner blonden Haare als Einheimische ein, was uns ganz gut gefiel. Wir haben uns richtig wohl gefühlt und alle waren äußerst freundlich zu uns.

Unser Fazit: Lohnt sich ein Städtetrip nach Stockholm?

Wir sind sehr glücklich darüber, dank des spontanen “Lufthansa Surprise Booking” in Stockholm gelandet zu sein. Stockholm ist eine sehr schöne Stadt mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten für sonnige und regnerische Tage. Hamburg-Fans werden auch Stockholm lieben! Doch leider schlossen einige Orte und Attraktionen viel zu früh, nämlich schon um 16:00 Uhr, wodurch wir nicht alles schaffen konnten, was wir uns zuvor vorgenommen hatten.

Unsere absoluten Stockholm-Highlights waren: das Freilichtmuseum Skansen, das Vasa-Museum, die Bootsfahrt durch die Schären und die “Schärenhauptstadt” Vaxholm.

Insgesamt sollte man drei bis vier volle Tage, also vier bis fünf Nächte in Schwedens Hauptstadt einplanen. Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, hätten wir gern noch das Schloss Drottningholm außerhalb Stockholms besichtigt. Hier wohnt nämlich die schwedische Königsfamilie.

Unser erstes “Lufthansa Surprise Booking” mit dem Ziel Stockholm erwies sich als voller Erfolg!


Links:

Flughafentaxi-Buchung bei booking.com

Flughafenbus flygbussarna

Arlanda Express (Zug zum Flughafen)

Uhrzeiten der Wachablösung am Königlichen Schloss

Vasa-Museum: Öffnungszeiten und Preise

Lufthansa Surprise Booking

Hinweis in eigener Sache: Auch wenn wir das Surprise Booking von Lufthansa mehrfach erwähnen, besteht keinerlei Kooperation mit Lufthansa. Wir haben unseren gesamten Städtetrip inkl. der Flüge zu 100% selbst bezahlt.