Winterwanderungen erfreuen sich gerade bei uns in den Alpen bzw. im Alpenvorland großer Beliebtheit. Die eingeschneiten Berggipfel sind besonders bei blauem Himmel und kalter, klarer Luft so unfassbar schön anzusehen. Und das Beste: Um die Berge zu erklimmen, muss man nicht der/die Sportlichste sein – man kann auch mit der Bergbahn hochfahren und dann von dort aus weiter zu einer Berghütte wandern.

An dieser Stelle haben wir unsere bisherigen Winterwanderungen zusammengestellt, wobei die Übersicht keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Und nicht bei jeder Winterwanderung muss man mit der Gondel fahren.

Bayern: Eine Winterwanderung um den Eibsee (Garmisch-Partenkirchen, Zugspitze)

Wer in Deutschland ein pures Kanada-Feeling verspüren möchte, sollte unbedingt einmal den Eibsee besuchen. Dieser ist zu jeder Jahreszeit herrlich anzusehen, wobei dort im Sommer viel mehr los ist als im Winter. Online-Rankings, aus denen der Eibsee als schönster See Deutschlands hervorgeht, tragen leider ebenfalls zum Massentourismus bei. Wir empfehlen allen, den See erst in der Nebensaison und außerhalb der Ferien zu besuchen. Vor oder nach der Wanderung könnte man mit der Seilbahn noch hoch zur Zugspitze fahren, die majestätisch über dem See thront.

Parken: an der Seilbahn Zugspitze: Am Eibsee 6, 82491 Grainau
Länge: 7,5 Kilometer
Dauer: ca. 2 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Besonderheiten: herrlicher Blick auf die Zugspitze, kann mit Besuch der Zugspitze verbunden werden, pures Kanada-Feeling


Bayern: Eine Winterwanderung um den Isarstausee bei Krün (Isar-Natur-Erlebnisweg/ Alpenwelt Karwendel)

Zu unseren bisher schönsten Rundwanderungen gehört auch unser Winterspaziergang auf dem Isar-Natur-Erlebnisweg. Los ging es auf dem Wanderparkplatz in Krün. Wenn man von dort aus geradeaus auf die Berge zuläuft, trifft man schon auf die ersten grünen Schilder, die die Richtung vorgeben. Um sich an die vorgeschriebene Nummerierung der Info-Tafeln zu halten, läuft man zunächst den etwas steilen Weg auf der linken Seite im Uhrzeigersinn entlang. Aufgrund der sehr guten Beschilderung auf dem 7,8 Kilometer langen Rundweg kann man sich auch nicht verlaufen. Gerade der Blick auf das Karwendelgebirge und auf die sanft dahinplätschernde Isar, die dort in der Nähe entspringt, machen den Rundweg so einzigartig. Bei guten Wetterkonditionen erstrahlt die Isar sogar an manchen Tagen in einem herrlichen Türkiston, den man sonst nur vom Mittelmeer oder von der Südsee kennt.

Außerdem führt der Isar-Natur-Erlebnisweg auch am Isarstausee entlang, wo man das Treiben zahlreicher Schwanfamilien beobachten kann. Dort in Krün wird der Großteil des Wassers aus der Isar über die Isarüberleitung zum Walchenseekraftwerk umgeleitet.

Besonders gut bietet sich der Rundweg für eine Winterwanderung an, weil das Farbenspiel aus dem weißen Schnee, der türkis erstrahlenden Isar sowie dem blauen Himmel und dem eingeschneiten Karwendelgebirge so wunderschön anzusehen ist. Wir trugen nur unsere Winterstiefel mit Profil, aber Profi-Winterwanderer nutzen auch häufig Grödel – sogenannte “Schneeketten für die Schuhe”.

Parken: Auf dem Wanderparkplatz am Griesweg 4 in 82494 Krün (Tageskarte: 5 €)
Länge: 7,8 Kilometer
Dauer: ca. 2 1/2 Stunden
Schwierigkeit: leicht bis mittelschwer
Besonderheiten: Blick auf das Karwendelgebirge, Schautafeln, Ratespiele, Barfußschnecke, Wasserspiele, Kneippbecken, Waldschule, Baumtelefon, Tierweitsprung, Klangbaum, Balancierbaum, Vogel-Beobachtungsturm, Isarfloß, pures Kanada-Feeling, auch als Winterwanderung geeignet


Bayern: Eine Winterwanderung von Mittenwald zum Lautersee und Ferchensee

Wer in Garmisch-Partenkirchen oder Mittenwald Urlaub macht, dem sei auch die Wanderung von der Mittenwalder Innenstadt zum Lautersee und zum Ferchensee zu empfehlen. Zunächst läuft man am Gästehaus Alpenglanz vorbei und passiert dann eine Schlucht (Laintalschrofen), bei der es ganz schön steil in die Höhe geht. Hier trifft man unter anderem auf den Lainbach-Wasserfall und auf die Madonna im Laintalschrofen. Auf der gesamten Wanderung muss man insgesamt 180 Höhenmeter überwinden, das entspricht laut iPhone-App genau 49 Stockwerken. Wir starteten unsere Tour am Wanderparkplatz P3 und benötigten – inklusive Abstecher in die Altstadt – dreieinhalb Stunden für 14 Kilometer. Nach einem ordentlichen Höhenanstieg, vorbei an mehreren kleineren Wasserfällen, kamen wir dann endlich bei der wunderschönen Kapelle Maria Königin heraus, die sich nördlich des Lautersees befindet.

Anschließend ging es ca. noch eine halbe Stunde weiter steil nach oben Richtung Ferchensee.

Diese Tour bietet sich deshalb gut als Winterwanderung an, weil Hänsel und Gretel (vermutlich Mitarbeiter der Gemeinde Mittenwald) auf einem Großteil des Weges Holzmehl ausgestreut haben, damit man auf dem gefährlichen Glatteis nicht ausrutscht. Ohne dieses verteilte Sägemehl wäre die Wanderung im Winter gar nicht möglich gewesen.

Parken: am Bahnhof, an der Karwendelbahn oder am Waudl (P3) – Es ist nicht möglich, direkt am Lautersee oder Ferchensee zu parken.
Länge: 14 Kilometer (ab Parkplatz am Waudl mit Besuch der Innenstadt)
Dauer: ca. 3 1/2 Stunden
Schwierigkeit: mittelschwer (180 Höhenmeter = 49 Stockwerke)
Besonderheiten: Kapelle Maria Königin, Kanada-Feeling mit Bergseen


Bayern: Eine Winterwanderung zur Ostler Hütte am Breitenberg/Aggenstein (Pfronten im Allgäu)

Eine weitere hervorragende Wintertour war unsere Wanderung von der Bergstation der Hochalpbahn zur Ostler Hütte. Hierfür parkten wir an der Talstation der Breitenbergbahn in Pfronten und fuhren dann mit der Gondel hoch hinauf auf 1498 Meter. Dort mussten wir anschließend in den Sessellift der Hochalpbahn umsteigen, der uns auf 1677 Meter hochbrachte. Schon bei der Ankunft an der dortigen Bergstation faszinierte uns der imposante Aggenstein, der uns direkt zu Füßen lag. Von diesem Anblick schwer beeindruckt, liefen wir steil hinauf zur Ostler Hütte auf 1838 Meter. Hoch oben hatte man einen hervorragenden Blick auf das Tannheimer Tal, auf Pfronten, den Hopfensee und den Forggensee. Aber auch das Schloss Neuschwanstein und die Zugspitze konnte man von dort aus erblicken.

Wanderbegeisterte können auch die ganze Tour von der Talstation bis zur Ostler Hütte hochlaufen. Auch Teilstrecken sind möglich. Denkbar wäre ebenfalls, nur Tickets für die Bergbahnen zu kaufen und dann von oben herunterzuwandern.

Wichtig: Die Gondel und der Sessellift fahren nicht jeden Tag. Tagesaktuelle Informationen zur Breitenbergbahn und zur Hochalpbahn gibt es <hier>.

Insider-Spartipp: Wenn man Tickets für die Bergbahnen kauft und unten an der Kasse sein Tages-Parkticket vorzeigt, bekommt man 2 € der Parkgebühr zurück. Dadurch zahlt man nur 3 € statt 5 € fürs Parken.

Parken: an der Talstation der Breitenbergbahn Pfronten – Tiroler Straße 176 in Pfronten (Tagesticket: 5€, Stand: Ende 2021)
Länge: insgesamt ca. 3,5 Kilometer für Hin- und Rückweg
Dauer: ca. 45 Minuten
Schwierigkeit: mittelschwer (160 Höhenmeter)
Besonderheiten: Fahrt mit zwei Bergbahnen, herrlicher Ausblick auf die Allgäuer Berge, den Forggensee und den Riegsee sowie auf Schloss Neuschwanstein; auch Skifahren und Rodeln sind möglich
Einkehr- und Übernachtungsmöglichkeit: Ostler Hütte
Kosten: Berg- und Talfahrt für die Breitenbergbahn und die Hochalpbahn 23,00€ pro Erwachsenem + 5€ Parkticket (Stand: Dezember 2021)

Und noch ein Funfact: Auf dem Breitenberg gibt es zwei Webcams, deren Live-Aufnahmen man sich im Internet anschauen kann – auch nachträglich am Abend. Wir entdeckten nur durch Zufall, dass uns die Kameras dreimal aufgenommen haben. Also: Bitte lächeln!


Bayern: Eine Winterwanderung durch das Murnauer Moos

Nicht weit vom Staffelsee entfernt befindet sich das größte zusammenhängende Moorgebiet Mitteleuropas: das Murnauer Moos. Hier erstrecken sich die Moore, Feuchtwiesen und angrenzenden Wälder über eine Fläche von 4200 Hektar. In dem Naturschutzgebiet kann man zahlreiche vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten entdecken, unter anderem die Schwarze Kreuzotter, die Sibirische Schwertlilie, das Wanzen-Knabenkraut und das Karlszepter.

Wer sich auf die 12 Kilometer lange, leichte Wanderung durch das Murnauer Moos begeben möchte, kann sein Auto auf dem Wanderparkplatz am Ramsach-Kircherl in Murnau abstellen. Von dort aus ist der Moos-Rundweg ausgeschrieben. Durch das Murnauer Moos verläuft übrigens auch der insgesamt 242 Kilometer lange Römerradweg, der von Passau nach Enns (Oberösterreich) führt.

Parken: Wanderparkplatz am Ramsach-Kircherl in der Ramsachstraße in Murnau
Länge: 12 Kilometer für die lange Runde, es gibt aber noch kürzere Runden
Dauer: ca. 3 1/2 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Besonderheiten: Wanderung durch Mitteleuropas größtes zusammenhängendes Moorgebiet mit Blick auf die Alpen = Naturschutzgebiet; manche Wege sind in der Wiesenbrüterzeit von 1. März bis 30. Juni gesperrt


Bayern: Eine Winterwanderung durch den Bernrieder Park am Starnberger See (König-Ludwig-Weg und Prälatenweg)

Da wir hier in der Nähe wohnen, sind wir oft auch am Starnberger See unterwegs. Besonders magisch finden wir im Winter das Winterwonderland im Bernrieder Park. Durch diesen führen sowohl der König-Ludwig-Weg als auch der Prälatenweg. Streckenweise läuft man direkt vorn am Ufer des Sees vorbei und kann auf das herrliche Alpenpanorama blicken.


Liechtenstein: Eine Winterwanderung in Malbun am Sareiserjoch

Und nun kommen wir endlich zu unserem absoluten Lieblingsort in Liechtenstein: Malbun. Der idyllische Wintersportort, der nur 15 Kilometer von der Hauptstadt Vaduz entfernt liegt, ist bekannt fürs Skifahren, Snowboarden, Eislaufen, Eisklettern, Rodeln und Winterwandern. Mehrere verschiedene Sessellifte bringen die Wintersportler hoch nach oben auf die leichten bis schwierigen Skipisten. Wir selbst fuhren mit dem Sessellift hoch auf 2000 Meter zum Sareiserjoch, wo es auch eine Berghütte mit Aussichtsterrasse gibt. Von dort aus führen drei unterschiedliche rote Pisten hinunter ins Tal auf 1600 Meter ü. M. Auf über 23 Pistenkilometern kommen Jung und Alt auf ihre Kosten, wodurch Malbun auch vom Schweizer Tourismusverband mit dem Gütesiegel “Family Destination” ausgezeichnet wurde.

Wir selbst fuhren mit dem Sessellift hoch auf 2000 Meter und unternahmen dann eine Winterwanderung hinunter ins Tal. Da die Route zum Teil über die Skipisten führte, mussten wir an der Seite entlang laufen und ließen uns von vielen kleinen Kindern überholen, die völlig angstfrei auf ihren Skiern standen. Schon Vierjährige “hackten” dort die roten Pisten hinunter, was uns jedes Malsprachlos machte.

Hier sind unsere Tipps für eine Winterwanderung in Malbun (Sareis):

  • Lasst euch unten an der Talstation eine Karte geben, damit ihr seht, wo ihr langlaufen müsst. Seid nicht verwirrt, wenn ihr über Skipisten laufen müsst. Das ist tatsächlich so vorgesehen, wie uns der Herr an der Kasse der Talstation erklärte.
  • Denkt an die Sonnenbrille, die Sonnencrème fürs Gesicht sowie Grödel für die Schuhe.
  • Vergesst nicht, euch warm anzuziehen. Ausziehen kann man sich immer noch, wenn man in der Sonne anfängt zu schwitzen.
  • Nehmt euch noch etwas zum Essen und Trinken mit, das ihr auf einer der Aussichtsbänke mit Blick ins Tal genießen könnt.

Übrigens kann man auch im Sommer und im Herbst dort in Malbun wandern gehen, wenn sich die Liechtensteiner Alpen in ein herrliches grünes Bergparadies verwandeln.

Wir zahlten für die Bergfahrt zum Sareiserjoch 9,50 CHF pro Person (Stand: 05.03.2022). Weitere Informationen zu den Bergbahnen in Malbun gibt es <hier>.


Die richtige Ausrüstung für eure Winterwanderungen

Gerade im (teilweise lockeren) Schnee oder auf kleinen Eisschichten empfehlen wir Schneeschuhe oder Grödel (= “Schneeketten für die Schuhe”) sowie Skistöcke. Wenn man diese Utensilien nicht besitzt, eignen sich auch Winterschuhe mit Profil.

Und vergesst nicht, euch warm anzuziehen: Die Winterjacke, evtl. eine Skihose, Schal, Mütze und Handschuhe sollten für euch selbstverständlich sein.

Viel Spaß auf euren Winterwanderungen!

Letztes Update: März 2022