Eigentlich hatten wir Zürich gar nicht richtig auf dem Schirm. Und eigentlich sind wir ohne große Erwartungen in die “heimliche Hauptstadt” der Schweiz gefahren. Dass uns die größte und finanzstärkste Metropole der Alpenrepublik aber dann so positiv überraschte, hätten wir selbst nicht gedacht.

Wir präsentieren euch nun die schönsten Sehenswürdigkeiten in Zürich und unsere Insider-Tipps. Voilà!

Unser Hotel in Zürich: Das Ibis Adliswil

Wie man als Europäer weiß, ist die Schweiz extrem teuer. Deshalb machten wir auch viele Jahre einen großen Bogen um das Land und wichen lieber auf Österreich aus. Doch nun sollte es soweit sein.

Um unsere Kosten möglichst gering zu halten, buchten wir eine Nacht im 2-Sterne-Ibis-Hotel, die uns dennoch 119 CHF (115,91€) inkl. Frühstück kostete. Den Ibis-Standard waren wir noch aus Studienzeiten gewohnt. Auch das Ibis Adliswil war so eine typische Unterkunft dieser Kette: sauber, einfach eingerichtet und ohne großen Luxus. Die Angestellten waren nett und das Frühstück war in Ordnung. Zudem war das Parken kostenlos.

Unser Fazit: Bei den Schweizer Preisen ist das Hotel absolut empfehlenswert. Luxuriösere Hotels gönnen wir uns dann wieder in anderen Ländern.

Auto vs. öffentliche Verkehrsmittel in Zürich

Da wir Zürich im Rahmen einer einwöchigen Schweiz-Rundreise besuchten und die Anreise von Bayern aus nur ein Katzensprung war, waren wir selbst die ganze Zeit mit dem Auto unterwegs. Man kann aber auch die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. In Zürich fahren Busse (gelbe “Postautos” für Touristen), Trambahnen, Züge sowie Schiffe und Bergbahnen.

Entgegen unserer Erwartungen war das Parken in der Stadt relativ günstig:

  • Parkplatz Mythenquai: 0,5 CHF pro Stunde
  • Parkplatz am Chinagarten: 0,5 CHF pro Stunde
  • weitere Parkplätze kosten zwischen 0,5 CHF und 4 CHF pro Stunde
  • Parkplatz beim Hotel Ibis Adliswil: kostenlos

Die Parkautomaten akzeptierten auch Euros, allerdings zu einem Umrechnungskurs von 1:1. Zu unserer Reisezeit war das für uns Deutsche eher ein kleiner Nachteil, weil wir dadurch sogar ein paar Cent zu viel bezahlten.

Die besten Sehenswürdigkeiten in Zürich

Unsere Zürich-Highlights waren

  • das Lindt-Museum inkl. Schokoladenkurs,
  • der Chinagarten,
  • der Botanische Garten,
  • die Sukkulenten-Sammlung
  • und der Zürichsee.

Ein kleiner Hinweis zu den Sehenswürdigkeiten: Wir haben nicht lauter Rechtschreibfehler in unserem Artikel, sondern die Schweizer kennen tatsächlich kein “ß”. In der Schweiz ist das Großmünster also ein Grossmünster und die Straßen sind Strassen. 

Das Grossmünster

Das Grossmünster ist eines der Wahrzeichen Zürichs und der Schlüsselort der Schweizerischen Reformation. Einen der beiden Türme, den Karlsturm mit seinen 187 Stufen, kann man sogar erklimmen und sich die Stadt von oben aus anschauen. Die Highlights im Grossmünster sind das Glasfenster von Sigmar Polke und das Chorfenster von Augusto Giacometti. Audioführungen durch die evangelisch-reformierte Kirche sind in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch möglich.

Das Fraumünster

Gegenüber vom Grossmünster befindet sich das Fraumünster, das ebenfalls zu den Züricher Wahrzeichen zählt. Im Inneren der Kirche gibt es die kreativ gestalteten Glasfenster von Marc Chagall und Augusto Giacometti zu bestaunen.

Die Wasserkirche

An dem Ort, an dem heute die Wasserkirche steht, wurden der Legende zufolge einst die beiden Züricher Stadtheiligen Felix und Regula hingerichtet.

Der Fluss Limmat und seine Ufer, u.a. Limmatquai

In Zürich gibt es einen Fluss und einen See: die Limmat und den Zürichsee. Vor lauter Wasser weiß man manchmal gar nicht mehr, auf welches der beiden Gewässer man gerade eigentlich blickt.

Der Zürichsee

“Wer den Zürichsee nicht gesehen hat, war nicht in Zürich”, kann man auf der offiziellen Homepage der Stadt nachlesen. Den fünftgrößten See der Schweiz mit seinem herrlichen Alpenpanorama kann man tatsächlich nicht verfehlen. Der Zürichsee ist ein beliebtes Ausflugsziel zum Baden, Segeln, Bootsfahren und Picknicken. Auch Kanu- und SUP-Fahrer kommen hier auf ihre Kosten. Das Baden ist u.a. in den zahlreichen Strandbädern möglich.

Der Lindenhof

Die womöglich schönste Aussicht auf Zürich und die Limmat kann man vom Lindenhof aus genießen. Einst bildete die heutige Grünanlage den historischen Kern Zürichs, der bereits um 80. v. Chr. besiedelt wurde. Auch bei Schachspielern ist der kleine Park sehr beliebt.

Die Kirche St. Peter mit dem Platz St. Peterhofstatt und der Augustinergasse

Mit einem Durchmesser von 8,7 Metern ist das Ziffernblatt an der Züricher Sankt-Peter-Kirche das größte in ganz Europa. Zudem befinden sich in dem Kirchturm, der einst als Brandwache genutzt worden war, fünf Kirchenglocken. Die schwerste unter ihnen wiegt ganze sechs Tonnen.

Das nordwestliche Seeufer: Mythenquai, Strandbad Mythenquai, Belvoirpark, Hafen, Seebad Enge, Arboretum

Das nordwestliche Seeufer lädt an warmen Tagen zum Spazieren ein. Man kann aber nicht nur am Mythenquai und dem Hafen entlang schlendern, sondern auch einen Picknick im Belvoirpark oder im Arboretum machen. Wer sich lieber im Zürichsee abkühlen möchte, der ist im Strandbad Mythenquai oder im Seebad Enge genau richtig.

Das Opernhaus am Sechseläutenplatz

Das Opernhaus am Sechseläutenplatz ist umgeben vom Restaurant Kronenhalle, dem Café Odeon und dem Ufer des Zürichsees. Hier hat der italienische Straßenmusiker Yuri Menna die Massen mit seiner Stimme und seiner Gitarre begeistert. Schaut mal auf seinem Instagram-Account vorbei! Die zahlreichen Sitzmöglichkeiten auf dem großen Platz regen außerdem zum Verweilen und Entspannen an.

Das nordöstliche Seeufer: Quaianlagen, Chinagarten, Blatterwiese, Zürichhorn, Pavillon Le Corbusier und Atelier Hermann Haller

Die Quaianlagen bei der Oper

Die Quaianlagen bei der Oper erfreuen sich an warmen Tagen großer Beliebtheit bei Einheimischen und Touristen. Hier fühlen sich auch die zahlreichen Schwäne wohl.

Der Chinagarten

Eines unserer Highlights war auch der Chinagarten, den die Stadt Zürich von ihrer chinesischen Partnerstadt Kunming geschenkt bekam. In dem Tempelgarten kann man u.a. chinesische Pavillons, einen Palais sowie einen Teich bestaunen. Auch die vielen bunten Blumen sind in den warmen Sommermonaten ganz herrlich anzuschauen.

Der Chinagarten, der direkt am See beim Zürichhorn liegt, verlangte noch vor der Corona-Zeit Eintritt. Während der Pandemie konnten wir diesen hübschen Ort allerdings kostenlos besichtigen. Auch im Mai 2022 steht noch auf der Züricher Homepage, dass der Eintritt weiterhin frei sei. Bleibt abzuwarten, wie die Stadt diese Regelung in Zukunft handhaben möchte.

Die Blatterwiese und das Zürichhorn

Gleich am Ufer des Zürichsees befinden sich die Blatterwiese und das Zürichhorn, die von Familien mit Kindern und Studenten sehr gern besucht werden. Hier entlang führt auch eine 3km lange Jogging-Strecke.

Der Pavillon Le Corbusier und das Atelier Hermann Haller

Der Pavillon Le Corbusier ist der letzte umgesetzte Bau des Schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier. In dem Museum, das von Mai bis November geöffnet ist, werden Werke zum Leben und Schaffen von Le Corbusier ausgestellt.

Ein weiteres Kunstmuseum, das gleich dort in der Nähe ansässig ist, ist das Atelier des Bildhauers Hermann Haller.

Der Münsterhof

Auf dem historischen Münsterhof finden jährlich der Weihnachtsmarkt und der ZüriCarneval statt.

Das Cabaret Voltaire

Im Cabaret Voltaire wurde unter der Federführung von Hugo Ball und Emmy Hennings der Dadaismus geboren. Die Künstlerkneipe zieht auch heute noch viele Kunstschaffende an.

Der Botanische Garten der Universität Zürich

Als absolute Ruhe-Oase innerhalb der belebten Stadt stellte sich der Botanische Garten der Universität Zürich heraus. Hier konnte man viele exotische und heimische Pflanzen im mittelalterlichen Kräutergarten und in den Kuppelgewächshäusern bestaunen. Das Palmenhaus, ein weiteres Gebäude auf dem Gelände, wird sogar für Veranstaltungen genutzt. Der Eintritt in den Botanischen Garten war kostenlos.

Der Bürkliplatz mit der Ganymed-Skulptur

Der Bürkliplatz ist nicht nur eine Flaniermeile, sondern auch ein Markt-, Kunst- und Veranstaltungsort mit Blick auf die eindrucksvollen Alpen. Zudem befindet sich hier auch eine Schiffsanlegestelle, die gerade für Bootsausflügler interessant sein sollte.

Die Sukkulenten-Sammlung

Unsere allererste besuchte Sehenswürdigkeit in Zürich war die kostenlose Sukkulenten-Sammlung. Da hier 50% aller bekannten sukkulenten Pflanzenarten der Welt ausgestellt werden, ist sie eine der weltweit größten Spezialsammlungen. Hier können Pflanzen- und Naturliebhaber über 4500 sukkulente Arten aus insgesamt 78 Pflanzenfamilien bewundern, darunter Kakteen, Agaven, Aloen und Dickblattgewächse. Die Sukkulenten-Sammlung ist unseres Erachtens absolut sehenswert, sie hat uns positiv überrascht.

Gassen und Plätze in Zürich: Oberdorfstrasse, Ankengasse, Münstergasse etc.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen auch die zahlreichen schnuckeligen Gassen, deren Besuch sich ebenfalls lohnt: Empfehlenswert finden wir die Oberdorfstrasse, die Ankengasse, die Münstergasse, die Obere[n] Zäune, die Marktgasse, den Rindermarkt, die Niederdorfstraße, die Spitalgasse und die Strehlgasse.

Weitere Impressionen aus Zürich

Weitere Sehenswürdigkeiten in Zürich sind u.a. das Schweizerische Nationalmuseum und die Urania-Sternwarte.

Zürich kulinarisch erleben

Zürcher Geschnetzeltes und Spätzli (Spätzle)

Schon als Kind gab es bei uns zu Hause immer Zürcher Geschnetzeltes und Spätzle, zwei typische Schweizer Nationalgerichte. Wir aßen beides im Restaurant Johanniter.

  • Links sieht man Zürcher Geschnetzeltes (Kalbsfleisch in Champignon-Rahmsoße).
  • Rechts sieht man Spätzli Grischuna (Spätzle mit Bündner Rohschinken, Röstzwiebeln und mit Käse überbacken).

Die Confiserie Sprüngli

Schokoladenfans reden immer nur von “Lindt”, obwohl es eigentlich “Lindt & Sprüngli” heißen müsste. Das dennoch eigenständige Unternehmen Sprüngli, das bereits 1836 gegründet worden war, betreibt in der Züricher Innenstadt eine eigene Confiserie.

Das Schokoladenmuseum “Lindt – Home of Chocolate” in Kilchberg

“Wenn wir in die Schweiz fahren, müssen wir unbedingt zu Lindt”, habe ich noch zu M gesagt. Denn in Kilchberg bei Zürich wurde erst im Herbst 2020 das neue “Home of Chocolate” eröffnet. Hier kann man sogar an Schokoladenkursen teilnehmen, die von echten Maîtres Chocolatiers von Lindt geleitet werden. Wichtig: Reserviert euren Wunschkurs mehrere Wochen oder Monate im Voraus!

Unseren gesonderten Beitrag zum “Lindt – Home of Chocolate” gibt es <hier>.

Schwarzenbach Kolonialwaren

Seit fast 150 Jahren ist Schwarzenbach, das Spezialgeschäft für Kaffee, Tee und Schokolade, im Züricher Niederdörfli ansässig.

Samigo Amusement – Restaurant, Club und Bar am Zürichsee

Direkt am Ufer mit Blick auf den Zürichsee liegt das stylische Samigo Amusement, ein Restaurant mit Club und Bar. Bei mehr Zeit hätten wir uns hier gern einen Cocktail gegönnt.

Unser Fazit: Lohnt sich ein Abstecher nach Zürich?

Zürich ist wirklich schön und sehenswert. Allerdings reichen unserer Meinung nach 24 bis 48 Stunden für die Stadterkundung vollkommen aus. Da man in Zürich schnell mit den Sehenswürdigkeiten “durch” ist, sollte man die Stadt gleich mit einer Schweiz-Rundreise kombinieren. Wir selbst besichtigten noch Luzern und ein paar Orte im Berner Oberland.