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letztes Update: August 2019

Seit Ende Dezember 2017 haben wir ein Patenkind aus Tansania, die Kleine heißt Zainabu und wurde im Mai 2008 geboren.

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An dieser Stelle wollen wir regelmäßig über unsere Erfahrungen mit World Vision berichten und alle ermutigen, auch eine Patenschaft zu übernehmen.

Warum sind wir Paten geworden?

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Im August 2015 waren wir für zwei Wochen in Südafrika, davon eine Woche auf Safari und eine weitere Woche in Kapstadt. In der ersten Woche unternahmen wir unter anderem eine Village Tour und besuchten eine Schule, in der die kleinen Grundschüler so fröhlich waren und uns sehr herzlich empfingen. Auch wenn diese Kinder nicht viel zum Leben haben, strahlten sie so viel Freude aus und erwärmten unsere Herzen. Es war so schön mit anzusehen, dass sie sich auch mit wenig zufrieden gaben – anders als die verwöhnten deutschen Kinder. Diese wundervolle Erfahrung veranlasste uns also dazu, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen.

Außerdem ist niemand selbst dafür verantwortlich, in welchem Land – in einem armen oder reichen, friedlichen oder zerrütteten – er geboren wurde. Den Menschen in ärmeren oder politisch angespannten Ländern bleiben oft Chancen verwehrt, die für uns in Deutschland selbstverständlich sind. Daher ist es uns wichtig, dass möglichst viele Kinder auf dieser Welt einen Zugang zur Bildung haben, d.h. in die Schule gehen können. Wir möchten gern einer Familie helfen und dem Spenden ein Gesicht geben. 30 Euro im Monat tun uns nicht weh, helfen unserem Patenkind und seiner Familie aber enorm.

Da Südafrika das reichste Land Afrikas ist, entschieden wir uns dann allerdings für eine Patenschaft für ein Kind aus einem anderen afrikanischen Land, nämlich Tansania.

Die folgenden Fotos sind in Südafrika entstanden.

 

 

Die Übernahme der Patenschaft – Wie alles begann

Ende Dezember suchten wir uns ein Kind aus Tansania aus, von dem wir zunächst nur den Namen und das Heimatland angezeigt bekamen: Zainabu Kondo. Zwei Wochen später erhielten wir dann einen großen Umschlag mit Informationen über die Patenschaft, unser Mädchen und Tansania. Man konnte nachlesen, wie das mit dem gegenseitigen Briefeschreiben und mit dem Schenken kleiner Sachen abläuft. Außerdem ist es möglich, sein Patenkind zu besuchen, was wir später auch vorhaben. Wir erhielten ebenfalls die Logindaten für die Online-Plattform von World Vision, wo wir regelmäßig Informationen über und Fotos von Zainabu erhalten werden. Der monatliche Betrag wird ab sofort von unserem Konto abgebucht. Uns ist es bei dieser Patenschaft besonders wichtig, persönlichen Kontakt zu unserem Patenkind zu haben und es aufwachsen zu sehen.

Unser Patenkind Zainabu aus Tansania

Unser Mädchen, Zainabu, wurde im Mai 2008 geboren und kommt aus Tansania, genauer gesagt aus der Region Ulaya. Sie gehört der Volksgruppe der Vidunda an und spricht die gleichnamige Sprache Vidunda. Sie hat eine Schwester und einen Bruder (laut eines aktuelleren Briefes sollen es zwei Schwestern und zwei Brüder sein – wir sind misstrauisch). Die geringen Einkünfte der Familie reichen oft nicht einmal zur Versorgung mit dem Nötigsten. Zainabus Eltern sind Kleinbauern, sie pflanzen vor allem Reis, Bohnen und Sorghumhirse an.

Ulaya ist eine abgelegene Armutsregion im Süden von Tansania. Dort leben Familien mit ihren Kindern in einfachen Hütten, die nur mit Gras oder Wellblech bedeckt sind. Viele haben kein sauberes Wasser und keine medizinische Versorgung. In den Grundschulen gibt es oft nicht genug Platz und Unterrichtsmaterial für die Schüler. Zudem sind einige Gebäude baufällig. World Vision unterstützt die Kinder und Familien nun dabei, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft, Einkommen, Gesundheit, Bildung und Kinderrechte. (Quelle: World Vision)

 

Die Kommunikation mit Zainabu und kleinere Geschenke

Unser Briefkontakt

Januar 2018: Nur wenige Tage nach dem Erhalt des ersten Briefes von World Vision Anfang Januar 2018, in dem auch die Kontaktdaten unseres Patenkindes zu finden waren, haben wir Zainabu das erste Mal persönlich geschrieben. Dabei hielten wir uns an die Vorgaben von World Vision und überschritten die Größe eines gepolsterten Maxibriefes nicht. Denn Päckchen seien aufgrund der hohen Zollgebühren, die im Empfängerland anfielen, nicht zu empfehlen, so die Organisation. Außerdem raten sie explizit davon ab, große Geschenke zu machen, die andere Kinder nur neidisch und unser Patenkind zum Außenseiter machen. Unserem ersten auf Englisch verfassten Brief legten wir daher eine Postkarte von unserer Heimatstadt, zwei Fotos von uns, eine Zahnbürste, ein Springseil, ein kleines Täschchen sowie ein Malbuch, Buntstifte, einen Spitzer, einen Füller und Flummis bei. In den Bewertungen der Organisation lasen wir, dass die Paten später Fotos erhielten, auf denen die Patenkinder mit den Geschenken zu sehen waren. Darauf freuen wir uns schon, denn wir wollen ja auch sehen, dass unsere Hilfe tatsächlich bei ihr ankommt. Ebenfalls freuen wir uns schon darauf, ihren ersten Brief in den Händen zu halten. Wenn man übrigens kein Englisch spricht, kann man seinen deutschen Brief – gern auch per E-Mail – an die Organisation schicken, damit diese ihn übersetzt und dann in das Zielland weiterleitet. Gegebenenfalls wird er dort in die Heimatsprache des Kindes übersetzt, sofern dieses kein Englisch spricht.

Anfang März 2018: Anfang März 2018 kam der erste Brief von Zainabu bei uns an, was bei uns eine riesige Freude auslöste. Sie muss diesen wohl gleich nach der Übernahme unserer Patenschaft geschrieben haben und zu diesem Zeitpunkt unsere Namen noch nicht gewusst haben. Auf der einen Seite steht der handschriftliche Text in ihrer Heimatsprache, auf der Rückseite befindet sich die Übersetzung auf Englisch. Außerdem ist vermerkt, wer beim Schreiben des Briefes assistiert und wer diesen schließlich übersetzt hat, es sind daher jeweils unterschiedliche Namen aufgelistet. Im Großen und Ganzen erscheint uns das Ganze als sehr seriös und transparent. Da wir unsere Briefe im Januar wohl zeitgleich abgeschickt haben müssen, hat ein direkter Austausch bzw. eine direkte Anrede bisher nicht stattgefunden, wird sich aber mit Sicherheit bald ergeben. Besonders gefreut hat uns aber die Aussage, dass wir in Tansania herzlich willkommen seien. Irgendwann werden wir sie auch dort besuchen. Um sicherzustellen, dass unser Brief mit den ganzen kleinen Überraschungen auch bei ihr ankam, haben wir jetzt über World Vision eine kurze E-Mail auf Englisch an sie geschickt, in der wir uns für ihren Brief bedankt haben und wissen wollten, ob unser Brief sie auch erreicht hat.

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März 2019: Im März 2019 bekamen wir mal wieder Post von Zainabu, in der sie sich für die Weihnachtsgeschenke und die Karte bedankt.  Zum ersten Mal spricht sie uns nicht mit “Dear Sponsor”, sondern nur mit “Hi” an. Merkwürdig ist, dass sie in jedem Brief schreibt, dass sie Zainabu heißt. Außerdem zählt sie sehr vage die erhaltenen Geschenke auf, zum Beispiel Karten mit Vögeln. Wir können uns nicht daran erinnern, ihr so etwas jemals geschenkt zu haben. Die richtigen Geschenke erwähnt sie aber nicht, sodass ich derzeit davon ausgehe, dass diese nicht bei ihr ankamen. Es kann sein, dass sich ein Mitarbeiter der Tansanischen Post mit den Geschenken bereichert hat, hier muss nicht unbedingt die Schuld bei World Vision liegen.  – World Vision hat uns nun für ihren anstehenden Geburtstag wieder eine Karte geschickt, die wir beschreiben und ihr schicken sollen, darunter war auch ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel aus Papier. Aufgrund des letzten merkwürdigen Briefes und der Annahme, dass unsere Weihnachtsgeschenke nicht bei ihr ankamen, werden wir ihr vorerst keine weiteren Maxibriefe mehr schicken. Über World Vision kann man auch andere Geschenke machen, indem man mit den Mitarbeitern abklärt, was das Patenkind am ehesten braucht. Wir würden dann den Betrag dafür überweisen und die Mitarbeiter würden das Geschenk, zum Beispiel ein Fahrrad, besorgen. Außerdem schreibt Zainabu erneut, so wie jedes Mal, dass wir bei ihr in Tansania herzlich willkommen seien. Zu unserer Freude erwähnt sie ihren guten Gesundheitszustand, der auch im Jahresbericht vor wenigen Monaten deutlich wurde. Mehr erfährt man aus den persönlichen Briefen nicht über sie.

März 2019: Da wir davon ausgingen, dass unsere Weihnachtsgeschenke in zwei gepolsterten Umschlägen nicht bei Zainabu in Tansania ankamen, äußerten wir unsere Skepsis gegenüber World Vision und erhielten prompt folgende Antwort:  Übrigens ist derzeit der Versand von Geschenken in wattierten Umschlägen nicht mehr möglich. Der Weltpostverein hat nur die Weiterleitung von Dokumenten in Umschlägen gestattet. Für World Vision ist jedoch die Weiterleitung von Päckchen und Paketen aufgrund der hohen Zollgebühren, die Vorort anfallen, keine Alternative. Daher bitten wir Sie derzeit vom Versand von weiteren Geschenksendungen abzusehen. In Kürze wird World Vision darüber informieren, wie wir mit dieser Situation in Zukunft langfristig umgehen werden.”

Mai 2019: Nach vielen Nachfragen erhielten wir im Mai eine Nachricht von Zainabu, in der sie dann die richtigen Geschenke aufzählte. Das ließ uns hoffen, dass sie die Dinge nun doch bekommen hat. Entgegen der Äußerungen von World Vision, dass der Versand von Geschenken in wattierten Umschlägen nicht mehr möglich sei, kamen die Geschenke also doch an. Im Online Portal Mein World Vision sahen wir dann auch tatsächlich ein Foto, auf dem sie all die geschickten Dinge und den Briefumschlag in die Kamera hält. So war von heute auf morgen all die wochenlange Skepsis verflogen.

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Juli 2019: Da Zainabu im Mai Geburtstag hatte, wollten wir ihr diesmal eine Sonderspende zukommen lassen, die direkt an sie ging. Es vergingen Wochen um Wochen, in denen wir nicht – wie vereinbart – über die Nutzung der Sonderspende informiert wurden, sodass ich wieder bei World Vision nachfragen musste. Dann folgte im Juli endlich der erlösende Brief von Zainabu, in dem sämtliche angeschaffte Dinge inkl. aller Kosten schön säuberlich in einer Tabelle aufgelistet wurden. Ein Beweisfoto mit einer glücklichen Zainabu, die all die gekauften Sachen in die Kamera hielt, war ebenfalls angehängt. Und auch dann verflogen wieder einmal all die ganzen Zweifel an der Seriosität von World Vision.

 

 

Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte und der Privatsphäre werden wir an dieser Stelle selbstverständlich nicht die gesamte Kommunikation mit unserem Patenkind offenlegen.

Austausch über die Online-Plattform Mein World Vision

In den letzten anderthalb Jahren wurde die Online-Plattform von World Vision grundlegend überarbeitet und erst nach und nach kann man nun all die Funktionen und Vorzüglichkeiten davon nutzen.

Darin sieht man beispielsweise immer neue Fotos und Videos von seinem Patenkind, aber kann neuerdings auch direkt Kontakt mit ihm aufnehmen. So spart man sich die Portokosten für einen Brief. Ganz neu ist auch, dass wir aufgefordert wurden, Zainabu ein aktuelles Foto von uns Paten über das Portal zukommen zu lassen. Das haben wir natürlich auch gleich gemacht. In dem Portal kann man nicht nur den Fortschritt seines eigenes Patenkindes verfolgen, sondern auch die Entwicklungen in seinem Dorf.

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Die Kommunikation mit World Vision

Wenn wir bisher Fragen an World Vision hatten, wurden diese sehr zeitnah und äußerst freundlich per E-Mail beantwortet. Im Anhang befindet sich immer ein Brief, in dem World Vision ausführlich auf alle Anliegen eingeht. Wir fühlen uns bei der Agentur deshalb sehr gut aufgehoben und betreut.

Zwei Monate nach der Übernahme der Patenschaft erhielten wir einen Brief von World Vision mit einer freundlichen Aufforderung, den ersten Brief an Zainabu zu schreiben. Damit das leichter fällt, hat uns die Organisation einen Vordruck mitgeschickt. Da wir ihr jedoch schon geschrieben haben und auf ihre Antwort warten, ist dieser Brief hinfällig.

Da wir ständig irgendwelche Zweifel an World Vision haben, es Unstimmigkeiten gibt oder wir zeitweise verärgert sind, haben wir des Öfteren Kontakt mit den Mitarbeitern von World Vision. Vermutlich sind sie schon ganz genervt von uns. Aber es geht um viel Geld und wir wollen, dass dieses tatsächlich auch bei unserem Patenkind und in seinem Dorf ankommt. Man muss sagen, dass World Vision sich individuell um jede Anfrage kümmert und wirklich hinterher ist, auch im Zielland zu recherchieren und die nötigen Informationen für uns einzuholen. Manchmal dauert das ein bisschen länger, aber auf World Vision war bisher immer(!!) Verlass.

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Geschenke zu größeren Anlässen

Geburtstag

Genau zwei Monate vor ihrem 10. und 11. Geburtstag erhielten wir von World Vision einen jeweils Brief, der uns an diesen Tag erinnern soll. Außerdem waren dort einmal ein kindgerechtes Spiele- und Lernheft beigelegt und beim anderen Mal ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, das wir Zainabu mitschicken konnten. Wer also keine Zeit hat, sich selbst Gedanken über ein passendes Geburtstagsgeschenk zu machen, nutzt einfach die von der Agentur übermittelte Vorlage und die beigefügte Überraschung für sie. Sogar ein adressierter Umschlag liegt bei. World Vision scheint es offensichtlich sehr am Herzen zu liegen, dass man seinem Patenkind eine kleine Geburtstagsfreude bereitet. Außerdem hat die Agentur einen Überweisungsträger beigelegt und eine Übersicht über mögliche zusätzliche Geschenke mit ihrem jeweiligen Warenwert. Wir werden uns also in den kommenden Tagen etwas für Zainabu einfallen lassen.

 

 

 

 

Weihnachten und die Extra-Spende

Als wir vor einem Jahr die Patenschaft für Zainabu abgeschlossen hatten, hatten wir uns für eine zusätzliche Weihnachtsspende entschieden, die jährlich im Dezember abgebucht werden sollte. Daran dachten wir jedoch nicht mehr, als Weihnachten dann tatsächlich vor der Tür stand. Bereits im November bekamen wir Post von World Vision mit der Anregung für eine Weihnachtsspende, die wir dann auch zeitnah tätigten. Im Endeffekt spendeten wir also doppelt und holten uns die eine Spende dann von World Vision zurück. Dabei kündigten wir auch die automatische Zusatzspende, weil wir jährlich individuell entscheiden wollen, wie viel wir zusätzlich verschenken wollen. World Vision schickte uns neben den Anregungen für die Weihnachtsspende auch ein Sudoku-Spiel, eine leere Weihnachtskarte und einen Rückumschlag. All diese Sachen sollten wir für unser Patenkind beschriften und zurück an das World-Vision-Büro in Deutschland schicken, damit die Organisation dann gesammelt alles zu den Kindern in den Zielländern schicken konnte. Auch möglich war es, sein Weihnachtsgeschenk direkt nach Tansania zu senden, wovon wir auch Gebrauch machten. Hoffentlich kommt alles bei ihr an, denn bisher haben wir dafür keine Rückmeldung erhalten.

Die Sonderspende

Sowohl vor ihrem Geburtstag als auch vor Weihnachten erhielten wir immer wieder von World Vision Übersichten, was man mit einer zusätzlichen Geldspende alles für Zainabu kaufen könnte. Erst später erfuhren wir – nachdem wir gespendet hatten, dass das Geld der Gemeinschaft zu gute kam, aber nicht speziell unserem Patenkind. Aus diesem Grund wollten wir diesmal von World Vision konkret wissen, wie man speziell seinem Patenkind eine Freude mit einer Sonderspende bereiten kann.

Im März 2019 teilte uns World Vision Folgendes zu einer möglichen Sonderspende mit:

“Einmal im Jahr können Sie eine Sonderspende im Rahmen von 100 – 250€ leisten. Anschließend entscheidet die Familie gemeinsam mit unseren Mitarbeitern vor Ort, was sie besonders dringend benötigt. Das können Kleidung, Schulmaterial, Möbel oder Gegenstände für den Haushalt sein. Manchmal kaufen wir der Familie mit Ihrer Spende auch ein Nutztier oder helfen ihnen auf andere Weise, mehr Geld zu verdienen. Nach einigen Monaten informieren wir Sie mit einem Brief und Foto aus dem Projektgebiet darüber, wie die Spende Ihrem Patenkind und seiner Familie geholfen hat. Um zwischen den Familien keinen Neid und Missgunst zu erzeugen, verwenden wir außerdem einen Teil der Sonderspende für Belange, die allen Familien in der Region zugutekommen. Wir kaufen beispielsweise Bücher für die Schulbücherei. Vielen Dank für Ihr Verständnis! Sie können eine Sonderspende unter Angabe der obigen Adressnummer und des Stichworts „Sonderspende“ auf eines unserer Konten überweisen oder lassen sich den gewünschten Betrag einfach einmalig von Ihrem Konto abbuchen. Ein Anruf oder eine E-Mail genügt!”

 

Enttäuschungen, Unklarheiten, widersprüchliche Angaben, nicht erhaltene Geschenke, Glaubwürdigkeit von World Vision

Nach nur wenigen Monaten unserer Patenschaft haben wir erste Zweifel, ob diese wirklich das Richtige war.

April 2018: Den ersten Brief hat unser Patenkind im Januar 2018 geschrieben, damit wir es kennenlernen können und es sich für die Patenschaft bedanken kann. Nun kam endlich ein zweiter Brief von Zainabu an, wo sie das erste Mal auf einen unserer Briefe eingeht. Und damit kommt auch gleich die Enttäuschung: 1. Statt mit unseren Namen schreibt sie uns nur unpersönlich mit “Dear sponsor” an. 2. Sie ist auf keine einzige Frage unseres Briefes eingegangen (z.B.: Name und Alter der Geschwister, Lieblingsfach in der Schule) und hat stattdessen nur die ganzen Kleinigkeiten aufgezählt, die wir ihr mitgeschickt haben. 3. Sie schreibt, sie hätte zwei Schwestern und zwei Brüder. Laut erstem Informationsschreiben von World Vision hätte sie eine Schwester und einen Bruder. Die Glaubwürdigkeit und das erste Vertrauen bröckeln so langsam. Wir haben uns nun an World Vision gewandt und warten auf eine Reaktion. Auch wenn die Anzahl der Geschwister nichts weltbewegendes ist, geht es hier um viel mehr: um Glaubwürdigkeit und Seriosität dieser Patenschaft. Und wenn schon die kleinsten, unwichtigen Angaben nicht stimmen, dann zweifeln wir auch am ganzen Rest.

Die Reaktion von World Vision auf unsere Anfrage: “[…] Es tut uns leid, dass Sie unterschiedliche Angaben zur Anzahl der Geschwister erhalten haben. Gerne haben wir uns nun an unsere Kollegen in Tansania gewandt und um eine genaue Auskunft gebeten. Eine Recherche im Projekt kann allerdings aufgrund der Vielzahl der betreuten Patenkinder und der Entfernungen vor Ort einige Wochen in Anspruch nehmen. Bezüglich der Beantwortung Ihrer Fragen im Brief an Zainabu machen wir leider immer wieder die Erfahrung, dass sich der Briefverkehr, besonders am Anfang, als schwierig erweisen kann. Bitte bedenken Sie, dass der schriftliche Austausch von Informationen in den Regionen, in denen wir arbeiten, völlig unüblich ist. Oft können die Eltern der Kinder nicht schreiben und ein freiwilliger Helfer unterstützt die Kinder beim Verfassen der Briefe. Dieser schreibt in der Regel auf, was die Kinder erzählen. Selbstverständlich weisen wir unsere Kollegen vor Ort nochmals darauf hin, auf die Beantwortung von Fragen zu achten, ebenso wie Ihren Namen.[…]”

Die Recherche von World Vision: Einige Wochen später haben wir dann von World Vision eine weitere E-Mail bekommen, in der alle Geschwister mit Namen und Alter von unserem Patenkind aufgezählt werden. Laut erstem Informationsschreiben von World Vision hätte unser Patenkind eine Schwester und einen Bruder. In einem der ersten Briefe schreibt Zainabu selbst allerdings etwas von zwei Brüdern und zwei Schwestern, also insgesamt vier Geschwistern. Die Recherche von World Vision hat nun ergeben, dass sie fünf Geschwister im Alter von 13 bis 30 Jahren hat. Merkwürdigerweise haben alle ein und denselben Zweitnamen, den Zainabu nicht hat. Nach dieser Recherche von World Vision sind unsere Zweifel also noch größer als je zuvor. Wir fragen uns gerade, wie es mit der Patenschaft weitergehen soll.

Mai 2018: Im Mai hat sich Zainabu mit einem kurzen Brief bei uns für die Geschenke zu ihrem Geburtstag bedankt. In diesem Brief redet sie uns wieder nicht mit unseren Namen an, sondern nur mit “Dear sponsor”. Sie schreibt wieder einmal, dass ihr Name Zainabu Kondo sei, zählt die Geschenke zum Geburtstag auf und bedankt sich dafür. Außerdem schreibt sie – so wie bisher immer – dass wir in Tansania herzlich willkommen seien. Ansonsten gibt sie weiterhin keine Informationen über sich preis. Uns gelingt es einfach nicht, mehr über sie zu erfahren. Sämtliche Fragen über ihr Leben blieben bisher unbeantwortet, sodass wir kein bisschen an ihrem Leben teilhaben können. Erfreulicherweise haben wir diesmal ein Foto bekommen, wo sie einige Spielsachen in den Händen hält, die wir ihr bisher geschickt haben. Auf dem Foto ist allerdings nur ein sehr kleiner Bruchteil davon zu sehen.

Juni 2018: Bereits im März hatten wir World Vision einen Betrag zum Geburtstag für Zainabu überwiesen, die im Mai zehn Jahre alt wurde. Wir hätten uns gewünscht, dass man uns wenigstens darüber informiert, was mit dem Geld passiert ist. Aber das ist drei Monate später immer noch nicht erfolgt.

Außerdem wird seit Anfang des Jahres die Paten-Homepage von World Vision (mein-worldvision) überarbeitet, sodass ich mich dort nicht einloggen konnte. Bis zum Frühling sollten die Arbeiten an der Homepage wohl laut World Vision andauern, aber auch noch Anfang Juni scheitern die Login-Versuche weiterhin. Auf der Homepage soll man angeblich – wenn sie denn mal funktioniert – immer über Neuigkeiten des Patenkindes und dessen Entwicklung informiert werden. Außerdem soll man dort eventuell Fotos oder Videos sehen. Unsere Patenschaft ist nun sechs Monate jung und der Login funktioniert also von Anfang an nicht. Die nächste Anfrage an World Vision läuft.

Juni 2018: Die Antwort von World Vision – endlich Klarheit und Transparenz: “Wie bereits erwähnt, leben die älteren Geschwister möglicherweise nicht mehr zu Hause. Daher können die Angaben in den Briefen variieren, weil manchmal nur die Geschwister berücksichtigt werden, die gerade im Haus sind. Ferner möchten wir darauf aufmerksam machen, dass der Familienbegriff in Afrika viel weiter gefasst wird, als es bei uns der Fall ist. Nicht selten leben auch Cousinen und Cousins in der Familie mit und werden dann als Schwestern und Brüder bezeichnet. Dies ist im Fall von Zainabu Kondo nicht so, aber wir möchten Ihnen dies als Beispiel nennen. Wir können Ihre Skepsis verstehen, weil der Umgang mit Informationen in unseren Partnerländern oftmals ganz anders gehandhabt wird, als wir dies in Deutschland gewohnt sind. Doch dies macht gerade eine Patenschaft aus, zu lernen, dass es in anderen Kulturkreisen auch anders zugeht. Ein weiteres Beispiel sind oftmals fehlende Geburtsurkunden. Zu einem späteren Zeitpunkt wird dann eine Geburtsurkunde erstellt, ohne dass man konkret sagen kann, wann das Kind wirklich geboren wurde. Millionen von Afrikanern sind daher entweder am 31.12 oder am 1.1 geboren. Es würde uns sehr freuen, wenn wir mit unserer Ausführung Ihre Anfrage klären konnten. Im letzten Jahr besuchte ich im Rahmen meiner Dienstreise einige Projekte in Tansania und konnte mich persönlich von unserer Arbeit vor Ort überzeugen. Bei Fragen möchte ich sie herzlich einladen, mich unter der xxxxxx zu kontaktieren.”

“Was Ihre Geburtstagsspende anbetrifft, hatten Sie ja an der Geburtstagsaktion teilgenommen, bei der alle Kinder des Dorfes, im Rahmen eines kleinen Kinderfestes, ein kleines Geschenk erhalten. Was danach von den Geburtstagsspenden übrig ist, verwendet die Dorfgemeinschaft für allgemein Notwendiges. Wir bitten um Verständnis, dass wir in diesem Rahmen keine Einzelnachweise an alle Paten, die sich an der Aktion beteiligt haben, verschicken können.”

“Wir müssen Sie leider noch immer um Geduld bitten. Dies ist auch für uns keine zufriedenstellende Situation. Das Paten-Portal www.mein-worldvision.de wird derzeit komplett neu aufgesetzt und die Programmierungen sind fast abgeschlossen. Aufgrund von internen Personalengpässen können allerdings die Tests zu den neuen Features im Au-genblick nur stark eingeschränkt durchgeführt werden. Sicher haben Sie Verständnis, dass wir keine fehlerhafte Software freigeben möchten. Wir hoffen, dass die abschließenden Tests zu unserer beliebten Portal-Seite im Laufe des Sommers positiv abgeschlossen werden können.” Am Ende des Tages sind wir mit der Arbeit von World Vision sehr zufrieden, weil uns die Mitarbeiter zeitnah, äußerst freundlich und sehr transparent geantwortet haben. Sämtliche Erklärungen sind absolut nachvollziehbar und unser Misstrauen ist nun verschwunden.

März 2019: Im März 2019, als wir Zainabus Brief vom Januar erhielten, hatten wir den Eindruck, dass unsere Weihnachtsgeschenke nicht bei ihr ankamen.  Mehr dazu kann man weiter oben in diesem Beitrag lesen.

Der erste Jahresbericht von Zainabu

Mitte November 2018 erhielten wir nach einer langen Zeit mal wieder Post aus Tansania: Der erste Jahresbericht von Zainabu war da – wir wussten gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Umso größer war die Vorfreue darüber. Der Brief beihaltete ein aktuelles Foto von ihr, eine gemalte Übersicht zu ihren Lebensverhältnissen sowie einen Bericht über die verbesserte Lage in ihrer Heimatregion:

    • Dank World Vision und den Paten gibt es in Ulaya nun einen Brunnen mit sauberem Trinkwasser, der direkt neben der Schule installiert wurde. Zuvor hatten sie verschmutztes Wasser aus dem Fluss oder aus Bächen trinken müssen, was oft zu schweren Krankheiten geführt hatte. Ein aktuelles Problem ist die Verbreitung der Cholera in dem Gebiet, gegen die World Vision derzeit verstärkt mit verbesserten Hygienebedingungen ankämpft. Die Kinder haben dank World Vision gelernt, welche gesundheitlichen Folgen verschmutztes Wasser nach sich ziehen kann.

    • Aufgrund der neuen Trinkwassersituation hat sich die Gesundheit aller Kinder und Eltern in dem Dorf verbessert.

    • Den Familien wurde beigebracht, grünes Gemüse anzupflanzen und sich dadurch besser und gesünder zu ernähren. Außerdem können sie durch den Verkauf von Gemüse zusätzliches Einkommen erzielen.

    • Außerdem sorgen neue Bewässerungstechniken und Gewächshäuser dafür, dass die Menschen in Ulaya Gemüse unabhängig von der Trocken- oder Regenzeit anbauen können. Vorher waren sie vom Regen oder von unberechenbaren Flüssen abhängig.

    • Mit der monatlichen Spende konnte für Zainabu Nachhilfe finanziert werden.

    • Außerdem hat die Gemeinschaft in Ulaya durch World Vision mehr über Kinderrechte und Kinderschutz erfahren, sodass sich die Kinder nun in ihrem Dorf sicherer fühlen.

Es tut gut zu sehen, dass unsere Spende wirklich ankommt und wir mit unserer Hilfe etwas erreichen können.

Besonders überrascht waren wir von dem Umstand, dass Zainabus Familie wohl einen Fernseher hat, wie ihrer Zeichnung zu entnehmen ist.

Fazit über unsere Patenschaft

Wer unseren Erfahrungsbericht über unser Patenkind regelmäßig verfolgt, der muss schon denken, dass wir spinnen. Denn wir schwanken inzwischen schon seit anderthalb Jahren ständig zwischen Enttäuschungen und purem Glück, wenn sie wieder Fotos und Briefe von sich schickt. Doch am Ende steht immer die Beruhigung, nachdem all das Misstrauen verschwunden ist. Eigentlich würden wir uns wünschen, noch persönlicheren Kontakt mit Zainabu zu haben. Denn sie zählt in ihren Briefen immer nur die erhaltenen Geschenke auf, redet uns mit “Dear sponsor an”, geht nicht auf persönliche Fragen ein und lädt uns nach Tansania ein. Aber uns wurde ja bereits von der Agentur erklärt, dass das Briefeschreiben in Afrika absolut unüblich sei und die Menschen es dort nicht gewohnt seien.

Aber im Großen und Ganzen können wir sagen: Ja, World Vision ist seriös. Sämtliche Geschenke kamen bisher immer in Tansania an, sowohl Geldspenden als auch Briefe. Auf unsere kritischen Fragen gab es vonseiten World Vision immer plausible Antworten.

Zu Beginn erhielten wir von Zainabu Fotos, auf denen man ihren schlechten gesundheitlichen Zustand erahnen konnte. Aber nun können wir mitverfolgen, dass sie wohlgenährter und ein klein wenig fröhlicher aussieht. Sie geht zur Schule und lernt lesen und schreiben.

Wir haben in kritischen, zweifelnden Phasen schon mehrfach überlegt, die Patenschaft zu kündigen. Aber dahinter steckt ein Mensch, den man nicht einfach fallen lassen kann wie eine heiße Kartoffel. Und dann, wenn wieder Briefe, Fotos oder Videos von ihr bei uns ankommen, sind wir so froh, dass wir die Patenschaft nicht gekündigt haben. Irgendwann wird Zainabu größer sein und hoffentlich so gut Englisch sprechen können, dass sie ihre Gedanken und Gefühle nicht immer einem erwachsenen World-Vision-Helfer diktieren muss. Und dann wird hoffentlich auch unser Kontakt zu ihr persönlicher und direkter. Und irgendwann werden wir sie auch in Tansania besuchen.

Wir können nur alle Interessierten dazu ermutigen, eine Patenschaft über World Vision abzuschließen. Es lohnt sich!

 

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